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Die Kunst der Macht und die Macht der Kunst. Schicksal der bildenden Kunst im Dritten Reich

Title: Die Kunst der Macht und die Macht der Kunst. Schicksal der bildenden Kunst im Dritten Reich

Thesis (M.A.) , 2015 , 122 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Natalie Mazur (Author)

Art - Miscellaneous
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Meine Arbeit "Die Kunst der Macht und die Macht der Kunst" behandelt das Thema des Schicksals der bildenden Künste im Dritten Reich.
Im ersten Kapitel wurde ein kurzer Einstieg in die Thematik der Kunstgeschichte präsentiert. Anschließend wurden die Grundsätze der modernen Kunst kurz dargestellt, die dann nach Hitlers Machtergreifung von den Nationalsozialisten als entartet diffamiert wurde. Im dritten Unterkapitel wurde die Gestalt von Adolf Hitler unter dem Aspekt eines gescheiterten Künstlers dargelegt. Es wurden Gedanken in Form folgender Fragen verfasst: was ist Kunst? Wie kann die Kunst definiert werden? Wenn ja, wer sollte dies tun? Wann haben wir mit einem Kunstwerk zu tun? Was macht die Kunst aus?
Im zweiten Kapitel wurde die Entstehungsgeschichte der faschistischen Kunst in Deutschland beschrieben, deren Strömungen und Motive. Es wurden fehlerhafte Interpretationen und Verlegung von Begriffen aus verschiedenen Fachgebieten auf die NS-Ideologie, veranschaulicht. Erläutert wurden Tendenzen und Mechanismen, die die Nazikunst steuerten. Weiter erfährt man vom Leben und künstlerischer Tätigkeit der von Hitler anerkannten Künstler, die für das politische Regime arbeiteten: Arno Breker, Werner Peiner und Adolf Ziegler. Obwohl solche Personen oft sehr mittelmäßige künstlerische Fähigkeiten aufwiesen, fanden sie noch in manchen Fällen jahrelang nach dem Reichsende große Anerkennung. Es wurde betont, wie reibungslos und effizient der Machtapparat der Nazis funktionierte. Verschiedene Aktivitäten des Staates im Rahmen der Kunststeuerung sind unternommen worden: Kunstausstellungen der sog. entarteten Kunst, Beschlagnahme der modernen Kunst aus den Museen, Ausgrenzung und Verfolgungen der ungewünschten Künstler, Vernichtungen von Kunstwerken. Schon von erstem Tag an haben die Nationalsozialisten der Kunst eine erhebliche Rolle zugeschrieben und haben ihr mehr Aufmerksamkeit als anderen Gebieten geschenkt. Der Propagandaapparat hat seinen Plan in dieser Hinsicht mangelhaft und penibel ausgeführt.
Das letzte Kapitel wurde der freien deutschen Kunst und deren Vertretern gewidmet. Es wurden Schicksale der verfemten Künstler mit der Betonung der Jahre 1933-1945 dargestellt. Die teilte sich auf Grund der schwierigen und aussichtslosen Situation in zwei Gruppen. Die erste ging ins Exil, wo sie sich mit solchen Problemen, wie Armut, Kulturschock oder Sehnsucht nach dem Vaterland auseinandersetzen musste. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Kunst und wer ist Künstler?

1.1. Kunst und ihre Aufgaben (ein Einstieg in die Thematik der Kunstwissenschaft)

1.2. Grundsätze der modernen und antimodernen Kunst im Umriss

1.3. Hitler - ein gescheiterter Künstler und ,,Gesetzgeber‘‘ der antimodernen Kunst

2. Die Kunst der Macht

2.1. Die ,,neue deutsche Kunst“

2.2. Leitmotive der faschistischen Kunst in Deutschland

2.3. Nationalsozialistische Aktivitäten zur Steuerung der Kunstentwicklung

2.4. Künstler im Dienste des Nationalsozialismus

2.4.1. Adolf Ziegler

2.4.2. Werner Peiner

2.4.3. Arno Breker

3. Die Macht der Kunst

3.1. Die freie deutsche Kunst und ihre Vertreter

3.1.1. Künstler der inneren Emigration

3.1.1.1. Otto Dix

3.1.1.2. Käthe Kollwitz

3.1.1.3. Ernst Barlach

3.1.2. Künstler im Exil

3.1.2.1. Oskar Kokoschka

3.1.2.2. Georg Grosz

3.1.2.3. Paul Klee

3.3. Ende und Anfang – zur Situation der Künstler in der Nachkriegszeit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Schicksal der bildenden Künste und ihrer Akteure im Dritten Reich, wobei der Fokus auf der Wechselwirkung zwischen ideologischer Machtausübung und künstlerischer Freiheit liegt, um zu klären, wie der Nationalsozialismus Kunst sowohl instrumentalisierte als auch vernichtete.

  • Stellenwert und Definition von Kunst sowie Hitlers gescheiterte Künstlerkarriere.
  • Genese und Leitmotive faschistischer Kunst unter Berücksichtigung nationalsozialistischer Kulturpolitik.
  • Die Instrumentalisierung durch den Propagandaapparat und die Förderung regimetreuer Künstler.
  • Das Schicksal verfolgter Künstler in der inneren Emigration und im Exil.
  • Die Situation der Kunst und ihrer Vertreter in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Künstler der inneren Emigration

In den Jahren der NSDAP Herrschaft konnte man als Künstler nur dann tätig sein, wenn man der Kulturkammer angehörte. Um ein Mitglied zu werden musste man mehrere Voraussetzungen erfüllen u.a. dem nationalsozialistischen Kunstgeschmack entsprechen, ein Deutscher Volksgenosse aus reinem Blut sein und ein Anhänger der politischen Macht sein. Alle anderen Kunstschaffende wurden als entartet diffamiert und bekamen Berufsverbot. In solch einer Situation konnten die nicht-faschistischen Künstler entweder auswandern oder in Deutschland bleiben und in die sog. Innere Emigration rücken.

Der Begriff innere Emigration bezeichnete die Haltung der Künstler, Schriftsteller und Gelehrten, die in der nationalsozialistischen Jahren in Opposition zum Hitler-Regime standen, jedoch aus Deutschland nicht ausgewandert sind. Diese Gruppe wurde zu einer zunehmenden Isolierung gezwungen, denn jede öffentliche Wirksamkeit unmöglich wurde. Viele erlebten eine künstlerische Stagnation und wurden von den internationalen Kunstprozessen abgeschnitten. Andere flüchteten in die Landschaftsmalerei. Doch eine richtige Opposition der Künstler gegen die Hitlerdiktatur gab es nicht. Es wurde eher eine Form des passiven Widerstandes angenommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was ist Kunst und wer ist Künstler?: Das Kapitel führt in kunsttheoretische Grundlagen ein und beleuchtet die Person Adolf Hitlers unter dem Aspekt seines gescheiterten Traums, Künstler zu werden.

2. Die Kunst der Macht: Hier wird die nationalsozialistische Kulturpolitik beschrieben, von der Definition faschistischer Kunst bis hin zu den Aktivitäten zur Steuerung des Kunstwesens und der Förderung linientreuer Künstler.

3. Die Macht der Kunst: Dieses Kapitel widmet sich dem schwierigen Schicksal derjenigen Künstler, die nicht mit der nationalsozialistischen Ideologie übereinstimmten, unterteilt in innere Emigration und Exil, sowie der Nachkriegssituation.

Schlüsselwörter

Dritter Reich, Nationalsozialismus, Kunst, entartete Kunst, Hitler, Propaganda, innere Emigration, Exil, Bildende Kunst, Kulturpolitik, Faschismus, Künstler, Ideologie, Moderne, Realismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Schicksal der bildenden Kunst und der Künstler in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) sowie deren Situation in der frühen Nachkriegszeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die staatliche Steuerung des Kunstwesens, die Diffamierung moderner Kunst als „entartet“, die Rolle von NS-Hofkünstlern sowie das Leben und Werk von Künstlern im Widerstand, Exil oder in der inneren Emigration.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das NS-Regime versuchte, Kunst als mächtiges Propagandainstrument zu instrumentalisieren und gleichzeitig jede Form freier künstlerischer Äußerung zu unterdrücken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven kunstgeschichtlichen Analyse sowie der Auswertung von Sekundärliteratur und Quellen zur Kulturpolitik im Dritten Reich.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung faschistischer Kunst (einschließlich ihrer Motive und Vertreter) und der sogenannten freien deutschen Kunst, wobei hier die unterschiedlichen Lebenswege von Künstlern in der inneren Emigration und im Exil detailliert dargestellt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, entartete Kunst, Kulturpolitik, innere Emigration, Exil und die Instrumentalisierung der Kunst durch den Propagandaapparat.

Welche Rolle spielte Adolf Hitler persönlich für das Kunstwesen?

Hitler nahm massiven Einfluss auf die Kunstkonzeption des Reiches. Seine eigene Biografie als gescheiterter Künstler und sein Unverständnis für moderne Kunstformen führten dazu, dass er diese als entartet diffamierte und stattdessen eine idealisierte, naturalistische „deutsche Kunst“ forcierte.

Wie unterscheidet sich die Situation von Künstlern im Exil von denen der inneren Emigration?

Künstler im Exil mussten sich mit Problemen wie Armut, Sprachbarrieren und fremden Lebensumständen auseinandersetzen, während Künstler der inneren Emigration in Deutschland unter der ständigen Bedrohung durch das Regime und künstlerischer Isolation litten, aber in ihrer vertrauten Umgebung blieben.

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Details

Title
Die Kunst der Macht und die Macht der Kunst. Schicksal der bildenden Kunst im Dritten Reich
College
University of Poznan  (Instytut Filologii Germańskiej/ Institut für Germanistik)
Grade
sehr gut
Author
Natalie Mazur (Author)
Publication Year
2015
Pages
122
Catalog Number
V302683
ISBN (eBook)
9783668006584
ISBN (Book)
9783668006591
Language
German
Tags
kunst macht schicksal dritten reich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalie Mazur (Author), 2015, Die Kunst der Macht und die Macht der Kunst. Schicksal der bildenden Kunst im Dritten Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302683
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