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Auschwitz von Golgotha her denken - Kritische Bemerkungen zur 'defizitären' Christologie der Politischen Theologie von Johann Baptist Metz

Title: Auschwitz von Golgotha her denken - Kritische Bemerkungen zur 'defizitären' Christologie der Politischen Theologie von Johann Baptist Metz

Diploma Thesis , 2000 , 66 Pages , Grade: 1

Autor:in: Klaus Meglitsch (Author)

Theology - Systematic Theology
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Die vorliegende Arbeit beabsichtigt eine kritische Auseinandersetzung mit J. H. Tücks „Thesen zu einer theodizee-nahen Christologie“, die dieser in seiner Arbeit „Christologie und Theodizee bei Johann Baptist Metz“ vorgelegt hat. Besonderes Augenmerk gilt dabei der These, dass die Politische Theologie von Johann Baptist Metz schwere Defizite bezüglich einer entfalteten Christologie zu verbuchen hätte. Nach einer themenorientierten Darstellung der Konzeption Tücks soll ebendiese – unter Bezugnahme auf andere Autoren – problematisiert und kritisiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

ERSTER TEIL: Theodizee-nahe Christologie?

0. Einleitung und Problemaufriss

0.1. Christologische Defizite?

0.2. Zum „Ort“ der Erlösung

0.3. Christologie als „Entschärfung“ der Theodizeefrage

1. Auschwitz

1.1. Auschwitz als Ende des Verstehens?

1.2. Auschwitz – kein negativer Mythos

1.3. Auschwitz als Singularität?

1.4. Auschwitz als Diskontinuität?

2. Aporien

2.1. Christologie als „linke Hand des Antijudaismus“?

2.2. Kein christologischer „Besitzverzicht“

2.3. Die Messiasfrage offen halten – Christologie in der Begegnung mit dem Judentum

2.4. Erlösung der Juden durch Christus?

2.5. Gegen einen christlichen Heilstriumphalismus

2.6. Gebrochene Universalität? Christus und die jüdischen Opfer

2.7. Golgotha als Heilsgegenwart? – Eine soteriologische Interpretation des Kreuzes?

2.8. Christologie als „Entschärfung“ der Theodizeefrage?

2.9. Gottes Allmacht in der Ohnmacht Christi am Kreuz?

3. Erlösung

3.1. Für eine differenzierte Sicht der Täter-Opfer-Relation

3.2. „Versöhnung“ als Erinnerung und Bejahung der Lebensgeschichte

Exkurs: Eine Gemeinsamkeit von Tätern und Opfern?

3.3. Erlösung der Täter: Vergebung durch die Opfer

Exkurs: Allversöhnung?

3.4. Erlösung der Opfer: Integration gebrochener Identität

3.5. Zur Versöhnungsmacht Gottes

4. Gebet ist mehr als Klage

5. „Rettung“ oder „Versöhnung“? – Gegen eine moralische Auflösung des Eschatons

ZWEITER TEIL: Christologische Defizite in der Politischen Theologie?

0. Die These: Politische Theologie als „temporale Christologie“

1. Theodizee

1.1. Theologie als „Schrei nach der Rettung der Anderen“

1.2. Zur narrativen Vermittlung von Heil und Geschichte

1.3. Theologie als „Antwort“?

Exkurs: Theodizeeflucht I: Der „soteriologischen Zirkel“

Exkurs: Theodizeeflucht II: „Anthropodizee“

1.4. Christologie als „Antwort“?

Exkurs: Zu den Gefahren der theologischen Rede vom „Sinn“

2. „memoria passionis“

2.1. „Unterbrechung“ oder: Theologie als argumentierende memoria

2.2. Der griechische Logos als Problem

2.3. „Erinnerung mit Folgen“ oder: memoria als „gefährliche“ Erinnerung

2.4. Leidensgedächtnis als „negatives Wissen“

2.5. Die memoria passionis – eine noetische Kategorie

3. Wege zu einer „temporalen Christologie“

3.1. Zur Dialektik von Theorie und Praxis

3.1.1. Theologie als Reflexion eschatologischer Praxis

3.1.2. Zur Struktur christologischen Wissens

Exkurs: Die Krise des Christentums als eine Krise kirchlicher Praxis

3.2. Zur Dialektik von „Mystik“ und „Politik“

Exkurs: Gerechtigkeitspraxis im Horizont des Gerichts

3.5. Zur Dialektik von „Gehorsam“ und „Verheißung“ (D. Bonhoeffer)

4. Schlussreflexion

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht kritisch die Thesen von J. H. Tück zu einer „theodizee-nahen Christologie“ und prüft dessen Vorwurf, die Politische Theologie von Johann Baptist Metz weise gravierende christologische Defizite auf. Zentrales Ziel ist die Auseinandersetzung mit der Frage, wie eine Christologie „nach Auschwitz“ angesichts des Leids von Opfern und Tätern sowie unter Wahrung des jüdisch-christlichen Verhältnisses formuliert werden kann.

  • Kritische Analyse des Verhältnisses von Christologie und Theodizee
  • Reflexion der Bedeutung von Auschwitz für das christliche Gottes- und Erlösungskonzept
  • Untersuchung der Rolle der memoria passionis in der Politischen Theologie
  • Problematisierung der Täter-Opfer-Relation und der Frage eschatologischer Versöhnung
  • Diskussion des Potenzials einer „temporalen Christologie“ gegenüber einer dogmatischen Ausrichtung

Auszug aus dem Buch

1.1. Auschwitz als Ende des Verstehens?

Der Name „Auschwitz“ kennzeichnet weit mehr als eine idealistisch eingefärbte „Sinnkrise“. Verbindet sich doch (vor allem in neuerer Philosophie und Theologie) mit dem Namen „Auschwitz“ das Bewusstsein eines „Geschichtsbruchs“, einer bislang nicht oder nur fragmentarisch und defizitär wahrgenommenen Diskontinuität des angeblichen Kontinuums „Geschichte“. „Auschwitz“ steht in diesen Ansätzen für jene spekulativ unhintergehbare Katastrophe, die für das 20. Jahrhundert prägend geworden ist. Diese Katastrophe sperrt sich jedoch gegen jedwede Einordnung und „Normalitätsvermutung“, sei diese nun theologischer oder historischer Art. Als Konsequenz der Erkenntnis, „Auschwitz“ nicht in bekannte Deutemuster pressen zu können, gingen die Bestrebungen von Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie dahin, Auschwitz in seiner Singularität wahrzunehmen.

Vor jedem Versuch, über Auschwitz nachzudenken, steht das Eingeständnis in die Unverstehbarkeit der Katastrophe: „Auschwitz kann nicht verstanden werden, durch keine noch so gute Philosophie. Dolf Sternberger, der große Politologe und Philosoph, hat gesagt, wer Auschwitz verstehen wollte, müsse darüber den Verstand verlieren. Das ist auch uns Theologen gesagt.“

Für die Theologie kann es also nicht darum gehen, Auschwitz irgendwie in das theologische System (etwa geschichtstheologisch) einzuordnen, sondern – schwierig genug – es in seiner Unverstehbarkeit aufzudecken.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung und Problemaufriss: Einführung in die Thematik der theodizee-nahen Christologie und die kritische Auseinandersetzung mit Tücks Vorwurf christologischer Defizite bei Metz.

1. Auschwitz: Untersuchung des Begriffs „Auschwitz“ als geschichtlicher Bruch und theologischer Krise, die sich jedem klassischen Verstehen entzieht.

2. Aporien: Diskussion grundlegender Spannungsfelder, insbesondere hinsichtlich Antijudaismus, der Messiasfrage und der Möglichkeit einer christologischen Versöhnung.

3. Erlösung: Reflexion über Täter-Opfer-Relationen und Ansätze einer eschatologischen Versöhnung, die den Ernst der Geschichte und Freiheit nicht einebnet.

4. Gebet ist mehr als Klage: Untersuchung des Verhältnisses von doxologischer Glaubenspraxis und der notwendigen Klage im Angesicht des Leids.

5. „Rettung“ oder „Versöhnung“? – Gegen eine moralische Auflösung des Eschatons: Abgrenzung gegen eine moralische Reduktion des Eschatons und Plädoyer für die prinzipielle Unbeantwortbarkeit der Theodizeefrage.

Schlüsselwörter

Auschwitz, Theodizee, Politische Theologie, Johann Baptist Metz, Christologie, Erlösung, Versöhnung, Täter-Opfer-Relation, memoria passionis, eschatologischer Vorbehalt, Gerechtigkeit, Leidensgeschichte, Gott, Freiheit, Nachfolge.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das Konzept einer „theodizee-nahen Christologie“ von J. H. Tück, das in direkter Auseinandersetzung mit der Politischen Theologie von Johann Baptist Metz steht.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?

Die Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Christologie, Theodizee, geschichtlicher Verantwortung, dem jüdisch-christlichen Verhältnis und der Frage nach einer eschatologischen Erlösung nach Auschwitz.

Was ist die zentrale Fragestellung der Arbeit?

Sie fragt danach, ob und wie eine Christologie heute noch universale Relevanz beanspruchen kann, ohne dabei die Opfer von Auschwitz durch vorschnelle „Sinngebungen“ oder moralische Vereinnahmung erneut zu verletzen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine theologisch-hermeneutische Arbeit, die systematisch Positionen wie die von J. H. Tück, J. B. Metz und D. Bonhoeffer gegeneinander abwägt und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Teile: Er analysiert die theodizee-nahe Christologie Tücks im Kontext von Auschwitz und untersucht anschließend, inwiefern die Politische Theologie des späten Metz tatsächlich als „temporale Christologie“ zu verstehen ist.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?

Die zentralen Begriffe sind Auschwitz, memoria passionis, eschatologischer Vorbehalt, theodizee-nahe Christologie, politische Mystik und Erlösung.

Wie bewertet der Autor den Versuch, Auschwitz von Golgotha her zu denken?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass dieser Versuch von Tück eher als gescheitert zu betrachten ist, da er Gefahr läuft, in eine spekulative Versöhnung zu münden, die den Schrei der Opfer theologisch entschärft.

Warum ist das Verständnis von „Zeit“ in der Politischen Theologie bei Metz so entscheidend?

Weil Zeit bei Metz der strukturierende Moment der Gottesrede ist; Theologie wird hier nicht als zeitlose Lehre, sondern als „Theologie der Zeit“ begriffen, die sich dem geschichtlichen Schrei der Leidenden stellt.

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Details

Title
Auschwitz von Golgotha her denken - Kritische Bemerkungen zur 'defizitären' Christologie der Politischen Theologie von Johann Baptist Metz
College
University of Vienna
Grade
1
Author
Klaus Meglitsch (Author)
Publication Year
2000
Pages
66
Catalog Number
V30190
ISBN (eBook)
9783638315098
ISBN (Book)
9783638703239
Language
German
Tags
Auschwitz Golgotha Kritische Bemerkungen Christologie Politischen Theologie Johann Baptist Metz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Klaus Meglitsch (Author), 2000, Auschwitz von Golgotha her denken - Kritische Bemerkungen zur 'defizitären' Christologie der Politischen Theologie von Johann Baptist Metz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30190
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