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Binge Watching statt Fernseh-Flow? Wie sich neue amerikanische Serien aus dem Fernsehen verabschieden: "House of Cards"

Title: Binge Watching statt Fernseh-Flow? Wie sich neue amerikanische Serien aus dem Fernsehen verabschieden: "House of Cards"

Term Paper , 2015 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andreas Schirra (Author)

Communications - Movies and Television
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Als Kevin Spacey seine viel beachtete Rede in Edinburgh hielt und von der Branche forderte, „Give people what they want – when they want it – in the form they want it in“, endete er mit dem Bonmot Orson Wells:
„I hate television. I hate it as much as much as peanuts. But I just can’t stop eating peanuts.“
Betrachtet man Spaceys Rede, könnte man überspitzt sagen, er wolle Wells posthum von seiner Sucht heilen indem er das Fernsehen als solches zu Grabe trägt.
Spacey vertritt in Edinburgh, als Hauptdarsteller der Serie House of Cards, die Produktionsfirma Netflix, die den letzten Schritt einer Entwicklung vollzogen hat, die um die Jahrhundertwende begann. Es wurde eine neue Form von Serien produziert, die neben der Ausstrahlung im Fernsehen eine starke Zweitverwertung auf DVD und später im Netz erfuhr. Als erste Produktionsfirma dreht Netflix dieses Verhältnis um und macht das Netz zur Erstverwertungsinstanz. Dem Fernsehen bleibt nur noch die Zweitverwertung.
Ich möchte in der vorliegenden Arbeit am Dispositiv der neuen amerikanischen Fernsehserien untersuchen, welche Ursachen die zunehmende Rezeption der Serien jenseits des Fernsehens hat.
Die Produktion der neuen amerikanischen Fernsehserien unterscheidet sich von der, herkömmlicher Serienproduktionen, die ja auch weiterhin produziert werden, nicht nur durch wesentlich größere Budgets. Sie locken auch, durch den großen Imagegewinn, namhafte Autoren (und auch Schauspieler) an, die zuvor beim Film bereits erfolgreich waren. Beim Produzenten zentrierten Medium Fernsehen haben sie mehr Einfluss als beim Film, der stärker auf den Regisseur fixiert ist.
So liegt die große Attraktion der Serien in einer komplexen, vielschichtigen Narration, die nicht nur selbstreflexiv sondern metareflexiv ist und den Zuschauer immer wieder bewusst überfordert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fernsehen

2. 1 Flow

2. 2 Serielles Fernsehen

3 Die neuen amerikanischen Fernsehserien

3. 1. Narrative Komplexität

3. 2 Produktion

3. 3 Distribution

3. 4 Rezeption

3. 4. 1 Binge Watching

3. 5 House of Cards

3. 6 Kritik

4 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Dispositiv der neuen amerikanischen Fernsehserien und analysiert die Ursachen für die zunehmende Rezeption dieser Formate jenseits der klassischen Fernsehausstrahlung. Dabei wird insbesondere der Wandel von traditionellen Fernsehstrukturen hin zu "On-Demand"-Rezeptionsformen am Beispiel der Serie "House of Cards" beleuchtet.

  • Das Konzept des "Flow" und seine Bedeutung für das serielle Fernsehen.
  • Narrative Komplexität als Merkmal moderner US-Fernsehserien.
  • Die ökonomischen Bedingungen und Produktionsweisen der neuen Serienformate.
  • Der Wandel in der Distribution durch Streaming-Anbieter wie Netflix.
  • Binge Watching als neues Phänomen der Zuschauerrezeption.

Auszug aus dem Buch

3.1 Narrative Komplexität

Die neuen amerikanischen Fernsehserien bedienen sich eines ganzen Arsenals von Erzähltechniken. Verschiebungen in der Chronologie, Analepsen, Prolepsen, Fantasy-Sequenzen, Schwankungen zwischen Figurensubjektivität und diegetischer Realität, Aufhebung der vierten Wand, Off-Stimmen, die die Grenze zwischen diegetischer Welt und nichtdiegetischer Welt verwischen.

Diese Mittel finden sich auch in konventionellen Sendungen, sie werden in den neuen Serien aber wesentlich subtiler und mit einer Konsequenz eingesetzt, dass sie eher die Norm denn die Ausnahme sind. Die Serien scheuen nicht den Zuschauer zu verwirren, indem sie beispielsweise Analepsen, Prolepsen und Fantasy-Sequenzen nicht als solche kennzeichnen und ihn so über eine geraume Zeit im Unklaren lassen. Der Zuschauer muss die für das Verständnis der Serie nötigen Kompetenzen erwerben um in ihren Genuss zu kommen und so für die Anstrengung belohnt zu werden.

Mittell spricht hier von narrativen Spezialeffekten, die die neuen Serien im Gegensatz zur Pyrotechnik des Kinos in Anschlag bringen. Sie verzichten auf Realismus zugunsten einer barocken Qualität der Darstellung. Die Autoren von Die neue amerikanische Fernsehserie bezeichnen die Serien wegen ihrer narrativen Arabesken und Ausschmückungen als neobarock.

Es ist weniger das „Was“, als das „Wie“ des Geschehens, was diese Serien ausmacht. Diese narrative Komplexität geht mit einer intermedialen Verflechtung einher, die sich in der Anrufung anderer Medientexte oder Gattungen äußert. Kay Kirchmann spricht in Bezug auf die Gilmore Girls Episode, They Shoot Gilmores, Don’t They, von einem Reverenzfeuerwerk. Schon der Titel spielt auf Sidney Pollacks Film They Shoot Horses, Don’t They an. Die Handlung der Episode nimmt Teile des Plots von They Shoot Horses, Don’t They und überträgt sie auf die Gilmore Girls. Daraus ergeben sich derart viele Reverenzen, dass es schlicht unmöglich ist, alle beim ersten Sehen zu erkennen. So erzeugen diese komplexen Narrationen das Bedürfnis sie zur Verfügung zu haben um sie ganz oder punktuell nochmal zu sehen und zu verstehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein, beleuchtet den Wandel der Fernsehlandschaft durch neue Produktionsfirmen wie Netflix und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit.

2 Fernsehen: Das Kapitel betrachtet theoretische Grundlagen des Fernsehens, insbesondere das Konzept des "Flow" von Raymond Williams und die historische Entwicklung des seriellen Erzählens.

3 Die neuen amerikanischen Fernsehserien: Dieser Hauptteil analysiert die Merkmale moderner US-Serien, darunter narrative Komplexität, Produktionsbedingungen, neue Distributionswege sowie die Rezeptionsweise des Binge Watchings und das Fallbeispiel "House of Cards".

4 Schluss: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und ordnet die Serienrezeption in einen breiteren medienwissenschaftlichen Kontext ein.

Schlüsselwörter

Fernsehen, Fernsehserien, Binge Watching, Flow, House of Cards, Netflix, narrative Komplexität, Qualitätsserien, Distribution, Serienproduktion, Rezeption, Medientechnologie, Distinktion, Serialität, on demand

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel amerikanischer Fernsehserien im 21. Jahrhundert und wie sich deren Rezeption durch neue technische Möglichkeiten vom traditionellen Fernsehprogramm entfernt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die narrative Gestaltung, die veränderten Produktions- und Distributionsmodelle durch Streaming-Anbieter sowie die soziokulturellen Aspekte des Binge Watchings.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, warum moderne amerikanische Fernsehserien zunehmend jenseits des klassischen Fernseh-"Flows" rezipiert werden und welche Rolle technische sowie ästhetische Faktoren dabei spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf medienwissenschaftliche Theorien und Fachliteratur zur Serialität und Fernsehanalyse, ergänzt durch die Analyse aktueller Entwicklungen in der Branche.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die narrative Komplexität, die ökonomischen Bedingungen (Produktion/Distribution), das spezifische Rezeptionsverhalten und illustriert diese Punkte anhand der Serie "House of Cards".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Flow, narrative Komplexität, Binge Watching, On-Demand-Rezeption, Qualitätsserien und Distributionswandel.

Welche Rolle spielt "House of Cards" in der Arbeit?

Die Serie dient als konkretes Fallbeispiel, um die Verschiebung der Erstverwertung vom Fernsehen zum Internet und die spezifischen Produktionsverhältnisse bei Netflix zu illustrieren.

Wie bewertet die Arbeit den "Quality-TV"-Diskurs?

Der Autor stellt fest, dass sich Kritik und Produktion gegenseitig beeinflussen, da beide in ähnliche kulturelle Distinktionsprozesse eingebunden sind, was die Etablierung dieser neuen Serienformate begünstigt.

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Details

Title
Binge Watching statt Fernseh-Flow? Wie sich neue amerikanische Serien aus dem Fernsehen verabschieden: "House of Cards"
College
University of Hagen  (Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft)
Course
Modul L 2 – Kultur, Literatur und Medien
Grade
1,7
Author
Andreas Schirra (Author)
Publication Year
2015
Pages
26
Catalog Number
V301623
ISBN (eBook)
9783956871832
ISBN (Book)
9783668003347
Language
German
Tags
House of Cards Die neuen amerikanischen Fernsehserien Narrative Komplexität Binge Watching
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Schirra (Author), 2015, Binge Watching statt Fernseh-Flow? Wie sich neue amerikanische Serien aus dem Fernsehen verabschieden: "House of Cards", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301623
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