Erzählende Typen, Parodie und 'Gegensang' im späten Minnesang. Eine Lernzusammenfassung


Prüfungsvorbereitung, 2010
14 Seiten

Leseprobe

Mitschrift: ErzählendeTypen, Parodie und 'Gegensang' im späten Minnesang

1 Gottfried von Neifen

Gottfried von Neifen war ein Minnesänger aus einem edelfreien schwäbischen Geschlecht der freien Herren von Neifen, das vielleicht schon seit ca. 1150, sicher seit 1198 bezeugt ist. Erste urkundliche Belege über Gottfried, zusammen mit seinem Bruder Albert und deren Vater, sind in einer Urkunde König Heinrichs vom 15.02.1234 belegt. 1235 wird Gottfried mit Bischof Hermann von Würzburg von König Heinrich nach Paris zu Ludwig VIII. geschickt. Im selben Jahr werden die Brüder in der Schlacht im Schwiggertal gefangen genommen, nach Aussöhnung mit dem Kaiser wieder freigelassen und sind von März 1236 bis September 1237 in seiner Umgebung. Danach erschien Gottfried nur noch in Privaturkunden, 1241 ist er als wohnhaft auf Burg Neuffen bezeugt. Letztmalig erscheint Gottfried in einer Urkunde des Klosters Rechenzofen von 23.04.1255.

Seine Werke sind gespickt von Ironie und bestechen durch sprachliche Meisterschaft. Melodien von Gottfried sind nicht überliefert. Ein großer Teil seiner Lieder zeigt eine verblüffende formale Meisterschaft in Strophenbau, Reimordnung und Wortwiederholungen. Es scheint so als jongliere Gottfried immer wieder mit denselben Motiven: Jahreszeiten, roter Mund und strahlende Augen der geliebten Dame, Klagen über ihre Unzugänglichkeit, über Liebeswunden, Anrufungen der Minne.

2 Burkhard von Hohenfels

Er stammt aus einer angesehenen Ministerialienfamilie. Den frühesten Beleg für einen Burchardus de Honuels liefert eine Urkunde Bischof Diethelms von Konstanz vom Jahr 1191. Ende 1222 traten er und sein Bruder unter den Zeugen eines Diploms König Heinrichs VII. auf, seitdem findet man Burkhard vor allem in Diplomen König Heinrichs VII.

Burkhard beherrscht die klassischen Formen und Traditionen der Minnelieder aber er öffnet sich auch dem Stilwandel. Er geht weg vom Verharren in der Klage zum Sinnlich­Derben und Tänzerischem.

3 Ulrich von Winterstetten

Schenk Ulrich von Winterstetten, auch von Schmalneck oder von Schmalneck-Winterstetten wurde vermutlich um 1225 geboren und ist zwischen 1241 und 1280 nachweisbar. Er entstammt dem ober-schwäbischen Ministerialgeschlecht von Tanne­Winterstetten. Der Dichter tritt erstmals mit seinen Eltern, den drei älteren Brüdern und den vier Schwestern in einer Urkunde von 1241 auf. 1258 ist er in als Kanonikus in Augsburg in zwei Urkunden zu finden, weitere Urkunden aus den Jahren 1263, 1265 und 1269 folgen (in Schmalneck, Biberach, Konstanz). Die letzte Urkunde ist vom 21. August 1280.

Im Formalen wächst er über Burkhard von Hohenfels und Gottfried von Neifen hinaus. Ihn reizt vor allem das Spiel mit den Formen. Er ist sehr originell in seiner Themenwahl, manchmal sogar derb und auch sinnlich. Hierbei wird der Einfluss von Neidhart deutlich aber man wird auch an Tannhäusers ironische Klagen über die anmaßende Herrin, die vom Ritter alles verlangt und ihm nichts entgegenbringt, erinnert.

1. Definition von „Dichterschule"

Unter Dichterschule (im weiteren Sinne „Dichterkreis") versteht man eine Gruppe - z. T. Lokal - landschaftlich, z. T. durch freundschaftliche Beziehungen - verbundener Dichter mit gleichem oder doch ähnlichem künstlerischen Wollen (Gehalt) und vor allem auch formal gleichstrebender Gestaltungsrichtung (Form).

- Überwiegen der theoretisch - geistigen Beziehungen, Gemeinschaft in Technik und Tendenz, bewusste Durchführung künstlerischer Leitgedanken, absichtlicher Anschluss an ein praktisches Muster

4 Der „Dichterkreis"

Fokus liegt auf freundschaftlicher Beziehung: „Freundesgruppe", lokaler und persönlichen Zusammenschluss

5 Heinrich VI.

Sohn Friedrichs I. Barbarossas, er gilt als hochbegabt und an seiner Autorschaft wird mittlerweile kaum noch gezweifelt. Zusammen mit einer Miniatur sind am Anfang der Weingartner Liederhandschrift B und der Großen Heidelberger Liederhandschrift C unter dem Namen kaiser Hainñch bzw. keiser Heinrich je acht Minnesangstrophen überliefert. Die drei überlieferte Minnelieder repräsentieren verschiedene Stilstufen. Für diese Stilformen mag er Anregungen bei den in staufischen Hofkreisen auftretenden Sängern gefunden haben, zu denen auch Ministerialen wie Friedrich von Hausen, Bernger von Horheim, Ulrich von Gutenburg zählten.

6 Dichterkreise im Umfeld des Stauferhofs

6.1 Friedrich von Hausen

Besonders in seinem letzten Lebensjahrzehnt ein hochangesehener Ministeriale des Stauferhofes, gilt in der Literaturgeschichtsschreibung als Haupt des rheinischen Minnesangs, der sich im Umkreis des staufischen Hofes entwickelte. Er führte in seinen Liedern zum ersten Mal in der Geschichte der mittelhochdeutschen Lyrik das Ritual der hohen Minne, der ebenso ergebenen wie vergeblichen Dienstverpflichtung. Neben Heinrich von Veldeke und Rudolfvon Fenis war er der wohl wirkungsvollste Ermittler romanischer Liedkunst.

7 Die Gattung „Tagelied"

7.1 Einleitung und Einführung

Tagelieder sind lyrische Erzähllieder, die selten als reine Dialoglieder auftreten. Durch den Wechsel von Erzählung und Dialog wird eine episch-dramatische Stimmung erzeugt. Die Hauptpersonen sind der Ritter, der Wächter und die Dame. Der Grundtyp des Tageliedes besteht aus drei Strophen.

7.2 Thema

Tagelieder poetisieren den Schmerz eines (noch) nicht verheirateten Liebespaares, das sich bei Tagesanbruch, nach einer gemeinsamen Nacht, wieder voneinander trennen muss.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Erzählende Typen, Parodie und 'Gegensang' im späten Minnesang. Eine Lernzusammenfassung
Veranstaltung
Erzählende Typen, Parodie und 'Gegensang' im späten Minnesang
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V301785
ISBN (eBook)
9783956873881
ISBN (Buch)
9783668004986
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erzählende, typen, parodie, gegensang, minnesang, eine, lernzusammenfassung
Arbeit zitieren
Rebecca Schwarz (Autor), 2010, Erzählende Typen, Parodie und 'Gegensang' im späten Minnesang. Eine Lernzusammenfassung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301785

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