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Historische Grundlagen der Sportpädagogik

Title: Historische Grundlagen der Sportpädagogik

Presentation (Elaboration) , 2003 , 12 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Markus Markmann (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
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Unter Sportpädagogik wird jene wissenschaftliche Disziplin verstanden, die sich auf die Zusammenhänge von Sport und Erziehung bezieht. Einigkeit besteht auch darüber, dass die Sportpädagogik darauf gerichtet sein muss, theoretische Grundlagen für eine sportlicherziehbare Praxis zu liefern, durch die die menschliche Entwicklung gefördert und die Lebensgestaltung bereichert wird. Insofern korrespondiert das Erkenntnisinteresse der Sportpädagogik mit der pädagogischen Verantwortung in der Praxis.1 Bei der Sportpädagogik handelt es sich wie o. a. um eine wissenschaftliche Disziplin, in der es um die Zusammenhänge von Sport und Erziehung geht. Sie ist zudem unabhängig von der Einbindung in bestimmte Organisationen, d. h. sie ist in der schulischen und außerschulischen Jugenderziehung im und durch Sport zu finden und trägt ebenfalls bei Weiterentwicklung und Lebensgestaltung älterer Menschen bei. Die Sportpädagogik muss den Sport in der geläufigen Praxis untersuchen und reflektieren. Der Begriff Sportpädagogik setzte sich erst in den 70er Jahren durch, als in Westdeutschland sich der Begriff „Sport“ als Überbegriff für alle Formen und Inhalte von Leibeserziehungen durchzusetzen begann und ist somit erst rund 30 Jahre alt. Die Sportpädagogik löste die „Theorie der Leibeserziehung“ ab, da diese als zu einseitig empfunden wurde. 1 Vgl. Grupe/Kurz in: Röthig, P. (Hg.): Sportwissenschaftliches Lexikon. Schorndorf 1992, S. 438

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Inhaltsverzeichnis

1 Definition „Sportpädagogik“

2 Allgemeine Perspektive der Sportpädagogik

3 Historische Entwicklung der Sportpädagogik im engeren Sinne

3.1 Jean Jaques Rousseau (1712 – 1778)

3.2 Philanthropen (um 1750)

3.3 Deutsches Turnen

3.4 Reformpädagogische Leibeserziehung

3.5 NS-Leibeserziehung

3.6 Körpererziehung in der DDR

4 Sportpädagogik in der Gegenwart

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Ausarbeitung verfolgt das Ziel, einen fundierten Überblick über die historischen Entwicklungslinien der Sportpädagogik zu geben, um daraus Erkenntnisse für die sportpädagogische Praxis der Gegenwart abzuleiten.

  • Grundlegende Begriffsbestimmung der Sportpädagogik als wissenschaftliche Disziplin.
  • Analyse historischer Ansätze von Rousseau bis zu den Philanthropen.
  • Untersuchung der Rolle des Turnens und der Reformpädagogik.
  • Kritische Betrachtung der Instrumentalisierung von Sport in totalitären Systemen (NS-Zeit, DDR).
  • Reflektion der Bedeutung der Sportpädagogik für die heutige Persönlichkeitsentwicklung.

Auszug aus dem Buch

3.6 Körpererziehung in der DDR

Wie wir aus der Geschichte wissen, kam es 1945 zum Zusammenbruch Hitler-Deutschlands und damit zum Zusammenbruch der nationalsozialistischen Ideologie. Durch die Trennung von West- und Ostdeutschland und dem damit verbundenen Kampf zwischen Kapitalismus und Sozialismus entwickelte sich auch der Sport in beiden Teilen Deutschlands völlig verschieden. Die DDR distanzierte sich nach 1945 von der eigenen politischen Vergangenheit und wurde ein Satellitenstaat des sowjetischen Regimes. Somit übernahm die DDR auch die sozialistische Ideologie der Ostblockstaaten. Diese Ideologie kennzeichnete sich durch den Anti-Faschismus und den proletarischen Klassenkampf aus. Die so genannte Körperkultur und der Sport wurden wie in der Zeit vor 1945 vom Staat bzw. von der Parteiführung organisiert. Dies bedeutete wiederum eine Instrumentalisierung des Sports für politische Zwecke.

Ein besonderes Augenmerk müssen wir dabei auf den Hochleistungssport werfen, der -analog zu Hitler- dem Prestige und der Demonstration von Überlegenheit des sozialistischen Systems gegenüber dem Kapitalismus dienen sollte. Die Medaillenspiegel der Olympischen Spiele zeigen heute noch eine beachtliche Dominanz der Athleten aus Ostblock Ländern. Die Grundlagen dieses Hochleistungssports wurden bereits in der Schule gelegt. Eine frühe Talentsichtung und Förderung an speziellen Sportschulen ermöglichten den großen Erfolg der Athleten. Das Menschenbild des Sozialismus ist geprägt durch das Motto: Bereit zur Arbeit und zur Verteidigung des Vaterlandes. Auch hier sieht man wieder die Bedeutung der militärischen Stärke.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Definition „Sportpädagogik“: Dieses Kapitel definiert die Sportpädagogik als wissenschaftliche Disziplin, die sich mit den Zusammenhängen von Sport und Erziehung sowie der theoretischen Fundierung der sportlichen Praxis befasst.

2 Allgemeine Perspektive der Sportpädagogik: Es wird dargelegt, dass sich die Disziplin mit der Ausbildung körperlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten beschäftigt und heute eine hohe gesellschaftliche Wertschätzung genießt.

3 Historische Entwicklung der Sportpädagogik im engeren Sinne: Dieses zentrale Kapitel analysiert die geschichtlichen Stationen, beginnend bei Rousseau und den Philanthropen über die Turnbewegung bis hin zu den Sportkonzepten in der DDR.

3.1 Jean Jaques Rousseau (1712 – 1778): Der Abschnitt behandelt Rousseaus Konzept der „negativen Pädagogik“ und seine Bedeutung für die Anerkennung der Kindheit als eigenständige Lebensphase.

3.2 Philanthropen (um 1750): Hier wird die Institutionalisierung der Leibeserziehung durch die Reformschulen (Philanthropine) und deren ganzheitlicher Erziehungsansatz beschrieben.

3.3 Deutsches Turnen: Die Rolle der „Deutschen Turnbewegung“ als Stütze der Nationalbewegung und die Ansätze von Jahn und Spieß stehen hier im Vordergrund.

3.4 Reformpädagogische Leibeserziehung: Dieses Kapitel beleuchtet die Gegenbewegung zur wilhelminischen Schule, die verstärkt Eigenverantwortung und Natürlichkeit forderte.

3.5 NS-Leibeserziehung: Der Text analysiert die Instrumentalisierung des Sports zur Ausbildung wehrhafter Funktionseinheiten im totalitären System des Nationalsozialismus.

3.6 Körpererziehung in der DDR: Dieser Abschnitt beschreibt die sozialistische Körperkultur und den Fokus auf den Hochleistungssport zur Demonstration politischer Systemüberlegenheit.

4 Sportpädagogik in der Gegenwart: Das Fazit stellt die aktuelle Sportpädagogik als deskriptive und normative Wissenschaft dar, die auf eine moderne Persönlichkeitsentwicklung abzielt.

Schlüsselwörter

Sportpädagogik, Erziehung, Leibeserziehung, Geschichte, Jean Jaques Rousseau, Philanthropen, Deutsches Turnen, Reformpädagogik, NS-Leibeserziehung, Körperkultur, DDR, Hochleistungssport, Sportunterricht, Persönlichkeitsentwicklung, Olympische Idee.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historischen Grundlagen und die Entwicklung der Sportpädagogik von ihren Anfängen bis in die Gegenwart, um ein tieferes Verständnis für aktuelle pädagogische Ziele zu gewinnen.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit adressiert?

Zentrale Themen sind die Definition der Sportpädagogik, der Wandel von Erziehungskonzepten in verschiedenen Epochen sowie die politische Instrumentalisierung von Sport durch staatliche Systeme.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den historischen Wandel sportpädagogischer Ansätze nachzuzeichnen, um aus vergangenen Modellen und ihren gesellschaftlichen Folgen Erkenntnisse für eine moderne, subjektorientierte Sportpädagogik zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine historische und analytische Aufarbeitung der Sportpädagogik, basierend auf fachwissenschaftlicher Literatur zu pädagogischen Theorien und historischen Kontexten.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte: von der „natürlichen Erziehung“ Rousseaus über das Turnen und die Reformpädagogik bis hin zur sportlichen Indoktrination in totalitären Regimen wie dem NS-Staat und der DDR.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Sportpädagogik, Leibeserziehung, Reformpädagogik, Körperkultur und Persönlichkeitsentwicklung.

Inwiefern unterscheidet sich die Leibeserziehung unter dem NS-Regime von der Körperkultur der DDR?

Obwohl beide Systeme Sport als Instrument zur Regimetreue nutzten, unterschieden sie sich in ihrer ideologischen Ausrichtung – während der NS-Staat auf Rassenideologie und Wehrhaftigkeit setzte, stand in der DDR der klassenkämpferische Hochleistungssport zur Demonstration des Sozialismus im Vordergrund.

Was bedeutet der Begriff „negative Pädagogik“ bei Rousseau?

Rousseaus „negative Pädagogik“ meint eine indirekte Erziehung, bei der der Erzieher das Kind nicht direkt anleitet, sondern Lebenssituationen schafft, in denen das Kind durch eigene Erfahrung selbstständig lernen kann.

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Details

Title
Historische Grundlagen der Sportpädagogik
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,5
Author
Markus Markmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
12
Catalog Number
V30240
ISBN (eBook)
9783638315432
Language
German
Tags
Historische Grundlagen Sportpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Markmann (Author), 2003, Historische Grundlagen der Sportpädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30240
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