Das Portfolio gliedert sich in zwei Teilbereiche.
Ersterer analysiert einen Filmausschnitt und setzt diesen mit einer gängigen Theorie des "classroom managements" in Beziehung. Der zweite Teilbereich geht der Frage nach, inwiefern die Fastnacht als heidnischer Brauch zu sehen ist.
Der Filmausschnitt „schwierige Gruppenbildung“ zeigt eine Lehrperson, die mit ihren Schülern eine Gruppenarbeit durchführen möchte. Vorgesehen war die Einteilung der Gruppen mit Hilfe einer Kiste.
Diese Methode scheitert jedoch, da die Kiste nicht aufzufinden ist. Durch diesen Umstand wird der Lehrer aus dem Konzept gebracht. Aus pädagogischer Sicht wird schnell deutlich, dass gerade die fehlende Klassen- bzw. Gruppenführung zentral ist. Alles wirkt chaotisch und unorganisiert. Die Lehrperson selbst macht einen überforderten, unstrukturierten und planlosen Eindruck. Sie reagiert nicht proaktiv oder vorausschauend. Auch wird der Eindruck erweckt, dass ihre intervenierenden Versuche, die Klasse ruhig zu bekommen, sehr schnell scheitern und folglich das Gegenteil eintritt: die Klasse wird zunehmend lauter. Einige Schüler sitzen nicht mehr auf ihren Stühlen. Es breitet sich eine chaotische Stimmung aus.
Dadurch wird deutlich, dass die Einteilung in Gruppen, was noch nicht zur eigentlichen Arbeitsphase gehört und einen rein organisatorischen Charakter hat, ebenfalls einer straffen Strukturierung und Vorplanung bedarf.
Inhaltsverzeichnis
1. Analyse des Filmausschnitts „schwierige Gruppenbildung“
2. Die Fastnacht - K(ein) heidnischer Brauch?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich zwei unterschiedlichen erziehungswissenschaftlichen bzw. theologischen Themenfeldern: Der Analyse von Klassenführungssituationen in einem Filmausschnitt sowie der religionsgeschichtlichen Untersuchung der Ursprünge der Fastnacht.
- Analyse von classroom management anhand des Modells von Evertson et al.
- Untersuchung von Störungen und Regelverletzungen im Unterricht.
- Erforschung der christlichen Wurzeln der Fastnacht im Gegensatz zu heidnischen Mythen.
- Bedeutung von Symbolfiguren wie Teufel und Hexe in der Fastnachtstradition.
Auszug aus dem Buch
1. Analyse des Filmausschnitts „schwierige Gruppenbildung“
Der Filmausschnitt „schwierige Gruppenbildung“ zeigt eine Lehrperson, die mit ihren Schülern eine Gruppenarbeit durchführen möchte. Vorgesehen war die Einteilung der Gruppen mit Hilfe einer Kiste. Diese Methode scheitert jedoch, da die Kiste nicht aufzufinden ist. Durch diesen Umstand wird der Lehrer aus dem Konzept gebracht. Aus pädagogischer Sicht wird schnell deutlich, dass gerade die fehlende Klassen- bzw. Gruppenführung zentral ist. Alles wirkt chaotisch und unorganisiert. Die Lehrperson selbst macht einen überforderten, unstrukturierten und planlosen Eindruck. Sie reagiert nicht proaktiv oder vorausschauend. Auch wird der Eindruck erweckt, dass ihre intervenierenden Versuche, die Klasse ruhig zu bekommen, sehr schnell scheitern und folglich das Gegenteil eintritt: die Klasse wird zunehmend lauter. Einige Schüler sitzen nicht mehr auf ihren Stühlen. Es breitet sich eine chaotische Stimmung aus.
Dadurch wird deutlich, dass die Einteilung in Gruppen, was noch nicht zur eigentlichen Arbeitsphase gehört und einen rein organisatorischen Charakter hat, ebenfalls einer straffen Strukturierung und Vorplanung bedarf.
In diesem Zusammenhang möchte ich näher auf die Theorie von Evertson et al. (2002) eingehen. In deren Mittelpunkt steht zur Reduktion von Störungen die Vorplanung. Sie charakterisieren in ihrer Theorie das „classroom management“ anhand bestimmter Maßnahmen. Hier erwähnen sie auch die Wichtigkeit von differenzierten Aufgaben und Lernaktivitäten, um der heterogenen Schülerschaft gerecht zu werden. Diese und weitere Maßnahmen sollten von der Lehrperson ergriffen werden, um ein Umfeld zu schaffen, das als Unterstützung und Erleichterung fungiert. Zur Erläuterung werden drei der elf Prinzipien vorgestellt, die auch in anderen Ansätzen erwähnt werden. Hierbei muss gesagt werden, dass diese Prinzipien zwar für die Grundschule konzipiert wurden, jedoch in den unteren Klassen der Sekundarstufe 1 sehr gut angewendet werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Analyse des Filmausschnitts „schwierige Gruppenbildung“: Das Kapitel untersucht anhand der Theorie von Evertson et al. die Mängel in der Klassenführung und der methodischen Planung einer Lehrkraft während einer Gruppenarbeitsphase.
2. Die Fastnacht - K(ein) heidnischer Brauch?: Dieses Kapitel analysiert die christlichen Ursprünge der Fastnacht und beleuchtet die symbolische Funktion von Figuren wie dem Teufel oder Hexen als Mahnung zur religiösen Besinnung.
Schlüsselwörter
Classroom Management, Gruppenbildung, Unterrichtsstörungen, Lehrperson, Evertson, Fastnacht, Christentum, Brauchtum, Symbolik, Teufel, Hexe, Lasterhaftigkeit, Nürnberger Schempartlauf, Pädagogik, Vorplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt zwei spezifische Themen: Zunächst eine pädagogische Filmanalyse zum Thema Klassenführung und anschließend eine religionsgeschichtliche Betrachtung der Fastnacht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf das Classroom-Management nach Evertson et al. sowie auf die theologischen Wurzeln des Fastnachtsbrauchtums und dessen Symbolfiguren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Reflexion von Unterrichtssituationen mittels erziehungswissenschaftlicher Theorien und die Aufklärung über den religiösen Ursprung der Fastnacht entgegen populärer Mythen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden qualitative Analysen angewandt: Eine videobasierte Fallanalyse nach theoretischen Prinzipien von Evertson et al. sowie eine historische Literaturanalyse zur Genese des Fastnachtsbrauchs.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie eine unvorbereitete Lehrkraft scheitert, und erörtert, wie Fastnachtsfiguren historisch dazu dienten, auf "das Böse" hinzuweisen und zur christlichen Moral zurückzuführen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Classroom Management, Unterrichtsqualität, Fastnacht, Christentum, symbolische Darstellung und Regelbildung.
Warum wird die Theorie von Evertson et al. im ersten Teil herangezogen?
Sie bietet einen theoretischen Rahmen, um das chaotische Verhalten der Lehrkraft und die mangelnde Struktur bei der Gruppenbildung wissenschaftlich fundiert zu erklären.
Welche Rolle spielt der Nürnberger Schempartlauf in der Untersuchung?
Er dient als historisches Paradebeispiel für die vielfältige, christlich geprägte Symbolik der Fastnacht, insbesondere in Bezug auf die Darstellung von Lastern und der Hölle.
Wie begründet die Autorin die Rolle der Hexe in der Fastnacht?
Sie weist nach, dass die Figur der Hexe (oder des „alten Weibes“) bereits früh christlich motiviert als Symbol für Sünde und Distanz zur Gottesfürchtigkeit in das Brauchtum integriert wurde.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum heutigen Zustand der Fastnacht?
Obwohl Kostüme wie Hexen oder Teufel fortbestehen, ist der ursprüngliche theologische Sinn, als „Fest der verkehrten Welt“ zur Besinnung anzuregen, weitgehend verloren gegangen.
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- Saskia Ragg (Autor:in), 2014, Lehren, Lernen, Interaktion. Theologische Grundfragen der Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301471