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Der Kampf mit Gawein im "Iwein" von Hartmann von Aue

Titel: Der Kampf mit Gawein im "Iwein" von Hartmann von Aue

Hausarbeit , 2008 , 17 Seiten

Autor:in: Tobias Crump (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit werde ich mich mit Hartmanns von Aue „Iwein“ beschäftigen. Da mir eine vollständige Analyse dieses umfangreichen Werkes im Rahmen dieser Hausarbeit nicht möglich ist, werde ich mich auf Iweins Kampf mit Gawein für die Schwestern vom Schwarzen Dorn beschränken. Diese Szene bahnt sich länger an und ich werde meine Analyse ab V. 6907 beginnen, wo der eigentliche Kampf mit den Worten „nû riten si beide in einen rinc“ beginnt. Enden werde ich mit meiner Analyse an der Stelle, an der König Artus seinen Urteilsspruch zugunsten von Iwein ausspricht und die ältere Schwester diesen anerkennen muss. Der eigentliche Kampf ist dort zwar schon vorbei, aber der wahre Sieger wird erst an dieser Stelle erkoren.

Ein Kampf mit einem Freund oder Verwandten taucht in der mittelalterlichen Literatur immer wieder auf, ist aber trotzdem ein relativ wenig beachtetes Element wie auch Wolfgang Harms – einer der wenigen, die sich intensiv damit auseinander gesetzt haben, bemerkt.
Auch Kurt Ruh bemerkte 1973 in einem Aufsatz zur Interpretation des „Iwein“, dass dieses Werk in dieser Zeit im Vergleich zu anderer mittelalterlicher Literatur und Dichtung kaum beachtet wurde und dementsprechend wenig wurde sich auch mit dem Gaweinkampf beschäftigt.

Dieser Kampf zwischen den beiden Freunden ist ein sehr zentraler Punkt im „Iwein“ und wird von Hartmann äußerst ausführlich beschrieben. Allein der Umfang von etwas mehr als 800 Versen, bei einer Gesamtlänge des Werkes von 8166 Versen, verdeutlicht die Stellung im Werk sehr gut und ist auch wesentlich größer als in der Vorlage bei Chretien, worauf ich auch noch in einem Vergleich der Werke eingehen werde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Historischer Gerichtskampf

3.) Gawein – Kampf – Textanalyse

4.) Parallelen zu Chrestien de Troyes

5.) Fazit

6.) Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den zentralen Zweikampf zwischen Iwein und Gawein in Hartmann von Aues Werk „Iwein“ und analysiert dessen literarische sowie rechtshistorische Bedeutung für die Entwicklung des Protagonisten. Dabei wird insbesondere der Prozess der moralischen Rehabilitation Iweins betrachtet, der durch diesen ritterlichen Kampf vollzogen wird.

  • Der historische Kontext des Gottesurteils im Mittelalter.
  • Die Textanalyse der Kampfszene unter Berücksichtigung von Allegorien wie „minne unde haz“.
  • Vergleichende Analyse der Darstellung bei Hartmann von Aue und Chrestien de Troyes.
  • Die Funktion des Kampfes für Iweins Rückkehr in die Artusgemeinschaft.
  • Untersuchung der ritterlichen Tugenden und des Ehrenkodex.

Auszug aus dem Buch

3.) Gawein – Kampf – Textanalyse

Der eigentliche Kampf beginnt in Vers 6905 damit, dass beide Kontrahenten in die abgesteckte Kampfbahn reiten. Bei beiden ist die Stimmungslage gedrückt, sie wollen keinen anderen Ritter wegen diesem Streit erslagen V. 6911.

Direkt zu Anfang des Kampfes (in Vers 6918ff.) fordern die Zuschauer, den Kampf abzubrechen und König Artus versucht daraufhin zu vermitteln. In Vers 7273ff. wird er wieder von den Zuschauern gebeten, den Kampf zu beenden, und es zeigt sich seine Hilflosigkeit. Er möchte zwar der jüngeren Schwester zu ihrem Recht verhelfen, ist jedoch an die Gesetze gebunden.

Hartmann lobt die beiden Kämpfer wegen ihres Auftretens als hervorragende Ritter, die für jeden anderen als Vorbild gelten können (vgl. V. 6915f, 6940, 6950f, 6992f, 7104f). Dies zieht sich über die gesamte Textstelle hinweg und immer wieder werden beide gleichermaßen gelobt, ohne dass einer der beiden dem anderen vorangestellt würde.

Der Erzähler bringt in V. 6956 sein Leid darüber zum Ausdruck, daz die besten gesellen ein ander kempfen wellen, dass sie also miteinander kämpfen müssen, obwohl sie die besten Freunde sind. Sollte dieser Kampf zum Freundestod führen würde der andere niemals mehr froh in seinem Leben und es wird sein êwigez clagen (V. 6964) werden, er wird es bis in Ewigkeit beklagen müssen. Diese Freundschaft betont er auch noch einmal in V. 7013f. und leitet damit zu einem wichtigen Abschnitt der Kampfbeschreibung über.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung stellt das Ziel der Hausarbeit vor, den Kampf zwischen Iwein und Gawein zu analysieren und dessen Bedeutung für das Epos zu ergründen.

2.) Historischer Gerichtskampf: Dieses Kapitel erläutert die Praxis des mittelalterlichen Gottesurteils und die rechtlichen Rahmenbedingungen der damaligen Zeit.

3.) Gawein – Kampf – Textanalyse: Das Kapitel bietet eine detaillierte Untersuchung der literarischen Gestaltung des Kampfes, der Rolle des Erzählers und der ritterlichen Ideale.

4.) Parallelen zu Chrestien de Troyes: Hier erfolgt ein Vergleich der Kampfdarstellung und ihrer Motive zwischen der Fassung von Hartmann von Aue und seinem französischen Vorbild.

5.) Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt Iweins Rehabilitation und seine Rückkehr in die Artusrunde hervor.

6.) Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Forschungsliteratur und Primärquellen.

Schlüsselwörter

Iwein, Hartmann von Aue, Gawein, Mittelalter, Gottesurteil, Ritterlichkeit, höfisches Epos, Artusrunde, Minne, Hass, Literaturanalyse, Chrestien de Troyes, Ehre, Kampf, Rehabilitation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den zentralen Zweikampf zwischen Iwein und seinem Freund Gawein in Hartmann von Aues Epos „Iwein“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die ritterliche Ethik, das mittelalterliche Rechtsverständnis (Gottesurteil), die psychologische Dynamik zwischen Freundschaft und Feindschaft sowie den literaturwissenschaftlichen Vergleich mit Chrestien de Troyes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Hartmann den Kampf nutzt, um Iweins inneren Wandel und seine endgültige Wiederaufnahme in die Artusgemeinschaft darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine textanalytische Methode angewandt, ergänzt durch einen komparatistischen Vergleich mit der Vorlage von Chrestien de Troyes und die Einbeziehung rechtshistorischer Hintergründe.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Gerichtskampfes, eine detaillierte Exegese der Kampfszene und einen Vergleich zwischen den Fassungen von Hartmann und Chrestien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Iwein, Gawein, ritterlicher Ehrenkodex, Gottesurteil, Minne und Hass, und literarische Adaption.

Warum spielt die Kaufmannsmetaphorik in der Kampfschilderung eine Rolle?

Hartmann nutzt diese Begriffe, um die Dynamik des Kampfes für das Publikum anschaulicher und verständlicher zu gestalten sowie die Ebenbürtigkeit der Kämpfer hervorzuheben.

Welche Bedeutung hat die Unkenntnis der beiden Ritter füreinander?

Die „unkünde“ ermöglicht den Kampf zwischen den Freunden; erst durch das gegenseitige Erkennen und das Aufheben dieser Unkenntnis kann die Liebe den Hass überwinden und der Kampf beendet werden.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Kampf mit Gawein im "Iwein" von Hartmann von Aue
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Autor
Tobias Crump (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V302074
ISBN (eBook)
9783956877445
ISBN (Buch)
9783668005877
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hartmann kampf gawein iwein
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Crump (Autor:in), 2008, Der Kampf mit Gawein im "Iwein" von Hartmann von Aue, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302074
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Leseprobe aus  17  Seiten
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