„Wissenschaft vom Schönen, Lehre von der Gesetzmäßigkeit und Harmonie in Natur und Kunst“, „Das stilvoll Schöne“ (Duden, das Fremdwörterbuch, 2001, S.96). Der Begriff der Ästhetik findet seinen Ursprung in dem griechischen Wort aisthetikós -das Wahrnehmbare (gr.aisthetós) betreffend-, Aisthesis (altgriech.
Wahrnehmung). Die Bedeutungskomponente „schön, geschmackvoll“, die besonders in ästhetisch und Ästhet hervortritt, ist erst durch diesen terminologischen Gebrauch in die Sippe des griechischen Wortes gekommen (zuvor nur „wahrnehmen, Sinneswahrnehmung“) (Kluge, 2002, S.66).
Bei dem Versuch, eine Phänomenanalyse des Ästhetischen zu machen, kommt Röthig (1993) auf drei verschiedene Auslegungen:
1 Wertästhetik (entspringt einer metaphysischen Interpretation) „ Eine der möglichen Auslegungen ist zum Beispiel, das ästhetische Element als eine werthafte Idee, als ein Formprinzip der Materie zu verstehen, das nichts Äußerliches ist, sondern sowohl als das Weltganze als auch das einzelne Sein gestaltend durchwaltet“(Röthig,1993,S. 13). 2 Schönheitsästhetik
ist ein äußerliches Phänomen, welches durch gesellschaftlich aber auch individuell festgelegte Charakteristika wie Ordnung, Proportionalität oder einer harmonischen Bewegung gekennzeichnet ist (Röthig,1993,S. 14). 3 Gefühlsästhetik
Diese „subjektiv-emotive Komponente“ hat in Bewegungshandlungen eine sehr große Bedeutung. Es geht hierbei um die „subjektive Gefühlsqualität, die sich u.a. mit Begriffen wie Genuss, Hingabe, Entzückung, Begeisterung, Bezauberung, Beseelung, Entrücktheit, Taumel, Passion, u.a.m. beschreiben lässt“(Röthig,1993,S.14).
Inhaltsverzeichnis
1 Begriffsklärung
1.1 Ästhetik
1.2 Ästhetische Erziehung
2 Ästhetik im Sportunterricht
2.1 Aufgaben
2.2 Kompetenzen
2.2.1 Allgemeine Kompetenz
2.2.2 Spezielle Kompetenz
2.3 Erfahrungs- und Lernfeld
2.4 Probleme der ästhetischen Erziehung im Sport
3 Praxisbeispiele
3.1 Erster Unterrichtsentwurf
3.2 Zweiter Unterrichtsentwurf
3.3 Theorie – Praxisbezug
4 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und praktische Umsetzung der ästhetischen Erziehung im Sportunterricht, wobei der Fokus auf der Förderung von Bewegungswahrnehmung und kreativem Ausdruck bei Schülern liegt.
- Grundlagen der Ästhetik und ihre philosophische Herleitung
- Methodische Möglichkeiten der ästhetischen Erziehung im Schulsport
- Die Rolle der Selbstkompetenz und Selbsterfahrung im Bewegungsprozess
- Konkrete Unterrichtsentwürfe zur Förderung von Tanz, Rhythmus und Pantomime
- Die Bedeutung von Reflexionsphasen in ästhetischen Lernprozessen
Auszug aus dem Buch
Mimesis
Besonders Kleinkinder haben die Fähigkeit, Erlebnisse und Erfahrungen zu verinnerlichen, mit sich und der Welt in Verbindung zu bringen und Ähnlichkeiten hervorzubringen. Kinder können sich also Bedeutungszusammenhänge sinnlich-ästhetisch entschlüsseln.
Bei Fritsch (1988, S.290) finden wir diesen Prozess in drei Schritten erklärt: Wirklichkeitswahrnehmung → Betroffenheit → Gestaltgebung.
Diesen Prozess möchten wir anhand eines Naturphänomens, der Meereswelle erläutern.
Der Betrachter nimmt zuerst die Welle über seine Sinnesorgane wahr. Nun stellt sich ein Betroffenheitsgefühl ein. Der Betrachter fühlt sich in irgendeiner Art und Weise angeregt/ angesprochen. Das ästhetische Moment kommt dann zum Tragen, wenn sich die Betroffenheit in Form einer körperlichen Darstellung ausdrückt. Das Phänomen Welle wird verinnerlicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen der Ästhetik und leitet die Bedeutung einer ästhetischen Erziehung für den Menschen her.
2 Ästhetik im Sportunterricht: Hier wird der Bezug zum Sportunterricht hergestellt, wobei Aufgaben, notwendige Kompetenzen sowie methodische Probleme und Chancen beleuchtet werden.
3 Praxisbeispiele: Dieses Kapitel präsentiert zwei konkrete Unterrichtsentwürfe und setzt die theoretischen Überlegungen in eine praxisorientierte Didaktik um.
4 Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Quellen und Fachpublikationen aufgeführt, auf denen die theoretischen Ausführungen der Arbeit basieren.
Schlüsselwörter
Ästhetische Erziehung, Sportunterricht, Bewegungswahrnehmung, Mimesis, Selbstkompetenz, Bewegungsgestaltung, Rhythmusgefühl, Unterrichtsentwurf, Ästhetik, Gefühlsästhetik, Schulsport, Kreativität, Reflexion, Körpererfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Integration ästhetischer Bildungsaspekte in den schulischen Sportunterricht und untersucht, wie Schüler durch Bewegung ihre Wahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit schulen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Ästhetik, die Rolle der Gefühlsästhetik im Sport sowie die praktische Umsetzung durch tanz- und bewegungsorientierte Unterrichtsbausteine.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch geeignete Bewegungsarrangements die Chance erhöhen können, dass Schüler ästhetische Erfahrungen machen und ihre Selbstkompetenz entfalten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Ausarbeitung, die theoretische Ansätze aus der Sportpädagogik (insbesondere von Röthig und Fritsch) mit konkreten praktischen Unterrichtsbeispielen verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der ästhetischen Erziehung und deren praktische Anwendung in zwei ausgearbeiteten Unterrichtseinheiten für verschiedene Klassenstufen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ästhetische Erziehung, Bewegungswahrnehmung, Mimesis, Selbstkompetenz und Bewegungsgestaltung charakterisiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Wert-, Schönheits- und Gefühlsästhetik wichtig?
Diese Unterscheidung hilft dem angehenden Sportlehrer, den Fokus seiner pädagogischen Arbeit auf die "subjektiv-emotive Komponente" (Gefühlsästhetik) zu legen, da diese für Schüler am unmittelbarsten erlebbar ist.
Warum betonen die Autoren die Wichtigkeit von Reflexionsphasen?
Reflexionsphasen sind essenziell, um die gemachten Bewegungserfahrungen zu verbalisieren, den Schülern Anregungen zur Weiterentwicklung zu geben und das Bewusstsein für ästhetische Erlebnisse zu stärken.
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- Markus Markmann (Author), 2003, Ästhetische Erziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30237