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Die Gedenkstätte „Russenfriedhof“ der Sprengstoff-Fabrik Tanne an den Pfauenteichen in Clausthal-Zellerfeld, Harz

Titel: Die Gedenkstätte „Russenfriedhof“ der Sprengstoff-Fabrik Tanne an den Pfauenteichen in Clausthal-Zellerfeld, Harz

Wissenschaftliche Studie , 2015 , 13 Seiten

Autor:in: Dr. Friedhart Knolle (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ist das Deutsche Reich durch seine „feindlichen Nachbarn“ systematisch in den 2. Weltkrieg getrieben worden? Haben Hitler und die nationalsozialistische Staatsführung zunächst am Aufbau eines wie auch immer gearteten friedlichen Deutschlands gearbeitet? War zum Schutz des eigenen Territoriums der 1939 von Deutschland begonnene „Präventivkrieg“ unvermeidlich? An kaum einem Beispiel ist diese Frage so instruktiv zu beantworten wie dem Ausbau der NS-Sprengstoffwerke. Eine Übersicht der Geschichte des Werks Tanne in Clausthal-Zellerfeld und seines Massenfriedhofs wird gegeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Der früh geplante Weltkrieg

Zwangsarbeit im Werk Tanne

Der Russenfriedhof – ein Massengrab

Bisheriger Kenntnisstand zum Friedhof

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit dokumentiert die Geschichte der Sprengstoff-Fabrik „Werk Tanne“ in Clausthal-Zellerfeld und beleuchtet insbesondere die Zwangsarbeit unter dem nationalsozialistischen Regime sowie die damit verbundenen Gräueltaten, die im sogenannten „Russenfriedhof“ als Massengrab mündeten.

  • Strukturelle Analyse der Rüstungsproduktion und des „Rüstungsvierecks“
  • Dokumentation der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Zwangsarbeiterinnen
  • Aufarbeitung der Schicksale der im Massengrab bestatteten Opfer
  • Untersuchung der historischen Konsequenzen und des Umgangs mit dem Erbe

Auszug aus dem Buch

Der Russenfriedhof – ein Massengrab

Zahlreiche Zeitzeugen erinnerten sich konkret an das Massengrab, den später sog. „Russenfriedhof“ (Zitate nach Braedt et al. 1998): „Direkt gegenüber des Werkes war auf der gegenüberliegenden Seite des Mittleren Pfauenteiches der sog. "Russenfriedhof"“.

Ein anderer Zeitzeuge berichtet: "Der Friedhof dort an den Pfauenteichen. Da bin ich manches Mal zur Pumpe runter gegangen, als sie sagten, da eben haben sie wieder einen reingeschmissen. Wir haben ordentlich das Wasser platschen gehört, drinnen im Werk. Dort am Zaun entlang hatten wir das eine Wasserwerk. Und direkt gegenüber, so 200 m war der Friedhof. Da stand das Wasser schon drin. Sie mußten selbst ausschachten, und dann wurden sie auch dort beerdigt. Ja, da wurde dann ein Loch gegraben und dann stand das Loch halb voll Wasser."

Manchmal habe ich gesehen, wenn die Russen reingeschmissen wurden. Ob sie nun einen Sarg bekommen haben, das kann ich nicht sagen, aber da wurde gesagt, daß die einfach ins Wasser geschmissen wurden und das Loch dann zugemacht wurde. Woran die gestorben sind, haben wir nie spitz gekriegt. Die hatten ja ihr Lager für sich. Da kam kein anderer hin. Da waren auch Mädchen, die ein Kind geboren hatten oder kriegten. Durch diese Weise sind sie dann alle da rein, Mutter und Kind zusammen im Grab. Ärztliche Betreuung, das gab es ja damals nicht."

Zusammenfassung der Kapitel

Der früh geplante Weltkrieg: Dieses Kapitel erläutert die systematische Planung und den Ausbau der Rüstungsindustrie ab 1933, einschließlich der organisatorischen Verflechtungen zwischen Großindustrie und Militär.

Zwangsarbeit im Werk Tanne: Das Kapitel beschreibt den massiven Einsatz von Zwangsarbeitern im Werk Tanne, deren katastrophale Lebensbedingungen sowie die gesundheitlichen Folgen der Arbeit mit toxischen Substanzen.

Der Russenfriedhof – ein Massengrab: Hier werden Zeitzeugenberichte über die menschenunwürdige Bestattungspraxis am sogenannten „Russenfriedhof“ analysiert und die Opferzahlen sowie ein schwerer Bombenangriff im Oktober 1944 thematisiert.

Bisheriger Kenntnisstand zum Friedhof: Das Kapitel fasst den aktuellen Wissensstand zu den dort beigesetzten Opfern zusammen und kritisiert die späte und undifferenzierte Gedenkgestaltung am Standort.

Schlüsselwörter

Werk Tanne, Zwangsarbeit, Russenfriedhof, Massengrab, Rüstungsviereck, Nationalsozialismus, Sprengstoffproduktion, Clausthal-Zellerfeld, Kriegsverbrechen, Zeitzeugenberichte, Dynamit-Actien-Gesellschaft, Luftangriff, Gedenkstätte, Rüstungswirtschaft, Zwangsarbeiterinnen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Publikation primär?

Die Publikation befasst sich mit der Geschichte des ehemaligen Sprengstoffwerkes „Tanne“ in Clausthal-Zellerfeld unter dem NS-Regime und dem damit verbundenen Leiden der Zwangsarbeiter.

Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?

Der Fokus liegt auf der Rüstungsproduktion, den Bedingungen der Zwangsarbeit, dem Schicksal der Opfer im „Russenfriedhof“ sowie der Aufarbeitung dieser dunklen Industriegeschichte.

Was ist das Ziel der vorliegenden Untersuchung?

Ziel ist die Dokumentation der historischen Fakten, um das Gedenken an die Opfer der Zwangsarbeit zu wahren und die industriellen Strukturen dieser Zeit transparent zu machen.

Welche methodische Herangehensweise wird verfolgt?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse historischer Unterlagen, Dokumente des Lagersystems sowie auf eine Vielzahl von Zeitzeugenberichten.

Was behandelt der Hauptteil des Buches?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Werkes, die Organisation des sogenannten „Rüstungsvierecks“, die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und die Ereignisse rund um den „Russenfriedhof“.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Begriffe wie Rüstungsviereck, Zwangsarbeit, Sprengstofffabrik und Massengrab sind zentral für das Verständnis der in der Arbeit behandelten Themen.

Wie wurde das „Rüstungsviereck“ rechtlich-organisatorisch konstruiert?

Es handelte sich um ein undurchschaubares Geflecht aus staatlichen Auftraggebern, Industriekonzernen wie der IG Farben und Tarnfirmen wie der MONTAN, um Produktionsgewinne zu maximieren und Verantwortlichkeiten zu verschleiern.

Warum wird der „Russenfriedhof“ als Massengrab bezeichnet?

Zeitzeugen berichten, dass Verstorbene oftmals unsachgemäß in Gruben beigesetzt wurden, die teilweise mit Wasser gefüllt waren, ohne dass eine würdevolle Bestattung erfolgte.

Welche Rolle spielte der Bombenangriff vom 7. Oktober 1944?

Der Angriff führte zur Zerstörung großer Teile des Werkes und des Leitungsnetzes, was das Ende der TNT-Produktion bedeutete, jedoch auch zu zahlreichen Opfern unter den Zwangsarbeiterinnen in den Lagern führte.

Was kritisiert der Autor hinsichtlich der heutigen Gedenkstätte?

Er kritisiert die zu späte und inhaltlich undifferenzierte Beschilderung der Gedenkstätte und fordert eine angemessene Aufarbeitung der historischen Geschehnisse vor Ort.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Gedenkstätte „Russenfriedhof“ der Sprengstoff-Fabrik Tanne an den Pfauenteichen in Clausthal-Zellerfeld, Harz
Autor
Dr. Friedhart Knolle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V301429
ISBN (eBook)
9783668008526
ISBN (Buch)
9783668008533
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gedenkstätte russenfriedhof sprengstoff-fabrik tanne pfauenteichen clausthal-zellerfeld harz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Friedhart Knolle (Autor:in), 2015, Die Gedenkstätte „Russenfriedhof“ der Sprengstoff-Fabrik Tanne an den Pfauenteichen in Clausthal-Zellerfeld, Harz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301429
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Leseprobe aus  13  Seiten
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