Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die grenzüberschreitende regionale Zusammenarbeit (GRZ) Dänemarks mit seinen nächsten Nachbarn: Deutschland, dem einzigen Nachbarn, mit dem Dänemark über eine gemeinsame Landgrenze verfügt, und Schweden, das nur durch den an seiner engsten Stelle etwa 4 km breiten Øresund von Dänemark getrennt ist und über das die (weitestgehend) landgestützte Verbindung vom dänischen Kernland zu der weiter östlich gelegenen dänischen Insel Bornholm verläuft. Bei der Auswahl der zu vergleichenden Regionen wurden mit der Region Sønderjylland-Schleswig (RSS) und der Øresundsregion (ØR) denn auch je eine beiderseits der dänisch-deutschen Landgrenze und eine beiderseits des Øresunds liegende, institutionalisierte grenzüberschreitende Region (GÜR) berücksichtigt.
Die Untersuchung der Thematik ist in vier Hauptschritten angelegt: Der erste Schritt ist dem allgemeinen theoretischen Rahmen und der begrifflichen Klärung insbesondere der Begriffe „Grenze“, „Region“, „Grenzregion“, „GÜR“ und „GRZ“ gewidmet. Abgerundet wird dieser Schritt mit einer kurzen Darstellung europäischen Dimension der GRZ. Im Zusammenhang mit diesen allgemeinen Ausführungen werden jeweils bestehende Bezüge zu den Vergleichsregionen benannt, auf die ausführlicher dann im weiteren Verlauf der Abhandlung eingegangen wird. Im zweiten Schritt erfolgt eine nähere Untersuchung der RSS, in der insbesondere auf die geographischen Grundgegebenheiten, die Geschichte und die Entwicklung der Region in jüngerer Zeit, das Thema der nationalen Minderheiten, die organisatorische Verfasstheit, die wirtschaftliche Situation und die weiteren Perspektiven der Region eingegangen wird. Im dritten Schritt erfolgt eine (weitgehend) entsprechende Untersuchung der ØR. Der vierte Schritt ist schließlich dem eigentlichen Vergleich der beiden Regionen gewidmet. Dabei wird es von besonderem Interesse sein festzustellen, welche Gemeinsamkeiten zwischen den Regionen trotz offensichtlicher Differenzen (z.B. dem Vorhandensein oder der Abwesenheit von nationalen Minderheiten und großstädtischer Prägung oder der unterschiedlichen Bedeutung des Begriffspaars Zentrum/Peripherie für die zu vergleichenden Regionen) bestehen, welche weiteren Unterschiede gegebenenfalls neben den eher offensichtlichen Unterschieden bestehen und wie die jeweilige „Erfolgsbilanz“ und die weiteren Perspektiven der beiden Regionen einzuschätzen sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Allgemeiner theoretischer Rahmen und Klärung der Begrifflichkeiten
2.1.1 Grenze
2.1.2 Region
2.1.3 Grenzregion
2.1.4 Grenzüberschreitende regionale Zusammenarbeit und grenzüberschreitende Regionen
2.1.5 Die europäische Dimension der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
2.2 Region Sønderjylland-Schleswig
2.2.1 Beschreibung der Region (Mitglieder, Bevölkerung, Geographie, Wirtschaft, Peripheriethematik)
2.2.2 Oganisation und Finanzen
2.2.3 Handlungsfelder
2.2.4 Geschichte der Region bis zur Aufteilung im Jahre 1920
2.2.5 Entwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Region von 1920 bis heute
2.3 Øresundsregion
2.3.1 Beschreibung der Region (Mitglieder, Bevölkerung, Geographie, Wirtschaft, Peripheriethematik)
2.3.2 Organisation und Finanzen
2.3.3 Handlungsfelder
2.3.4 Geschichte der Region
2.4 Vergleich der Region Sønderjylland-Schleswig und der Øresundsregion
2.4.1 Mitglieder, Bevölkerung, Geographie, Wirtschaft, Peripheriethematik
2.4.2 Organisation und Finanzen
2.4.3 Handlungsfelder
2.4.4 Geschichte und Entwicklung
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die grenzüberschreitende regionale Zusammenarbeit (GRZ) in zwei spezifischen Grenzregionen Dänemarks: der Region Sønderjylland-Schleswig und der Øresundsregion. Das Ziel besteht darin, Gemeinsamkeiten und Unterschiede trotz differierender Rahmenbedingungen aufzuzeigen, die Erfolgsbilanz zu analysieren sowie die Perspektiven für eine grenzüberschreitende Entwicklung zu evaluieren.
- Theoretische Grundlagen von Grenzen, Regionen und grenzüberschreitender Zusammenarbeit.
- Detaillierte Analyse der Region Sønderjylland-Schleswig: Struktur, Geschichte und Entwicklung.
- Detaillierte Untersuchung der Øresundsregion: Struktur, Geschichte und Bedeutung der festen Verbindung.
- Vergleichende Analyse der sozioökonomischen Bedingungen und Organisationsstrukturen.
- Reflektion über Identitätskonstruktionen und das Potenzial regionaler Rekonstruktionen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Grenze
Dieser Arbeit liegt ein Verständnis des Begriffs „Grenze“ zugrunde, das ausgehend vom Alltagsverständnis einer politische Gebilde voneinander trennenden Linie Grenzen als soziale Konstruktionen mit performativem Charakter begreift. Grenzen lassen sich dabei nach verschiedenen Merkmalen kategorisieren:
Nach der (Erscheinungs-)Form haben wir es bei der dänisch-schwedischen Grenze in Gestalt des Øresunds mit einer direkt wahrnehmbaren „natürlichen“ Grenze zu tun. Natürliche Gegebenheiten spielen zwar auch beim Verlauf der deutsch-dänischen Grenze, die überwiegend eine Landgrenze ist, eine Rolle. Diese sind aber wie die unter der Geltung der Schengener Übereinkommen noch vorhandenen künstlichen Barrieren im Falle beider Nationalgrenzen eher unauffällig. Grenzfunktionen werden in beiden Fällen zudem gegenstandsabhängig (z.B. Kriminalität, Migration) nach innen und/oder außen (z.B. verschiedene Meereszonen, sog. „Nacheile“) verlagert wahrgenommen, die Grenzfunktion insofern dynamisiert.
Nach ihrem Gegenstand ist vorliegend nicht nur die Abgrenzung der Nationalstaaten voneinander, sondern auch die Abgrenzung auf der sub- und transnationalen Ebene von Interesse.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der grenzüberschreitenden regionalen Zusammenarbeit (GRZ) Dänemarks mit Deutschland und Schweden ein und erläutert die methodische Anlage der Untersuchung in vier Schritten.
2 Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Rahmen, die detaillierte Analyse der Regionen Sønderjylland-Schleswig und Øresundsregion sowie einen systematischen Vergleich beider Regionen.
2.1 Allgemeiner theoretischer Rahmen und Klärung der Begrifflichkeiten: Hier werden die Basiskonzepte wie "Grenze", "Region" und "Grenzregion" definiert sowie der europäische Kontext der Zusammenarbeit beleuchtet.
2.2 Region Sønderjylland-Schleswig: Dieses Kapitel beschreibt die organisatorische Struktur, die historische Entwicklung und die aktuellen Handlungsfelder der Region Sønderjylland-Schleswig.
2.3 Øresundsregion: Die Analyse konzentriert sich auf die spezifischen Herausforderungen und Strukturen der Øresundsregion, insbesondere im Kontext der festen Øresundsverbindung.
2.4 Vergleich der Region Sønderjylland-Schleswig und der Øresundsregion: In diesem Kapitel werden die beiden Vergleichsregionen hinsichtlich ihrer Mitglieder, Organisation, Handlungsfelder sowie ihrer Geschichte gegenübergestellt.
3 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und bewertet die strukturellen Gemeinsamkeiten sowie die pragmatischen Erfolge der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
Schlüsselwörter
Grenzüberschreitende regionale Zusammenarbeit, GRZ, Region Sønderjylland-Schleswig, Øresundsregion, Grenzregion, Identitätsregion, Dänemark, Deutschland, Schweden, Europäische Union, Zentrum-Peripherie-Problematik, Schengen-Raum, Minderheitenpolitik, grenzüberschreitende Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der grenzüberschreitenden regionalen Zusammenarbeit Dänemarks mit seinen unmittelbaren Nachbarn, Deutschland und Schweden.
Welche Regionen stehen dabei im Zentrum der Betrachtung?
Die Untersuchung vergleicht die institutionalisierte Region Sønderjylland-Schleswig mit der Øresundsregion.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Regionen zu analysieren und zu bewerten, wie die Zusammenarbeit in den Grenzgebieten zur Bewältigung peripherer Nachteile beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt einen komparativen Ansatz, der theoretische Konzepte (z.B. Konstruktivismus) mit einer detaillierten Analyse der historischen und organisatorischen Gegebenheiten beider Regionen verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Begriffsklärung, eine tiefgehende Darstellung der jeweiligen Regionsprofile (Struktur, Geschichte, Finanzen) sowie einen direkten Vergleich beider Modelle.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "regionale Identität", "Zentrum-Peripherie-Problematik", "grenzüberschreitende Zusammenarbeit" und "Konstruktion" geprägt.
Wie beeinflusst die Geschichte die Zusammenarbeit in der Region Sønderjylland-Schleswig?
Die Geschichte ist tief durch die Volksabstimmungen von 1920 und die Minderheitenproblematik geprägt, was lange Zeit zu einer zögerlichen Institutionalisierung der Zusammenarbeit führte.
Welche Rolle spielt die Øresundsbrücke für die Entwicklung der Øresundsregion?
Die feste Verbindung gilt als "Katalysator" und zentrales "Rückgrat", ohne das die heutige Form der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Øresundsregion in dieser Intensität nicht möglich wäre.
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- Dr. Georg Miebach (Author), 2015, Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit Dänemarks mit seinen Nachbarn im Vergleich der Region Sønderjylland-Schleswig und der Öresundsregion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301528