Didaktische versus Beschreibende Grammatik am Pronomen "es" im Deutschen


Hausarbeit, 2015

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konzeption und Didaktik zu unserer Stunde

3. Analyse und Vergleich der Beschreibenden Grammatik
3.1 Das Pronomen es in Deutsche Übungsgrammatik und im Duden
3.1.1 Prowort/ Referentielles- es
3.1.2 Korrelat
3.1.3 Das Pronomen es im Hauptsatz vor Subjekt- und Objektnebensätzen
3.1.4 Formales Subjekt und Objekt
3.2 Fazit

4. Analyse und Vergleich der Didaktischen Umsetzung
4.1 Das Pronomen es im „Duden“ und in ,, Deutsche Übungsgrammatik“
4.1.1 Übersichtlichkeit
4.1.2 Ausführlichkeit
4.1.3 Methodik
4.1.4 Sprache
4.1.5 Fremdsprachen -, und Schulunterricht

5. Fazit

1. Einleitung

Die Bedeutung von Grammatik für das Erlernen einer Sprache und ihrer Rolle im Fremdsprachenunterricht wird in der Fachdidaktik kritisch diskutiert.1 Dahinter verbirgt sich die Frage nach der Gültigkeit der altsprachlichen Tradition, nach der Sprachlernen immer auch mit dem Erlernen von Grammatik korreliert.2

Einige Leute glauben, dass ein Grammatik-basierten Ansatz der Schlüssel zum effizienten Lernen einer Sprache ist. Sie behaupten, dass Grammatik notwendig für das Verständnis der Struktur der Sprache ist. Sie bestehen darauf, dass ohne ein Grammatikverständnis, eine Sprache ein Durcheinander von Worten wäre und somit schwer zu entziffern ist.. Einige gehen so weit, dass sie sagen, dass man zuerst ein gutes Verständnis von Grammatik haben muss, bevor man das Erlernen der Sprache anstrebt. 3

Auf der anderen Seite, wird das Gegenteil postuliert, dass Grammatikbücher ein unnötig sind und ein Hindernis darstellen, sowie verlangsamen den Lernprozess sind. Grammatische Regeln sollten ausschließlich durch die Sprache und nicht umgekehrt geschlossen werden.4

Für viele Schülerinnen und Schüler gilt der Grammatikunterricht als ein schreckliches Thema im Deutschunterricht. Es gibt unterschiedlich viele Theorien mit denen Lehrer aber auch Linguisten diesen Sachverhalt begründen. Diesbezüglich wird oftmals davon gesprochen, dass der schlechte Grammatikunterricht einzig und allein auf unsachgemäße Methoden, schlechte Lehrbuchübungen und schlecht ausgebildetete Lehrer zurückzuführen ist.5 Positionen die dem entgegenwirken wollen, postulieren, dass für Grammatik geworben werden muss, denn sie ist der Schlüssel dafür, dass Sprachen überhaupt erlernbar sind.6 Es wird für ,,die Entwicklung von Interesse für sprachliche und kommunikative Erscheinungen“ proklamiert.7 Müssten wir uns zum Beispiel für jede Steigerungsform des Adjektivs oder jeder Vergangenheitsform des Verbs ein Wort merken, anstelle uns ein grammatisches Bildungsprinzip anzueignen, so würde der Lernstoff folglich in eine unendliche Dimension übergehen.8

In unserer Arbeit beschäftigen wir uns mit einem Teil der Grammatik im Deutschen und zwar dem der Pronomen. Das Feld der Pronomen ist in seiner Reichweite so groß, sodass wir uns lediglich auf das Pronomen es hinsichtlich seiner Besonderheit konzentrieren wollen. Für unsere Arbeit dienen als Hauptwerke zum einen das Nachschlagewerk der Duden und zum anderen das Werk Deutsche Übungsgrammatik von Helbig und Buscha. Bei Bedarf werden noch die Werke Das Wort und Der Satz von Peter Eisenberg, sowie

2. Konzeption und Didaktik zu unserer Stunde

Das Thema unserer Stunde ist die spezifische Besonderheit des Pronomen es im Deutschen. Da dieses eine Unterkategorie der Pronomen ist, erscheint es uns als sinnvoll zunächst nicht explizit unser Thema darzulegen, sondern das grundsätzliche Wissen der Studenten zum Feld der Pronomen zu befragen.

Dies soll mit Hilfe des Mediums Tafel geschehen. Die Intention, welche wir dabei verfolgen, ist es herauszufinden, wie viel an explizites grammatisches Wissen unsere Mitstudenten haben und im folgenden Schritt ihnen dann zu zeigen, wie umfangreich das Wortfeld der Pronomen im Deutschen eigentlich ist.

Um unseren Mitstudenten näherbringen zu können, weshalb gerade das Pronomen es unter allen anderen aufgelisteten Pronomen, gesondert aufgegriffen und von uns thematisiert wird, haben wir uns dazu einen Dialog (siehe Anhang) überlegt. Dieser wird auf gezielte Weise in unser Referat implementiert, sodass aus dem folglich resultierenden Effekt der Irritation, eine erhöhte Aufmerksamkeit der Zuhörerschaft erzielt werden soll. Auf der anderen Seite, sollen sie im Anschluss daran, dahingehend nach Auffälligkeiten befragt werden und schon einmal auf das, was auf sie inhaltlich zukommt, eingestimmt werden.

Nach dem Dialog wird das Medium Tafel durch unsere Power Point abgelöst und wir blenden im nächsten Schritt die Folie mit dem Inhaltsverzeichnis aus dem Werk Deutsche Übungsgrammatik von Helbig und Buscha ein. Hier wird unter dem Abschnitt zu Pronomen im Deutschen, visualisiert erkenntlich gemacht, dass auch in ihrem Werk, unter allen Pronomen, lediglich das Pronomen es behandelt wird. Die bereits mehrfach angesprochene Besonderheit soll im nächsten Schritt mit dem Einblenden der Folie ,,Welche möglichen Funktionen kann das Pronomen es im Satz einnehmen?“ deutlicher gemacht werden, indem unseren Mitstudenten die umfangreichen und zugleich vielseitigen Funktionen des Pronomens vorgestellt bekommen.

Nachdem unsere Zuhörerschaft einen Überblick über die weitreichenden Funktionen des Pronomen es erhalten haben, wird eine kurze Gruppenarbeitsphase eingeleitet, in welcher sie sich selbst mit den Funktionen des Pronomen es beschäftigen. Wir haben uns überlegt die Mitstudenten in drei Gruppen nach den Kategorien: Prowort, Korrelat, Formales Subjekt und Objekt einzuteilen und ihnen 5 Minuten Zeit zu geben, sich im ersten Schritt, den in der jeweiligen Gruppe entsprechenden, Einleitungstext durchzulesen und dann die jeweilige Funktion zum Pronomen es auf ihrem Arbeitsblatt zu bearbeiten. Im Anschluss daran sollen sie nach ihrem ersten Eindruck befragt werden. Mit diesem Vorgehen möchten wir in erster Linie dem gewöhnlichen Vorgang eines Referates entgegenwirken, indem unsere Zuhörerschaft sich zunächst selbst an dem

Gegenstand versucht und eigene Erfahrung im Feld des Pronomen es sammelt, aber auch realisiert mit was für einem Text wir gearbeitet haben und ihnen somit einen eigenen ersten Eindruck, mit dem Auseinandersetzen des Pronomens in diesem Werk, ermöglichen wollen.

Im Anschluss an die kurze Gruppenarbeitsphase möchten wir zur Power Point überleiten und die Funktionen des Pronomens erläutern. Da der Gegenstand mit dem wir uns beschäftigen nun nach der Gruppenarbeit als ein nicht mehr fremder Gegenstand gilt, erhoffen wir uns, dass unsere Zuhörerschaft dadurch nicht gelangweilt der Power Point Präsentation zu hören wird, sondern im Gegenteil, den Vortrag mit Interesse mitverfolgen wird. Dieses Interesse soll auch durch gezielte Fragestellungen von uns als Referenten zu den einzelnen Funktionen verstärkt werden. Das meint, dass beispielsweise die Gruppe, die sich mit dem Pronomen es als Prowort beschäftigt hat, hinsichtlich der Beispiele im Vortrag, gezielt mit eingebunden wird. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit ihr erarbeitetes Wissen zu überprüfen, aber auch uns Referenten soll mit den Rückmeldungen signalisiert werden, inwiefern die Gruppen unsere Thematik nachvollziehen können. Damit beabsichtigen wir eine Verknüpfung zwischen der Gruppenarbeit und den Inhalten der Power Point zu erzielen.

Da unser Seminar nicht nur mit dem Titel ,,Beschreibende Grammatik“, sondern auch mit dem Aspekt ,,didaktische Grammatik“ versehen ist, soll im Anschluss an den beschreibenden Teil, eine didaktische Analyse, in Bezug auf das Kapitel, stattfinden. Diese Aufgabe soll erneut in Gruppenarbeit erfolgen, dabei geben wir unserer Zuhörerschaft die Kriterien (siehe Anhang) vor, nach denen sie bei der Analyse vorgehen sollen. Wir haben uns dazu entschieden, dass Kapitel im Ganzen zu kopieren und jedem Gruppenarbeitstisch zwei Mal zur Verfügung zu stellen, da wir gerade bei den zu analysierenden Aspekten Übersichtlichkeit und Ausführlichkeit, es als sinnvoll erachten, wenn den Seminarteilnehmer ein Einblick in das ganze Kapitel ermöglicht wird.

Im Anschluss an die Gruppenarbeit erfolgt eine Diskussion, welche wir erst einmal nicht durch unsere Ergebnisse beeinflussen wollen. Unsere Erkenntnisse haben wir in Form einer Tabelle (siehe Power Point) festgehalten und werden diese im Anschluss an die Diskussion einblenden und lediglich die Stellen anmerken, welche nicht in der Diskussion genannt wurden.

Bis zu diesem Punkt wäre der erste Teil unseres Referates abgeschlossen. Es soll nun in eine weitere Gruppenarbeitsphase eingeleitet werden. Die Gruppeneinteilung zu der Erarbeitung der unterschiedlichen Funktionen des Pronomen es im Werk von Helbig und Buscha, soll erhalten bleiben. Die Studenten sollen nun ihre, im zuvor behandelten Werk, zugeteilte Funktion des Pronomen, im Duden untersuchen. Dabei gilt es inhaltliche Unterschiede, durch einen Vergleich mit dem Kapitel von Helbig und Buscha, zu erarbeiten. Wir werden beabsichtigt die Seitenzahlen im Duden nicht angeben und den Studenten so erneut die Möglichkeit geben, ihre eigenen Erfahrungen, im Hinblick auf das Arbeiten mit dem Duden, zu sammeln. Wir erhoffen uns, dass sie merken, wie schwierig es sein kann mit dem Duden zu arbeiten, wenn man zuvor keinerlei oder kaum Erfahrung dahingehend gesammelt hat.

Nach der Gruppenarbeit erfolgt erneut die Frage, was unseren Mitstudenten beim Vergleich aufgefallen ist. Im Anschluss stellen wir unsere Ergebnisse mittels einer Tabelle (siehe Anhang) vor. Nach dem inhaltlichen Vergleich sollen die Studenten den Duden unter den bereits zuvor genannten didaktischen Kriterien analysieren. Letztlich möchten wir diskutieren, wie hilfreich der Duden und das Werk von Helbig und Buscha sind, um die Besonderheit um das Pronomen es im Deutschen zu erlernen.

3. Analyse und Vergleich der Beschreibenden Grammatik

3.1 Das Pronomen es in Deutsche Übungsgrammatik und im Duden

3.1.1 Prowort/ Referentielles- es

Zunächst erfolgt die Darstellung des Pronomen es in seiner Funktion als Prowort im Werk Deutsche Übungsgrammatik von Helbig und Buscha. Als Prowort kann das Pronomen zwar nicht weggelassen werden, aber es ist ersetzbar (vgl. Deutsche Übungsgrammatik, Helbig und Buscha, S. 170). Im Satz tritt das Pronomen als Subjekt, Objekt oder Prädikativ auf (vgl. ebd.).

Das Pronomen vertritt ein zuvor erwähntes Substantiv (Neutrum) im Nominativ (= Subjekt) und kann als Nominativsubjekt entweder am Satzanfang oder im Satzinnern stehen (vgl. ebd.). Folgendes Beispiel wird diesbezüglich aufgeführt:

a.) ,,Wo ist mein Heft?“ (auf dem Tisch liegen)

→ ,,Es liegt auf dem Tisch.“

→ ,,Auf dem Tisch liegt es.“

Das Pronomen kann ein zuvor erwähntes Substantiv (Neutrum) auch im Akkusativ (=Objekt) vertreten und als Akkusativobjekt lediglich im Satzinnern stehen (vgl. ebd.). Folgendes Beispiel ist diesbezüglich aufgeführt:

b.) ,,Wann gibst du mir mein Heft zurück?“ (morgen)

→ ,,Ich gebe es dir morgen zurück.“

Eine weitere Funktion des Pronomen es als Prowort besteht darin, dass es ein prädikatives Substantiv oder Adjektiv ersetzen kann, dabei steht das Pronomen direkt nach dem finiten Verb (vgl. ebd.). Folgendes Beispiel wird hierfür angeführt:

Beispiel für das Ersetzen eines prädikativen Substantivs

,, Der Vater ist Arzt, und seine Söhne werden auch Ärzte.“

→ ,,Der Vater ist Arzt, und seine Söhne werden es auch.“

Beispiel für das Ersetzen eines prädikativen Adjektivs

,,Die anderen waren von der Wanderung müde, er war nicht müde.“

→ ,,Die anderen waren von der Wattwanderung müder, er war es nicht.“

Helbig und Buscha vertiefen die Funktion des Pronomen es als Prowort, indem sie noch weitere Besonderheiten aufführen (vgl. S.171-172). Diese werden inhaltlich in unserer Arbeit, aufgrund des begrenzt gesetzten Umfangs, nicht näher erläutert, dennoch finden sie im weiteren Verlauf unserer Arbeit einen Anklang.

Es erfolgt nun die Darstellung des Pronomen es, in seiner oben erläuterten Funktion, nach dem Duden. Im Duden wird der Begriff Prowort nicht verwendet, stattdessen wird das Pronomen in seiner Funktion als referentielles- es bezeichnet (vgl. Duden 2006, S. 822).

Das Pronomen es referiert auf eine Nominalphrase oder auf einen sprachlichen Ausdruck anderer Art hin, im Duden wird dahingehend von einer Stellvertreter- Funktion gesprochen (vgl. ebd.). Der Rezipient erhält, bezüglich der Referenz auf andere sprachliche Ausdrücke, den Hinweis, sich unter den Randnummern ↑360,↑1818, vertieftes grammatisches Wissen aneignen zu können (vgl. ebd.).

Dass das Pronomen in seiner Funktion ein Subjekt, Akkusativ oder Prädikativ sein kann, ist in beiden Werken identisch. Eine Ungleichheit besteht insofern, als dass die Nicht- Weglassbarkeit des Pronomens nicht explizit genannt wird (vgl. ebd.). Um zu erkennen, dass es weglassbar ist, müssen die aus dem Duden (hier unten) aufgeführten Beispiele aufmerksam in Betracht gezogen werden.

Als Subjekt kann das es in einem einfachen Satz entweder vor oder nach dem finiten Verb stehen, am Satzanfang oder im Satzinnern (vgl. ebd.):

(a) ,,Vor der Tür sitzt ein Kätzchen. Es hat vorhin laut miaut.“

→ Ersatzprobe: Das Kätzchen hat vorhin laut miaut.

→ Verschiebeprobe: Vorhin hat es laut miaut.

(Der Gebrauch wird im Duden mittels einer Verschiebe - und Ersatzprobe nachgewiesen.)

Als Objekt und als Prädikativ kann das Pronomen es nur im Satzinnern stehen (vgl. ebd.), wie in den unten aufgeführten Beispiel zu sehen ist.

[...]


1 Vgl. http://www.bag-englisch.de/wp-content/uploads/2011/03/48_BAG_Edelhoff_Wieviel_Grammatik_-braucht_der_Mensch.pdf, (Stand: 22.02.2015)

2 Vgl.ebd.

3 Vgl. http://polyglotclub.com/help/language-learning-tips/learn-grammar-how/translate-german

4 Vgl. ebd.

5 Vgl. http://www.fremdsprachendidaktik.rwth-aachen.de/Ww/chance_kap4.pdf, Stand: 22.02.2015

6 Vgl. ebd.

7 Vgl.ebd.

8 Vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Didaktische versus Beschreibende Grammatik am Pronomen "es" im Deutschen
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Grammatik des Deutschen
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V301414
ISBN (eBook)
9783956875021
ISBN (Buch)
9783668004719
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
didaktische, beschreibende, grammatik, pronomen, deutschen
Arbeit zitieren
Hala Fattah Ahmad (Autor:in), 2015, Didaktische versus Beschreibende Grammatik am Pronomen "es" im Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301414

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Didaktische versus Beschreibende Grammatik am Pronomen "es" im Deutschen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden