Erprobung der 3-Achs-Fräsbearbeitung mit dem CAM-System Licom AlphaCAM


Studienarbeit, 2004

77 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

DANKSAGUNG

1. EINLEITUNG

2. AUFGABENSTELLUNG

3. VORBEREITUNGEN
3.1 REFERENZTEIL
3.2 ROHMATERIAL
3.3 BEARBEITUNGSMASCHINE
3.4 ARBEITSSCHRITTE

4. ÜBERPRÜFUNG DER STANDARDISIERTEN SCHNITTSTELLEN
4.1 ERSTELLEN DER CAD-DATEIEN
4.1.1 Pro/E-Wildfire
4.1.2 CATIA
4.1.3 SolidWorks
4.1.4 SolidEdge
4.2 IMPORT IN LICOM ALPHACAM, 1. VERSUCH
4.2.1 IGES
4.2.2 STEP
4.2.3 VDA-FS
4.2.4 Parasolid
4.3 EINSTELLUNGEN DER CONFIG.PRO
4.4 NEUES ERSTELLEN DER CAD-DATEIEN
4.5 IMPORT IN LICOM ALPHACAM, 2. VERSUCH
4.5.1 IGES
4.5.2 STEP
4.5.3 VDA-FS
4.5.4 Parasolid
4.6 ÜBERBLICK ÜBER DIE VERSUCHSERGEBNISSE

5. ERZEUGEN DES NC-PROGRAMMS

6. ZUSAMMENFASSUNG UND ERGEBNIS

ANHANGVERZEICHNIS

ANHANG

LITERATURANGABEN

Danksagung

Hiermit möchte ich mich bei der Fachhochschule Ulm für die Ermöglichung der Studienarbeit „Erprobung der 3-Achs-Fräsbearbeitung mit dem CAM-System Licom AlphaCAM“ bedanken.

Mein besonderer Dank gilt Herrn Prof. Dr.-Ing. Heinz Schober und Herrn Prof. Dr.-Ing. Hayri Damaritürk für die Betreuung meiner Studienarbeit.

Außerdem bedanke ich mich bei allen Mitarbeitern des Instituts für CAD-Technologien. Insbesondere möchte ich mich bei Herrn Dipl.-Ing. (FH) Ralf Heidemann für die Modellierung des Referenzteils und die Unterstützung bei der Bearbeitung meiner Studienarbeit bedanken. Des weiterer gilt mein Dank den Mitarbeitern des Fertigungslabors der Fachhochschule Ulm. Besonders möchte ich mich hier bei Herrn Dipl.-Ing. (FH) Eric Kohn für die hilfreiche Unterstützung bei allen Fragen zum CAM-System Licom AlphaCAM bedanken.

Schließlich Danke ich noch meiner ganzen Familie, die mir den nötigen Rückhalt für die Bearbeitung dieser Studienarbeit gab.

Geislingen im Juli 2004

Simon Hohmann

1. Einleitung

An der Fachhochschule Ulm werden vier CAD-Systeme eingesetzt. In den CAD- Vorlesungen soll auch das erstellen von NC-Programmen mittels CAD/CAM erlernt wer- den.

Im 5. Semester Maschinenbau z.B. werden in der Vorlesung CAD/CAM mittels des Pro/E-Wildfire Tools Pro/Manufacturing NC-Programme erstellt. Dafür ist ein vorheriges Modellieren der Geometrie in Pro/E-Wildfire erforderlich. Da in den anderen Fachbereichen andere CAD-Systeme verwendet werden und im Fachbereich Maschinenbau in Zukunft das CAD-System SolidWorks zum Einsatz kommt, wurde die Überlegung angestellt NC-Programme mit Hilfe einer Software zu erstellen, die unabhängig von einem CADSystem ist. Im Rahmen dieser Studienarbeit soll festgestellt werden, inwieweit dies mit der CAM-Software Licom AlphaCAM möglich und sinnvoll ist.

2. Aufgabenstellung

Das CAM-System Licom AlphaCAM ermöglicht für verschiedene Fertigungstechnolo- gien die Erzeugung von Programmen für die Ansteuerung von CNC-gesteuerten Werk- zeugmaschinen. Die CAD-Geometrie kann entweder im System selbst erzeugt werden oder es können Dateien von einem beliebigen CAD-System eingelesen werden. Die letzt- genannte Möglichkeit soll in dieser Studienarbeit für die am Institut für CAD- Technologien der FH-Ulm eingesetzten CAD-Systeme untersucht werden.

Für ein Referenzteil, das in den CAD-Systemen CATIA, Pro/E-Wildfire, SolidWorks und SolidEdge erzeugt wurde, ist die Datenübertragung über die standardisierten Schnittstellen IGES, VDA-FS, STEP und Parasolid zu erproben.

Dazu ist zunächst ein Referenzteil zu definieren, das charakteristische 3-Achs- Operationen erfordert (z. B. Taschenfräsen, Nutenfräsen, Bohren, Senken, Anfasen etc.).

Für die Fertigung des Referenzteils ist eine geeignete Bearbeitungsmaschine (auch unter Berücksichtigung der Kapazitäten) zu definieren und der Postprozessor entsprechend anzupassen. Ziel ist das gefertigte Referenzteil.

3. Vorbereitungen

3.1 Referenzteil

Um charakteristische Bohr- und Fräsarbeiten einer 3-Achs-Bearbeitung zu erproben wurde folgendes Referenzteil erstellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Referenzteil

Es zeichnet sich durch fünf Merkmale aus. Um eine komplizierte Oberflächenbearbeitung zu testen besitzt das Referenzteil eine rechteckige, ballige Fläche (Pos. A). Die Oberfläche ist um den Radius 300 mm gebogen. Die Übergänge zur geraden Werkstückoberfläche werden durch einen konkaven 4 mm-Radius reali- siert. In dieser balligen Fläche befindet sich eine trapezförmige Tasche (Pos. B) der Tiefe 20 mm. Die Eckenradien dieser Tasche betragen 8 mm. Außerdem hat die sphärische Fläche (Pos. A) sie- ben Bohrungen (Pos. C). Hierbei ist eine Bohrung des Durchmessers 9,5 mm und der Tiefe 28 mm (Bohrerspitze) Ausgangsbohrung. Um diese Boh- rung sind jeweils drei Bohrungen auf den Teil- kreisdurchmessern 40 und 80 mm gemustert (Abb. 2). Zur weiteren Erprobung des Taschenfräsens sind drei Taschen im Winkel von 120° zueinander

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bohrungen

gemustert (Pos. D). Die Tiefe dieser Taschen beträgt 25 mm und die Eckenradien sind 10 mm. Das fünfte Geometriemerkmal sind zwei geschwungene Nuten der Tiefe 20 mm und der breite 8 mm (Pos. E).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Referenzteil

3.2 Rohmaterial

Das Rohmaterial hat die Maße 200 mm x 135 mm x 30 mm.

Da dies den Außenmaßen des Referenzteiles entspricht beschränkt sich die Bearbeitung auf die fünf Positionen A bis E, die im vorigen Punkt erläutert wurden.

Als Werkstoff wird auf die im Fertigungslabor verwendeten Aluminium-Knetlegierungen AlCuMgPb und AlMgSi0,5 zurückgegriffen.

3.3 Bearbeitungsmaschine

Nach Absprache mit dem Fertigungslabor der FH-Ulm wird das Referenzteil auf der MAHO MH600E des Fertigungslabors gefertigt.

Die MH600E ist eine Universalfräsmaschine mit einer 3D-Bahnsteuerung (Philips CNC432). Sie besitzt drei lineare Bewegungsachsen (X, Y, Z-Achse), einen Dreh- (BAchse) und einen Teiltisch (A-Achse, optional).

Im 4-Achs-Modus (ohne Teiltisch) erfolgt die Bearbeitung über einen Vertikalfräskopf, der mit einem automatischen Werkzeugwechsler (Tellermagazin, 20 Plätze) bestückt werden kann.

Ansonsten erfolgt die Bearbeitung über die horizontale Frässpindel.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Daten der MAHO MH600E

Jede Bewegungsachse hat einen stufenlos regelbaren Achsantrieb, bestehend aus einem Antriebsmotor und einem spielfreien Kugelgewindetrieb. Die Achspositionen werden durch inkrementale Messsysteme erfasst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Die MAHO MH600E im Fertigungslabor

Im Rahmen dieser Studienarbeit wird die Werkzeugmaschine als 3-Achsen Maschine ein- gesetzt. Dies bedeutet, dass eine Bearbeitung nur durch das Verfahren der X-, Y- und Z- Achse erfolgt. Ein geeigneter Postprozessor für Licom AlphaCAM ist im Fertigungslabor bereits vorhanden.

3.4 Arbeitsschritte

Um eine Bearbeitung mit einem CAM-System zu definieren, werden die Arbeitsschritte und die dazu benötigten Werkzeuge schon vorher festgelegt.

Zuerst werden die Bohrungen Ø 9,5 mm mit einem Spiralbohrer gebohrt. Nach diesem Arbeitsschritt werden die drei um 120° verdrehten Taschen mit einem Schaftfräser des Durchmessers 10 mm gefräst. Da nur ein Referenzteil aus dem Material Aluminium ge- fertigt werden soll ist ein zweischneidiger Fräser hierfür ausreichend. Der höhere Ver- schleiß eines Zweischneiders gegenüber einem Fräser mit mehr Schneiden ist beim Ferti- gen des Referenzteils unerheblich. Ein weiterer Vorteil vor allem beim Taschenfräsen ist die gute Spanabfuhr bei einem zweischneidigen Fräser. Gleiches gilt für die trapezförmi- ge Tasche. Sie wird mit demselben Werkzeug gefräst. Im vierten Bearbeitungsschritt werden die beiden geschwungenen Nuten der Breite 8 mm ausgearbeitet. Hierfür wird auch ein zweischneidiger Fräser verwendet, allerdings mit dem der Nutbreite angepassten Durchmesser von 8 mm. Zuletzt wird die sphärische Fläche gefräst. Dafür wird ein Ku- gelfräser mit dem Durchmesser 8 mm benutzt. Vor allem ist zu beachten, dass die Löcher Ø 9,5 mm vor dem Fräsen der balligen Flächen gebohrt werden, da sonst der Bohrer zu verlaufen droht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Arbeitsschritte und Werkzeuge

4. Überprüfung der standardisierten Schnittstellen

In die CAM-Software Licom AlphaCAM können über standardisierte Schnittstellen CAD-Dateien eingefügt werden.

Standard Module können DXF, DWG (AutoCAD Zeichnungen) und IGES-Dateien einlesen. Fast alle Advanced Module können DXF, DWG, IGES; CADL, ANVIL, VDA-FS, STEP, Rhino, Parasolid und STL Dateien von einem beliebigem CAD System einlesen. (Licom AlphaCAM Handbuch; 10. Auflage)

Es wird das Advanced Fräsen 3D - Modul eingesetzt. In diesem Modul gibt es keine Einschränkungen und alle oben aufgeführten Dateiformate können eingelesen werden. Jedoch beschränken wir uns im Rahmen dieser Studienarbeit auf die Formate IGES, STEP, VDA-FS und Parasolid.

4.1 Erstellen der CAD-Dateien

Das Referenzteil wird in Pro/E-Wildfire erstellt. Mit Pro/E-Wildfire wird anschließend eine IGES-Datei des Referenzteiles erzeugt, die in jedes andere CAD-System eingelesen werden kann. Die IGES-Datei wird mit den Standardeinstellungen von Wildfire für den Export von IGES-Dateien erzeugt und in allen CAD-Systemen die Referenzdateien der unterschiedlichen CAD-Systeme erstellt.

In den folgenden Unterpunkten wird zusammengefasst, welche Dateien mit den vorhandenen CAD-Systemen erzeugt wurden.

4.1.1 Pro/E-Wildfire

Da das Referenzteil mit Pro/E-Wildfire erzeugt wird liegt es bereits im Pro/E eigenen Dateiformat als referenzteil_proe_wildfire.prt vor. Aus diesem Teil werden die folgenden standardisierten CAD-Dateien erzeugt:

- referenzteil_proe_wildfire.igs (IGES)
- referenzteil_proe_wildfire.stp (STEP)
- referenzteil_proe_wildfire.vda (VDA-FS)

Das Erzeugen von Parasolid-Dateien ist mit Pro/E-Wildfire nicht möglich.

4.1.2 CATIA

Das Referenzteil wird als IGES-Datei importiert. Diese Datei ist zuvor mit Pro/E-Wildfire erzeugt worden. Der Import dieser Datei stellt keine Probleme dar und es wird ein Referenzteil des CATIA-typischen Dateiformats erstellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus dieser Datei werden nun folgende standardisierte CAD-Dateien erzeugt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Erzeugen von VDA-FS-Dateien ist mit CATIA nicht möglich.

4.1.3 SolidWorks

Die mit Pro/E-Wildfire erzeugte IGES-Datei wird nun in SolidWorks importiert und das Referenzteil im SolidWorks-Format abgespeichert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus dieser Datei werden die folgenden Dateiformate exportiert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hierbei fällt auf, dass in SolidWorks zwei Optionen für die Erzeugung von STEP-Dateien zur Verfügung stehen, STEP-AP214 und STEP-AP203.

4.1.4 SolidEdge

Das Referenzteil referenzteil_proe_wildfire.igs wird in SolidEdge importiert und die Datei

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

abgespeichert.

Aus dieser Datei werden nun folgende standardisierte CAD-Dateien gewonnen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit SolidEdge ist das Erzeugen von VDA-FS-Modellen nicht möglich.

4.2 Import in Licom AlphaCAM, 1. Versuch

Nachdem alle CAD-Dateien erzeugt wurden, wird nun anhand der Darstellung der Geometrie überprüft, welche Formate sich zum Einlesen in Licom AlphaCAM am besten eignen. Ist die Geometrie in Ordnung wird versucht mit dieser Datei ein NC-Programm für das Referenzteil zu erstellen. Erst nachdem dieser Schritt gelungen ist wird die Datei als fehlerlos angesehen. Die Abbildungen hierzu befinden sich im Anhang.

4.2.1 IGES

Beim Import von IGES-Dateien in das CAM-System kommt es zu unterschiedlichen Darstellungsfehlern.

Beim Einlesen der Wildfire-IGES-Datei erschien parallel zur Werkstückunterseite eine Linie.

Auch beim Importieren der mit CATIA erzeugten IGES-Datei treten Fehler auf. Das Referenzteil ist hierbei überhaupt nicht dargestellt. Die Bohrungen Ø 9,5 mm sind sichtbar, aber sonst ist nur ein Gewirr aus Kreisen zu sehen Das SolidEdge-IGES-File wird auf den ersten Blick fehlerlos dargestellt und scheint für eine weitere Bearbeitung mit Licom AlphaCAM geeignet. Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch auf, dass das Teil statt einer Länge von 200 mm eine Länge von ca. 8 Teilstrichen auf der Skala hat. Ein Teilstrich würde dementsprechend 25,4 mm betragen. Dies entspricht 10 Zoll. Ein Umstellen der Skalenteilung auf das metrische System ist nicht möglich, sodass auch diese Datei unbrauchbar ist.

Beim Import von der mit SolidWorks erzeugten IGES Datei treten auch Fehler auf. Das Referenzteil wird zwar klein dargestellt, jedoch tauchen um es herum undefinierbare Li- nien und Bögen auf, wodurch es für eine Bearbeitung in AlphaCAM unbrauchbar wird.

4.2.2 STEP

Auch beim Einlesen der STEP-Dateien treten unterschiedliche Fehler auf. Jedoch kann hier eine STEP-Datei fehlerlos eingelesen werden. Es eine Datei, die mit SolidWorks er- zeugt wurde.

Bei der STEP-Datei, die mit Pro/E-Wildfire erzeugt wurde sitzt in der Ecke der Sphärischen Fläche eine kleine Kugel.

Die Darstellung des mit CATIA erzeugten Referenzteiles wird von einem großen Kreis durchzogen.

Das mit SolidEdge erzeugte STEP-Referenzteil weist den gleichen Darstellungsfehler auf, wie das mit CATIA erzeugte Referenzteil.

SolidWorks ermöglicht beim Erstellen die Wahl zwischen zwei STEP-Dateiformaten. Es kann zwischen STEP-AP214 und STEP-AP203 gewählt werden. Beide Formate sind erzeugt worden. Jedoch beim Einlesen in Licom Alpha CAM eignet sich nur das Format STEP-AP203. Das Einlesen der STEP-AP214-Datei erzeugt einen Programmfehler und Licom AlphaCAM wird beendet.

4.2.3 VDA-FS

VDA-FS-Dateien können nur mit den CAD-Systemen Pro/E-Wildfire und SolidWorks erstellt werden. Beide können jedoch nicht sauber eingelesen werden.

Beim Wildfire-VDA sind sämtliche Taschen und Bohrungen von einer Fläche überzogen.

Bei der mit SolidWorks erzeugten VDA-FS-Datei fehlen einige Flächen und Geometrie- elemente.

4.2.4 Parasolid

Parasolid kann nur aus den beiden Systemen SolidWorks und SolidEdge importiert werden. Beim Einlesen kommt es zu keinen Problemen. Die Darstellung der beiden erzeugten Dateien ist einwandfrei.

4.3 Einstellungen der config.pro

Der Import der CAD-Dateien, unter Kapitel 4.2 beschrieben, liefert größtenteils keine befriedigenden Ergebnisse. Aus diesem Grund wurde bei der Herstellerfirma Licom zu diesem Thema um Rat gefragt.

Die Antwort enthielt eine Tabelle mit Einstellungen für den Export von IGES-Dateien aus Pro/E, die für den Import in AlphaCAM vorgenommen werden müssen. Die Einstellungen werden in der config.pro des CAD-Systems vorgenommen.

Da alle benötigten CAD-Dateien aus der mit Wildfire erzeugten IGES-Datei erzeugt wer- den, kann es sein, dass die Standardeinstellungen der config.pro dafür verantwortlich sind, dass es zu den Darstellungsfehlern beim Importieren in AlphaCAM kommt. Die Fehler der zuerst erzeugten Datei haben sich in diesem Falle auf die aus ihr erzeugten Dateien ausgewirkt.

In Pro/E-Wildfire wird über TOOLS | Optionen die config.pro geöffnet. Über die Schalt- fläche <Suchen…> öffnet sich ein Menü, in dem die Optionen gezielt gesucht werden kann.

Folgende Einstellungen werden vorgenommen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4: Änderungen der config.pro

Die anderen Optionen stimmen standardmäßig mit den für AlphaCAM benötigten Einstel lungen überein und werden nicht geändert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 5: Standardmäßig korrekte Einstellungen

4.4 Neues Erstellen der CAD-Dateien

Mit den neuen Einstellungen in der config.pro bezüglich AlphaCAM werden die Schritte, die unter den Punkten 4.1.1 bis 4.1.4 vorgenommen wurden, wiederholt.

Schließlich werden die neu erzeugten CAD-Dateien nochmals in AlphaCAM importiert und auf Darstellungsfehler untersucht.

4.5 Import in Licom AlphaCAM, 2. Versuch

Nachdem die config.pro gemäß AlphaCAM geändert und die CAD-Dateien erzeugt wurden, wird nun nochmals das Einlesen der CAD-Dateien überprüft.

4.5.1 IGES

Die Datei scheint auf den ersten Blick in Ordnung zu sein. Jedoch ist nur ein Drahtmodell verfügbar und bei weiterem Bearbeiten mit AlphaCAM kommt es zu Problemen mit einzelnen Linien und Geometrieelementen. Auch mit dieser IGES-Datei kann kein NCProgramm erstellt werden.

Auch beim Importieren der CATIA-IGES-Datei kommt es wieder zu einer fehlerhaften Darstellung der Geometrie, wobei einige Flächenelemente überhaupt nicht dargestellt werden.

Die SolidEdge Version der Datei wird auch hier wieder scheinbar korrekt dargestellt, jedoch gibt es auch hier dieselben Probleme mit den Maßen wie unter 4.2.1.

Die Darstellung der mit SolidWorks neu erzeugten IGES-Datei unterscheidet sich von der alten. Auch jetzt ist sie fehlerhaft, was sich dadurch bemerkbar macht. dass der Geometriekörper von Kreisen durchzogen ist.

4.5.2 STEP

Die im Dateiformat STEP neu erzeugten Modelle sind allesamt nicht in AlphaCAM ein- lesbar.

Die mit Wildfire erzeugte STEP-Datei schaut jetzt anders aus als die erste. Offensichtlich haben die Änderungen der config.pro auch auf die anderen Ausgabeformate einen Ein- fluss. Jetzt ist das Referenzteil durch eine mitten im Teil gedrehte Fläche gekennzeichnet.

Die aus CATIA erstellte STEP-Datei weist die gleichen Fehler auf, wie die erste VDADatei, die mit Wildfire erstellt wurde. Hier sind keine Löcher und Taschen vorhanden, sondern sie sind nur angedeutet, von einer Fläche verdeckt.

Die mit SolidEdge erzeugte STEP-Datei weist nun den Fehler auf, den die Wildfire- STEP-Datei vor ändern der config.pro hatte. In der Ecke der gebogenen Fläche sitzt eine Kugel.

Auch hier liegen für SolidWorks zwei STEP-Dateien vor. Die STEP214-Datei kann wieder nicht importiert werden. STEP203 hat den gleichen Fehler, wie die mit SolidEdge erzeugte STEP-Datei.

4.5.3 VDA-FS

Bei der mit Wildfire erstellten VDA-Datei ist auch wieder nur eine Drahtmodelldarstellung möglich. Auch mit dieser Datei kann nicht gearbeitet werden.

Die aus SolidWorks erzeugte VDA-Datei ist zum arbeiten mit AlphaCAM nicht geeignet. Es fehlen verschieden Flächen und Geometrien.

4.5.4 Parasolid

Die beiden Parasolid-Dateien werden auch hier wieder korrekt dargestellt. Der Import von beiden Dateien - eine mit SolidWorks, die andere mit SolidEdge erstellt - liefert beidesmal dasselbe einwandfreie Ergebnis.

4.6 Überblicküber die Versuchsergebnisse

Beim Erstellen der CAD-Dateien kommt es zu keinen Problemen. Die vier verwendeten CAD-Systeme sind untereinander sehr gut kompatibel und alle erzeugten Dateien können, sofern das Format unterstützt wird, von allen CAD-Systemen fehlerlos eingelesen wer- den. Jedoch kommt es beim Import in AlphaCAM zu Problemen. Es können bei beiden Einstellungen der config.pro nur wenige CAD-Dateien in AlphaCAM eingelesen werden. Von den IGES Dateien können scheinbar nur diejenigen eingelesen werden, die mit Solid- Edge erzeugt wurden. Bei genauerer Betrachtung erweisen sich aber auch diese als un- brauchbar Während bei den Standardeinstellungen der config.pro noch die mit Solid- Works erzeugte STEP-AP203 eingelesen werden kann, ist nach ändern der config.pro überhaupt keine STEP-Datei mehr korrekt lesbar. Als VDA-FS kann mit dem Referenz- teil in AlphaCAM nicht gearbeitet werden. Das einzige Format, das sehr gut unterstützt wird ist Parasolid. Alle erzeugten Parasolid-Dateien können in AlphaCAM eingelesen und weiter bearbeitet werden. Die Änderungen der config.pro bringen überhaupt keine Vorteile. Im Gegenteil, es wird sogar ein Dateiformat weniger unterstützt.

Die folgende Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der beiden Versuche CAD-Dateien, die mit den unterschiedlichen CAD-Systemen erzeugt wurden, in Licom AlphaCAM zu importieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 6: Ergebnisse der Importversuche

5. Erzeugen des NC-Programms

Mit der unter SolidWorks erstellten Parasolid Datei wurde versucht ein NC-Programm zu erstellen. Die einzelnen Schritte dazu sind im Anhang II aufgeführt.

Nach der Festlegung des Materials und der Werkzeuge sind noch einige Vorbereitungen zu treffen, bevor mit der eigentlichen Erstellung der NC-Pfade begonnen werden kann. Neben der Definition eines Rohteils müssen dabei auch noch Veränderungen an Oberflächen, Linien und Bögen des Modells vorgenommen werden. Erst wenn die Geometrie aus geschlossenen Linien und Bögen vorliegt können Arbeitsebenen ausgewählt und die NCPfade erstellt werden. Ist es bei einer vorhandenen CAD-Datei nicht möglich die zu bearbeitenden Geometrien aus geschlossenen Linien und Bögen darzustellen, ist auch eine Erstellung der NC-Pfade mit AlphaCAM nicht möglich.

Für die Definition der unterschiedlichen Bearbeitungsschritte ist in AlphaCAM ein gewisses Maß an Erfahrung nötig. Schwierigkeiten bereitet häufig das Festelegen der Arbeitsebene. Nach der Definition eines Arbeitsschrittes ist es unbedingt nötig sich diesen Arbeitsschritt simulieren zu lassen. So kann man festgestellt werden, ob die Bearbeitung in gewünschter Weise ausgeführt wird.

Beim Versuch den NC-Code anzeigen zu lassen kommt es zum nächsten schwerwiegenden Problem. Obwohl die Bearbeitungsschritte für eine 3-Achsen-Maschine definiert wurden ist es unter AlphaCAM nicht gelungen die sphärische Fläche in einem NCProgramm zu erzeugen. Ein NC-Programm kann nur ausgelesen werden, wenn man einen 5-Achsen-Postprozessor auswählt. Somit konnte für die Bearbeitungsmaschine MAHO MH600E kein NC-Programm erstellt werden. Das Referenzteil konnte im Rahmen dieser Studienarbeit folglich nicht gefertigt werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten

Details

Titel
Erprobung der 3-Achs-Fräsbearbeitung mit dem CAM-System Licom AlphaCAM
Hochschule
Hochschule Ulm  (Institut für CAD-Technologien)
Note
1.3
Autor
Jahr
2004
Seiten
77
Katalognummer
V30117
ISBN (eBook)
9783638314510
Dateigröße
3595 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Umfangreicher Anhang enthalten
Schlagworte
Erprobung, CAM-System, Licom, AlphaCAM
Arbeit zitieren
Simon Hohmann (Autor), 2004, Erprobung der 3-Achs-Fräsbearbeitung mit dem CAM-System Licom AlphaCAM, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30117

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