Einschätzen von Wahrscheinlichkeiten und die Rolle des Zufalls

Aus welchen Säckchen ziehe ich am wahrscheinlichsten einen blauen Muggelstein?


Unterrichtsentwurf, 2015

24 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Lehrplanbezug des Themas

2. Darstellung der Sequenz

3. Eröffnete Lernchancen und -ziele
3.1 Sequenzziel
3.2 Grobziel
3.3. Feinziele der Stunde

4. Begründung der Zielsetzung
4.1 von der Sachstruktur
4.2 von der Individuallage der Klasse
4.2.1 Ausgangslage - auffällige Schüler
4.2.2. Vorerhebungen

5. Didaktische Reduktion

6. Methodisches Vorgehen
6.1 Kommentierter Sitzplan
6.2 Plan der Durchführung
6.3Tafelbild

8. Literaturverzeichnis
8.1 Grundlagenliteratur
8.2 Fachwissenschaftliche Literatur
8.3 Fachdidaktische Literatur

1. Lehrplanbezug des Themas

Bildungs-und Erziehungsauftrag der Grunschule

Der LehrplanPlus benennt Kompetenzerwerb in allen Bereichen des Lebens als zentrale Bildungsaufgabe der Grundschule und er versteht Kompetenzen als „fachspezifische und überfachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Wissen und Können miteinander verknüpfen, und motivationale Aspekte ebenso umfassen wie Argumentationsfähigkeit, Problemlösefähigkeit, Reflexionsfähigkeit und Urteilsfähigkeit.“1 Neben dem Erwerb der Kulturtechniken wie Rechnen und mathematische Kompetenz, sollen Schüler das Lernen lernen, begabtengerecht gefördert werden, in einem erziehenden Unterricht Schule als Lern- und Lebensraum erfahren, in der Variation der Unterrichtsformen Übung und Sicherung erleben.

Differenzierter und individualisierter Unterricht orientiert sich am Leistungsspektrum der Klasse und soll auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, auf den Leistungsstand der Schüler sowie ihre Fähigkeiten und ihr Lerntempo abgestimmt sein. Dies setzt eine sorgfältige Beobachtung der individuellen Lernwege und - fortschritte der Schüler voraus. Auch das fächerverbindende Lernen, wird im Kapitel 1 Bildungs- und Erziehungsauftrag der Grundschule -„Grundlegung der Bildung als Auftrag der Grundschule“ - angesprochen.2

Fachprofil Mathematik

Der Mathematikunterricht leistet einen wesentlichen Beitrag zum Bildungsauftrag der Grundschule, da die Lerninhalte des Mathematikunterrichts in hohem Maße geeignet sind, grundlegende Fähigkeiten zu entwickeln und zu steigern:

− Vergleichen, Unterscheiden, Klassifizieren, Ordnen, Strukturieren, Transformieren, Verknüpfen, Zerlegen, Schlüsse ziehen, Gesetzmäßigkeiten entdecken, Regeln bilden sowie Erkanntes auf andere Zusammenhänge übertragen.
− Aussagen und Lösungswege plausibel und logisch begründen, Vermutungen und Behauptungen überprüfen und Widersprüche aufdecken.

Er trägt dazu bei „Probleme zu strukturieren und zu lösen. So liefert Mathematik einen Beitrag zur altersgemäßen Lebensbewältigung“3.

„Kompetenzorientierter Mathematikunterricht in der Grundschule stärkt die Schülerinnen und Schüler darin, mathematische Strukturen und Prinzipien (…) zu erkennen und zu durchdringen. Kenntnisse und Fertigkei- ten werden geistig flexibel und reflektiert in verschiedenen Anwendungs- und Anforderungssituationen ge- nutzt.“4

Das Kompetenzstrukturmodell des LehrplanPLUS orientiert sich an den Bildungsstandards im Fach Ma- thematik für den Primarbereich, die 2004 von der Kultusministerkonferenz bundesländerübergreifend be- schlossen wurden. Die Standards sollen „eine klare Perspektive für die anzustrebenden Ziele geben, auf die hin sich auch eine individuelle Förderung konzentrieren muss.“5 Das Modell gliedert sich in zwei Bereiche, die im Unterricht stets miteinander verknüpft werden, in die prozessbezogenen Kompetenzen und die Ge- genstandsbereiche, die in allen 4 Jahrgangsstufen gleich sind und mit verschiedenen Kompetenzerwartungen und Inhalten konkretisiert werden.

Prozessbezogene Kompetenzen: Modellieren (M)

- Sachtexten und anderen Darstellungen der Lebenswirklichkeit die relevanten Informationen entnehmen
- Sachprobleme in die Sprache der Mathematik übersetzen, innermathematisch zu lösen und diese Lösungen auf die Ausgangssituation zu beziehen

Probleme l ö sen (P)

- mathematische Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten bei der Bearbeitung problemhaltiger Aufgaben anwenden,
- Lösungsstrategien entwickeln und nutzen (z.B. systematisch probieren),
- Zusammenhänge erkennen, nutzen und auf ähnliche Sachverhalte übertragen.

Kommunizieren (K)

- eigene Vorgehensweisen beschreiben, Lösungswege anderer verstehen und gemeinsam darüber reflektieren,
- mathematische Fachbegriffe und Zeichen sachgerecht verwenden,
- Aufgaben gemeinsam bearbeiten, dabei Verabredungen treffen und einhalten.

Argumentieren (A)

- mathematische Aussagen hinterfragen und auf Korrektheit prüfen,
- mathematische Zusammenhänge erkennen und Vermutungen entwickeln,
- Begründungen suchen und nachvollziehen.

Darstellungen verwenden (D)

- für das Bearbeiten mathematischer Probleme geeignete Darstellungen entwickeln, auswählen und nutzen,
- eine Darstellung in eine andere übertragen,
- Darstellungen miteinander vergleichen und bewerten.

Gegenstandsbereiche (entsprechen den Lernbereichen, wobei Muster und Strukturen keinen eigenen

darstellen, da er aufgrund seiner ü bergreifenden Bedeutung in alle anderen Lernbereiche integriert ist)

- Zahlen und Operationen
- Raum und Form
- Größen und Messen
- Daten und Zufall
- Muster und Strukturen

vgl. LehrplanPlus S. 106-109

Fachlehrplan Mathematik 1 / 2

Im bayerischen LehrplanPLUS für die Grundschule ist die Unterrichtseinheit dem Lernbereich 4 „Daten und Zufall“, genauer 4.2 „Zufallsexperimente durchführen und Wahrscheinlichkeiten verglei- chen“ zugeordnet. Der Umgang mit Daten, Wahrscheinlichkeiten, Zufällen und Häufigkeiten in dieser Ein- heit (als auch generell gesehen) ist ein ideales Betätigungsfeld zur Entwicklung von prozessbezogenen Kom- petenzen im Bereich Modellieren , da es sich um eine Aktivität aus dem anwendungsbezogenen Bereich der Mathematik handelt. Desweiteren fordern die Problemstellungen dieser Einheit die Kinder zum Probleme l ö sen heraus und bieten Anlass zum Nachdenken und Diskutieren (Kommunizieren und Argumentieren), indem nach Erklärungen für ihre Beobachtungen gesucht wird. Da die Kinder auch Strichlisten führen und die Farben der gezogenen Muggelsteine in Tabellen eintragen, wird auch die Kompetenz Darstellungen ver- wenden weiter gefestigt.

Konkrete Kompetenzerwartungen und Inhalte: Die Schülerinnen und Schüler

- führen einfache Zufallsexperimente (…) durch, um sie gemeinsam zu vergleichen, und ziehen einfa- che Schlüsse (…).
- verwenden zur Beschreibung einfacher Zufallsexperimente die Grundbegriffe sicher, möglich und unmöglich sowie die Begriffe wahrscheinlich und unwahrscheinlich in ihrer alltagssprachlichen Be- deutung.

Mögliche Querverbindungen zu anderen Fachbereichen bieten sich an zu:

- Deutsch : 1.4 Über Lernen sprechen 2 Lesen - mit Texten und mit weiteren Medien umgehen, sinnverstehendes Lesen weiterentwickeln, Informationen aus Sachtexten entnehmen
- HSU: 1.2 Leben in einer Medien- und Konsumgesellschaft (Glücksspiele)
- Kath.Rel.: 1 Miteinander anfangen (aufeinander zugehen, wer für mich wichtig ist)
- Sport 4 Wir ziehen bestimmte Farben und dürfen dann eine bestimmte Übung in der Turnhalle durchführen.

In diesen anderen Fächern können Wahrscheinlichkeiten, Glücksspiele und Zufall thematisiert werden, da dieser Inhaltsbereich fächerübergreifend ist.

2. Darstellung der Sequenz

Dem Zufall auf der Spur - Ein erster Umgang mit Wahrscheinlichkeiten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 LehrplanPLUS S. 23

2 Vgl. ebd., S.19-29

3 ebd. S. 104

4 ebd., S.104

5 Sekretariat der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik, S.7 4

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Einschätzen von Wahrscheinlichkeiten und die Rolle des Zufalls
Untertitel
Aus welchen Säckchen ziehe ich am wahrscheinlichsten einen blauen Muggelstein?
Veranstaltung
Seminar Referendariat Grundschule
Note
1
Autor
Jahr
2015
Seiten
24
Katalognummer
V301514
ISBN (eBook)
9783656974420
ISBN (Buch)
9783656974437
Dateigröße
978 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einschätzen, wahrscheinlichkeiten, rolle, zufalls, säckchen, muggelstein
Arbeit zitieren
Karin Sieber (Autor), 2015, Einschätzen von Wahrscheinlichkeiten und die Rolle des Zufalls, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301514

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