Die Abgabe der nächsten Hausarbeit steht kurz bevor. Die Gliederung steht, der Text wird sich schon von alleine schreiben. Immerhin sind für die 20 Seiten Text ja noch zwei Wochen Zeit. Etwa eine Woche später macht sich die Angst breit. Eigentlich ist es unmöglich, die Arbeit zu schreiben, die Gliederung und Einleitung sind geschrieben, doch irgendwie gibt es eine Blockade. Allerdings ist ja noch eine Woche Zeit, morgen klappt es bestimmt besser. Wichtige Aufgaben wie der Hausputz oder das Auto säubern sollten erstmal vorgehen. Das letzte Mal hat es ja auch funktioniert, das Ergebnis war ausreichend, aber die Prüfung ist geschafft.
Die Prokrastination, im Umgangssprachlichen auch „Aufschieben“ genannt, hat viele Facetten, die einem im täglichen Leben oft begegnen. Viele Menschen kennen es, unter Druck zu arbeiten und stehen jeden Tag vor wichtigen Aufgaben, die erledigt werden müssen. Eine gute Selbstorganisation und ein optimales Zeitmanagement sind nötig, um die Arbeit anforderungsgerecht zu erfüllen.
Doch wie sieht es in schwierigen Fällen aus, die diese wichtigen Eigenschaften nicht besitzen und sich in einem ewigen Kreislauf des Aufschiebens befinden? Sind diese Eigenschaften erlernbar? Kann man die alten Gewohnheiten einfach ablegen oder sind die Ursachen doch tiefgreifender und erfordern eine individuelle psychische und soziale Therapie?
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird diesen Fragen auf den Grund gegangen und es wird erläutert, wo die Ursachen liegen, die Menschen in diesen Teufelskreis treiben. Die Frage nach dem Ablauf des Aufschiebens eines „Erkrankten“ aus und welche Symptome typisch für die Prokrastination sind werden ebenfalls geklärt. Zudem wird auf die psychischen und sozialen Folgen der Prokrastination eingegangen.
Abschließend finden sich einige Techniken und Tipps des persönlichen Zeitmanagements und der Selbstorganisation, welche dem Betroffenen vielleicht helfen können, diese durchaus belastende Charaktereigenschaft in den Griff zu bekommen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DER BEGRIFF PROKRASTINATION
3 URSACHEN
4 UMGANG MIT DER PROKRASTINATION IN DER REALITÄT
4.1 BEISPIEL: DAS SCHREIBEN DIESER HAUSARBEIT
4.1 TEUFELSKREIS DER PROKRASTINATION
4.2 VERHALTEN IN DER UMWELT
5 MÖGLICHE FOLGEN DER PROKRASTINATION
6 MÖGLICHKEITEN ZUR ÜBERWINDUNG
6.1 SELBSTORGANISATION
6.2 ZEITMANAGEMENT
6.2.1 ABC - Analyse
6.2.2 Alpen – Methode
6.2.3 Mind - Mapping
6.2.4 Das Eisenhower - Prinzip
7 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Prokrastination, insbesondere bei Studenten, und analysiert, ob es sich dabei um eine ernstzunehmende Störung oder lediglich um defizitäres Zeitmanagement handelt. Ziel ist es, die Ursachen dieses Teufelskreises zu identifizieren und bewährte Methoden zur Überwindung des Aufschiebeverhaltens aufzuzeigen.
- Definition und psychologische Einordnung von Prokrastination.
- Analyse der Ursachen und Entstehungsbedingungen (z.B. Perfektionismus, akademisches Umfeld).
- Darstellung realer Fallbeispiele und des typischen "Teufelskreises" der Betroffenen.
- Präsentation von Zeitmanagement-Methoden wie ABC-Analyse, Alpen-Methode und Eisenhower-Prinzip.
Auszug aus dem Buch
4.1 Teufelskreis der Prokrastination
Die folgende Abbildung beschreibt den wiederkehrenden Kreislauf eines Prokrastinators, den er immer wieder durchläuft, sobald es um die Erledigung einer Aufgabe geht.
Der Kreislauf beginnt meist mit dem Erhalt einer Aufgabe, die grundsätzlich, zeitgerecht zugeteilt wird und dem Bearbeiter genug Zeit lässt, sie in Ruhe abzuarbeiten. Ein Frühstart wäre möglich, wird allerdings nicht durchgeführt. Der Prokrastinator beginnt eher mit dem Vorsatz, in seinen Augen, rechtzeitig anzufangen und die Aufgabe zur vollen Zufriedenheit zu erledigen.
Dieser Vorsatz hält jedoch nicht lange an und verzögert sich bis auf Weiteres zeitlich nach hinten. Dem Betroffenen wird nun allmählich klar, dass er demnächst starten sollte, um die Aufgabe fristgerecht bearbeiten zu können.
Nachdem weitere kostbare Zeit verstrichen ist, kommen im Aufschieber erste Ängste auf, die ihn die Konsequenzen durchdenken und abwägen lassen, ob er die Arbeit nicht doch wieder zu spät oder gar nicht erst beginnen sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Problem des Aufschiebens ein und stellt die Forschungsfrage nach den Ursachen und Bewältigungsmöglichkeiten von Prokrastination bei Studenten.
2 DER BEGRIFF PROKRASTINATION: Dieses Kapitel definiert Prokrastination als psychisch relevante Arbeitsstörung und grenzt sie von bloßer Faulheit ab.
3 URSACHEN: Hier werden psychologische und strukturelle Ursachen beleuchtet, die Menschen in den Teufelskreis des Aufschiebens führen, einschließlich des Einflusses des universitären Systems.
4 UMGANG MIT DER PROKRASTINATION IN DER REALITÄT: Dieses Kapitel illustriert anhand eines persönlichen Beispiels und des Teufelskreises die reale psychische Belastung sowie die verschiedenen Verhaltensweisen in der Umwelt.
5 MÖGLICHE FOLGEN DER PROKRASTINATION: Die Ausführungen behandeln die negativen Auswirkungen, von akademischem Scheitern über finanziellen Nachteilen bis hin zu möglichen psychischen Erkrankungen.
6 MÖGLICHKEITEN ZUR ÜBERWINDUNG: Es werden konkrete Instrumente und Methoden zur Selbstorganisation und zum Zeitmanagement vorgestellt, um die Prokrastination in den Griff zu bekommen.
7 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die Prokrastination als ernstzunehmende Störung bestätigt, für die jedoch durch den gezielten Einsatz von Zeitmanagement-Tools Abhilfe geschaffen werden kann.
Schlüsselwörter
Prokrastination, Aufschieben, Zeitmanagement, Selbstorganisation, Studenten, psychische Störung, Arbeitsblockade, Perfektionismus, ABC-Analyse, Alpen-Methode, Eisenhower-Prinzip, Mind-Mapping, Arbeitsstörung, Teufelskreis, Studienabschluss.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Prokrastination, also dem pathologischen Aufschieben von Aufgaben, insbesondere im Kontext des Studiums.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition des Begriffs, die Analyse der Ursachen, die Beschreibung des Teufelskreises sowie die Vorstellung von Strategien zur Überwindung durch Selbstmanagement.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob es sich bei der Prokrastination um eine ernstzunehmende psychische Problematik handelt oder lediglich um ein Defizit im Zeitmanagement, und wie Betroffene damit umgehen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Konzepte sowie eine veranschaulichende Fallstudie, um die Problematik in der Praxis zu spiegeln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenforschung, die Darstellung der Realität des Aufschiebens anhand von Beispielen und die detaillierte Vorstellung spezifischer Zeitmanagement-Techniken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Prokrastination, Selbstorganisation, Zeitmanagement, Arbeitsblockade und psychische Störung.
Warum spielt Perfektionismus eine so große Rolle bei der Prokrastination?
Perfektionismus führt oft zu einer inneren Blockade, da der Betroffene den eigenen hohen Ansprüchen nicht gerecht zu werden fürchtet, was zur Vermeidung der Aufgabe führt.
Inwiefern ist das universitäre System an der Prokrastination beteiligt?
Durch die hohe Freiheit der Selbstorganisation im Studium fehlt oft eine externe Kontrollinstanz, was bei Studierenden ohne ausgeprägte Selbstdisziplin die Prokrastination begünstigen kann.
- Arbeit zitieren
- Mario Beilfuß (Autor:in), 2013, Prokrastination bei Studenten. Krankheit oder falsches Zeitmanagement?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301666