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Eheschließungen in Halle. Überlegungen zur Bearbeitung serieller Massendaten

Titel: Eheschließungen in Halle. Überlegungen zur Bearbeitung serieller Massendaten

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 40 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Benjamin Nowak (Autor:in)

Geschichte - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nachdem in "Ehe als soziale Praxis, Ehe als Forschungsthema. Ein Überblick über die Untersuchung von Eheschließungen im Kontext historischer Studien" versucht worden ist, einen Überblick über die vielfältige – um nicht zu sagen kaum noch zu überblickende – Forschungsgeschichte und Forschungslage der historisch-soziologischen Beschäftigung mit den Themenfeldern Ehe und Familie zu geben, soll es in dieser Arbeit um eher methodische Aspekte gehen.

Dazu ist es notwendig, die Entwicklung der Stadt Halle zu umreißen, um den ‚Charakter‘ des Untersuchungsortes zu beschreiben. Halle wurde im späten 19. Jahrhundert zu einer Großstadt, allerdings nicht unter Umständen, wie Berlin oder München es wurden bzw. schon waren, auch mit den zum Teil aus Dörfern entstehenden Industriemetropolen des Ruhrgebietes ist es nur bedingt vergleichbar. Halle hatte städtische Traditionen und erfuhr Transformationen, aber auch Kontinuitäten.
Im Anschluss an die Darstellung dieser Entwicklungen sollen die zur Verfügung stehenden Quellen beschrieben und hinsichtlich ihrer Auswertbarkeit kritisch untersucht werden.
Es geht dabei zunächst um den Informationsgehalt der Standesamtsakten und die Grenzen des damit Machbaren. Um es vorweg zu nehmen, allein der vollständige Datensatz eines Jahrgangs, hier: 1895 bestehend aus 853 Urkunden, ist nur mit enormem Arbeitsaufwand digital zu erfassen. Langzeituntersuchungen mit vollständigen Datensätzen lassen sich so für den einzelnen Bearbeiter kaum realisieren. Stichproben in bestimmten Zeitintervallen zu entnehmen, ist allerdings auch nicht unproblematisch. Eine quellenkritische Analyse soll deshalb die Möglichkeiten und Einschränkungen in der Materialauswertung darlegen und den Rahmen empirischer Untersuchungen bzw. die anwendbaren Methoden definieren.
In Abgleich mit den bereits erörterten und hier explizierten theoretischen Konzepten zur Erklärung sozialer Praxis, hier: der Ehe, ist es letztlich Anliegen dieser Arbeit, einige, die empirische Untersuchung einleitende und begleitende Fragen und Hypothesen zu formulieren und den methodischen Rahmen zu setzen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Halle im 19. Jahrhundert

2.1. Allgemeines

2.2. Entwicklung des Wirtschafts- und Verwaltungszentrums

2.3. Urbanisierung der Stadt Halle

2.4. Zusammenfassung

3. Serielle Quellen zur Eheschließung

3.1. Die Standesamtsakten der Stadt Halle. Quelleninformationen und -kritik

3.2. Klassifikationen

3.3. Operationalisierung. Methodik und Fragestellungen

4. Fazit

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

5.1. Quellen

5.2. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht methodische Aspekte der historisch-soziologischen Eheschließungsforschung am Beispiel der Stadt Halle im ausgehenden 19. Jahrhundert. Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen bei der Arbeit mit seriellen Standesamtsakten kritisch zu beleuchten, um daraus empirisch fundierte Fragen und Hypothesen zur sozialen Struktur, Mobilität und zu Heiratsmustern abzuleiten.

  • Historische Entwicklung von Halle im 19. Jahrhundert
  • Quellenkritik und Informationsgehalt von Standesamtsakten
  • Methodische Ansätze zur Klassifizierung sozialer Schichten
  • Analyse von Heiratsmustern und sozialer Mobilität
  • Vergleich der lokalen Gegebenheiten mit internationalen Forschungsansätzen

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Standesamtsakten der Stadt Halle. Quelleninformationen und -kritik

Seit Einführung der obligatorischen Zivilehe in Preußen 1874 und im Deutschen Reich 1876 werden alle Eheschließungen auf kommunaler Ebene zentral und vollständig erfasst. Damit setzen sie die seit dem 16. Jahrhundert geführten Kirchenbücher fort. Da sie im Gegensatz zu diesen aber nicht lediglich eine Kirchgemeinde, sondern die gesamte Kommune erfassen und zudem formal standardisiert sind, bieten sie eine enorme Fülle direkt vergleichbarer Daten für einen breiten Querschnitt der Gesamtbevölkerung. Banal gesprochen, registrieren evangelische Gemeinden lediglich die Heiraten ihrer Mitglieder, während die Standesämter jede Eheschließung registrieren. Damit widerspiegeln sie die Bevölkerungsstruktur bspw. einer (heiratsfähigen!55) Stadtbevölkerung unverzerrter; sie sind im Gegensatz zu den Kirchenbüchern für diese Bevölkerung nicht tendenziös.56

Die Ehebücher der Stadt Halle wiederum enthalten besonders viele Informationen. Im günstigsten Fall sind neben den üblichen Daten (Personendaten, Angaben zur Herkunft, Angaben zu den Zeugen, Randvermerk einer späteren Scheidung) auch die zu einem späteren Zeitpunkt ehelich geborenen Kinder namentlich erfasst sowie die Sterbedaten und -orte der Ehegatten notiert. Leider scheinen diese zusätzlichen Informationen nicht konsequent erfasst worden zu sein – die Sterbedaten sind bei weniger als der Hälfte oder nur für einen der Partner oder nur mit Jahr und Ort statt des Datums vermerkt. Ehelich geborene Kinder wurden in den seltensten Fällen als Anmerkung registriert, wenn man davon ausgeht, dass in einem Großteil der geschlossenen Ehen auch Kinder gezeugt und aufgezogen wurden.57

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das methodische Vorhaben ein, die Ehe und Familie im späten 19. Jahrhundert am Beispiel der Stadt Halle zu untersuchen.

2. Die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Halle im 19. Jahrhundert: Das Kapitel skizziert den rasanten Wandel Halles von einer universitätsgeprägten Mittelstadt hin zu einem modernen Industrie- und Verwaltungszentrum.

3. Serielle Quellen zur Eheschließung: Hier erfolgt eine quellenkritische Analyse der Standesamtsakten sowie eine Diskussion über methodische Klassifizierungsansätze zur Interpretation sozialer Strukturen.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Standesamtsakten zwar eine exzellente Grundlage für sozialgeschichtliche Analysen bieten, aber aufgrund ihrer Momentaufnahme-Natur methodische Grenzen bei der Familienrekonstitution aufweisen.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Halle, 19. Jahrhundert, Eheschließung, Standesamtsakten, Urbanisierung, Industrialisierung, Sozialstruktur, soziale Mobilität, Quellenkritik, Klassifizierung, Historische Familienforschung, Heiratsmuster, Demografie, Klassenbildung, Kaiserreich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit methodischen Überlegungen zur Untersuchung von Eheschließungen als seriellen Massendaten am Beispiel der Stadt Halle am Ende des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind der wirtschaftliche und soziale Wandel Halles, die quellenkritische Bewertung von Standesamtsakten und die methodische Vorgehensweise bei der Kategorisierung sozialer Schichten für historische Analysen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, einen methodischen Rahmen für empirische Untersuchungen zu schaffen, der die Möglichkeiten und Grenzen bei der Nutzung von Standesamtsregistern als Quelle für soziale Mobilität und Heiratsverhalten aufzeigt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine deskriptive Auswertung und Interpretation von seriellen Quellen unter Einbeziehung sozialhistorischer und soziologischer Konzepte zur Schichten- und Milieubildung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Stadt Halle, der detaillierten Analyse des Informationsgehalts von Ehebüchern sowie der Diskussion verschiedener Klassifikationsmodelle für Berufsgruppen im 19. Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Historische Familienforschung, Urbanisierung, soziale Mobilität, Standesamtsakten und industrielle Transformation.

Warum sind Familienrekonstitutionen laut der Arbeit paradoxerweise kaum möglich?

Trotz der Fülle an Daten scheitert die Familienrekonstitution an der hohen Berufs- und Ortsmobilität der Stadtbevölkerung sowie an der schwierigen Identifizierung von Personen über längere Zeiträume.

Inwieweit beeinträchtigen Berufsbezeichnungen die statistische Auswertung?

Die Bezeichnungen sind oft schwammig, inkonsequent geführt oder von lokalem Sprachgebrauch geprägt, was eine präzise Zuordnung zu sozialen Klassen erschwert und Interpretationsspielräume erfordert.

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Details

Titel
Eheschließungen in Halle. Überlegungen zur Bearbeitung serieller Massendaten
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Historische Familienforschung
Note
2,0
Autor
Benjamin Nowak (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
40
Katalognummer
V301503
ISBN (eBook)
9783956872150
ISBN (Buch)
9783668003507
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eheschließungen halle überlegungen bearbeitung massendaten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benjamin Nowak (Autor:in), 2011, Eheschließungen in Halle. Überlegungen zur Bearbeitung serieller Massendaten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301503
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Leseprobe aus  40  Seiten
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