Hegel: Einbildungskraft, Symbol, Zeichen

Warum wird laut Hegel die Einbildungskraft zur ‚Zeichen machenden Phantasie‘ (Enz. § 457)?


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2015
4 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Tom Helman - 8. März 2015

Hegel: Einbildungskraft, Symbol, Zeichen.

Warum wird laut Hegel die Einbildungskraft zur ‚Zeichen machenden Phantasie‘ (Enz. § 457)? Erklären Sie in diesem Zusammenhang auch Hegels Unterscheidung zwischen Symbol und Zeichen.

Laut Hegel wird die Einbildungskraft zur „Zeichen machenden Phantasie“ (Enz. §457). Darauf soll eingegangen werden sowie auf Hegels Unterscheidung zwischen Symbol und Zeichen. Doch Zunächst soll der Begriff der Phantasie nach hegelschem Verständnis kurz erklärt werden.

Phantasie

Im kunstästhetischen Sinne ist für Hegel die Phantasie eine aktive, schöpferische Einbildungskraft. Gleichzeitig ist sie ein „Sinn für das Auffassen der Wirklichkeit“, eine Kraft, die Bilder schafft, durch das Aufnehmen innerer und äußerer Wirklichkeit, aber auch durch die innere Vernünftigkeit des Subjekts und seine subjektive Empfindung.1

Einbildungskraft

Zunächst ist eine tätige oder aktive Intelligenz im Besitz von Bildern und Vorstellungen, die aus der eigenen Innerlichkeit des Subjekts kommen. Sobald die Intelligenz auf diese zurückgreift, ist die Rede von einer reproduktiven Einbildungskraft, die Bilder (wieder)herstellt, da auf vorhandene Inhalte zurückgegriffen wird, mit denen eine Einbildung hervorgerufen wird (erste Stufe).

In der zweiten Stufe kann die Einbildungskraft Inhalte nicht nur hervorrufen, sondern auch miteinander vernetzen, „assoziieren“. Es werden innere Bilder aufeinander bezogen. Durch die Schaffung von Bezug zu mehreren Inhalten entstehen allgemeine Vorstellungen. Die assoziierende Einbildungskraft ist für Hegel durch die (subjektive) Intelligenz auch subjektiv zu verstehen, nicht objektiv. Die Assoziation von Vorstellungen ist also eine konkrete, bestimmte Subjektivität. Das freie Verknüpfen und Subsumieren/Kategorisieren von Inhalten ist ihr Wesen. Jedoch gesteht auch Hegel ein, dass die Assoziation nicht völlig frei oder zufällig geschieht, sondern auch von einer gewissen „Attraktionskraft“ geleitet sein kann. Die Art des Bezugs von Vorstellungen lässt auch auf die Intelligenz der jeweiligen Person schließen: bei einem Witz oder einem Wortspiel werden zum Beispiel an sich auseinanderliegende Inhalte trotzdem durch das Erkennen eines inneren Zusammenhangs miteinander verknüpft. In anderen Worten: intelligente Assoziation ist der Machtgrad über den eigenen Vorrat an Bildern und Vorstellungen. Hegel setzt die assoziierende Einbildungskraft mit der Phantasie gleich. Synonym spricht er auch von symbolisierender, allegorisierender und dichtender Einbildungskraft.

[...]


1 in Anlehnung an: Vorlesungen über die Ästhetik, I. Die Idee des Kunstschönen oder das Ideal, C. Der Künstler, 1. Phantasie, Genie und Begeisterung, a. Die Phantasie

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Hegel: Einbildungskraft, Symbol, Zeichen
Untertitel
Warum wird laut Hegel die Einbildungskraft zur ‚Zeichen machenden Phantasie‘ (Enz. § 457)?
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Hegels Philosophie des subjektiven Geistes
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
4
Katalognummer
V301957
ISBN (eBook)
9783956876745
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hegel, einbildungskraft, symbol, zeichen, warum, phantasie‘
Arbeit zitieren
M.A. Tom Helman (Autor), 2015, Hegel: Einbildungskraft, Symbol, Zeichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301957

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