S oder ss? Üben von Wörtern mit einfachem und doppelten Mitlaut an einer Lerntheke (1./2. Klasse)


Unterrichtsentwurf, 2014

35 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Lehrplanbezug
1.1 Übergeordnete Bildungsstandards
1.2 LehrplanPLUS Grundschule

2. Darstellung der Sequenz

3. Zielformulierungen
3.1 Sequenzziel
3.2 Grobziel
3.3 Feinziele

4. Begründung der Zielsetzung
4.1 von der Sachstruktur
4.2 von der Individuallage der Klasse

5. Didaktische Reduktion

6. Methodisches Vorgehen
6.1 Kommentierter Sitzplan
6.2 Plan der Durchführung
6.3 Tafelbild
6.4 Begründung der didaktisch-methodischen Vorgehensweise

7. Anlagen

8. Literaturverzeichnis
8.1 Grundlagenliteratur
8.2 Fachwissenschaftliche Literatur
8.3 Fachdidaktische Literatur

1. Lehrplanbezug

1.1 Übergeordnete Bildungsstandards

Die Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Primarbereich wurden 2004 von der Kultusministerkonferenz bundesländerübergreifend beschlossen. Die Standards sollen „eine klare Perspektive für die anzustrebenden Ziele geben, auf die hin sich auch eine individuelle Förderung konzentrieren muss.“ 1 Es werden folgende Kompetenzbereiche und zentrale Standards ausgewiesen:

Vgl. KMK 2005 S.7

Zu jedem Kompetenzbereich sind einzelne Standards formuliert. Da die Unterrichtsstunde schwerpunktmäßig dem Kompetenzbereich „Schreiben“ zuzuordnen ist, wird nur auf die diesen Bereich betreffenden eingegangen, es werden nur die hier relevanten Standards erwähnt, die anderen in dieser Übersicht weggelassen.

Vgl. KMK 2005, S.12

Die Bildungsstandards aus dem Bereich „Schreiben“ werden also berücksichtigt, natürlich auch Standards aus dem Bereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen “ oder „Sprechen und zuhören“, da eine Verknüpfung der einzelnen Kompetenzbereiche ja gewollt ist.

Viele Wörter, die ich in dieser Sequenz verwende, sind Wörter aus dem Grundwortschatz, die Kinder sollen sie KÖNNEN / WISSEN, die STRATEGIEN verinnerlichen, sie silbisch analysieren können, dies alles ist in den Bildungsstandards festgelegt.

1.2 LehrplanPLUS Grundschule

Bildungs-und Erziehungsauftrag der Grundschule

Bildung und Erziehung sind ein grundlegender Auftrag der bayerischen Grundschulen, um die Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen, grundlegende Bildung und Wertorientierung zu erlangen, Lesen, Schreiben und Rechnen als elementare Kulturtechniken sind zentrale Bildungsaufgaben, des weiteren sollen Schüler das Lernen lernen, begabtengerecht gefördert werden, in einem erziehenden Unterricht Schule als Lern- und Lebensraum erfahren, in der Variation der Unterrichtsformen Übung und Sicherung erleben.

Der Schriftspracherwerb ist zentrale Aufgabe des Erst- und Zweitklassunterrichts.

Indem die Schüler sich mit dem Rechtschreibfall „doppelter Mitlaut“ beschäftigen wird der Bildungsauftrag erfüllt. Differenzierung und Individualisierung kommt in den unterschiedlichen Arbeitsaufträgen an der Lerntheke zum Tragen. Auch das fächerverbindende Lernen durch das im Kunstunterricht stattfindende Malen der einzelnen Wörter wird realisiert, welches im Kapitel 1 Bildungs-und Erziehungsauftrag der Grundschule -„Grundlegung der Bildung als Auftrag der Grundschule“ angesprochen wird.2

Die Bayerischen Leitlinien für die Bildung und Erziehung von Kindern sind im LerhplanPLUS Grundschule ebenso verankert wie der Art. 131 der Verfassung des Freistaates Bayern. Der LehrplanPlus benennt Kompetenzerwerb in allen Bereichen des Lebens als zentrale Bildungsaufgabe der Grundschule. Der LehrplanPlus versteht Kompetenzen als „fachspezifische und überfachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Wissen und Können miteinadner verknüpfen, und motivationale Aspekte ebenso umfassen wie Argumentationsfähigkeit, Problemlösefähigkeit, Reflexionsfähigkeit und Urteilsfähigkeit.“ 3

Schulart- und fächerübergreifende Bildungs-und Erziehungsziele

Die fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsaufgaben tragen der Komplexität der Lebenswirklichkeiten der Schüler Rechnung, und viele der hier erwähnten Aufgaben, wie nachhaltige Bildung, kompetenzorientierer Blick auf das Kind, Bildung als individueller und sozialer Prozess, (inter-) kulturelle Bildung, Werteerziehung, Medienbildung, technische Bildung, Kooperation mit den Eltern und anderen Bildungsträgern, sprachliche Bildung, soziales Lernen ermöglichen, dass Bildung als lebenslanger Prozess zur Selbstverständlichkeit wird, denn in einer „Wissensgesellschaft ist Bildung von zentraler Bedeutung, Kompetenzentwicklung ein lebenslanger Prozess“.4

Fachprofil Deutsch

Das Unterrichtsfach Deutsch leistet einen wichtigen Beitrag zum Bildungsauftrag der Grundschule, da der Sprache eine fundamentale Bedeutung für die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung sowie für die Handlungsfähigkeit der Schüler zukommt. Das Kompetenzstrukturmodell orientiert sich an dem der Bildungsstandards und weist die vier Kompetenzbereiche „Sprechen und Zuhören“, „Lesen – mit Texten und weiteren Medien umgehen“, „Schreiben“ und „Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren“ aus. Die Methoden und fachspezifischen Arbeitsweisen werden mit den Inhalten der Kompetenzbereiche erworben. Natürlich erfolgt dies nicht isoliert, sondern eine Verknüpfung der Lernbereiche ist unerlässlich.5 Die horizontale Anordnung des Kompetenzbereiches „Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren“ zeigt seine besondere Verbindung mit allen anderen Bereichen.

Kompetenzstrukturmodell Deutsch: 6

Dem Fachprofil Deutsch ist zu entnehmen, dass Schüler durch eigenständiges Erproben und Vergleichen sowie Nachdenken über Schreibweisen Rechtschreibphänomene kennen und sich grundlegende Rechtschreibstrategien aneignen. Im Mittelpunkt steht hierbei die bewusste Anwendung von Strategien.7

Deutsch Fachlehrplan

Im bayerischen LehrplanPLUS für die Grundschule ist die Unterrichtseinheit dem Fachbereich Deutsch der ersten beiden Jahrgangsstufen zuzuordnen.

Zehn grundlegende Kompetenzen sollen die Schüler zum Ende der 2. Jahrgangsstufe erworben haben; ich möchte nur die, die durch die Sequenz am meisten angestrebt werden, erwähnen:

Die Schüler hören aufmerksam zu und fragen gezielt nach (z.B. bei unbekannten Wörtern)

Sie sprechen deutlich und verständlich, bezogen auf das Thema (Vokale lang oder kurz)

In ihrer eigenen Ausdrucksweise und mithilfe der eingeführten Fachbegriffe beschreiben die Schüler sprachliche Regelmäßigkeiten und Muster (z.b. im Hinblick auf Laute, Silben ,
Wortarten sowie Rechtschreibbesonderheiten) Mit den Wörtern des Grundwortschatzes und einem persönlichen Arbeitswortschatz üben sie, zeigen Rechtschreibbewusstsein (…), nutzen Rechtschreibstrategien und berichtigen ihre Schreibweisen.

Richtig schreiben ist in Jahrgangsstufe 1 und 2 Teil des Schriftspracherwerbs. Unter dem Lernbereich 4: „Sprachgebrauch und Sprache untersuchen“und genauer unter dem Unterpunkt 4.4 „Richtig schreiben“ sollen die Schüler das phonologische und silbische Prinzip nutzen, um den „Zusammenhang von gesprochener und geschriebener Sprache zu durchdringen und (…) beim Schreiben ihre Aufmerksamkeit bewusst auf die lautliche und silbische Struktur von Wörtern zu richten. Folgende Kompetenzerwartungen und Inhalte werden hier konkret aufgeführt: „Die Schülerinnen und Schüler schreiben Wörter des Grundwortschatzes mit Doppelkonsonanten in der Wortmitte richtig (z.B. indem sie silbisch mitsprechen und die Lautqualität überprüfen).“8 Außerdem üben sie „Rechtschreibung entsprechend eigener Lernbedürfnisse mithilfe eines individuellen und klassenbezogenen Übungswortschatzes“.9

Die Kinder beginnen mit Strategien vertraut zu werden, mit deren Hilfe sie unbekannte Wörter richtig schreiben. Sie lernen Wörter spezifisch zu strukturieren und entdecken dabei, dass sowohl die Verwandtschaft von Wörtern als auch die Analogien wichtige Hilfen zum Richtigschreiben sind.

Grundlegend für diese Unterrichtseinheit ist, dass die Schüler Rechtschreibstrategien aufbauen und sichern, also regelgeleitete Strategien kennen und anwenden. Gezielt in dieser Stunde sollen die Schüler die Schreibweise „doppelter Mitlaut“ nach einem kurzen Vokal, „einfacher Mitlaut“ nach einem langen Vokal üben, sichern und festigen.

Zum Grundwortschatz 1 / 2 gehören folgende Wörter mit Mitlautverdopplung, bei denen der Silbenaufbau und Vokalunterschiede beachtet werden sollen: alle, Füller, Himmel, Klasse, können, müssen, Mutter, rollen, sollen, Sommer, Sonne, Wasser, wollen

Während bisher sture Rechtschreiblehrgänge zu isoliertem Regelwissen führten, kommt nun im bayerischen LehrplanPLUS u.a. dem selbstständigen Entdecken und Entwickeln von Rechtschreib-strategien ein hoher Stellenwert zu. Rechtschreibübungen finden nicht isoliert und ohne An- wendungsbezug statt, sondern sind eingebettet in sinnvolle Kontexte. Deshalb lege ich in dieser Unterrichtseinheit besonders Wert auf die eigenständige Regelentwicklung der Schüler zum vorliegenden Rechtschreibfall.

Die Kompetenzerwartungen sehen vor, dass am Ende der 2. Klasse grundlegende Rechtschreib-strategien und -regeln routiniert angewendet werden und dass die Schüler im Prozess des Schrift- spracherwerbes ein grundlegendes Verständnis für das phonologische, das silbische, das morpholo- gische und das grammatische Prinzip gewinnen, um einen strategiegeleiteten Zugang zur deutschen Rechtschreibung zu ermöglichen.

Mögliche Querverbi1ndungen zu anderen Fachbereichen bieten sich an zu:

Mathematik: 1.3 Sachsituationen und Mathematik in Beziehung setzen, die Tiere rechnen lassen, Hummel, Qualle, Lamm

Musik: 1 Sprechen – Singen – Musizieren, Lieder bei denen doppelte Mitlaute vor- kommen

HSU: 2.2.2 Ich und meine Erfahrungen, Gefühle und Empfindungen äußern 2.2. Wünsche und Bedürfnisse

Deutsch 3.2 Texte verfassen, in denen viele Wörter mit doppeltem Mitlaut vorkommen

Kath. Religion: 1 Miteinander anfangen (aufeinander zugehen, wer für mich wichtig ist) 2 Miteinander leben

Ethik 2.1 Sich selbst entdecken 2.2 Miteinander leben

Kunst Wörter mit doppeltem Mitlaut graphisch gestalten und den Doppellaut mit verschiedenen Materialien (z.B. Sand, Reis, unterschiedliche Getreidesorten etc.) als Fühlbuchstaben hervorheben

Sport 2. 2 Bewegungsspiele zu Tunwörtern mit doppeltem Mitlaut durchführen (z.B. rennen, rollen, ...).

2. Darstellung der Sequenz

Sequenzziel: Die Schüler vertiefen und erweitern ihre orthographische Kompetenz anhand des Rechtschreibfalles „Mitlautverdopplung“.

Der Aufbau dieser Einheit gestaltet sich dreigliedrig. Die erste Phase greift insbesondere die Regel zur Mitlautverdopplung auf. Die Kinder werden in das neue Themengebiet eingeführt und auf den Rechtschreibschwerpunkt aufmerksam gemacht. Dies geschieht aufbauend auf die bereits wiederholten Kenntnisse zu den langen und kurzen Selbstlauten. Durch ausgewählte Wörter mit „Vokalqualität“ (Hüte-Hütte) erkennen die Schüler die Bedeutungsunterschiede von kurzen und langen Selbstlauten sowie von einfachen und doppelten Mitlauten.10

Anhand ausgewählter Wörter erschließen die Schüler sich die Rechtschreibstrategie in einer Gruppenarbeit mit Platzdeckchen selbständig. Im Plenum wird dann eine „Ich merke mir:“-Regel formuliert und als Hefteintrag schritlich fixiert. Erste Übungen zur Unterscheidung von doppelten und einfachem Mitlaut nach einem kurzen bzw. langen Selbstlaut sowie das eigenständige Suchen in der Wörterliste nach diesen Schwerpunktwörtern schließen diese erste Phase ab.

Die Stationenarbeit in Form einer Lerntheke führt in die zweite Phase dieser Einheit und dient der Festigung und Übung des Rechtschreibphänomens sowie der ausgewählten Lern- und Übungswörter. Die Stationenarbeit umfasst etwa drei Unterrichtsstunden. Die gezeigte Stunde steht am Anfang dieser zweiten Phase und führt in die Stationenarbeit ein. Die Schüler werden eingestimmt, erhalten einen Überblick und arbeiten an den ersten Stationen.

Nach der Arbeit an der Lerntheke, dem Kennen einiger Ausnahmen zur Regel und der Schreibung von mehreren Mitlauten nach einem kurzen Vokal schließt sich eine Probe zu diesem Rechtschreibphänomen und den gefestigten Lernwörtern an. Diese dritte Phase ermöglicht eine Lernstandkontrolle und beendet diese Einheit über 10 Stunden.

Die Wörter mit ck und tz werden anschließend in einer der folgenden Einheiten einzeln als Rechtschreibschwerpunkte behandelt und greifen erneut das Rechtschreibphänomen des kurzen Selbstlautes und die entsprechende Konsonantenhäufung auf.

[...]


1 Sekretariat der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik , S.7

2 Vgl.ebd., S.19-29

3 LehrplanPLUS S. 23

4 Ebd. S. 16

5 Vgl. LP PLUS S. 42

6 Kompetenzstrukturmodell entnommen LP PLUS S. 42

7 LP PLUS S.48

8 Ebd. S. 159

9 a.a.O.

10 Vgl.: Duden Paetec 2006, S. 92.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
S oder ss? Üben von Wörtern mit einfachem und doppelten Mitlaut an einer Lerntheke (1./2. Klasse)
Veranstaltung
Seminar Referendariat Grundschule
Autor
Jahr
2014
Seiten
35
Katalognummer
V301507
ISBN (eBook)
9783656976387
ISBN (Buch)
9783656976394
Dateigröße
1057 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Doppelter Mitlaut, Mitlautverdoppelung
Arbeit zitieren
Karin Sieber (Autor), 2014, S oder ss? Üben von Wörtern mit einfachem und doppelten Mitlaut an einer Lerntheke (1./2. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301507

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