Irland ist ein stark exportabhängiges Land, welches zu den Handelsorganisationen WTO (Welthandelsorganisation), OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und vor allem zur EU gehört. Am 1. Januar 1999 wurde der Euro als Buchgeld eingeführt. Darauf folgte die Etablierung des Euros als Bargeld am 1. Januar 2002. Irlands Arbeitslosenquote ist mit 11,3 % relativ hoch. In Deutschland lag sie 2014 bei 5%.
Die Inflationsrate, also der prozentuale Anstieg des allgemeinen Preisniveaus innerhalb eines bestimmten Zeitraums, betrug 2014 – exakt wie in Deutschland – 0,9%. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2014 224,7 Mrd. US-Dollar. Zum Vergleich betrug 2014 das absolute Bruttoinlandsprodukt Deutschlands 3.621 Mrd. US-Dollar. Das nominale BIP pro Kopf lag 2014 bei 46.800 US-Dollar und in Deutschland 44.700 US-Dollar. Bei genauerer Betrachtung der Verhältnisse in den drei klassischen Wirtschaftssektoren lässt sich unschwer erkennen, dass im primären Sektor 5%, im sekundären Sektor 19% und im tertiären Sektor 76% der Erwerbstätigen arbeiten.
Diese Verteilung dient als ein Indikator für einen westlichen Industriestaat. Im Sektor der Urproduktion wird 1,6% des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Einen Anteil von 27% hat der industrielle Sektor am Bruttoinlandsprodukt und im Sektor der Dienstleistungen wird 71,4% des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet.
Inhaltsverzeichnis
- Wirtschaftsstruktur Irlands
- Wirtschaftsgeschichte Irlands
- Wirtschaftsgeschichte 1995-2007
- Wirtschaftsgeschichte 2007-2015
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Wirtschaftsstruktur und -geschichte Irlands. Sie analysiert die Entwicklungen der irischen Wirtschaft von den 1990er Jahren bis zur Gegenwart und beleuchtet die Ursachen des Aufschwungs und der Krise.
- Wirtschaftsstruktur Irlands: Exportorientierung, Mitgliedschaften in internationalen Organisationen, Arbeitslosenquote, Inflationsrate, BIP, Sektorenverteilung
- Wirtschaftsgeschichte 1995-2007: „Keltischer Tiger“, wirtschaftsliberale Politik, niedrige Steuern, Immobilienblase
- Wirtschaftsgeschichte 2007-2015: Weltfinanzkrise, Euro-Krise, Auswirkungen auf die irische Wirtschaft, Immobilienmarkt, Arbeitslosenquote, Staatsverschuldung
- Direktinvestitionen in Irland: Bedeutung, Herkunft, Branchen
- Handelspartner Irlands: Wichtigste Import- und Exportgüter, Außenhandelsbilanz
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel behandelt die Wirtschaftsstruktur Irlands und stellt die wichtigsten Kennzahlen und Indikatoren vor. Es werden die Sektorenverteilung, die Arbeitslosenquote, die Inflationsrate und das Bruttoinlandsprodukt analysiert.
Das zweite Kapitel befasst sich mit der Wirtschaftsgeschichte Irlands. Der erste Teil analysiert die Phase des „Keltischen Tigers“ von 1995 bis 2007 und beleuchtet die Ursachen des Wirtschaftswachstums sowie die Entstehung der Immobilienblase.
Der zweite Teil des zweiten Kapitels behandelt die Auswirkungen der Weltfinanzkrise und der Euro-Krise auf die irische Wirtschaft. Es werden die Folgen für den Immobilienmarkt, die Arbeitslosenquote und die Staatsverschuldung dargestellt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Wirtschaftsstruktur, -geschichte und -entwicklung Irlands, „Keltischer Tiger“, Immobilienblase, Weltfinanzkrise, Euro-Krise, Direktinvestitionen, Außenhandel, Handelspartner, Exportorientierung, Arbeitslosenquote, Inflationsrate, Bruttoinlandsprodukt (BIP), Sektorenverteilung, EU-Mitgliedschaft, WTO, OECD, Terms of Trade, Bildungswesen, Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter dem Begriff "Keltischer Tiger"?
Als "Keltischer Tiger" wird die Phase des rasanten Wirtschaftswachstums in Irland zwischen 1995 und 2007 bezeichnet, die durch niedrige Steuern und hohe Auslandsinvestitionen geprägt war.
Wie ist die Wirtschaftsstruktur Irlands aufgeteilt?
Irland ist ein moderner Industriestaat: Etwa 76 % der Erwerbstätigen arbeiten im tertiären Sektor (Dienstleistungen), 19 % im sekundären Sektor (Industrie) und 5 % im primären Sektor (Landwirtschaft).
Welche Auswirkungen hatte die Finanzkrise 2008 auf Irland?
Die Krise führte zum Platzen einer massiven Immobilienblase, einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit und einer hohen Staatsverschuldung, was Irland zeitweise unter den EU-Rettungsschirm zwang.
Warum sind Direktinvestitionen für Irland so wichtig?
Irland ist stark exportabhängig. Viele internationale Konzerne (insbes. aus den USA) nutzen Irland aufgrund der niedrigen Unternehmenssteuern und des gut ausgebildeten, englischsprachigen Personals als Standort.
Wie hoch war das BIP pro Kopf in Irland im Vergleich zu Deutschland (Stand 2014)?
Im Jahr 2014 lag das nominale BIP pro Kopf in Irland bei etwa 46.800 US-Dollar, während es in Deutschland etwa 44.700 US-Dollar betrug.
- Quote paper
- Felix Kreß (Author), 2015, Wirtschaftsgeographie Irlands. Wirtschaftstruktur und -geschichte von 1995-2015, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302411