Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Barbarossa und die Byzantiner - Verlauf und Ursachen eines nicht gewollten Konfliktes

Title: Barbarossa und die Byzantiner - Verlauf und Ursachen eines nicht gewollten Konfliktes

Seminar Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Philipp Brugger (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit soll sich mit der Frage nach den Gründen für den Konflikt des Kreuzfahrerheeres um Friedrich Barbarossa mit dem Byzantinischen Reich beschäftigen. Als zentrale Quelle1 hierfür wird die sogenannte Historia des Ansbert2 herangezogen. Sie ist, so Arnold Bühler, „der ausführlichste Bericht der uns über den Barbarossa-Zug erhalten ist3.“ Bühler geht im Folgenden weiter auf die Validität der Quelle ein, dies soll hier nur kurz wiedergegeben werden: Der tatsächliche Verfasser der Kernschrift ist der Wissenschaft nicht mit Sicherheit bekannt. Das Werk lässt sich, so Bühler, drei verschiedenen Autoren zuordnen: Die Aufzeichnungen bis etwa zum Bericht über die Seuche in Antiochia und die Überfahrt nach Akkon4, die für diese Untersuchung zentral sind wurden augenscheinlich von einem nahen Vertrauten des Kaisers verfasst, der Historiker Ekkehard Eickhoff5 spekuliert es handle sich um einen Mitarbeiter der kaiserlichen Kanzlei. Eine Erweiterung und Fortsetzung dieses alten Erzählstranges entstand nach 1197 von der Feder eines anderen Autors, noch später fügte ein weiterer Autor einige Randnotizen hinzu. Die genaue Entstehungsgeschichte des Werkes ist also nicht vollständig geklärt, es handelt sich aber nach übereinstimmender Auffassung Eickhoffs, Bühlers und des Herausgebers der MGH – Edition der Historia, Anton Chroust7, im Kern um einen authentischen Bericht eines Begleiters Friedrichs I. Zur Vereinfachung soll im folgenden, übereinstimmend mit aller bearbeiteten Sekundärliteratur, einfach vom „Ansbert“ gesprochen werden. [...] 1 Auf eine umfassende Schilderung der Quellenlage soll hier verzichtet werden, um den gegebenen Umfang nicht zu sprengen. 2 Ansbert: Historia de expeditione Friderici imperatoris, in: A.Chroust (Hg.): Quellen zur Geschichte des Kreuzzuges Friedrichs I. (Monumenta Germaniae Historia, Scriptores rerum Germanicarum, Nova Series 5, 1928) S. 1-115 3 Arnold Bühler: Der Kreuzzug Friedrich Barbarossas 1187-1190 – Bericht eines Augenzeugen, 1. Auflage Stuttgart 2002, S. 48 4 nach Bühler der späteste mögliche Zeitpunkt, Eickhoff verortet den Autorenwechsel schon zum Zeitpunkt der Überfahrt nach Kleinasien, was auch Bühler für möglich hält. 5 Ekkehard Eickhoff: Friedrich Barbarossa im Orient – Kreuzzug und Tod Friedrichs I., Istanbuler Mitteilungen Beiheft 17, 1. Auflage, Tübingen 1977, S.189 6 nach: Bühler 2002, S 48 ff 7 ebd., S. 48

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkungen

2. Vorgeschichte des 3. Kreuzzuges

3. Klärung des Kreuzzugsbegriffes

4. Ein Konflikt mit Geschichte: Diplomatische Querelen mit Byzanz

5. Der Zerfall des byzantinischen Reiches und dessen Zustand zur Zeit des Kreuzzuges

6. Der Marsch durch das oströmische Reich

7. Zuspitzung und Beilegung des Konfliktes

8. Interpretationsteil

8.1 Plünderungen und Überfälle – ein kaum zu durchbrechender Kreislauf

8.2 Politische Fehleinschätzungen und gegenseitiges Misstrauen

9. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen des unbeabsichtigten Konflikts zwischen dem Kreuzfahrerheer unter Kaiser Friedrich Barbarossa und dem Byzantinischen Reich während des Dritten Kreuzzugs. Dabei analysiert der Autor kritisch, inwieweit politische Instabilität in Byzanz, diplomatisches Misstrauen und die kriegsbedingte Notwendigkeit zur Versorgung des Heeres die Eskalationsspirale befeuerten.

  • Die diplomatischen Verhandlungen zwischen Kaiser Friedrich I. und Kaiser Isaak II.
  • Der Zustand des byzantinischen Reiches zur Zeit der Kreuzzüge.
  • Die Rolle der Quellen, insbesondere der "Historia" des Ansbert.
  • Ursachenforschung der militärischen Zusammenstöße auf dem Marsch durch den Balkan.

Auszug aus dem Buch

4. Ein Konflikt mit Geschichte: Diplomatische Querelen mit Byzanz

Da Friedrich eine Charterflotte der Venezianer oder Genuesen für sein Heer hätte mit immensen Beträgen bezahlen müssen, entschied man sich am Kaiserhof recht bald für den beschwerlichen Landweg. Nach allen bisherigen Erfahrungen kam hier nur eine Route in Frage, nämlich die alte römische Heerstrasse von Belgrad nach Konstantinopel. Nun liegt es wohl auf der Hand dass die Anrainerstaaten an dieser Strasse ein in die Zehntausende gehendes Heer nicht ohne weiteres ihr Gebiet durchqueren lassen wollten.

Folgerichtig leitete Friedrich frühzeitig eine großangelegte diplomatische Offensive in die Wege und schickte Gesandtschaften zu Ungarn, Seldschuken, Armeniern und natürlich auch nach Konstantinopel. Der geplante Weg würde zum größten Teil durch von den Byzantinern kontrolliertes oder zumindest beanspruchtes Gebiet führen, daher war Friedrich, darin stimmen alle Quellen überein, ehrlich an guten Beziehungen und an einem annehmbaren Durchreiseabkommen interessiert. Die Aushandlung eines solchen Abkommens gestaltete sich jedoch aus mehreren Gründen schwierig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkungen: Einführung in die zentrale Quellenlage, insbesondere die Bedeutung der Historia des Ansbert für die Rekonstruktion der Ereignisse.

2. Vorgeschichte des 3. Kreuzzuges: Darlegung der päpstlichen Enzyklika und der verheerenden Schlacht von Hattin als Auslöser für den Kreuzzug.

3. Klärung des Kreuzzugsbegriffes: Untersuchung der zeitgenössischen Auffassung des Kreuzzugs als Pilgerfahrt (peregrinatio) und der sich wandelnden Kreuzmetaphorik.

4. Ein Konflikt mit Geschichte: Diplomatische Querelen mit Byzanz: Analyse der gescheiterten diplomatischen Bemühungen um ein Durchreiseabkommen zwischen Friedrich und Isaak II.

5. Der Zerfall des byzantinischen Reiches und dessen Zustand zur Zeit des Kreuzzuges: Beschreibung der inneren Instabilität, der Bedrohung durch Serben und Bulgaren sowie der Schwäche des Kaisers Isaak II.

6. Der Marsch durch das oströmische Reich: Dokumentation der ersten militärischen Zusammenstöße und der Eskalation der Gewalt auf dem Weg durch den Balkan.

7. Zuspitzung und Beilegung des Konfliktes: Schilderung der offenen militärischen Konfrontation bis zur Einigung und den Geiselverhandlungen im Frühjahr 1190.

8. Interpretationsteil: Kritische Ursachenforschung zur Schuldfrage, wobei politische Fehleinschätzungen und die strukturelle Schwäche Byzanz' im Zentrum stehen.

9. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Friedrich Barbarossa, Dritter Kreuzzug, Byzanz, Isaak II. Angelos, Historia des Ansbert, Diplomatie, Konstantinopel, Kreuzfahrerheer, Pilgerfahrt, Geiselverhandlungen, Machtpolitik, Mittelalter, Historische Konfliktanalyse, Balkanroute.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den diplomatischen und militärischen Spannungen zwischen dem Kreuzfahrerheer unter Friedrich Barbarossa und dem Byzantinischen Reich während des Dritten Kreuzzugs.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Diplomatie zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Byzanz, den Zustand des byzantinischen Staates sowie die Dynamik von Gewalt zwischen Kreuzfahrern und lokaler Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Klärung der Schuldfrage und die Identifizierung der Gründe für den Konflikt, der trotz gegenteiliger Absichten beider Seiten eskalierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine quellenkritische Analyse der "Historia" des Ansbert unter Hinzuziehung zeitgenössischer und moderner Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die diplomatischen Verhandlungen, den Marsch durch den Balkan, die militärischen Auseinandersetzungen und die abschließende Einigung im Jahr 1190.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Barbarossa, Kreuzzug, Byzanz, Diplomatie, Konfliktanalyse und Machtpolitik.

Warum kam es trotz Verhandlungen immer wieder zu Plünderungen?

Plünderungen waren oft die Folge einer unzureichenden Versorgung des Kreuzfahrerheeres und der Unfähigkeit oder Unwilligkeit der byzantinischen Verwaltung, zugesicherte Proviantmärkte bereitzustellen.

Inwieweit spielte die serbische Politik eine Rolle im Konflikt?

Das Bündnis von Friedrich Barbarossa mit dem serbischen Großzupan Stefan Nemanja weckte in Konstantinopel die Befürchtung, Friedrich wolle byzantinisches Territorium erobern, was die diplomatische Lage massiv verschärfte.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Barbarossa und die Byzantiner - Verlauf und Ursachen eines nicht gewollten Konfliktes
College
University of Tubingen  (Historisches Seminar)
Course
PS: Friedrich Barbarossa
Grade
1,0
Author
Philipp Brugger (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V30250
ISBN (eBook)
9783638315517
Language
German
Tags
Barbarossa Byzantiner Verlauf Ursachen Konfliktes Friedrich Barbarossa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Brugger (Author), 2004, Barbarossa und die Byzantiner - Verlauf und Ursachen eines nicht gewollten Konfliktes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30250
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint