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Die Ruhrpolen. Ein Beispiel historischer Migration in Deutschland

Ein kurzer Überblick

Titel: Die Ruhrpolen. Ein Beispiel historischer Migration in Deutschland

Seminararbeit , 2014 , 8 Seiten , Note: "bestanden" (im 1. Versuch)

Autor:in: Susanne Becker (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
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Das Phänomen der Polen im Ruhrgebiet stellt als eine tiefgreifende Bevölkerungsverschiebung von Ost nach West ein wichtiges Element der Sozialgeschichte jener Region dar. In der historischen Erinnerung sind die Migranten jedoch kaum präsent. Doch wer sind eigentlich die Ruhrpolen, wann, woher und warum kamen sie; wo ließen sie sich nieder? Wie sah gestaltete sich ihr Leben im Westen Deutschlands? Diese Fragen versucht die vorliegende Arbeit zu beantworten nicht zuletzt, um den Ruhrpolen einen Platz im historischen Gedächtnis einzuräumen.

Im 19. Jahrhundert existierte kein souveräner polnischer Staat, da das Land bereits 1795 in österreichische, preußische und russische Herrschaftsbereiche aufgeteilt worden war. Daher sprach die Bevölkerung in den ostpreußischen Provinzen oft ausschließlich polnisch, besaß aber einen preußischen, also deutschen, Pass.
Unter den ebenfalls als „Ruhrpolen“ geltenden Masuren war ein altpolnischer Dialekt die gängige Sprache, obwohl sie einer südlichen Region Ostpreußens entstammten, die seit dem 13. Jahrhundert unter deutscher Herrschaft stand. Die Region Oberschlesien hingegen, aus der ebenfalls viele Menschen ins Ruhrgebiet emigrierten, wechselte oft die Zugehörigkeit, gehörte aber ab dem 14. Jahrhundert zum deutschen Reichsgebiet und ab 1871 zu Preußen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

0 Vorwissen

1 Die Ruhrpolen

1.1 Wer?

1.2 Was?

1.3 Wohin?

1.4 Wann?

1.5 Warum?

1.6 Wie?

2 Situation

3 Integration

4 Auflösung

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das historische Phänomen der polnischen Migration in das Ruhrgebiet während der Industrialisierung, analysiert die Lebensbedingungen und Integrationsprozesse der Migranten und beleuchtet ihren Platz im historischen Gedächtnis Deutschlands.

  • Demografische Analyse der Herkunft und Ansiedlung der sogenannten Ruhrpolen.
  • Untersuchung der Arbeitsmigration und ökonomischen Beweggründe.
  • Evaluation der Lebensumstände in Werkskolonien und der sozialen Situation.
  • Betrachtung von Integrationsbemühungen, Vereinswesen und Identitätsbildung.
  • Analyse der Auflösung dieser Strukturen nach dem Ersten Weltkrieg.

Auszug aus dem Buch

1.6 Wie?

Die Migranten lebten im Ruhrgebiet in neu erbauten Menagen, wobei ihnen Verköstigung und Unterkunft vom Lohn abgezogen wurden (Bade: 303).

Das günstige Wohnen in den Werkskolonien mit Möglichkeit zur Kleinviehhaltung und zum Gemüseanbau erlaubte eine gewisse Traditionsverfolgung und Unabhängigkeit. Bei Streik oder Widersetzungen drohte jedoch rasch die fristlose Kündigung durch den Brotgeber. Die starke ausländische Konzentration in den Kolonien führte zu ethnischer Abkapselung und „Ghettoisierung“, die dem Migranten das Erlernen der deutschen Sprache und den Einheimischen den Abbau von Vorurteilen erschwerte. Obwohl die Ausländerviertel so zwar immer die Gefahr einer Parallelwelt bargen – bezeichnend, dass die Zahl der deutsch-polnischen Mischehen noch 1910 extrem gering war – boten sie andererseits auch die Chance, durch das vertraute soziale Umfeld schneller im Lande heimisch zu werden. (Kleßmann in www.zeit.de). So gesehen hatten die „Ghettos“ stets auch eine wichtige soziale Schutzfunktion (Bade: 306).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der ost-westlichen Bevölkerungsverschiebung ein und formuliert das Ziel, den Ruhrpolen einen Platz im historischen Gedächtnis zu sichern.

0 Vorwissen: Dieses Kapitel erläutert die politische Ausgangslage des 19. Jahrhunderts und die Herkunft der Migranten aus den preußischen Provinzen.

1 Die Ruhrpolen: Hier werden grundlegende Fragen zur Identität, den Ursachen, Zielen und den Bedingungen der Arbeitsmigration beantwortet.

2 Situation: Das Kapitel behandelt die rechtliche Stellung, die Vereinsstrukturen sowie die politischen und gesellschaftlichen Spannungsfelder der Migranten.

3 Integration: Hier wird der Prozess der sozialen und politischen Eingliederung sowie die Bildung einer nationalen Subkultur beschrieben.

4 Auflösung: Dieses Kapitel beleuchtet die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs und der Versailler Verträge auf die Migrantengruppe.

5 Fazit: Das Fazit resümiert den Integrationsverlauf und ordnet die Bedeutung der Ruhrpolen für die deutsche Gesellschaft ein.

Schlüsselwörter

Ruhrpolen, Migration, Ruhrgebiet, Arbeitsmigration, Industrialisierung, Bergbau, Sozialgeschichte, Integration, Parallelgesellschaft, Preußen, Masuren, Oberschlesien, Minderheiten, Identität, Werkskolonien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte der polnischsprachigen Arbeitsmigration in das deutsche Ruhrgebiet zwischen dem späten 19. Jahrhundert und dem Ersten Weltkrieg.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den demografischen Hintergründen, den Lebens- und Arbeitsbedingungen, der Vereinsstruktur sowie dem Integrations- und Assimilationsprozess der Zuwanderer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die oft vergessene Geschichte der Ruhrpolen aufzuarbeiten und ihre Rolle und Bedeutung im Kontext der deutschen Industrialisierungsgeschichte darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung und Auswertung maßgeblicher fachwissenschaftlicher Literatur und zeitgeschichtlicher Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Migrantengruppe, die Darstellung ihrer Lebenssituation, die Analyse der Integrationsbemühungen und die Auflösung der Strukturen nach 1918.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Arbeitsmigration, Parallelgesellschaft, soziale Integration, Identitätsbildung und Bergbauindustrie.

Welche Rolle spielten die sogenannten "Ghettos" oder Ausländerviertel?

Sie dienten einerseits der ethnischen Abkapselung, boten den Migranten aber andererseits durch ein vertrautes soziales Umfeld einen notwendigen Schutzraum und Unterstützung bei der Eingewöhnung.

Warum kam es zur "Auflösung" der polnischen Strukturen nach 1918?

Durch die Versailler Verträge und die Wiederherstellung eines polnischen Staates ergaben sich neue Optionen zur Staatsbürgerschaft, was zu Rückwanderung, Abwanderung nach Frankreich oder langfristiger Assimilation führte.

Wie reagierten die einheimischen Deutschen auf die Zuwanderer?

Die Reaktion war zwiespältig: Einerseits wurden die Zuwanderer für die Industrie benötigt, andererseits wurden sie mit Vorurteilen beäugt und oft als "unvermeidliches Übel" oder politisch bedrohlich wahrgenommen.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ruhrpolen. Ein Beispiel historischer Migration in Deutschland
Untertitel
Ein kurzer Überblick
Note
"bestanden" (im 1. Versuch)
Autor
Susanne Becker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
8
Katalognummer
V302761
ISBN (eBook)
9783668009929
ISBN (Buch)
9783668009936
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ruhrpolen Ruhrgebiet Migration Schlesien Oberschlesien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susanne Becker (Autor:in), 2014, Die Ruhrpolen. Ein Beispiel historischer Migration in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302761
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  8  Seiten
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