In der Republik Südafrika leben nach aktuellen Schätzungen des Amerikanischen Geheimdienstes CIA1 etwa 43,5 Millionen Einwohner. Im Vergleich zu der im Jahr 2001 zuletzt durchgeführten Volkszählung ist die Zahl leicht rückläufig. Damals belief sich die Bevölkerungszahl auf etwa 44,8 Millionen. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei mehr als 33 Einwohnern pro Quadratkilometer. Besonders in der Wirtschaftsregion um die Hauptstadt Pretoria steigt diese Zahl jedoch um ein Vielfaches an. Das Bevölkerungswachstum stagniert ebenfalls von Jahr zu Jahr. Derzeit liegt es nach Schätzungen des CIA bei ungefähr 1,1 Prozent.
Der Staat besteht aus neun Provinzen und umfasst eine Fläche von zirka 1,2 Millionen Quadratkilometer. Große Teile des Landes sind unfruchtbar und daher auch nur leicht besiedelt. Vor allem in der Provinz Nord-Kap im Westen des Landes beschert die Wüste Kalahari ein sehr arides Klima, welches besonders für die Landwirtschaft sehr ungeeignet ist. Die Regierung um Präsident Thabo Mbeki hat ihren Sitz in der Hauptstadt Pretoria, während das Parlament in Kapstadt am Kap der guten Hoffnung im Süden des Landes sitzt. Weitere Ballungszentren sind Johannesburg in der Provinz Gauteng sowie Durban an der Ostküste zum Indischen Ozean.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Worte zu Südafrika
2. Geschichte der Apartheid
3. Bevölkerungsverteilung
3.1 Verhältnis Stadtbevölkerung – Landbevölkerung
3.2 Dichteverhältnisse nach Provinzen
3.3 Situation in den Homelands und Townships
4. Bevölkerungsstruktur
4.1 Altersstruktur
4.2 Geschlechterstruktur
4.3 Ethnische Zusammensetzung
4.4 Erwerbsstruktur
4.5 Bevölkerungsbewegungen
5. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die sozioökonomische Struktur und räumliche Verteilung der Bevölkerung in Südafrika, wobei insbesondere die historischen Auswirkungen der Apartheid-Politik auf die heutige demografische Situation analysiert werden.
- Historische Einordnung der Apartheid und ihre Auswirkungen auf die Siedlungsstruktur
- Analyse der Bevölkerungsverteilung zwischen städtischen und ländlichen Räumen
- Untersuchung der demografischen Struktur (Alter, Geschlecht, Ethnie)
- Erwerbsstruktur und Arbeitsmarktsituation im Kontext der Transformation
- Bedeutung von Migrationsbewegungen (Landflucht und Urbanisierung)
Auszug aus dem Buch
3.3 Situation in den Homelands und Townships
Homelands nennt man im Allgemeinen die von der Regierung der Apartheid den Schwarzen zugeteilten Gebiete außerhalb der Städte, in denen sie leben und arbeiten durften. Meist lagen diese Territorien in unfruchtbaren und weitestgehend unbesiedelbaren ländlichen Räumen. Dieser Bereich nahm etwa 7,7 Prozent der Landesfläche ein und sollte über ein Viertel der Bevölkerung beherbergen. Zumeist herrschten katastrophale Verhältnisse in den Homelands. Die Menschen lebten vorwiegend in Wellblechhütten, hatten weder Wasser noch Strom. Eine Müllabfuhr oder sanitäre Anlagen stellte die Regierung nicht zur Verfügung. Die Homelands erstrecken sich hufeisenförmig über die Provinzen Limpopo, Mpumalanga sowie KwaZulu-Natal und sind völlig überbevölkert.
Die so genannten Townships wurden zu jener Zeit für die schwarzen Arbeiter am Rande der Stadt errichtet. Vergleichbar sind diese Bezirke mit den Ghettos in den USA. Hier herrscht eine schlechte Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern wie Wasser, Strom und Nahrung. Die Unterkünfte ähneln Kasernen und sind nur spärlich ausgestattet mit sanitären Anlagen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Worte zu Südafrika: Einführung in die aktuelle demografische Lage Südafrikas unter Berücksichtigung von Einwohnerzahlen, Provinzen und grundlegenden geografischen Rahmenbedingungen.
2. Geschichte der Apartheid: Darstellung der historischen Hintergründe und der diskriminierenden Gesetze, die maßgeblich zur heutigen Bevölkerungsstruktur und -verteilung beigetragen haben.
3. Bevölkerungsverteilung: Analyse des Ost-West-Gefälles, der Dichteverhältnisse nach Provinzen sowie der prekären Lebensbedingungen in ehemaligen Homelands und Townships.
4. Bevölkerungsstruktur: Untersuchung der demografischen Zusammensetzung mit Fokus auf Altersgruppen, Geschlechterverhältnis, ethnische Vielfalt sowie Erwerbs- und Mobilitätsmuster.
5. Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Ausblick auf die gesellschaftlichen Herausforderungen Südafrikas auf dem Weg zum Industrieland.
Schlüsselwörter
Südafrika, Apartheid, Bevölkerungsverteilung, Homelands, Townships, Demografie, Verstädterung, Arbeitslosigkeit, Regenbogenstaat, Landflucht, Sozioökonomie, Bevölkerungsstruktur, Infrastruktur, Disparitäten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die demografische Entwicklung und die räumliche Verteilung der Bevölkerung in Südafrika sowie deren historische und strukturelle Bedingtheiten.
Welche Themenfelder sind zentral?
Die zentralen Themen sind die Auswirkungen der Apartheid, die Disparitäten zwischen Stadt und Land sowie die sozioökonomische Lage der verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild der Bevölkerungsstruktur und der damit verbundenen Herausforderungen für die südafrikanische Gesellschaft zu zeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse geografischer und statistischer Daten sowie der Auswertung relevanter Fachliteratur und offizieller Berichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Bevölkerungsverteilung, der demografischen Faktoren wie Alter und Ethnizität sowie der Erwerbsstruktur und Migrationsdynamiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Apartheid, Bevölkerungsverteilung, Homelands, Townships, Verstädterung und sozioökonomische Disparitäten definiert.
Wie unterscheidet sich die Lebenssituation in den Townships von den Homelands?
Während die Homelands als ländliche Räume zur Trennung der schwarzen Bevölkerung dienten, wurden Townships als randstädtische Arbeitersiedlungen errichtet; beide leiden jedoch unter mangelhafter Versorgung.
Welche Rolle spielt die HIV-Epidemie für die Bevölkerungsstruktur?
Die HIV-Epidemie wirkt sich signifikant auf die Lebenserwartung aus und führt zu einer steigenden Anzahl von Waisenkindern, was die Altersstruktur des Landes stark beeinflusst.
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- Matthias Kunze (Autor), 2004, Struktur und Verteilung der Bevölkerung Südafrikas, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30138