Bei meiner Hausarbeit über die Entstehung von Massenproduktion am Bespiel Ford möchte ich nicht sofort mit der Betrachtung der Firma selber beginnen. Vielmehr soll die Frage erörtert werden, weshalb es überhaupt zu einer solchen Produktionsform gekommen ist. Welche Entwicklungen haben die Entstehung der Massenproduktion überhaupt ermöglicht und welche Auswirkungen hatte dieses System auf die Beteiligten?
Um die Ursprünge der Massenproduktion zu verdeutlichen, werde ich daher zuerst darauf eingehen, wie und warum sich die Marktorganisation im Laufe der Jahrhunderte überhaupt verändert hat und welche Auswirkungen das für den Arbeitsprozess an sich, aber auch für Menschen hatte. Da in diesem Zusammenhang vor allem der Begriff der Arbeitsproduktivität zunehmend eine Rolle spielt, werde ich mich im darauffolgenden Teil der Hausarbeit mit einigen Überlegungen von Adam Smith, Frederick Winslow Taylor und natürlich Henry Ford zu diesem Thema befassen. Mit Hilfe dieser Ausführungen werde ich dann die Entwicklung von der Fleißbandarbeit bis hin zur Massenproduktion in der Firma Ford selber verdeutlichen. Um jedoch auch die Chancen und Grenzen dieses Produktionssystems aufzuzeigen, arbeite ich abschließend einige aus der Praxis resultierende Vor- und Nachteile der Massenproduktion heraus.
Bereits im 15. Jahrhundert findet man arbeitsteilige Herstellungsprozesse, wie beispielsweise bei der Ausrüstung von Galeeren in Venedig, die während der Fahrt durch die Kanäle erfolgte. Diese weisen jedoch noch nicht die typischen Merkmale der Massenproduktion für Massenmärkte auf, da die Arbeitsabläufe weder zeitlich getaktet waren, noch ein Fließband existierte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Die Ursprünge der Massenproduktion
2.1 Marktorganisation vor dem 18. Jahrhundert
2.2 Von der Selbstversorgung zur bezahlten Arbeit
2.3 Vom natürlichen Rhythmus zum geregeltem Arbeitstag
2.4 Die Praxis in den Betrieben
3 Die Revolutionäre
3.1 Adam Smith
3.2 Frederick Winslow Taylor
3.3 Henry Ford
4 Die Firma Ford
4.1 Vom Austauschbau zur Fließfertigung
4.2 Von der Fließfertigung zur Massenproduktion
5 Die Chancen und Grenzen der Massenproduktion
5.1 Vorteile der Massenproduktion
5.2 Nachteile der Massenproduktion
6 Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit erörtert die historische Entstehung der Massenproduktion unter besonderer Berücksichtigung der Ford Motor Company. Dabei wird untersucht, welche sozioökonomischen Entwicklungen diesen Produktionswandel ermöglichten, wie sich das Arbeitsumfeld veränderte und welche Auswirkungen die Einführung von Taylorismus und Fordismus auf die Arbeitsproduktivität sowie das Wohlbefinden der Arbeiterschaft hatten.
- Historischer Wandel der Marktorganisation und Arbeitsverhältnisse
- Einfluss von Theorien von Adam Smith und Frederick Winslow Taylor
- Entwicklung des "American System of Manufacture" und der Fließfertigung
- Transformation des Produktionsprozesses bei Ford
- Analyse der sozioökonomischen Vor- und Nachteile der Massenproduktion
Auszug aus dem Buch
3.1 Adam Smith
Adam Smith beschrieb 1776 in seinem Werk „Der Wohlstand der Nationen“ erstmals die Vorteile der Arbeitsteilung anhand des Beispieles einer Nadelfabrik. Insbesondere weist er auf die Tatsache hin, dass durch die aufeinander abgestimmten Arbeitsabläufe eine Produktivitätssteigerung erfolgt, wobei die Arbeiter für die Fertigstellung der Produkte keine besondere Ausbildung benötigen.
Bei seiner Analyse kommt er zu dem Schluss, dass sich durch arbeitsteilige Prozesse die Arbeitsproduktivität, in Abhängigkeit vom Grad der Spezialisierung, von der Zeitersparnis und vom technischen Fortschritt, steigern lässt. Die Spezialisierung der Arbeiter bewirkt beispielsweise, dass sich der Einzelne nur auf einen Arbeitsauftrag beziehungsweise ein Arbeitsstück konzentrieren muss, wodurch er Routine bekommt. Da dadurch wiederum die Arbeitsschritte schneller erledigt werden können, wird so auch noch Arbeitszeit eingespart und somit eine höhere Arbeitsproduktivität erreicht. Ferner ist Smith der Meinung, dass die Arbeit mit Einzelteilen einen schnelleren technischen Fortschritt ermöglicht, weil diese leichter zu verbessern sind als komplexe Produkte.
Außerdem stellt Smith sich die Frage, ob eine starke Arbeitsteilung im Hinblick auf die Marktsituation überhaupt sinnvoll ist. Smith ist der Meinung, dass der Grad der Spezialisierung auch von der Marktgröße abhängig gemacht werden muss. Ist ein Markt beispielsweise klein, dann ist eine spezialisierte Arbeitsteilung mit dem Ziel einer hohen Arbeitsproduktivität kontraproduktiv, da sowieso nicht genügend Güter getauscht bzw. verkauft werden können.
Smith zeigt jedoch nicht nur die produktions- und absatzbezogenen Vor- und Nachteile der Spezialisierung auf, sondern weist auch auf die Folgen für die Arbeiter hin. Er hat bereits damals erkannt, dass die einfachen und monotonen Handgriffe unweigerlich zur Verdummung der arbeitenden Bevölkerung führen, da der eigene Verstand nicht mehr zur Lösung von Problemen eingesetzt werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Ursprüngen und Auswirkungen der Massenproduktion auf und erläutert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Die Ursprünge der Massenproduktion: Dieses Kapitel analysiert den Wandel von der lokalen, bedarfsorientierten Selbstversorgung hin zur fremdbestimmten, zeitlich getakteten Lohnarbeit in frühen Industriebetrieben.
3 Die Revolutionäre: Hier werden die theoretischen und praktischen Grundlagen der Produktivitätssteigerung durch Adam Smith, Frederick Winslow Taylor und Henry Ford dargelegt.
4 Die Firma Ford: Dieses Kapitel beschreibt den praktischen Übergang bei Ford vom Austauschbau über die Fließfertigung hin zur vollen Massenproduktion.
5 Die Chancen und Grenzen der Massenproduktion: Hier werden die ökonomischen Vorteile der Effizienzsteigerung den sozialen und systemischen Nachteilen, wie Monotonie und Unflexibilität, gegenübergestellt.
6 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die Entstehung der Massenproduktion zusammen und bewertet Fords Vision im Hinblick auf die späteren Marktveränderungen.
Schlüsselwörter
Massenproduktion, Ford, Taylorismus, Arbeitsteilung, Arbeitsproduktivität, Industriegeschichte, Fließfertigung, Austauschbau, Marktorganisation, Sozialgeschichte, Arbeitsprozess, Fordismus, Spezialisierung, Wirtschaftsgeschichte, Fabrikarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die historische Entstehung der industriellen Massenproduktion, wobei die Entwicklung der Ford Motor Company als zentrales Fallbeispiel dient.
Welche Themenfelder stehen dabei im Vordergrund?
Zentrale Themen sind der Wandel der Arbeitsformen vom 18. Jahrhundert bis zur industriellen Moderne, die theoretischen Ansätze der Produktivitätssteigerung und die sozioökonomischen Folgen für die Fabrikarbeiter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die notwendigen Entwicklungen und Voraussetzungen zu identifizieren, die eine solche Produktionsform ermöglichten, sowie die Ambivalenz zwischen wirtschaftlichem Erfolg und menschlicher Belastung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Quellen, um die Zusammenhänge zwischen Produktionsorganisation, technischem Fortschritt und gesellschaftlichen Veränderungen zu beleuchten.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Beiträge der „Revolutionäre“ Smith, Taylor und Ford sowie die praktische Umsetzung dieser Konzepte in der Fordschen Produktion, unterteilt in Phasen wie Austauschbau und Fließfertigung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Massenproduktion, Fordismus, Taylorismus, Arbeitsteilung, Arbeitsproduktivität, Fließfertigung und die Transformation der Arbeitswelt.
Welche Rolle spielten die Schlachthöfe von Chicago für die Entwicklung bei Ford?
Sie dienten Henry Ford als Vorbild für die Nutzung von Transportbändern, um Werkstücke effizient zwischen Arbeitern zu bewegen, was maßgeblich zur Einführung der Fließlinie beitrug.
Warum stieß das System der Massenproduktion schließlich an seine Grenzen?
Das starre, auf hohe Stückzahlen ausgelegte System erwies sich bei der Entwicklung vom Verkäufer- zum Käufermarkt als zu unflexibel, um den steigenden individuellen Kundenansprüchen gerecht zu werden.
- Arbeit zitieren
- Dana Ziegel (Autor:in), 2005, Entstehung, Auswirkungen und Vor- und Nachteile von Massenproduktion am Beispiel Ford, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301826