Schlafwandelnd in den Ersten Weltkrieg? Die deutsche historiographische Kontroverse um Christopher Clarks Monographie "Die Schlafwandler"

Eine Rezeptionsanalyse


Bachelorarbeit, 2015

37 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursachen, Verantwortung, Haupt-Mit-Alleinschuld in der Kriegsursachenforschung

3. Clarks Hauptthesen in „Die Schlafwandler“

4. Die historiographische Rezeption der Schlafwandler in Deutschland
4.1 Die Schlafwandler als Auslöser einer generationalen Kontroverse mit zwei Grundpositionen
4.2 Der Clark-Effekt als Sinnbild von „schlafwandlerischem“ Erfolg?
4.3 Fischer und Lloyd George reloaded

5. Schlussbetrachtung

6. Bibliographie

1. Einleitung

Er ist englischer Historiker australischer Herkunft. Er ist ausgewiesener Preußenkenner[1] und populärer Autor zweier großer, „konsequent gegen die „Sonderweg“-These gerichteten […] und verständnisvollen“[2] Bücher über Preußens Aufstieg und Niedergang[3] und Wilhelm II.[4] Und er ist Moderator der Doku-Reihe „Deutschland-Saga“ im ZDF, in der er mit Fliege und einem roten VW-Käfer-Cabriolet durch Deutschlands Geschichte fährt. Es ist Christopher Clark, in Cambridge lehrender Geschichtsprofessor für Neuere Europäische Geschichte, der seit der Publikation „Die Schlafwandler“[5] 2012 in England und wenig später 2013 in Deutschland Bestsellerautor ist. Seine umfangreiche, 718seitige Monographie mit 112seitigen Anmerkungen, schrieb in Deutschland fünf Monate nach ihrer Publikation, pünktlich zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges, ca. 170.000 verkaufte Exemplare in der 12. Auflage.[6] Mittlerweile existiert sogar auf der Internetplattform youtube ein Buchtrailer zu den „Schlafwandlern“, in dem der Autor persönlich zu den Inhalten seines Buches Stellung nimmt.[7] Die Verkaufs- und Auflagenzahlen sowie die mediale Präsenz in Deutschland sind Sinnbild für die starke Aufmerksamkeit durch Zeitungen und Fernsehen, die Öffentlichkeit und vielfaches Forschungsinteresse an dem neuen Bestseller, der eine Ursachengeschichte des Ersten Weltkriegs aus internationaler Perspektive für die Vorkriegsgeschichte von 1914 darlegt. Dieser nun hundert Jahre zurückliegende Krieg, der Zivilisationsbruch, ca. 15 Mio. Tote, Leid und Zerstörung nach Europa brachte, wirkt damit bis heute nach und gibt Anlass zu Diskussionen. „Von einer jungen Generation, der Geschichte egal ist“[8], könne nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Wochenmagazins „stern“ mit 1004 ausgewählten Befragten (08. und 09.01.2014) keine Rede sein, so ein Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ im Januar 2014. Im Gegenteil. „Kaum ein Zeitraum in der europäischen Geschichte findet derzeit ein so reges Interesse in Forschung, Medien und Publizistik wie die Großmächtebeziehungen im Vorfeld des Ersten Weltkrieges. Dessen Ursachen haben auch hundert Jahre später offenbar nichts von ihrer Faszination eingebüßt.“[9]. Von diesen Ursachen, die Teil einer Epoche „[…] gewaltiger Umwälzungen“[10] sein sollten, seien hier einige in stark selektiver Form, vornehmlich auf europäischem Territorium aus „deutscher Sicht“, genannt, da aus eben dieser Perspektive anlässlich der „Schlafwandler“ eine publizistische, historiographische Kontroverse in Deutschland geführt wird: Nach der Jahrhundertwende wandelten sich Zwei- bzw. Dreibund und Triple Entente zu „Offensivblöcken“[11] in einem internationalen Beziehungsgeflecht, das von einem Paradigmenwechsel gekennzeichnet war.[12] Berlin sah sich mit dem Verlust seiner Mittlerposition konfrontiert, da sich die britisch-französischen/russischen Antagonismen verringerten und fühlte sich zunehmend „eingekreist“.[13] In der ersten Marokkokrise 1905/06 und in der bosnischen Annexionskrise 1908/09 übte das Deutsche Reich erst Druck auf die „Entente cordiale“ und dann auf Sankt Petersburg aus.[14] Das gereizte internationale Klima wurde durch die zweite Marokkokrise, in der das Kanonenboot „Panther“ nach Agadir entsandt und gleichzeitig die deutschen kolonialen Hoffnungen enttäuscht wurden, weiter aufgeheizt und die Konfliktintensität nahm zu.[15] Nach einer Phase schnellen ökonomischen Aufschwungs war das deutsche Kaiserreich „[…] zur führenden Industrienation des Kontinents“[16] aufgestiegen und beanspruchte nun mittels des Flottenbaus, eingeleitet als Teil der von Wilhelm II. initiierte „Weltpolitik“, einen „Platz an der Sonne“[17]. Diese Entwicklung belastete nachhaltig das deutsch-britische Verhältnis. Die Balkankriege 1912/13, serbische Truppen, die an der Adria die Interessensphären der Donaumonarchie bedrängten sowie die Liman von Sanders Krise Ende 1913, in der der Generalleutnant das Kommando über türkische Truppen an den Meerengen übernehmen sollte, stellten das Krisenmanagement der einzelnen Staaten in den Vorkriegsjahren auf die Probe.[18] Trotzdem gab es auch Schlüsselmomente der Deeskalation wie beispielsweise die Haldane-Mission von 1912, „der letzte Versuch einer britisch-deutschen Annäherung im Flottenstreit“[19]. Dissens um Kolonialgebiete im Rahmen imperialistischer Bestrebungen, der Schritt für Schritt nach Europa rückte[20], machtpolitische Gegensätze zwischen Deutschland und England/Frankreich, Nationalismus, der Rüstungswettlauf der Großmächte, sukzessive Schwächung Österreich-Ungarns durch Autonomiebestrebungen der Serben/Tschechen und der „Verlust des defensiven Charakters der europäischen Bündnisse“[21] führten zu einer zunehmend wahrgenommenen Alternativlosigkeit aus Sicht der Verantwortlichen.[22] Ein starkes Bedrohungsgefühl in einem Klima gegenseitigen Misstrauens entstand, das einen europäischen Konflikt „wahrscheinlicher“[23], nicht jedoch unvermeidlich werden ließ.[24] In der Julikrise im Sommer 1914 zeigte sich dann, dass die politische Führung, die Tauben, von der militärischen, den Falken, abhängig blieb. Auf das Attentat von Sarajevo folgte in dieser Situation das österreichisch-ungarische Ultimatum inakzeptablen Charakters.[25] Nach der serbischen Ablehnung folgten Mobilmachung und Kriegserklärung der Habsburger Monarchie. Zwischenzeitlich befanden sich Poincaré und Viviani in Sankt Petersburg, Wilhelm II. sowie führende deutsche Entscheidungsträger im Urlaub. Am 30. Juli 1914 begann in Russland, das Serbien unterstützte, die Mobilmachung und „[…] damit waren dann die Würfel gefallen“[26]. Deutschland erklärte Russland und Frankreich den Krieg, begann mit der Invasion in Belgien und Luxemburg und Großbritannien erklärte Deutschland wenig später am 4.August 1914 den Krieg, der zu diesem Zeitpunkt als legitimes „Mittel zur Lösung von Spannungen und Rivalitäten zwischen Staaten“[27] galt. Eines der Schlüsseldokumente zu Beginn der Julikrise ist der von der deutschen Reichsregierung für Österreich-Ungarn ausgestellte „Blankoscheck“ anlässlich eines Krieges gegen Serbien. Dieser „verpflichtete“ weitere Bündnispartner, die sich wie oben geschildert für Mobilmachungen und Kriegserklärungen entschieden. Handelte es sich dabei um einen „point of no return“[28] für die Zeitgenossen?

Die Kriegsursachenforschung beschäftigt sich seit Beginn der Julikrise 1914 mit der entscheidenden Frage nach Ursachen, Verantwortung und Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Christopher Clark liefert nun mit den „Schlafwandlern“ eine diskussionswürdige Interpretation, in der ein „Hauch von Entlastung“[29] für die deutschen Verantwortlichen wehe, so der jüngst verstorbene Historiker Wehler. Diese Lesart stört vornehmlich jene Grundposition in der aktuellen, generational-historiographischen Debatte, die von einer deutschen Hauptverantwortlichkeit für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs ausgeht. Dem gegenüber steht eine den clark´schen Thesen wohlgesonnene Position, vertreten durch Cora Stephan, Sönke Neitzel etc., die auf eine Neuverhandlung bzw. Ausklammerung der „Kriegsschuldfrage“ abzielt. Für sie gilt: „An das Selbstverständnis der Deutschen als schuldige Nation ist eine Mine gelegt.“[30] In bisheriger Ermangelung einer redaktionell umfassend kommentierten Gegenüberstellung wird die untersuchte Kontroverse im Folgenden als ein die „Funktionalisierbarkeit von Geschichte“[31] nutzenden Kommunikationsraum verstanden, der entgegen der aktuellen Forschungstendenz, ein möglichst „internationales“ Schlaglicht auf die Ereignisse vor der Zäsur des 21. Jahrhunderts zu werfen, nationalgeschichtlich, insbesondere stark deutschlandzentriert, Anwendung findet. Dieser sei Beweis dafür, dass die Frage nach den Gründen für den Kriegsausbruch nicht ad acta gelegt werden könne, so Wirsching, „[…] die eigentliche Überraschung“[32] der „Schlafwandler“ und Anlass vorliegender Bachelorarbeit. Repräsentiert durch beide Grundpositionen bietet das Streitgespräch mit zahlreichen Rezensionen im Sinne des 100. Gedenktags deshalb Anlass zu der erkenntnisleitenden Frage: Inwiefern ist die historiographische Debatte in Zeitungsartikeln und Rezensionen zwischen 2012 und 2014 um die Monographie von Christopher Clark „Die Schlafwandler“ polarisierend? Es scheint, als handle es sich ausgehend von dem 100. Gedenkjahr des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges, das Anlass zu Bedenken und Diskussionen gibt, um eine Wiederaufnahme der Fritz Fischer Kontroverse und der Lloyd George These. Zur schrittweisen Beantwortung wird deduktiv vom Allgemeinen zum Besonderen vorgegangen. Die Gliederungspunkte zwei und drei, d.h. „Ursachen, Verantwortung, Haupt-Mit-Alleinschuld in der Kriegsursachenforschung“ und „Clarks Hauptthesen in „Die Schlafwandler“ dienen als hinführender Theorieteil für die Analyse der historiographischen Rezeption der Schlafwandler in Deutschland. Im darauffolgenden Hauptteil wird die Monographie als Auslöser einer generationalen Kontroverse mit zwei Grundpositionen untersucht. Darin werden polarisierende Charakteristika sowie die Funktion der zu Grunde liegenden Medien erörtert und geschichtswissenschaftliche Vertreter der beiden Positionen identifiziert, der Verlauf der Debatte nachgezeichnet und deren Ebenen analysiert. Anschließend wird hinterfragt, inwiefern Clarks Erfolg „schlafwandlerisch“ ist und es werden angebotene Erklärungsmöglichkeiten reflektiert, warum die internationale Vergleichsstudie gerade in der Bundesrepublik so erfolgreich ist. Inwiefern es sich bei der aktuellen Debatte um eine Wideraufnahme der Fischer-Kontroverse bzw. der Lloyd George These handelt, wird unter dem vorletzten Punkt untersucht, bevor eine Schlussbetrachtung die Arbeit abschließt. Die als Hauptbezugswerke dienenden „Schlafwandler“, ein heterogenes Konvolut von Zeitungsartikeln und Rezensionen sowie Videoclips vom 50. Deutschen Historikertag in Göttingen sind stellvertretend für eine medial vielfältige Erkenntnisgrundlage.

2. Ursachen, Verantwortung, Haupt-Mit-Alleinschuld in der Kriegsursachenforschung

Bereits die Bezeichnung des Beginns des Ersten Weltkriegs ist uneinheitlich. So wird dieser „Kriegsausbruch (analog Vulkanausbruch)“[33], Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts[34] „[…] (analog Erdbeben oder Tsunami) […]“[35], „Zäsur des 20.Jh.“[36] und „[…] Tragödie (in der die Akteure […]zu bedauern sind […])“[37] genannt. Die Begriffe Verantwortung und Schuld sind dabei konstitutiv für die „Kriegsschuldfrage“, wie der öffentliche Diskurs um die Rolle des deutschen Kaiserreichs beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges bezeichnet wird, die ebenso uneinheitlich angewandt werden. Im Neuen deutschen Wörterbuch findet sich unter der Bedeutung von „Schuld“ u.a. „das Verantwortlichsein“ und umgekehrt, grundsätzlich ist im hier vorliegenden Kontext der Auslösung des Ersten Weltkrieges die Missachtung einer Norm bzw. die persönliche Vorwerfbarkeit pflichtwidrigen Verhaltens gemeint.[38] Vollständig losgelöst lassen sich die beiden Begriffe offenkundig schon aufgrund ihrer Definition nicht betrachten, was auch für den untersuchten Diskurs gilt. Eine „Ursache“ ist der Wörterbuch-Definition zur Folge Anlass oder Grund, ein Sachverhalt oder ein Verhalten also, der/das etwas bewirkt.[39] Diese Definition ist weit entfernt von jenen der „Schuld“ bzw. des „Verantwortlichseins“, die persönliche Vorwerfbarkeit und damit Schuld(un-)fähigkeit bzw. Haftbarkeit voraussetzen.[40] Schuld tritt ferner dann ein, wenn Verantwortung nicht übernommen wird. Die Verwendung dieser Begriffe ist im analysierten Streitgespräch von Bedeutung, da „Schuld“ und „Verantwortung“ auch verschiedene (Schuld-)formen einschließen wie Vorsatz bzw. Fahrlässigkeit hinsichtlich einer Tat. Wenn also von „Schuld“/“Verantwortung“ des deutschen Reiches gesprochen wird, den Ersten Weltkrieg ausgelöst zu haben, muss diese bewiesen werden bzw. ein Grund für die Schuldausschließung gefunden werden, der wiederum das jeweilige zugewiesene „Strafmaß“ beeinflusst.[41] Wird von „Ursachen“ des Ersten Weltkriegs gesprochen, muss davon ausgegangen werden, dass eben diese Parameter nicht angelegt werden, d.h. auch kein „Strafmaß“ bestimmt wird.

Vor allem die „moralische Deligitimation des Angriffskrieges“[42], die bereits mit Kriegseintritt der jeweiligen Staaten einsetzte, war gelenkt durch den Blick auf die Gräuel des Ersten (und sicherlich auch des Zweiten) Weltkrieges. Deshalb waren auch alle Staatsführungen daran interessiert, als Angegriffener, nicht als Angreifer wahrgenommen zu werden. Häufig wird dabei das völkerrechtlich verankerte 1914 gültige Recht souveräner Staaten, Kriege als Angriffskriege und damit als Zeichen für staatliche Souveränität zu führen, so Jahn, außer Acht gelassen. Damit akzentuiert der Autor neben der moralischen Komponente von „Schuld“ deren rechtlichen Charakter. Ein (deutscher) Wille zu einem solchen Krieg konstituiert für ihn noch keine Schuld.[43] In die gleiche Richtung argumentiert Kramer. Für den Geschichtsprofessor für neuere deutsche und europäische Geschichte wurde 1914 nicht gegen das Recht zum Krieg (jus ad bellum) verstoßen, da das Recht auf Kriegführung „[…] im Völkerrecht als ureigenes Privileg von Staatswesen betrachtet.“[44] werde. Diese Überlegungen führen zum Kriegsschuldartikel 231 des Versailler Vertrages. Als „völkerrechtlicher Höhepunkt“[45] in der Diskussion um die Rolle des Deutschen Reichs mit moralisch neuer Implikation von Kollektivschuld des deutschen Volkes und Alleinschuld des Deutschen Reiches stellte dieser die Grundlage der alliierten Reparations- und Widergutmachungsforderungen dar.[46] In der deutschen Öffentlichkeit wurde dieser Artikel als schwere Belastung wahrgenommen und enttäuschte die Hoffnungen auf einen milden Frieden im Vertrauen auf Wilsons 14 Punkte Plan. Eines der wichtigsten Ziele in der Politik der Weimarer Republik war damit geboren. Es handelt sich dabei um die parteiübergreifend angestrebte Revision des Versailler Vertrages, die auch als „Vertragsrevisionismus“ bekannt ist.[47] Für die Zwischenkriegszeit lässt sich feststellen, dass deutsche Historiker zwar eher die Staatsführungen der Entente, vornehmlich Frankreichs und Russlands, be- und Deutschlands teilweise, nicht aber vollständig, entlasten.[48] Am 30. Januar 1937 erklärte Hitler im Reichstag, die Kriegsschuldfrage sei gelöst[49] und bis Anfang der 1930er Jahre entstand im europäischen, nichtdeutschen Ausland folgende Perspektive, der durch den britischen Premierminister Lloyd George ein Gesicht verliehen wurde. Es handelt sich um seine sog. „Schlitterthese“, Europa sei in den Krieg „hineingeschlittert“, ähnlich einem „Unfall“.[50] In seinen Memoiren heißt es: „The nations slithered over the brink into the boiling cauldron of war without any trace of apprehension or dismay.“[51]. Damit wird indirekt den am Krieg beteiligten Staaten die Schuld abgesprochen, die Schuldform der Fahrlässigkeit in Rechnung gestellt und die Schuldfähigkeit einzelner Staaten auf das Bündnissystem abgewälzt. Diese These streift damit die Ideen der „neue[-n] Orthodoxie“[52] oder auch „Bielefelder Schule“ der 70er Jahre, die nicht kollektiv alle kriegführenden Staaten in der Verantwortlichkeit sah, sondern vornehmlich die Hauptschuld beim deutschen Kaiserreich, das einen „Sonderweg“ beschreite. Statt Struktur- wurde mit dieser historiographischen „Schule“ die Sozialgeschichte in den Vordergrund gerückt. Die Nachkriegshistoriographie (des Zweiten Weltkrieges) im Allgemeinen ist geprägt von einer „tiefe[-n] Identitätskrise“[53]. Der gescheiterte deutsche Zweifachanlauf eine „europäische Weltpolitik“ etablieren zu wollen war mehr als problematisch, vor allem vor dem Hintergrund der Unwucht der historischen Last des Nationalsozialismus. Die Frage nach einer möglichen Kontinuität der Entwicklung deutscher Geschichte und der drängenden Frage „Wie war Hitler möglich?“ fand wegweisende Beachtung bei Meinecke[54], der zu dem Ergebnis gelangte, die deutsche Geschichte sei kein zwangsläufiger Prozess.[55] Diese „Linie einer vorsichtigen Rehabilitierung der deutschen Nationalgeschichte“[56] folgten viele geschichtswissenschaftliche Vertreter. Zechlin, Erdmann und Ritter forderten jedoch eine weniger kritische Revision und nahmen stärker die Ergebnisse, die zwischen 1918 und 1933 erarbeitet worden waren, auf. Erdmann beispielsweise vertrat die Idee einer wesentlich gleichen Schuld der Großmächte in der „Blindheit der Handelnden“[57], ein Konflikt in dem „Recht gegen Recht“[58] gestanden hätte. Er postuliert: „Wenn man den Frieden auch wünschte, so hat ihn doch niemand ernsthaft gewollt.“[59]. Im Besonderen seien westdeutsche Historiker nach 1945 bemüht gewesen eine „Diskontinuität der deutschen Geschichte“[60] zu akzentuieren, während ihre Kollegen in der DDR auf deren Kontinuität hinwiesen, so Iggers.[61] Die in den 50er Jahren als abgeschlossen geltende Kriegsschuldforschung[62] gewann schließlich in den 1960er Jahren neue Schärfte mit der „Fischer - Kontroverse“, die auf ihren Namensgeber, den Hamburger Historiker Fritz Fischer, zurückgeht. Fischers Name wurde im Laufe dieser Auseinandersetzung „[…] zur Bezeichnung einer bundesrepublikanischen Schlüsseldebatte“[63], die weit über die Geschichtswissenschaft bis in politische Kreise wirkte. Mit seinen Thesen, die er auf gründliche Untersuchung von Aktenmaterial zur Kriegszielpolitik der Reichsämter, besonders auf das Schlüsseldokument von Kurt Riezler, Privatsekretär Bethmann Hollwegs, dem sog. „Septemberprogramm“ stützte[64], kündigte der „Hamburger Ordinarius“[65] nach der Publikation eines Artikels in der Historischen Zeitschrift 1959[66] und wenig später 1961 in seiner Arbeit „Griff nach der Weltmacht“[67] dem „sakrosankten Konsens“[68] seit den 1930er Jahren, der vom Hineinschlittern in den „großen Krieg“[69] gestützt auf die These aggressiver expansionistischer deutscher Kriegsziele ausging.[70] Der im Folgenden als „Nestbeschmutzer“ Diffamierte stellte die deutsche „Defensiv - Haltung“ mit Verweis der besonderen Rolle Bethmann Hollwegs im Rahmen des deutschen Expansionismus infrage und eine besondere Verantwortung in Berlin in Rechnung, das auf eine Lokalisierung des Krieges zwischen Serbien und der Habsburger Monarchie drängte, anstatt greifende deeskalierende Maßnahmen einzuleiten.[71] Fischer schreibt: „Da Deutschland den österreich-serbischen Krieg gewollt und gedeckt hat und […] es im Juli 1914 bewusst auf einen Konflikt mit Rußland und Frankreich ankommen ließ, trägt die deutsche Reichsführung den entscheidenden Teil der historischen Verantwortung für den Ausbruch des allgemeinen Krieges.“[72] Schon vor Fischer war Albertini zu dem Ergebnis gelangt, die deutsche Reichsleitung habe risikobereit gehandelt und aktiv den Krieg vorbereitet.[73] Was bewirkte also die außerordentliche Sprengkraft von Fischers Thesen? Böhme vermutet in ihrem damaligen Gegenwartsbezug, in der „[…] nur angedeutete[-n] These von der Kontinuität der deutschen Geschichte […]“[74], die Antwort zu erkennen. Der geschichtswissenschaftliche Paukenschlag Fischers lässt sich wohl nur dann nachvollziehen, setzt man seine Thesen in Beziehung zur damaligen Periode enormer „politische[-r] Brisanz“[75], gekennzeichnet vom Berliner Mauerbau und den Auschwitz-Prozessen in Frankfurt. In Reaktion auf Fischers Publikation entfaltete sich ein für die Geschichtswissenschaft wegweisender Streit, in dem Meinungsgegner Fischers in zwei wissenschaftlichen Gruppen verortet werden können, darunter eine mit „apolegetische[-r] Position“, die Reichsmacht und –herrlichkeit verteidigte. Für diese Gruppe seien Fischers Überlegungen abwegig gewesen. In einer zweiten Gruppe um Gerhard Ritter sieht Böhme, der für die Nachkriegshistoriographie Pendelbewegungen zwischen kritischem Diskurs und „traditionsgebundene[-r] Apodiktion“[76] ausmacht, den Versuch, „alte[-n] Überzeugungen zu halten“[77].[78] Da Ritter, ausgemachter Gegner Fischers, in dessen Arbeit eine nationale Perspektivverengung sah, forderte er einen transnationalen Vergleich.[79] Fischer eher zugetane Gruppen seien zunächst seine Schule sowie eine Gruppe um jüngere Historiker, die eine „Aufarbeitungs- und Verständigungsstrategie“[80] verfolgten. Nachdem die Debatte in den siebziger Jahren an Kraft und Eindringlichkeit verlor, wurde sie im Bezugsrahmen der 80er und 90er Jahre, der Wiedervereinigung, des Historikerstreits (1986) und des Balkankriegs wieder als aktuell wahrgenommen.[81] Ob die deutsche Reichsleitung bewusst agierte, ob es eine Politik des kalkulierten Risikos gegeben und diese eine unkontrollierbare Eigendynamik entwickelt habe oder ob innerer Herrschaftszusammenhalt entscheidend für den Kriegsentschluss war[82] - die Verantwortung des Deutschen Reichs mit dem Blankoscheck, den Ultimaten und Kriegserklärungen ist während und nach dem Krieg debattiert worden und eine sog. „Light-Version“[83] des Hamburger Historikers Fritz Fischer in den 1960er Jahren revisionistisch geltender These der deutschen Haupt- nicht Alleinschuld am Ersten Weltkrieg, die er in einer weiteren Publikation verschärfte[84] ist verändert, erweitert und relativiert worden. Diese reduzierte Fassung avancierte zum erklärten „Minimalkonsens“[85] der deutschen Geschichtswissenschaft und besagt, die deutsche Reichsleitung habe den Krieg bewusst ausgelöst, aber nicht von langer Hand geplant.

3. Clarks Hauptthesen in „Die Schlafwandler“

Der Impuls der „Schlafwandler“ von Christopher Clark aus dem englischsprachigen Ausland zeigt nun andere Ergebnisse auf und ist ähnlich Fischers Ideen Anlass zu einer deutschen historiographischen Debatte. Der so bezeichnete „Deutschlandversteher[-s]“[86] Clark stellt darin die Schuldfrage nicht mehr, mit der Begründung, es handle sich nicht um einen Agatha-Christie-Thriller, „[…] an dessen Ende wir den Schuldigen im Wintergarten über einen Leichnam gebeugt auf frischer Tat ertappen.“[87]. Weder im moralischen noch im rechtlichen Sinn will der Australier also die Rolle eines Richters übernehmen.[88] Ferner kommt der „smarte Erzähler“[89] Clark, der in Deutschland spätestens seit der Publikation der „Schlafwandler“ kein Unbekannter mehr ist, zu dem Ergebnis, dass „Die Frage […] (nach der Schuld) bedeutungslos“[90] sei. Er geht sogar noch weiter und will keine Schuldreihenfolge der einzelnen Staaten festlegen, sondern eher die Frage nach dem „Wie?“ als nach dem „Warum?“ untersuchen, da erstere dazu auffordere „die Abfolge der Interaktionen näher zu untersuchen, die bestimmte Ergebnisse bewirkten“[91], anstatt „nach fernen und nach Kategorien geordneten Ursachen zu suchen […]“[92]. Trotzdem sei die Frage nach der Verantwortung, der er sich am Schluss eingehend stellt, „nicht obsolet“[93]. Auf den ersten Blick erscheine dieser Unterschied zwischen „wie?“ und „warum?“ konstruiert, so Rose, doch er hält Clarks Vorgehen für eine „plausible Differenzierung“ und vertritt damit eine von vielen kontroversen Äußerungen zu dem Band der „Schlafwandler“.

Den Kriegsausbruch bezeichnet Clark als (europäische) „Tragödie“, ein Schicksalsdrama also, kein (deutsches) „Verbrechen“[94]. Eine „Tatwaffe“[95], so der Autor weiter mit dem Schlagwort, das an eine kriminalistische Untersuchung à la Miss Marple erinnert, finde sich in den Händen jeden Akteurs der Vorkriegszeit. Er will sich stattdessen mit dem internationalen Geflecht von Ursachen beschäftigen. Im Titel wie auch am Ende der voluminösen Monographie wird darauf hingewiesen, es handle sich bei den „Protagonisten von 1914“[96], den „Schlafwandlern“, gewissermaßen um unsere Zeitgenossen aufgrund der Eurokrise[97]. In einem Zeit-Interview verstärkt Clark diese These: „Die Handelnden waren mitnichten so ganz anders als wir. Sie haben mit Problemen gerungen, die es heute noch gibt.“[98] Deren Verhalten sei „wachsam, aber blind, von Albträumen geplagt, aber unfähig, die Realität der Gräuel zu erkennen, die sie in Kürze in die Welt setzen sollten.“[99] gewesen. Die Julikrise, so erklärtes Ziel der Einleitung, werde als „[…] das komplexeste Ereignis der heutigen Zeit, womöglich bislang aller Zeiten“[100] versucht zu verstehen.

[...]


[1] Vgl. Institut für Staatspolitik (o.V.): Deutsche Kriegsschuld 1914? Revision einer hundertjährigen Debatte, In: Lehnert, Erik (Hg.): Institut für Staatspolitik, Wissenschaftliche Reihe, Heft 25, Arbeitsgruppe 5: Krieg und Krise, Steigra 2014, S.35.

[2] Ebd.

[3] Vgl. Clark, Christopher: Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600-1947, München 2007.

[4] Vgl. Clark, Christopher: Wilhelm II.: Die Herrschaft des letzten deutschen Kaisers, München 2008.

[5] Englischer Titel: Clark, Christopher: The sleepwalkers: How europe went to war in 1914, London 2012, im Folgenden bezeichnet als „(Die/Der/Den) Schlafwandler(-n)“. Clark, Christopher: Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog, München 2014.

[6] Vgl. Hassel, Florian: 100 Jahre Erster Weltkrieg. Wie Clarks Geschichtsbuch Serbiens Elite umtreibt, In: Süddeutsche Zeitung GmbH (23.01.2014): http://www.sueddeutsche.de/politik/jahre-erster-weltkrieg-geschichtsbuch-treibt-serbiens-elite-um-1.1869422 [Datum des Zugriffs: 16.11.2014].

[7] Vgl. Random House Verlagsgruppe: Buchtrailer zu Christopher Clark- „Schlafwandler“-DVA (25.04.2013): https://www.youtube.com/watch?v=jJErO1sUhfg [Datum des Zugriffs: 12.04.2015].

[8] Junge Deutsche wollen mehr über Ersten Weltkrieg wissen (o.V.), In: Süddeutsche Zeitung GmbH online: http://www.sueddeutsche.de/politik/umfrage-junge-deutsche-wollen-mehr-ueber-ersten-weltkrieg-wissen-1.1863716 [Datum des Zugriffs: 16.11.2014].

[9] Rose, Andreas, Sammelrez.: Ein neuer Streit um die Deutungshoheit? Neuere Literatur zu den Kriegsursachen von 1914 (30.07.2014): http://www.hsozkult.de/hfn/publicationreview/id/rezbuecher-21344 [Datum des Zugriffs: 16.12.2014].

[10] Mommsen, Wolfgang J.: Die Urkatastrophe Deutschlands. Der Erste Weltkrieg 1914-1918, In: Kocka, Jürgen (Hg.): Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte, Band 17, Stuttgart 2002, S. 14.

[11] Neitzel, Sönke und Klein, Günther: Mit Glanz und Gloria in den Untergang, In: Huf, Hans-Christian (Hg.): Imperium. Vom Aufstieg und Fall großer Reiche, S. 251-325, Hier: S. 290.

[12] Vgl. Herbert, Ulrich: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014, S. 106.

[13] Vgl. ebd.

[14] Vgl. Neitzel, Sönke und Klein, Günther: Mit Glanz und Gloria in den Untergang, S. 291.

[15] Vgl. Leonhard, Jörn: Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs, München 2014, S. 49.

[16] Ullrich, Volker: Als der Thron ins Wanken kam. Das Ende des Hohenzollernreiches 1890-1918, Bremen 1993, S.90.

[17] Julien, Elise: Der Erste Weltkrieg, Kontroversen um die Geschichte, Darmstadt 2014, S. 8.

[18] Vgl. Hergt, Manfred u.a.: DTV-Atlas Weltgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, München 2000, S. 387.

[19] Leonhard, Jörn: Die Büchse der Pandora, S. 59.

[20] Vgl. Herbert, Ulrich: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, S. 110.

[21] Hergt, Manfred u.a.: DTV-Atlas Weltgeschichte, S. 400.

[22] Vgl. Mommsen, Wolfgang J.: Die Urkatastrophe Deutschlands, S. 24.

[23] Leonhard, Jörn: Die Büchse der Pandora, S. 81.

[24] Vgl. Julien, Elise: Der Erste Weltkrieg, S. 8.

[25] Vgl. Ebd.

[26] Mommsen, Wolfgang J.: Die Urkatastrophe Deutschlands, S. 33.

[27] Julien, Elise: Der Erste Weltkrieg, S. 9.

[28] Ullrich, Volker: Als der Thron ins Wanken kam, S. 100.

[29] Hesse, Michael: Der Krieg war im Oktober 1914 verloren, In: Frankfurter Rundschau (18.12.2013): http://www.fr-online.de/der-erste-weltkrieg/interview-mit-hans-ulrich-wehler-der-krieg-war-im-oktober-1914-verloren,1477454,25653878.html [Datum des Zugriffs: 10.05.2015].

[30] Institut für Staatspolitik (o.V.): Deutsche Kriegsschuld 1914? S. 41.

[31] Große Kracht, Klaus: Die zankende Zunft. Historische Kontroversen in Deutschland nach 1945, Göttingen 2005, S.15.

[32] Wirsching, Andreas: Schlafwandler und Selbstmitleid, In: Süddeutsche Zeitung GmbH (27.07.2014): http://www.sueddeutsche.de/politik/ausbruch-des-ersten-weltkrieges-schlafwandler-und-selbstmitleid-1.2047555 [Datum des Zugriffs: 27.11.2014].

[33] Jahn, Egbert: 100 Jahre Sarajevo 1914. Hundert Jahre Streit über die Schuld am Ersten Weltkrieg, In: Jahn, Egbert: Politische Streitfragen, Band 4: Weltpolitische Herausforderungen, Wiesbaden 2014, S. 106-135, Hier: S.111.

[34] Vgl. Kennan, George F.: The Decline of Bismarck's European Order. Franco-Russian Relations, 1875-1890, Princeton 1979, S. 3.

[35] Jahn, Egbert: 100 Jahre Sarajevo 1914, S. 106-135, Hier: S. 111.

[36] Bundeszentrale für politische Bildung (o.V.): Der Erste Weltkrieg: http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/ersterweltkrieg/ [Datum des Zugriffs: 12.04.2015].

[37] Jahn, Egbert: 100 Jahre Sarajevo 1914, S. 106-135, Hier: S. 111.

[38] Vgl. Göttert, Karl-Heinz: Neues deutsches Wörterbuch. Mit den aktuellen Schreibweisen, Köln 2002, S.773.

[39] Vgl. ebd., Hier: S. 942.

[40] Vgl. ebd., Hier: S. 947.

[41] Vgl. ebd., Hier: S. 773.

[42] Julien, Elise: Der Erste Weltkrieg, S. 16.

[43] Vgl. Jahn, Egbert: 100 Jahre Sarajevo 1914, S. 106-135, Hier: S. 112.

[44] Kramer, Alan: Kriegsrecht und Kriegsverbrechen. Völkerrecht und Kriegsrecht vor 1914, In: Hirschfeld, Gerhard und Krumeich, Gerd u.a. (Hg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg, Paderborn 2009, S: 281-292, Hier: S. 282.

[45] Dülffer, Jost, Rez.: Christopher Clark: Die Schlafwandler (21.11.2013): hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2013-4-148 [Datum des Zugriffs: 08.07.2014].

[46] Vgl. Julien, Elise: Der Erste Weltkrieg, S. 18.

[47] Vgl. Mai, Gunther: Die Weimarer Republik, C.H. Beck. Wissen in der Beck´schen Reihe, München 2009, S. 45.

[48] Vgl. Institut für Staatspolitik (o.V.): Deutsche Kriegsschuld 1914? S. 7.

[49] Vgl. Mombauer, Annika: Julikrise und Kriegsschuld – Thesen und Stand der Forschung, in: Politik und Zeitgeschichte Jahrgang 64, Heft 16/17, S. 10–17: http://www.bpb.de/apuz/182558/julikrise-und-kriegsschuld-thesen-und-stand-der-forschung?p=all (Bundeszentrale für politische Bildung) [Datum des Zugriffs: 16.12.2014].

[50] Vgl. Lloyd George, David: War memoirs, Band 1, London 1933, S. 52.

[51] Vgl. Mombauer, Annika: Julikrise und Kriegsschuld – Thesen und Stand der Forschung.

[52] Julien, Elise: Der Erste Weltkrieg, S. 23.

[53] Ebd., Hier: S. 24.

[54] Vgl. Meinecke, Friedrich: Die deutsche Katastrophe. Betrachtungen und Erinnerungen, Göttingen 1946.

[55] Vgl. Wippermann, Wolfgang: Meinecke, Ritter und der erste Historikerstreit, In: Schönpflug, Daniel und Bock, Gisela (Hg.): Friedrich Meinecke in seiner Zeit. Studien zu Leben und Werk, Stuttgart 2006, S. 177-191, Hier: S. 180.

[56] Institut für Staatspolitik (o.V.): Deutsche Kriegsschuld 1914? S. 13.

[57] Erdmann, Karl D.: Der Erste Weltkrieg, In: Grundmann, Herbert (Hg.): Handbuch der deutschen Geschichte, Band 4, Stuttgart 1973, S. 54.

[58] Ebd.

[59] Vgl. Erdmann, Karl D. : Der Erste Weltkrieg, S. 53.

[60] Julien, Elise: Der Erste Weltkrieg, S. 24.1

[61] Vgl. Iggers, Georg G.: Deutsche Geschichtswissenschaft. Eine Kritik der traditionellen Geschichtsauffassung von Herder bis zur Gegenwart, DTV Wissenschaftliche Reihe, München 1971, S. 318.

[62] Vgl. Erdmann, Karl D.: Der Erste Weltkrieg, S. 52.

[63] Böhme, Helmut: Primat und Paradigmata. Zur Entwicklung einer bundesdeutschen Zeitgeschichtsschreibung am Beispiel des Ersten Weltkrieges, In: Lehmann, Hartmut (Hg.): Historikerkontroversen, Göttinger Gespräche zur Geschichtswissenschaft, Band 10, Göttingen 2000, S. 89-139, Hier: S. 119.

[64] Vgl. Vom Bruch, Rüdiger und Müller, Rainer A.: Historikerlexikon von der Antike bis zur Gegenwart, München 2002, S. 98.

[65] Röhl, John C.G.: Deutschlands erhebliche Verantwortung für 1914, In: Die Welt (21.10.2011): http://www.welt.de/kultur/history/article13669463/Deutschlands-erhebliche-Verantwortung-fuer-1914.html, Datum des Zugriffs: 20.04.2015.

[66] Vgl. Fischer, Fritz: Deutsche Kriegsziele, Revolutionierung und Separatfriede im Osten 1914-1918, In: Historische Zeitschrift, Band 188, Frankfurt 1959, S.249-310.

[67] Fischer, Fritz: Griff nach der Weltmacht. Die deutsche Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18, Düsseldorf 2013.

[68] Böhme, Helmut: Primat und Paradigmata, S. 89-129, Hier: S. 119.

[69] Bezeichnung in Anlehnung an Münkler, Herfried: Der große Krieg: Die Welt 1914 bis 1918, Berlin 2013.

[70] Vgl. Böhme, Helmut : Primat und Paradigmata, S. 89-139, Hier: S. 118.

[71] Vgl. Mombauer, Annika: Julikrise und Kriegsschuld – Thesen und Stand der Forschung.

[72] Fischer, Fritz : Griff nach der Weltmacht, S. 85.

[73] Vgl. Albertini, Luigi : Le origini della guerra del 1914, Mailand 1942.

[74] Böhme, Helmut: Primat und Paradigmata, S. 89-139, Hier: S. 119.

[75] Röhl, John C.G.: Deutschlands erhebliche Verantwortung für 1914.

[76] Böhme, Helmut: Primat und Paradigmata, S. 89-139, Hier: S. 106.

[77] Ebd., Hier: S. 126.

[78] Vgl. ebd., Hier: S. 126.

[79] Vgl. Ritter, Gerhard: Eine neue Kriegsschuldthese? Zu Fritz Fischers Buch „Griff nach der Weltmacht“, In: Historische Zeitschrift 194, Frankfurt 1962, S. 646-668, hier: S. 650.

[80] Böhme, Helmut: Primat und Paradigmata, S. 89-139, Hier: S. 127.

[81] Vgl. Julien, Elise: Der Erste Weltkrieg, S. 29.

[82] Vgl. Kruse, Wolfgang: Der Erste Weltkrieg. Ursachen, Verlauf, Folgen, In: Praxis Geschichte, Heft 6 2013, S. 4-9, Hier: S. 5.

[83] Radkau, Joachim: Historiker mit schwerer Munition, In: Die Zeit Nr. 3 (09.01.2014), S. 43.

[84] Vgl. Fischer, Fritz: Krieg der Illusionen. Die deutsche Politik 1911-1914, Düsseldorf 1969.

[85] Julien, Elise: Der Erste Weltkrieg, S. 31.

[86] Dülffer, Jost: Die geplante Erinnerung. Der Historikerboom um den Ersten Weltkrieg: http://www.eurozine.com/articles/2014-05-14-dulffer-de.html [Datum des Zugriffs: 15.12.2014].

[87] Clark, Christopher: Die Schlafwandler, S. 716.

[88] Vgl. Jahn, Egbert: 100 Jahre Sarajevo 1914, S. 106-135, Hier: 107.

[89] Krumeich, Gerd: Christopher Clark spricht die Deutschen von der Schuld am Ersten Weltkrieg frei (14.11.2013): http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/christopher_clark_spricht_die_deutschen_von_der_schuld_am_ersten_weltkrieg_frei?nav_id=4653 [Datum des Zugriffs: 21.05.2015].

[90] Clark, Christopher: Die Schlafwandler, S. 716.

[91] Ebd., Hier : S. 17.

[92] Ebd., Hier: S. 17.

[93] Ebd., Hier: S. 14.

[94] Ebd., Hier: S. 716.

[95] Ebd.

[96] Ebd., Hier: S. 718.

[97] Vgl. Ebd., Hier: S. 709.

[98] Hofmann, Günther und Scholter, Judith: Der Griff nach der Weltmacht, In: Die Zeit Nr. 38 (12. 09.2013), S. 22-23, Hier: S. 23.

[99] Clark, Christopher: Die Schlafwandler, S. 718.

[100] Ebd., Hier: S. 17.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Schlafwandelnd in den Ersten Weltkrieg? Die deutsche historiographische Kontroverse um Christopher Clarks Monographie "Die Schlafwandler"
Untertitel
Eine Rezeptionsanalyse
Hochschule
Universität Bremen  (Geschichtswissenschaft)
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
37
Katalognummer
V302639
ISBN (eBook)
9783668011878
ISBN (Buch)
9783668011885
Dateigröße
639 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Christopher Clark;, Erster Weltkrieg;, Kriegsschuldfrage;, Die Schlafwandler
Arbeit zitieren
Laura Baier (Autor), 2015, Schlafwandelnd in den Ersten Weltkrieg? Die deutsche historiographische Kontroverse um Christopher Clarks Monographie "Die Schlafwandler", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302639

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