Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Rassimus. Ein Vergleich der Theorien Albert Memmis und Luigi Luca Cavalli-Sforzas

Titel: Rassimus. Ein Vergleich der Theorien Albert Memmis und  Luigi Luca Cavalli-Sforzas

Hausarbeit , 2014 , 26 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Florian Sapper (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei Rassismus geht es um Aus- und Eingrenzung und um eine Klassifizierung nach Rassen. Doch was sind die Ursachen von Rassismus und welche Funktionen erfüllt er? Wie kann man Rassismus begegnen und bekämpfen? Wie können zukünftige Generationen für den Umgang mit Rassismus sensibilisiert werden?
Diesen Fragen soll in der vorliegenden Arbeit durch den Vergleich der Rassismustheorien Albert Memmis und Luigi Luca Cavalli-Sforzas nachgegangen werden. Hierzu werden beide Theorien dargestellt, kritisch hinterfragt, verglichen und auf die Praxis angewandt. Während Memmi einen interessenorientierten Ansatz vertritt, in welchem Rassismus dem Schutz und Erhalt von Privilegien dient und als Ursache die Angst vor Verlust besagter Privilegien benennt, sieht Cavalli-Sforza Rassismus als Hochmut vermeintlich erfolgreicher, gefestigt durch Gewohnheit und den Hang des Menschen an Bewährtem festzuhalten.
Albert Memmi führt die Auseinandersetzung mit Ursachen und Funktionen von Rassismus zu einer Philosophie des Antirassismus, aus welcher er praktische Schlüsse zieht um den Rassismus zu bekämpfen. Luigi Luca Cavalli-Sforza hingegen begibt sich auf die Suche nach den biologischen und kulturellen Wurzeln der menschlichen Zivilisation und beseitigt so die Vorstellung einer von Natur aus gegebenen Überlegenheit bestimmter Rassen.

In der vorliegenden Arbeit wird sich mit rassistischem Gedankengut auseinandergesetzt, Ursachen und Funktionen von Rassismus betrachtet und sich mit der Gegenmaßnahme der beiden genannten Autoren beschäftigt. Des Weiteren werden die Theorien am Beispiel der Zuwanderung infolge der Osterweiterung der EU und dem damit einhergehende Rassismus gegenüber Migranten aus Rumänien und Bulgarien dargelegt, erläutert und verglichen.
Auch werden mögliche bildungswissenschaftliche Schlüsse zur Rassismusprävention, die sich aus der jeweiligen Theorie ergeben, erörtert und Überlegungen angestellt, wie sich diese in die Praxis übertragen lassen. Abschließend werden die Theorien einer kritischen Betrachtung unterzogen in welcher untersucht wird, inwieweit jeweils die zugrundeliegende Theorie einen Beitrag zur Beschreibung des Phänomens Rassismus leistet. Die ersten beiden Kapitel dienen der Darstellung der beiden Theorien, bevor diese in einem dritten Kapitel miteinander verglichen und auf die Praxis angewendet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Rassismustheorie Albert Memmis

II.1 Der Rassist und sein Rassismus bei Memmi

II.2 Die Angst Privilegien zu verlieren

II.3 Der Unterschied und dessen Bewertung

II.4 Philosophie des Antirassismus

III. Die Rassismustheorie Luigi Luca Cavalli-Sforzas

III.1 Der Rassist und sein Rassismus bei Cavalli-Sforza

III.2 Der Hochmut der Erfolgreichen

III.3 Festhalten an Gewohntem

III.4 Gleichheit trotz aller Unterschiede

IV. Die Zuwanderung in die BRD infolge der Osterweiterung der EU und der damit einhergehende Rassismus gegenüber Migranten aus Rumänien und Bulgarien

V. Die Rassimustheorien Albert Memmis und Luigi Luca Cavalli-Sforzas im Vergleich und Praxisanwendung

V.1 Auslegung der Theorien am Beispiel der Zuwanderung in die BRD infolge der Osterweiterung der EU

V.2 Mögliche Schlussfolgerungen aus bildungswissenschaftlicher Sicht

V.3 Direkter Vergleich und kritische Betrachtung der Theorien

VI. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Funktionen von Rassismus durch einen systematischen Vergleich der Theorien von Albert Memmi und Luigi Luca Cavalli-Sforza. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie diese theoretischen Ansätze zum Verständnis aktueller rassistischer Phänomene – insbesondere am Beispiel der Zuwanderung infolge der EU-Osterweiterung – beitragen können und welche pädagogischen Handlungsmöglichkeiten sich daraus ableiten lassen.

  • Analyse des interessenorientierten Rassismusmodells von Albert Memmi (Schutz von Privilegien).
  • Untersuchung des soziobiologischen und psychologischen Ansatzes von Luigi Luca Cavalli-Sforza.
  • Kritische Betrachtung von Vorurteilen gegenüber Migranten aus Rumänien und Bulgarien.
  • Ableitung bildungswissenschaftlicher Präventionsstrategien gegen rassistische Einstellungen.
  • Vergleichende Synthese der Ansätze zur Förderung einer humaneren Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

II.2 Die Angst Privilegien zu verlieren

„Immer, wenn jemand mit einem anderen oder einer Gruppe von Individuen in Berührung kommt, die anders sind als er oder die er kaum kennt, reagiert er auf eine Weise, die den Rassismus anklingen läßt.“ (Memmi 1987, 31, Hervorhebung i. O.) Jeder Mensch zeigt in Bezug auf andere, negative bzw. positive Reaktionen, wobei in Anbetracht eines Fremden, negative Reaktionen wie Misstrauen, Abneigung und Angst, häufig überwiegen. Memmi versteht dies als Erbe aus grauer Vorzeit:

Die Angst vor dem anderen reicht bis in die graue Vorzeit zurück, als die Menschen noch in ständigem gegenseitigen Mißtrauen leben mußten, stets darauf gefaßt, daß ein anderer, der stärker oder listiger war, die Jagdbeute oder die begehrte Frau wegnahm und den Beraubten zum Hunger, zur Demütigung oder gar zum Tode verurteilt. (Memmi 1987, 159)

Es ist der Unterschied der beunruhigt, steht er doch für das Unbekannte, welches der Mensch zumeist mit Gefahr assoziiert. (Memmi 1987, 35) Da man nicht weiß was im Kopf des anderen vor sich geht, erscheint es sinnvoll sich zu wappnen und dem potentiellen Angreifer mit einem Angriff zuvor zukommen, um die eigenen Privilegien zu schützen. Dies setzt allerdings einen schwierig zu durchbrechenden Kreislauf in Gang.

Der Rassist ist ein Mensch, der Angst hat; er hat Angst, weil er der Angreifer ist, und er greift an, weil er Angst hat; ein Mensch der Angst vor einem potentiellen Angriff hat oder glaubt, man greife ihn tatsächlich an; der schließlich angreift um seine Angst zu bannen. (Memmi 1987, 100, Hervorhebung i. O.)

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Komplexität des Rassismus ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Theorien von Memmi und Cavalli-Sforza anhand aktueller Zuwanderungsprozesse zu vergleichen.

II. Die Rassismustheorie Albert Memmis: Dieses Kapitel erläutert den interessenorientierten Ansatz Memmis, der Rassismus primär als Schutzmechanismus für Privilegien durch die Ausgrenzung des „Anderen“ definiert.

III. Die Rassismustheorie Luigi Luca Cavalli-Sforzas: Hier wird Cavalli-Sforzas Perspektive dargestellt, die Rassismus als narzisstischen Hochmut erfolgreicher Gruppen und als Ventil für Unzufriedenheit interpretiert.

IV. Die Zuwanderung in die BRD infolge der Osterweiterung der EU und der damit einhergehende Rassismus gegenüber Migranten aus Rumänien und Bulgarien: Dieses Kapitel beleuchtet den konkreten Untersuchungsgegenstand und die gesellschaftliche Stimmung gegenüber den genannten Migrantengruppen.

V. Die Rassimustheorien Albert Memmis und Luigi Luca Cavalli-Sforzas im Vergleich und Praxisanwendung: Hier werden die Theorien aufeinander bezogen und auf das Fallbeispiel der Osterweiterung angewandt, um bildungswissenschaftliche Präventionsmaßnahmen abzuleiten.

VI. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Rolle von Bildung und Aufklärung als zentrale Bollwerke gegen rassistische Einstellungen.

Schlüsselwörter

Rassismus, Albert Memmi, Luigi Luca Cavalli-Sforza, Privilegien, Heterophobie, Xenophobie, Migration, Osterweiterung, Bildungswissenschaft, Prävention, Antirassismus, soziale Identität, Vorurteile, Sündenbock, Universalismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Rassismus, indem sie die Ansätze von Albert Memmi und Luigi Luca Cavalli-Sforza kritisch gegenüberstellt und auf aktuelle gesellschaftliche Ereignisse bezieht.

Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?

Der Fokus liegt auf den psychologischen und sozialen Ursachen von Rassismus, dem Schutz von Privilegien, der wissenschaftlichen Widerlegung biologischer Rassentheorien sowie der Rolle von Bildung bei der Rassismusprävention.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch den Vergleich zweier unterschiedlicher Rassismustheorien zu ergründen, wie diese Mechanismen funktionieren und wie man diese Erkenntnisse pädagogisch nutzen kann, um rassistischen Tendenzen entgegenzuwirken.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, dem Vergleich von Theorien und der praktischen Anwendung dieser auf aktuelle gesellschaftliche Fallbeispiele basiert.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Publikation im Fokus?

Der Hauptteil behandelt detailliert die Ursachen des Rassismus – bei Memmi die Angst vor dem Privilegienverlust, bei Cavalli-Sforza der narzisstische Hochmut – sowie deren Übertragung auf die Situation von Migranten aus Rumänien und Bulgarien.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Zentrale Begriffe sind Rassismus, Privilegien, Xenophobie, Identität, Bildungswissenschaft, Antirassismus und soziale Ausgrenzung.

Wie erklärt Memmi das Fortbestehen von Rassismus trotz logischer Unhaltbarkeit?

Memmi argumentiert, dass Rassismus nicht auf logischen Prämissen basiert, sondern auf tief verwurzelten Emotionen und dem Bedürfnis, eigene Privilegien gegen ein vermeintlich gefährliches „Fremdes“ zu verteidigen.

Inwiefern entlarvt Cavalli-Sforza die rassistische Ideologie wissenschaftlich?

Als Humangenetiker widerlegt er die Vorstellung „reiner“ Rassen, indem er aufzeigt, dass genetische Unterschiede zwischen Populationen fließend sind und äußere Merkmale lediglich Klimaanpassungen darstellen.

Welche Rolle spielt die Bildungseinrichtung laut dem Fazit?

Schulen und Bildungseinrichtungen werden als „elementares Bollwerk“ bezeichnet, da sie durch Aufklärung und kulturelle Vernetzung eine Immunisierung gegen rassistisches Gedankengut bei nachfolgenden Generationen fördern können.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rassimus. Ein Vergleich der Theorien Albert Memmis und Luigi Luca Cavalli-Sforzas
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,3
Autor
Florian Sapper (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
26
Katalognummer
V302637
ISBN (eBook)
9783668009592
ISBN (Buch)
9783668009608
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rassimus vergleich theorien albert memmis luigi luca cavalli-sforzas
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Sapper (Autor:in), 2014, Rassimus. Ein Vergleich der Theorien Albert Memmis und Luigi Luca Cavalli-Sforzas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302637
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  26  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum