Führungsstile in Deutschland und Russland. Betrachtung im nationalen Kontext


Studienarbeit, 2012

13 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Abstrakt

2. Definition der Führung

3. Grundlagen der Führung
3.1 Individuelle Einflüsse auf die Mitarbeiterführung
3.2 Einflüsse durch Organisations- und Unternehmenskultur

4. Führungsbesonderheiten im Deutschland
4.1 Sozial-geschichtlicher Hintergrund
4.2 Interview mit einem leitenden Angestellten

5. Führungsbesonderheiten im Russland
5.1 Sozial-geschichtlicher Hintergrund
5.2 Interview mit einem leitenden Angestellten

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

1. Abstrakt

Führung gehört zu den elementaren sozialen Prinzipien der menschlichen Natur. Soziale Sys- teme benötigen mehr oder minder feste Hierarchien und Machtstrukturen, um agil zu bleiben und eine adäquate Reaktion auf sich permanent ändernde Umweltrahmenbedingungen zu ermöglichen. Dies gilt umso mehr auch in der heutigen Geschäftswelt, welche aufgrund der weltweiten Globalisierung der Märkte und Verkürzung der Produkt- und Innovationslebenszyk- len1 eine bisher nie dagewesene Dynamisierung erreicht hat. Doch trotzt einer zunehmenden Angleichung der globalen Geschäftsprozesse sind die sozialkulturellen Besonderheiten auf der nationalen Ebene immer noch von entscheidender Bedeutung. Die Geschichte und die Kultur des jeweiligen Landes prägt die Art und Weise des Geschäftemachens im erheblichen Maße. Dies gilt natürlich auch für die unterschiedliche Stille und Besonderheiten der Führung inner- halb der Organisationen und Unternehmen.

Im Rahmen dieser Arbeit soll auf solche Besonderheiten zweier Länder - Deutschland und Russland eingegangen werden. Hierzu wurden im Rahmen dieser Studienarbeit zwei Manager mit Personalverantwortung aus den jeweiligen Ländern interviewt, die zu den Einflussfaktoren der Führung befragt worden sind.

2. Definition der Führung

Aufgrund der im Vergleich zu den anderen Tieren eher überschaubaren physischen Fähigkeiten und der sehr langen Aufzugszeit des Nachwuchses, war der Mensch als Wesen von Anbeginn der Zeit auf feste soziale Strukturen angewiesen2. Nur so konnte man in einer überwiegend feindlichen und ressourcenarmen Umgebung überleben und das Fortbestehen der eigenen Art Führung in Deutschland und Russland sicherstellten. Aus anthropologisch-evolutionärer Sicht war eine frühe Sozialisation des Men- schen einer der wichtigsten Bestandteile seines späteren Siegeszuges zur vorherrschenden Art.

Doch zu jeder sozialen Struktur, sei es ein Jägerstamm oder eine globales Unternehmen, gehö- ren Machtstrukturen bzw. Hierarchien. D.h. bestimmte Personen oder Personengruppen ha- ben im Rahmen dieser Organisationen ein höheres Gewicht als andere und übernehmen pla- nende, koordinierende und kontrollierende Tätigkeiten, was im Allgemeinen als „Führung“ bezeichnet wird3.

Im Rahmen dieser rbeit wird unter dem Begriff „Führung“ vor allem die Mitarbeiterführung innerhalb der Unternehmen bzw. der Organisationen zur Erreichung bestimmter Unternehmens oder Organisationsziele verstanden. Der Hinweise auf das Vorhandensein der Ziele ist in diesem Kontext essentiell, denn schließlich impliziert bereits der Begriff an sich, dass es irgendwohin „führen“ muss4. Unternehmensziele können sehr vielfältig sein und sehr unterschiedliche Bereiche des Unternehmens betreffen:

- Z.B. Produkte (Verbesserung der eigenen Produkte, Kostensenkung bei der Produk- tion)
- Z.B. Märkte (Vergrößerung der Marktanteils der eigenen Produkte)
- Z.B. Kunden (Verbesserung des Images des eigenen Unternehmens)
- Z.B. (Organisations-)Entwicklung des Unternehmens (Prozessoptimierung, Mitar- beiterentwicklung).

Auch wenn die Ziele per Definition zu der Mitarbeiterführung gehören, so ist in der Praxis oft keine klare und verständliche Zielsetzung durch die Führungspersonen gegeben.

3. Grundlagen der Führung

Im Nachfolgenden sollen kurz die theoretischen Grundlagen der Mitarbeiterführung näher erläutert werden. Diese Grundlagen bildeten den Gesprächsleitfaden für die geführten Inter- views.

3.1 Individuelle Einflüsse auf die Mitarbeiterführung

Ein Individuum entwickelt im Laufe seines Lebens ein mehr oder minder komplexes System aus Werten, Normen und Zielen, auf dem sein ganzes Handeln basiert5. Dieses Geflecht, an denen sich die Interaktion mit der Umwelt orientiert, kann durch unterschiedliche Einflüsse entste- hen bzw. von bestimmten Faktoren beeinflusst werden, denn dieses Zusammenwirken ist kei- nesfalls statisch, sondern unterliegt einem permanenten Wandel, welcher einen Anpassungs- mechanismus an die sich ändernden Umweltrahmenbedingungen darstellt. Zu solchen Ein- flussfaktoren zählen zum Beispiel:

- persönlicher Hintergrund
- soziale Einflussfaktoren
- geschichtlich-kultureller Hintergrund

Der letzte Punkt ist insbesondere im Rahmen dieser Arbeit von Bedeutung, da dieser einen wichtigen Beitrag zu den Unterschieden zwischen den Führungsstillen der zwei zur vergleichenden Ländern Russland und Deutschland leistet.

3.2 Einflüsse durch Organisations- und Unternehmenskultur

Einen ebenso wichtigen Beitrag zu der Mitarbeiterführung in den Organisationen und Unter- nehmen leistet die dort herrschende Kultur. Ein Unternehmen stellt ein in sich relativ geschlos- senes System dar, welches nach bestimmten Regeln und Normen funktioniert, die sich übli- cherweise innerhalb einer relativ langen Zeit etabliert haben und welche zusammenfassend als Unternehmenskultur bezeichnet werden können6. Dabei ist entscheidend, dass alle (in der Praxis zumindest die meisten) Teilnehmer dieses Systems, also die Mitarbeiter dieses Unternehmens, sich an diese Normen halten7.

Die jeweilige Unternehmenskultur kann dabei von vielen Faktoren abhängen z.B.:

- Art des Unternehmensziele: gewinnorientiert vs. nicht gewinnorientiert (karitativ); staatlich vs. privat.
- Art des hergestellten Produktes oder Dienstleistung (ist es anzunehmen, dass die Mitarbeiterführung in einer kreativen Werbeagentur anders gestaltet wird, als in einer Aluminiumgießerei).
- Art der Unternehmensführung, welche von den zentralen Bezugspersonen wie z.B. Firmengründer/Inhaber, Vorstandsvorsitzender usw. etabliert und geprägt werden: patriarchalisch vs. partnerschaftlich.
- Lokale und nationale Besonderheiten des Standortes. Diese Prämisse ist für den angestrebten Vergleich der deutsch-russischen Führungsansätze von besonderer Bedeutung.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Unternehmen zwar, wie bereits erwähnt, als relativ geschlossene Systeme agieren, jedoch verständlicherweise im erheblichen Maße den Einflüs- sen außerhalb ihrer Grenzen ausgesetzt sind, auf die sie reagieren müssen, da sonst ggf. das Fortbestehen des Unternehmens gefährdet wäre, z.B. wenn man nicht rechtzeitig auf die ge- änderten Anforderungen der Kunden oder bestimmte gesetzlichen Vorschriften reagieren würde.

[...]


1 Vgl. Dove, R. (2001)

2 Vgl. Grundmann, M. (2006)

3 Vgl. Pfeifer, W. (1993)

4 Vgl. Paschen, M. & Dihsmaier, E. (2011)

5 Joas, H. (Hsg.) (2007)

6 Vgl. Gonschorrek, U. & Hoffmeister, W. (Hsg.) (2006)

7 Vgl. Dierkes, M. & Rosenstiel, L. & Steger, U. (Hsg.) (1993)

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Führungsstile in Deutschland und Russland. Betrachtung im nationalen Kontext
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Autor
Jahr
2012
Seiten
13
Katalognummer
V301346
ISBN (eBook)
9783656978534
ISBN (Buch)
9783656978541
Dateigröße
973 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
führung, deutschland, russland, betrachtung, kontext
Arbeit zitieren
Yana Petrosyan (Autor), 2012, Führungsstile in Deutschland und Russland. Betrachtung im nationalen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301346

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