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Haben Tiere Rechte? Eine ethische Auseinandersetzung mit dem moralischen Status der Tiere auf der Grundlage von Schopenhauers Mitleidsethik

Title: Haben Tiere Rechte? Eine ethische Auseinandersetzung mit dem moralischen Status der Tiere auf der Grundlage von Schopenhauers Mitleidsethik

Term Paper , 2013 , 19 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Meike Exner (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Arthur Schopenhauer war einer der ersten Philosophen, der Tiere in seine Moralphilosophie miteinbezog und ihnen “radikal“ Rechte zugestand. Er setzt sie in seiner Ethik mit den Menschen gleich. Ein grundlegender Aspekt, der heute mit der gesellschaftlichen Stellung und den Behandlungsweisen von Tieren nicht übereinstimmt. Ist diese These zur Gleichbehandlung also veraltet oder ist der Egoismus des Menschen lediglich stärker als sein Verstand und sein Mitgefühl? Ist unser Handeln unmoralisch oder in Anbetracht der Unterschiede zwischen Tier und Mensch ethisch angemessen? Sind wir befugt, unsere Überlegenheit auszunutzen?

Diesen Fragen sowie jenen über den Egoismus und dessen Überwindung werde ich mich in dieser Arbeit im Hinblick auf die Mitleidsethik Arthur Schopenhauers stellen. Rechte für Tiere sind die Voraussetzung für deren Verzehr, Haltung und Tötung. Auch hat ihre Anerkennung Auswirkung auf das Selbstverständnis des Menschen für sich selbst. Diese Konsequenzen haben ferner wieder Einfluss auf weltwirtschaftliche Zusammenhänge.

Der entscheidende Punkt bei Schopenhauer ist für mich, dass er allen Lebewesen eine Teilhabe an seiner Ethik zugesteht, woraus sich im nächsten Schritt der Anspruch aller auf Rechte ergibt. Einige Stimmen der neuzeitlichen Philosophie, aber auch z. B. Immanuel Kant, dessen Werk Schopenhauer schätzt und kritisiert, enteignen Tiere dieser Rechte. Die schon von Kant gestellte Frage, „Was ist der Mensch?“, welche im Grunde schon die Verschiedenheit des Menschen zu den Tieren beinhaltet, bleibt im Hinblick auf die Abgrenzung des Menschen vom Tier und den daraus entstehenden Konsequenzen für beide äußerst relevant.
So werde ich verschiedene tierethische Positionen zu Status, Wert und Rechten von Tieren vorstellen und anschließend mit der Ethik Arthur Schopenhauers das Fundament für die Beantwortung der Titelfrage schaffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Tierethik

1.1 Ein geschichtlicher Überblick

1.2 Der moralische Status der Tiere

2 Arthur Schopenhauer

2.1 (Mitleids-)Ethik

2.2 Tiere in Schopenhauers Ethik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit setzt sich kritisch mit dem moralischen Status von Tieren auseinander und untersucht, inwiefern Arthur Schopenhauers Mitleidsethik als theoretisches Fundament für die Zuerkennung von Tierrechten dienen kann.

  • Historische Entwicklung der Tierethik
  • Kritische Auseinandersetzung mit anthropozentrischen Ethikkonzepten (insbes. Kant)
  • Die Philosophie Schopenhauers als Grundlage der moralischen Einbeziehung von Tieren
  • Verhältnis von Egoismus, Vernunft und Mitleid
  • Einfluss moderner industrieller Tiernutzung auf das menschliche Mitgefühl

Auszug aus dem Buch

2.2 Tiere in Schopenhauers Ethik

Auch im Bezug auf Tiere kritisiert Schopenhauer Kant (siehe auch S.7, 1.2). Tiere könnten schon nicht bloßer Zweck sein, weil Zweck sein bedeute, gewollt zu werden, einem Motiv zu entsprechen. Auf der christlichen Werteanschauung grundgelegt, die Tiere ebenfalls nicht berücksichtige, sei der Aspekt der Vernunft willkürlich für die Begründung der Tiere als Mittel. „Pfui!“, sagt Schopenhauer, „[...] über eine solche [...] Moral, – die das ewige Wesen verkennt, welches in allem was Leben hat, da ist, und aus allen Augen, die das Sonnenlicht sehen, mit unergründlicher Bedeutsamkeit hervorleuchtet.“ Auch den wohl unbegründeten Begriff der Würde des Menschen bei Kant macht er zunichte, sie sei für den Leser seiner Moral einfach zu schmeichelnd, als das er weiter hinterfragt würde.

Ferner kritisiert Schopenhauer europäische Moralsysteme, die dem unmoralischen Handeln gegen Tiere keine Bedeutung einräumten. Damit weist er wieder auf den Einfluss der Religion auf die Philosophie hin (siehe oben). Andere Religionen, die Asiens, für welche er sich sehr interessierte, gewährten Tieren Schutz, sodass ein angemessenes Handeln gegen sie in die Kultur übergegangen sei. Jedoch müsse man es nicht wie die dortigen Brahmanen übertreiben und zum Beispiel keine tierische Nahrung mehr zu sich nehmen, da das Leiden des Menschen durch die Entbehrung von dieser größer sei als das des Tieres bei einem schnellen und unvorhergesehen Tod, der allerdings durch Chloroform erleichtern werden solle.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt die philosophische Marginalisierung von Tieren dar und führt die zentrale Fragestellung ein, ob Schopenhauers Mitleidsethik eine philosophische Basis für Tierrechte bietet.

1 Tierethik: Dieses Kapitel gibt einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung tierethischer Positionen und beleuchtet die Debatte um den moralischen Status von Tieren im Verhältnis zum Menschen.

2 Arthur Schopenhauer: Hier wird der philosophische Kontext Schopenhauers sowie seine (Mitleids-)Ethik erläutert und speziell auf seine Sichtweise zu Tieren als moralische Subjekte eingegangen.

4. Fazit: Das Fazit reflektiert die Anwendbarkeit von Schopenhauers Ethik auf aktuelle gesellschaftliche Missstände, wie die Massentierhaltung, und zieht eine kritische Bilanz hinsichtlich der Begründung von Tierrechten.

Schlüsselwörter

Tierethik, Arthur Schopenhauer, Mitleidsethik, Tierrechte, Anthropozentrismus, Moralischer Status, Leidensfähigkeit, Vernunft, Egoismus, Speziesismus, Tierwohl, Tiernutzung, Philosophie, Moral, Kreatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der moralischen Bewertung von Tieren und der Frage, ob ihnen im Rahmen einer ethischen Theorie Rechte zugesprochen werden sollten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit verbindet eine historische Betrachtung der Tierethik mit einer detaillierten Analyse der Philosophie Arthur Schopenhauers, um die gesellschaftliche Behandlung von Tieren kritisch zu hinterfragen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erörtern, ob und wie Schopenhauers Mitleidsethik eine tragfähige Grundlage bilden kann, um Tiere als Lebewesen mit eigenem moralischem Wert und Anspruch auf Rechte anzuerkennen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine philosophisch-reflexive Methode, indem sie bestehende Theorien analysiert, miteinander vergleicht und ihre Relevanz für moderne tierethische Fragestellungen bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung tierethischer Vorläufer, die Erklärung von Schopenhauers Mitleids-Ethik und die spezifische Anwendung seiner Thesen auf das Verhältnis zwischen Mensch und Tier.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Mitleid, Egoismus, Vernunftbegabtheit, moralischer Status und das Streben nach einer tiergerechten Lebensweise.

Wie unterscheidet sich Schopenhauers Ethik von derjenigen Kants in Bezug auf Tiere?

Während Kant Tieren aufgrund ihrer fehlenden Vernunft den moralischen Status abspricht und sie als Mittel zum Zweck betrachtet, lehnt Schopenhauer diese Vernunftbegrenzung ab und erkennt in Tieren, wie im Menschen, den gleichen inneren Wesenskern an.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der heutigen Tiernutzung?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der indirekte Gebrauch von Tieren als Produkte in der modernen Industrie das menschliche Mitleid systematisch ausschließt, und plädiert für eine stärkere moralische Berücksichtigung der Bedürfnisse von Tieren.

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Details

Title
Haben Tiere Rechte? Eine ethische Auseinandersetzung mit dem moralischen Status der Tiere auf der Grundlage von Schopenhauers Mitleidsethik
College
University of Hildesheim  (Philosophie)
Course
Was soll ich tun? – Einführung in die Ethik
Grade
1,00
Author
Meike Exner (Author)
Publication Year
2013
Pages
19
Catalog Number
V301103
ISBN (eBook)
9783656973294
ISBN (Book)
9783656973300
Language
German
Tags
haben tiere rechte eine auseinandersetzung status grundlage schopenhauers mitleidsethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Meike Exner (Author), 2013, Haben Tiere Rechte? Eine ethische Auseinandersetzung mit dem moralischen Status der Tiere auf der Grundlage von Schopenhauers Mitleidsethik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301103
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