Ziel der beiden Unterrichtsstunden: Landeskunde einmal anders, Untersuchung, gemeinsame Ausarbeitung und Beleuchtung eines nicht alltäglichen (für den Unterricht) und doch alltäglichen (für die Zeit nach dem Unterricht) Themas.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen der interkulturellen Didaktik
3. Analyse der Lernergruppen und didaktische Voraussetzungen
4. Unterrichtseinheit: Organisierte Kriminalität in Deutschland
4.1 Didaktische Konzeption und Ziele
4.2 Durchführung der ersten Doppelstunde
4.3 Durchführung der zweiten Doppelstunde und Rollenspiele
5. Anhang
5.1 Anlage 1: Hausaufgabe Textarbeit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen innovativen didaktischen Ansatz für den Fremdsprachenunterricht auf C1-Niveau zu entwickeln, indem sie ein gesellschaftlich relevantes, aber kontroverses Thema – die organisierte Kriminalität in Deutschland – in den Kontext der interkulturellen Landeskunde einbettet, um Sprachkompetenz mit kritischer Auseinandersetzung zu verknüpfen.
- Integration aktueller landeskundlicher Themen in den Sprachunterricht
- Methodische Gestaltung von Unterrichtseinheiten für heterogene Lernergruppen
- Einsatz von authentischen Materialien und audiovisuellen Medien zur Sprachvermittlung
- Förderung der interkulturellen Kompetenz durch Vergleich der Zielkultur mit der eigenen Kultur
- Didaktisierung komplexer Begriffe aus dem Bereich Recht und Kriminalität
Auszug aus dem Buch
Die organisierte Kriminalität in Deutschland und Zeugenschutz – Ausarbeitung und Versuch einer Didaktisierung
Mit Deutschlernern (heterogen), die sich bereits auf C1-Niveau befinden und schon geraume Zeit miteinander lernen, soll erfahrbar gemacht werden, daß Deutschland nicht verschont bleibt von Dingen wie Drogenhandel, Geldwäsche und (organisierter) Kriminalität. Zwei Doppelstunden stehen neben einer idealen Lernumgebung, also Klassenzimmer mit Videogerät, Fernseher, Overhead-Projektor und erleichterten Bedingungen für Gruppen- und Projektarbeit (verschiedene Plätze zum Zusammensitzen und –arbeiten innerhalb des Raumes, Materialien etc.) zur Verfügung. In der ersten Doppelstunde erfuhren die Lerner Fakten über
Organisierte Kriminalität (Was ist das? Straftaten werden begangen von mindestens zwei Personen unter Anwendung von Gewalt, von gewerblicher Strukturen, Stichwort Geldwäsche, unter Einflussnahme auf Politik, Medien, Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Stichwort Bestechung)/Es existiert überall auf der Welt – Beispiele (Mafia-Cosa nostra, chinesische Triaden, russische Mafia, Yakuza in Japan, albanische, ukrainische Mafia) und über
Ausprägungen der OK – Drogenhandel, Betrug, Schmuggel, Waffenhandel, Geldwäsche, Prostitution, Menschenhandel, Autohandel (Embargohandel und Glücksspiel führen zu weit ab)
Als audiovisuelle Präsentation fungierte der Film „100 Deutsche Jahre – Tatorte Kriminalität in Deutschland“, bestellbar als Videokassette beim WDR Köln, Zentrale Aufgaben Fernsehen, Mitschnittservice), und zwar der letzte Teil, bei dem es um die Zeit nach Kriegsende in Deutschland geht, in der auch (vor allem ungeklärte) Verbrechen sprunghaft ansteigen sowie die Meldungen über organisierte Kriminalität und die Schwierigkeit, diese (nach 1990 bedingt durch die Öffnung des Ostens und die Globalisierung) zu verfolgen und der Täter habhaft zu werden). Zum Film erhielten die Lerner ein Frageblatt (Welche Mafia wird hinter dem jeweiligen Verbrechen vermutet?, Welche Verbrechen wurden angesprochen?, Wieviele Zeugen wurden ermordet, konnten einige im Prozeß noch aussagen und wenn ja, wie hoch waren die Strafen?)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Notwendigkeit ein, moderne Fremdsprachenausbildung an globalisierte Anforderungen und aktuelle gesellschaftliche Themen anzupassen.
2. Theoretischer Rahmen der interkulturellen Didaktik: Hier werden die methodischen Grundlagen dargelegt, insbesondere die Bedeutung des interkulturellen Vergleichs für den Erfolg des Unterrichts.
3. Analyse der Lernergruppen und didaktische Voraussetzungen: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Lehrkräfte heterogene Gruppen und unterschiedliche kulturelle Hintergründe bei der Unterrichtsplanung berücksichtigen müssen.
4. Unterrichtseinheit: Organisierte Kriminalität in Deutschland: Der praktische Teil beschreibt die konkrete Unterrichtsplanung in zwei Doppelstunden inklusive Medieneinsatz und Rollenspielen.
5. Anhang: Enthält ergänzende Materialien wie den Text für die Hausaufgabe zur Textarbeit und tiefergehende Fallbeispiele.
Schlüsselwörter
Fremdsprachenunterricht, interkulturelle Didaktik, C1-Niveau, organisierte Kriminalität, Landeskunde, Sprachvermittlung, Migrantenkurse, Zeugenschutz, Rollenspiele, Unterrichtsplanung, Sprachpsychologie, Medieneinsatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufbereitung eines anspruchsvollen, landeskundlichen Themas – organisierte Kriminalität – für fortgeschrittene Deutschlerner.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die interkulturelle Vermittlungsmethode, die Motivation von Lernenden im Kontext der Landeskunde und die praktische Umsetzung komplexer Themen im Sprachunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Unterricht lebendiger zu gestalten und durch die Behandlung eines "nicht alltäglichen" Themas eine tiefere Auseinandersetzung mit der Zielkultur zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein interkultureller Ansatz gewählt, der auf sprachpsychologischen Erkenntnissen basiert und den Vergleich zwischen Zielland und Herkunftsland als pädagogisches Werkzeug nutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Methodik und die praktische Ausarbeitung einer konkreten Unterrichtseinheit über zwei Doppelstunden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Interkulturelle Didaktik, Sprachausbildung, Landeskunde, Organisierte Kriminalität und heterogene Lernergruppen.
Wie werden die Lerner in der Unterrichtseinheit motiviert?
Durch den Einsatz von Filmen, Projektarbeit und die Simulation durch Rollenspiele wird die aktive Teilhabe und das Interesse der Lerner gefördert.
Warum wurde das Thema "Organisierte Kriminalität" gewählt?
Es dient als Mittel, um Klischees über das "Paradies Deutschland" zu hinterfragen und den Lernern einen realistischen Blick auf gesellschaftliche Herausforderungen zu ermöglichen.
Was unterscheidet Personenschutz von Zeugenschutz laut den Aufgaben?
Die Arbeit regt die Lerner dazu an, den Unterschied zwischen allgemeinem Personenschutz und spezifischem Zeugenschutz für Justizprozesse zu erörtern und eigene Konzepte zu entwickeln.
Welche Rolle spielen die Rollenspiele für den Lernprozess?
Die Rollenspiele dienen der aktiven Anwendung gelernter Fachbegriffe und fördern das Verständnis für die Dynamik krimineller Strukturen sowie polizeilicher Arbeit.
- Arbeit zitieren
- Diplomgermanistin Dorothee Noras (Autor:in), 2005, Die organisierte Kriminalität in Deutschland und Zeugenschutz. Ausarbeitung und Versuch einer Didaktisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301842