Prostitution in Russland. Rechtliche Stellung, Palermo-Protokoll und Analyse eines Zeitungsartikels


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

24 Seiten, Note: 11


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Prostitution – Was ist das?
Rechtliche Stellung in Deutschland
Rechtliche Stellung in Russland
Russisch-Orthodoxe Kirche
Palermo-Protokoll

Artikel
Inhalt des Artikels
Leserkommentare

Fazit

Quellenverzeichnis
Literaturquellen
Internetquellen

Anhang

Einleitung

Prostitution ist neben dem Priesteramt das älteste Gewerbe der Welt. Seien es die Tempelprostituierten im antiken Griechenland, die sich Fremden für Zahlungen an den Tempel hingeben mussten oder die Trossweiber im Mittelalter, die mit den Soldaten der Kreuzzüge mitzogen. Die gesellschaftliche Akzeptanz wandelte sich dabei immer wieder zwischen Duldung oder Verfolgung. Denn einerseits wurde versucht durch die Besteuerung des Sexgeschäfts die Kassen von staatlichen oder kirchlichen Einrichtungen zu füllen. Anderseits wurden diese Frauen geächtet und für ihr „unsittliches“ Leben bestraft. Hinzu kamen diverse Einrichtungen, in denen sich Frauen, die aus der Prostitution aussteigen wollten, melden konnten.1

Im Zuge meines Seminars „Sex und Sprache“ fragte ich mich wiederholt, welchen Stand Prostituierte in Russland haben. Denn dort ist die russisch-orthodoxe Kirche mit ihren Werten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder erstarkt. Doch gleichermaßen ist Prostitution ein Phänomen, was trotz Verbote nie verschwand.

Für diesen Zweck sollte ich einen russischen Zeitungsartikel mit mindesten fünfzig Kommentaren von mindestens zehn unterschiedlichen Lesern analysieren. Dies gestaltete sich recht schwierig und aus diesem Grund wählte ich den Artikel „«Правое дело» возьмется за легализацию проституции“ aus der Tageszeitung «Известия», geschrieben von Swetlana Subbotina vom 26. Januar 2012. Ich wählte diesen Artikel aus, weil die Kommentare einen guten Überblick über die aktuelle Stimmung in Russland zum Thema Prostitution geben.

Im Zuge dieser Hausarbeit werde ich kurz erläutern was Prostitution genau ist und wie die rechtliche Situation in Deutschland und in Russland ist. Im Anschluss erläutere ich kurz die Hintergründe und werde dann genauer auf den Zeitungsartikel eingehen. Dazu werde ich den Artikel genauer vorstellen und die Leserkommentare analysieren. In einem abschließenden Fazit werde ich argumentativ Stellung zum Thema Prostitution nehmen. Der behandelte Zeitungsartikel mit den Kommentaren ist im Anhang eingefügt.

Prostitution – Was ist das?

Prostitution ist verbunden mit dem Faktor Geld. Der Verkaufswert ist die Sexualität oder bestimmte sexuelle Handlungen, die der Freier von einer Prostituierten erwirbt.2 Diese Herangehensweise ist wichtig, da sehr oft angenommen wird, dass die Prostituierte die Ware sei. Doch das ist nicht korrekt, denn ist es ihr Handeln was bezahlt wird. Sobald man davon spricht, dass die Frau die Ware ist, spricht man vom Menschenhandel. Vergleichbar ist das mit der Tätigkeit eines Lehrer oder eines Arztes, bei denen auch ihre Arbeitskraft und nicht sie als Person die Ware ist.

Genauso wie bei jeder anderen Bezahlung für Arbeitskraft gibt es geltendes Recht und Gesetze, die die Tätigkeiten regulieren. Nun wird die Prostitution in den Ländern sehr unterschiedlich gehandhabt. Da gibt es vier unterschiedliche Zugänge zur Regulierung von Prostitution.

Das Prohibitionsprinzip bestraft alles, was in irgendeiner Form mit der Prostitution in Zusammenhang steht. Die schließt alle Handlungen und Personen mit ein. Bei dem Abolitionsprinzip wird als langfristiges Ziel die Abschaffung der Prostitution angestrebt. Dabei steht die Prostitution nicht direkt unter Strafe, aber sämtliche Handlungen wie Zuhälterei, Bordelle und auch die Freier. Die Prostituierten werden nicht direkt belangt, da man davon ausgeht, dass sie Opfer dieses Systems sind. Das nächste Prinzip wäre das Regulationsprinzip. Dabei wird die Prostitution als notwendiges Übel toleriert und staatlich kontrolliert. Das bedeutet, dass es somit Genehmigungen für Bordelle und Rotlichtvierteln gibt und dass sich Prostituierte registrieren lassen und Einkommenssteuern zahlen müssen. Hinzu kommt die Pflicht von regelmäßigen Gesundheitskontrollen. Bei dem Entkriminalisierungsprinzip wird die Sexarbeit als legitime Erwerbsarbeit angesehen. Dabei liegt der Fokus auf die Entkriminalisierung der Prostitution und den verstärkten Schutz vor Ausbeutung und Gewaltanwendung gegen Frauen in der Sexarbeit.3

Diese vier Prinzipien bestimmen in den Ländern den Umgang mit Prostitution, wobei es je nach Land und Religion natürlich unterschiedliche Prinzipien Anwendung finden.

Rechtliche Stellung in Deutschland

In Deutschland herrscht das Entkriminalisierungsprinzip, in dem versucht wird Prostitution als Arbeit anzuerkennen.4 Demnach ist die Prostitution nicht illegal. Nach Paragraph 1 ProstG begründen „sexuelle Handlungen[, die] gegen ein vorher vereinbartes Entgelt vorgenommen worden […] eine rechtswirksame Forderungen.“5 Dies bedeutet, dass die sexuelle Handlung mit Entgelt einen rechtswirksamen Vertrag begründet und somit rechtens ist. Dies bedeutet aber auch, dass die Bezahlung erst nach der Erbringung von sexuellen Leistungen zu erfolgen hat. Dieser Wortlaut ist wichtig, da somit kein Leistungsanspruch auf Erbringung dieser Dienstleistung besteht und die Prostituierte somit selbst über ihren Körper und ihre Handlungen verfügt.

Rechtliche Stellung in Russland

In Russland ist Prostitution illegal. Jedoch wird die Ausübung „nur“ mit einer Geldstrafe bestraft und weitestgehend geduldet, doch jegliche Art der Beihilfe ist eine Straftat.6 Es gibt Stimmen, die Prostitution legalisieren wollen, stoßen sie jedoch auf teilweise vehementen Widerstand. Dazu wird in der weiteren Hausarbeit ein Artikel näher behandelt. Zwangsprostitution stellt aber mittlerweile ein wachsendes Problem dar, durch die rasche Entwicklung vieler Großstädte der Bedarf an billigen Arbeitskräften und daraus folgernd auch an Prostituierten steigt.7

Hinzu kommt, dass die Prostituierte in Russland sehr oft als Symbol des Missverhältnisses und als Zeichen der nationalen Demütigung Russlands steht. Dies wird damit begründet, dass diese Frauen als Zeichen der Verzweiflung gezwungen, ihre Körper zu verkaufen.8

Russisch-Orthodoxe Kirche

Die russisch-orthodoxe Kirche führt eine recht rigide Politik gegen Prostitution. In der Bischofssynode vom 13. bis 16. August 2000 wurde in dem Papier „Grundlagen der Soziallehre der Russisch-orthodoxen Kirche“ angeführt, dass der Mensch vor allem Tugendhaft und keusch sein müsse.9 Demnach ist Unzucht verwerflich, da es nicht nur dem Körper schade, sondern auch der Seele. Eine einzige Ausnahme ist das Sexualverhalten in einer Ehe. Aus diesem Grund würden Prostituierte geächtet weil sie den Körper ins Gegenteilige pervertieren und somit ihn zur Erfüllung von egoistischen, lieblosen, unpersönlichen und ausartenden Befriedung ausbeuten.10 Demnach entsteht gleichermaßen ein erheblicher seelischer Schaden bei sämtlichen Involvierten. Dies bedeutet, dass die Prostitution abgelehnt wird, weil sie Einheit und Ganzheit der Persönlichkeit und teilweise auch die menschliche Gesellschaft zerstört.11

Palermo-Protokoll

Ein Problem bei der Betrachtung von Prostitution ist die Frage der Freiwilligkeit. Oft sind die Frauen unfreiwillig auf den Straßen und werden zur Prostitution gezwungen. In diesem Fall spricht man von Zwangsprostitution, also der fehlenden sexuellen Selbstbestimmung. Diese Straftat geht häufig mit dem Menschenhandel einher, der in Russland ein großes Problem darstellt. So gab es bis Ende 2003 im russländische Strafgesetzbuch keine Paragraphen zur Verhinderung und Bestrafung von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung.12 Auf Bestreben der Vereinten Nation wurde 2000 das Palermo-Protokoll als Teil der Palermo-Konvention verabschiedet. Darin heißt es, dass Personen bestraft werden, die „eine Person [zur Befriedigung der Lust] vermittelt, anwirbt, oder entführt, selbst wenn diese zustimmt.“13 Auf Druck wurde im März 2003 das Gesetz insoweit geändert, dass Menschenhandel und Ausnutzung von Sklavenarbeit verboten wurden.14

Artikel

Die Legalisierung von Prostitution ist ein heißes politisches Eisen. Sämtliche Inhalte, solange nicht anders gekennzeichnet, stammen aus dem Zeitungsartikel „«Правое дело» возьмется за легализацию проституции“ aus der Tageszeitung «Известия». Dieser Artikel wurde als Anhang der Hausarbeit mit beigefügt.

Inhalt des Artikels

Der Artikel trägt die Überschrift „«Правое дело» возьмется за легализацию проституции“, was so viel bedeutet wie: „«Rechte Sache» nimmt sich der Legalisierung der Prostitution an. Diese nicht-oppositionelle Partei ist eine Fusion von drei Parteien und wurde am 16. November 2008 gegründet.15

Der Parteivorsitzende Andrei Dunajew wurde von der Tageszeitung „Izvestia“ zu diesem Programmpunkt der Partei interviewt. Nach seiner Aussage soll eine Befragung der Bevölkerung bis zum 15. Dezember 2012 durchgeführt werden. Ziel dieser Befragung ist es, die öffentliche Meinung zum Thema Prostitution zu erfahren. Nach Abschluss der Arbeit will die Partei das richtige Vorgehen diskutieren und entsprechende Vorschläge erarbeiten. Dies wird jedoch erst ab Januar 2013 geschehen. Die Vorschläge über die Legalisierung der Prostitution erklärt er damit, dass man schon längst die Frage der sklavenartigen Arbeit der Frauen, die sich mit der verkäuflichen Liebe beschäftigen, lösen sollte. Dabei betont er jedoch, dass die Partei nicht für den erleichterten Zugang zur Prostitution arbeite, jedoch wollen sie die Aufmerksamkeit auf dieses Problem richten. Denn die Frauen müssen unter unerträglichen Umständen arbeiten, werden als Sklavinnen ausgenutzt und danach krank und nutzlos weggeworfen. Dennoch gibt er zu, dass es für dieses Problem kein universelles Mittel auf der Welt gäbe, man sich aber trotzdem mit dieser Frage beschäftigen müsse. Er meint weiterhin, dass diesen Frauen die gleichen Rechte zustehen wie den anderen Bürgern des Landes auch. Es sei notwendig, dass es offizielle Bordelle gäbe, in denen sich die Frauen sammeln und legal arbeiten können. Auch müssen die Frauen nach Ansicht von Dunajew die Möglichkeiten auf medizinische Untersuchungen habe. Des Weiteren ist es wichtig, dass sich Prostituierte einen Anspruch auch Rentenbezüge erarbeiten.

Der Leiter des WZIOM, des Allrussischen Zentrums der Erforschung der öffentlichen Meinung, Waleri Fjodorow,16 gibt diesbezüglich an, dass die russische Gesellschaft noch nicht bereit für die Legalisierung der Prostitution sei. Er meint, dass „unter Berücksichtigung des herrschenden moralischen Klimas, so ein Vorschlag äußerst negativ aufgenommen werden wird“. Dennoch stimmt er Dunajew bei, dass dieses Problem wirklich erforscht werden müsse.

Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, die gegen eine Legalisierung von Prostitution sprechen. Einige Stimmen stammen sogar aus dem Lager der eigenen Partei. So der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Andrei Bogdanov, die im November 2008 mit der Rechten Sache fusionierte.17 Bogdanov gibt an, dass die Konservativen in der Partei gegen dieses Vorhaben sind. Er begründet das damit, dass keine Religion Prostitution gutheißt. Er findet auch, dass die Untersuchung der öffentlichen Meinung falsch ist, da die Partei eh für ein Referendum Unterschriften sammeln muss. Auch wenn genug Vorschriften gesammelt werden würden und die Partei das Referendum durchsetzen will, werden sich die konservativen Kräfte mit aller Macht dagegen wehren.

Diese Haltung zeigt sehr deutlich, dass sich noch nicht einmal die Politiker einer Partei darüber einig sind, wie mit diesem Thema zu verfahren ist. Bemerkenswert ist jedoch die Bezeichnung „жрицам любви“ – „Liebespriesterin“ von Herrn Dunajev. Diese Bezeichnung ist recht untypisch. Kennt man doch Bezeichnungen wie Sexarbeiterinnen oder Mitarbeiterinnen des horizontalen Gewerbes als beschönigende Bezeichnungen für Prostituierte. Diese Umschreibung impliziert eher eine positive Bewertung des Gewerbes, da Priesterinnen eher Personen sind, die eine Religion ausüben. Dadurch erklärt Dunajew, dass Prostituierte einen besonderen Dienst ausüben. Wenn man diesen Gedanken weiter verfolgt, kann man schlussfolgern, dass Prostituierte einen Dienst an der Gesellschaft ausüben, in dem sie Menschen gegen ein Entgelt sexuelle Dienste anbieten. Damit gibt Dunajew zu verstehen, dass dieser Beruf normal ist und ebenso etabliert gehört.

Leserkommentare

Dementsprechend gab es auf diesen Zeitungsartikel viele Reaktionen von Lesern. Die Reaktionen sind vielfältig und reichen zwischen Ablehnung bis hin zur Befürwortung des Vorhabens.

So schreibt Leser A, das es Zeit wird dieses Problem zu klären. Doch kritisiert er, dass es nicht die „Dilettanten aus der Rechten Sache“, sondern die Partei „Vereinigtes Russland“ handeln sollte. Seine Kritik geht demnach nicht an das Vorhaben selbst, sondern eher an die Ausführenden. Der Leser B antwortet darauf sehr zynisch: „!“. Er meint, dass die Partei eh schon sehr viel Erfahrung mit Prostitution gesammelt habe. Entweder meint er damit, dass sich die Partei selbst prostituiert oder die Dienste von Prostituierten bereits in Anspruch genommen haben. Er treibt seine Aussage auf die Spitze, indem er behauptet, dass der nächste Schritt von Putin die Legalisierung der Zuhälterei wäre, die nach aktuellem Recht eine Straftat darstellt. Zwei Leser kommentierten das Gesagte, dass diese Diskussion eben politisch und das eher ein Kampf zwischen den unterschiedlichen Parteien sei. Der Leser C meint, dass: „Я понимаю Хома, что вы пишите для себе подобных хомячков.Которые видят только круги на воде,а откуда они исходят им не понять.“ Er unterstellt ihm damit, dass er sich nur über das Offensichtliche aufrege, sich aber nicht dafür interessiert woher diese Probleme kommen. Ob er diese Aussage nun auf die Politik Russlands bezieht oder auf die Prostitution kommt hierbei nicht deutlich hervor. Jedoch ist es für beide Themen eine sarkastische Parabel.

Die Leserin D ist hingegen der Meinung, dass Prostitution kriminell sei und nicht legalisiert werden sollte. Indem sie sagt, dass jetzt nur noch Diebstahl und Mord legalisiert werden müsse, da man sich anscheinend mit kriminellen Elementen beschäftigt. Auf ihren Kommentar wurde geantwortet, dass sowohl Diebstahl, wie auch Mord (als Selbstschutz) legalisiert wurde. Auf das Thema Prostitution wird indes nicht eigegangen. Jedoch häufen sich die negativen Kritiken zum Vorhaben. So schreibt die Leserin E, dass bei einer Legalisierung sehr viel Geld ausgegeben wird. So werden die Frauen eine Gewerkschaft bekommen, von der Krankenkasse unterstützt und für die alten und kranken Prostituierten Wohnheime und Erholungsheime eingerichtet. Gleichzeitig unterstellt sie der Partei, dass diese die Leistungen von Prostituierten häufig in Anspruch nehmen. Der Benutzer F fragt sie warum es denn so schlecht wäre, denn schließlich würden die Prostituierten gleichzeitig Steuern zahlen, mit denen Gewerkschaften und Krankenkassen bezahlt würden. Der Leser G gibt auch die finanziellen Gegenargumenten an, dass eine Legalisierung so viele Folgekosten beinhalten würde und das obwohl, das Budget angeblich kein Geld habe. Er fordert, dass sich die Parteien um andere Dinge kümmern sollten. Auch der Leser H ist gegen eine Legalisierung der Prostitution. Sie fordert, dass man sich anstatt dessen um alte obdachlose Frauen, arme Rentner und Kinder, die dringend eine medizinische Behandlung benötigen, kümmern sollte. Des Weiteren meint sie, dass man das Problem anders angehen müsste, indem das Geld in die Wirtschaft gesteckt wird. Auch sie unterstellt den Politikern der Partei, dass diese den Prostituierten ganz „nah“ seien und sich ähnlich verkaufen. Dies sind vorwiegend finanzielle Argumente. Die Leser befürchten, dass eine Legalisierung dem Staat und der Gesellschaft zu viel Geld kosten wird. Auch ist immer wieder davon die Rede, dass sich Menschen, die sich für die Legalisierung von Prostitution einsetzen, diese selbst in Anspruch nehmen.

Es gibt aber noch andere Gründe die laut mancher Leser gegen eine Legalisierung von Prostitution sprechen. So gibt die Leserin I an, dass die Legalisierung von Prostitution eine Anerkennung einer „hässlichen sozialen Erscheinung als Norm“ bedeutet. Dies sei ihrer Meinung nach ein weiterer Schritt in den Abgrund der Sittenlosigkeit, des Verfalls und folglich der gesellschaftlichen Selbstvernichtung. Denn in einer normalen, gesunden Gesellschaft würde der Menschen darüber nachdenken, wie er sich von diesen übelriechenden Wunden retten könne, doch das gelte leider nicht für die russische Gesellschaft. Erbittert und entsetzt muss sie erkennen, dass ihre Gesellschaft sich immer weiter und weiter von der Norm entfernt, wodurch sie sich selbst verurteilt. Dieser Kommentar ist in meinen Augen der negativste. Denn vergleicht die Leserin I Prostitution mit einer übelriechenden Wunde der Gesellschaft, die es heraus zu schneiden gehöre. So als wäre das Geschäft mit Sex selbst eine Krankheit, die den Menschen verderbe. Ebenso gibt die Benutzerin J, dass Prostitution die hässlichste Art des Tauschverhältnisses sei, weil sich die Frau sozusagen selbst zur Ware degradiere. Sie geht auch als einzige auf die Freier ein, für die sie Mitleid hätte. Denn ihrer Meinung nach würde ein sich selbst respektierender Mann nicht soweit sinken, um Liebe zu kaufen.

[...]


1 Bundesministerium für Inneres der Republik Österreich (2000): Geschichte der Prostitution: Von „unzüchtigen Weibspersonen“. Erschienen in: Das Magazin des Innenministeriums, Nr. 11-12/2000. http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_OeffentlicheSicherheit/2000/11_12/Artikel_12.aspx (aufgerufen am 01.05.2013)

2 GIRTLER, R. (2004): Der Strich: Soziologie eines Milieus. Wien. S. 25.

3 VAN RAHDEN, E. (k.A.): Prostitution – zwischen Ablehnung, Marginalisierung und Akzeptanz. http://www.sjoe.at/content/frauen/themen/koerper/article/618.html (aufgerufen am 29.04.2013)

4 VAN RAHDEN, E. (k.A.): Prostitution – zwischen Ablehnung, Marginalisierung und Akzeptanz. http://www.sjoe.at/content/frauen/themen/koerper/article/618.html (aufgerufen am 29.04.2013)

5 PROSTITUTIONSGESETZ – ProstG (2001): Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostitution.

6 SUBBOTINA, S. (2012): http://izvestia.ru/news/540266 (aufgerufen am 29.04.2013)

7 HEI (2008): Russland: Zwangsprostitution boomt in Moskau. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/russland-zwangsprostitution-boomt-in-moskau-a-566856.html (aufgerufen am 29.04.2013)

8 BORENSTEIN, E. (2009): Nation im Ausverkauf: Prostitution und Chauvinimus in Rußland. Erschienen in: Osteuropa, 56. Jg.,/2006, S. 101.

9 SCHMITT, B. (2006): Reguliere, tabuisieren, kriminalisieren: Ethisch-religiöse Wurzeln der Prostitutionspolitik in Europa. Erschienen in: Osteuropa, 56. Jg., 6/2006, S. 38 ff..

10 Ebd.

11 Ebd.

12 ORLOVA, A (2006): Stumpfe Waffen des Gesetzes: Der Kampf gegen den Menschenhandel in Rußland und der Ukraine. Erschienen in: Osteuropa, 56. Jg., 6/2006, S. 177 ff..

13 Convention Against Transnational Organized Crime, G.A. Res. 55/25, Annex II, U.N. GAOR, 55th Sess., Supp. No. 49 (Vol 1), S. 60, U.N. Doc. A/55/383 (2000). Amtliche deutsche Übersetzung in Bundesgesetzblatt 2005, Teil II, Nr. 21, S. 956-994.

14 Bekanntmachung in: Parlamentskaja gazeta, 231/2003.

15 Focus online (2008): Neue Partei gegründet. http://www.focus.de/politik/ausland/russland-neue-partei-gegruendet_aid_348995.html (aufgerufen am 01.05.2013)

16 ВЦИОМ (2013): http://wciom.ru/ (aufgerufen am 01.05.2013)

17 ПРАВОЕ ДЕЛО (2013): http://pravoedelo.ru/party/about (aufgerufen am 01.05.2013)

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Prostitution in Russland. Rechtliche Stellung, Palermo-Protokoll und Analyse eines Zeitungsartikels
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Slavistik)
Note
11
Autor
Jahr
2013
Seiten
24
Katalognummer
V302189
ISBN (eBook)
9783668012967
ISBN (Buch)
9783668012974
Dateigröße
598 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prostitution, Russland, Kirche, Zeitung, Zeitungsartikel
Arbeit zitieren
Christin Pinnecke (Autor), 2013, Prostitution in Russland. Rechtliche Stellung, Palermo-Protokoll und Analyse eines Zeitungsartikels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302189

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