Auf den folgenden Seiten werde ich den Konflikt unter verschiedenen Gesichtspunkten analysieren und meine Gedanken zum weiteren Vorgehen offenlegen.
Zunächst müssen alle Beteiligten herausgefiltert und ihre individuellen Interessen aufgedeckt werden.
Im Anschluss muss ich mir darüber im Klaren werden, wie vorangeschritten die Intensität des Konfliktes ist und komplexe Sachverhalte erfassen, die mir bei der Klärung helfen könnten. Sinnvoll ist auch, die Art des Konfliktes zu erfassen, um den Zugang zu den Betroffenen zu vereinfachen.
Im Anschluss werde ich mit der tatsächlichen Analyse beginnen.
Nach einer allgemeinen Beschreibung aus meiner Sicht und der Erforschung des Zeitpunktes der Entstehung werde ich zudem bisherige Versuche der Konfliktbewältigung und ihren Verlauf dokumentieren, um mir über die Gründe des Scheiterns in der Vergangenheit klar zu werden und eine ideale Win-Win-Situation für alle Parteien überlegen, die ich entsprechend einleiten möchte. Hierfür ist es notwendig, gezielte Verhaltensweisen zu fordern und Emotionen zu fördern, die zur Konfliktlösung beitragen könnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Herangehensweise
1.2 Zielsetzung und formaler Aufbau der Analyse
2. Grundlagen der Konfliktlösung
2.1 Definition, Entstehung und Typologisierung von Konflikten
2.1.1 Intrapersonelle Konflikte
2.1.2 Interpersonelle Konflikte
2.1.3 Soziale Konflikte
3. Analyse der Konfliktsituation
3.1 Konfliktgegenstand
3.1.1 Präzisierung des Konfliktgegenstands
3.1.2 Konfliktart
3.1.3 Konfliktintensität und -komplexität
3.2 Konfliktparteien
3.2.1 Konfliktwahrnehmung der Parteien
3.2.2 Eigene Belastung
3.2.3 Belastung der anderen Parteien
3.2.4 Optimales Ergebnis aus meiner Sicht
3.2.5 Optimales Ergebnis aus Sicht der anderen Parteien
3.2.6 Minimales Ergebnis aus Sicht der anderen Parteien
3.2.7 Die Rolle von Macht
3.3 Konflikthistorie
3.3.1 Entstehung des Konfliktes
3.3.2 Verborgene Konfliktursachen
3.3.3 Bisherige Versuche der Konfliktbewältigung
3.4 Aktuelle Interessenslage
3.5 Konfliktprozess
3.5.1 Auftretende Spannungen
3.5.2 Abhängigkeitsstrukturen
3.5.3 Konfliktförderliche Verhaltensweisen
3.5.4 Forderungen
3.5.5 Emotionen
3.5.6 Konzessionsbereitschaft
4. Handlungsoptionen
4.1 Psychologische Verfahren
4.1.1 Moderation
4.1.2 Supervision
4.1.3 Coaching
4.1.4 Teamentwicklung
4.1.5 Conciliation
4.1 Juristische Verfahren
4.1.1 Staatliche Gerichtsverfahren
4.1.2 Schiedsgerichtsbarkeit
4.1.3 Schlichtungsverfahren
4.1.4 Verhandlung
4.2 Mediation
4.3 Vergleich von Schlichtungsverfahren und Mediation
4.4 Weitere Vorgehensweise und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert einen betriebsinternen Konflikt in einem Pharmaunternehmen, der durch eine Unternehmensfusion und daraus resultierende Spannungen zwischen langjährigen und jüngeren Mitarbeitern entstanden ist. Ziel ist es, die Tiefenstrukturen des Konflikts mittels wissenschaftlicher Methoden aufzuarbeiten und eine geeignete Mediationsstrategie zu entwickeln, um eine Win-Win-Situation zu etablieren und künftige Probleme zu vermeiden.
- Grundlagen der Konfliktentstehung und Typologisierung
- Detaillierte Analyse der Konfliktsituation und ihrer Akteure
- Untersuchung von Abhängigkeitsstrukturen und Machtverhältnissen
- Gegenüberstellung psychologischer und juristischer Konfliktlösungsverfahren
- Evaluierung der Mediation als effizientes Instrument der Streitbeilegung
Auszug aus dem Buch
3.2.7 Die Rolle von Macht
Es gibt viele Möglichkeiten, das Verhalten von anderen Menschen zu beeinflussen. Um analysieren zu können, um welche Art der Machtausübung es sich in meinem Konflikt handelt, möchte ich zunächst theoretische Grundlagen aufführen.
Folgende Machtmittel, also Mittel die zur Zielerreichung eingesetzt werden, werden wie folgt differenziert:
• Macht durch Belohnung: Im Sinne der operanten Konditionierung wird beispielsweise durch die Ausschüttung von Prämien das Verhalten beeinflusst und erwünschte Reaktionen verstärkt.
• Macht durch Zwang oder Bestrafung: Indem Sanktionen angedroht werden und beispielsweise die verdiente Beförderung aufgeschoben wird, wird unerwünschtes Verhalten reduziert.
• Legitimierte Macht: Durch hierarchische Rollenverteilungen im Unternehmen sind z. B. Vorgesetzte dazu in der Lage, das Verhalten anderer Mitarbeiter zu beeinflussen, wenn es mit der Erfüllung von Unternehmensaufgaben zu tun hat.
• Identifikations- oder Vorbildmacht: Wenn Unternehmensmitglieder Einfluss durch ihre positive Fremdwahrnehmung ausüben können, dann lassen sich dahinter Identifikationsmotive feststellen.
• Expertenmacht: Die speziellen Kenntnisse einer Person kann deren Einfluss auf Kollegen erhöhen, wenn sie selbst die benötigten Kenntnisse nicht besitzen.
• Informationsmacht: Eine wirksame Form der Machtausübung ist die Filterung und Verfälschung von Informationen, deren Mitteilung negative Folgen für einzelne Mitarbeiter haben können (vgl. Kühn, Platte & Wottawa, 2006, S. 217, f.)
Für mich steht fest, dass hier besonders die Bestrafungsmacht eine Rolle spielt, indem der Bereichsleiter unter Druck gesetzt wird. Außerdem haben die jüngeren Mitarbeiter keine Chance, durch die legitimierte Macht des Betriebsrates gegen dessen Entscheidungen anzukommen. Hier lässt sich außerdem die Ausübung der Informationsmacht identifizieren, durch die jüngere Mitarbeiter unter Druck gesetzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt ihre Herangehensweise dar, erläutert die Verwendung der Ich-Perspektive und steckt das Ziel sowie den formalen Rahmen der Konfliktanalyse ab.
2. Grundlagen der Konfliktlösung: Dieses Kapitel definiert Konflikte als soziales Phänomen und unterscheidet zwischen intrapersonellen, interpersonellen und sozialen Konfliktformen.
3. Analyse der Konfliktsituation: Hier wird der spezifische Fall der Firmenfusion detailliert analysiert, wobei Konfliktgegenstand, Akteure, Machtverhältnisse und die Historie beleuchtet werden.
4. Handlungsoptionen: Das Kapitel vergleicht verschiedene psychologische und juristische Verfahren zur Konfliktlösung und begründet die Entscheidung für die Mediation als optimalen Weg.
Schlüsselwörter
Konfliktanalyse, Mediation, Unternehmensfusion, Arbeitsklima, Machtausübung, Betriebsrat, Konfliktlösung, Interpersonelle Konflikte, Organisationskultur, Win-Win-Situation, Führungsaufgabe, Mitarbeiterbeziehungen, Konfliktprozess, Stressmanagement, Change Management
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer fundierten Konfliktanalyse innerhalb eines Pharmaunternehmens, das aus einer Fusion hervorgegangen ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Konfliktursachen, Machtstrukturen in Organisationen sowie die Analyse und Bewertung verschiedener Konfliktlösungsverfahren wie Mediation und juristische Wege.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den bestehenden Konflikt zwischen langjährigen und neuen Mitarbeitern tiefgreifend zu entschlüsseln und eine effiziente Strategie zur einvernehmlichen Lösung zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Fallstudie und orientiert sich an etablierten Checklisten und Theorien zur Konfliktanalyse, um die Situation strukturiert aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Konfliktgegenstand, die Interessenlagen der Beteiligten, die Konflikthistorie, die Machtdynamiken und die verschiedenen Möglichkeiten der Konfliktbewältigung detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Konfliktanalyse, Mediation, Machtstrukturen, Arbeitsklima und Change Management.
Warum wird im vorliegenden Fall Mediation als Lösungsweg bevorzugt?
Mediation wird bevorzugt, da sie als Win-Win-Modell gilt, das im Vergleich zu juristischen Verfahren kostengünstiger, schneller, diskreter und flexibler zur Streitbeilegung führt.
Welche Rolle spielt die Bestrafungsmacht im analysierten Fall?
Die Bestrafungsmacht zeigt sich besonders darin, dass der Bereichsleiter unter Druck gesetzt wird, um die Durchsetzung von Sanktionen gegenüber den langjährigen Mitarbeitern zu verhindern.
- Arbeit zitieren
- Iwana Janson (Autor:in), 2012, Konfliktanalyse aus der Sicht der Abteilungsleitung. Beschreibung anhand einer Fallstudie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301641