Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Selbstverletzendes Verhalten - eine Bewältigungsstrategie?

Title: Selbstverletzendes Verhalten - eine Bewältigungsstrategie?

Diploma Thesis , 2004 , 81 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Cornelia Fetzer (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

[...] Dabei liegt der Fokus auf der Zielgruppe von jugendlichen Mädchen, da diese Verhaltensweise vorwiegend beim weiblichen Geschlecht verzeichnet wird und deren Beginn häufig mit Eintritt in die Pubertät einhergeht. Durch diese Arbeit soll eine Antwort darauf gefunden werden, ob und wie Selbstverletzendes Verhalten eine Bewältigungsstrategie für Mädchen sein kann und welche Möglichkeiten und Grenzen es im Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit gibt, mit Betroffenen zu arbeiten. Nach der Einleitung und Hinführung zur Thematik findet eine erste Auseinandersetzung mit der Begrifflichkeit des Selbstverletzenden Verhaltens statt. Da verschiedene, unterschiedlich bewertete Synonyme in der Literatur verwendet werden, wird in diesem ersten Kapitel begründet, warum die Autorin fortlaufend den Begriff des Selbstverletzenden Verhaltens verwendet. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Phänomenologie von Selbstverletzendem Verhalten. Nach einer kurzen diagnostischen Zuordnung werden verschiedenen Formen von Selbstverletzendem Verhalten skizziert, wobei der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der offenen Selbstverletzung liegt. Da Selbstverletzungen in aller Regel nach traumatischen Erfahrungen in Erscheinung treten, wird dann der Versuch gemacht, diesen Zusammenhang aus unterschiedlichen Bereichen zu beleuchten. Im Anschluss daran werden verschiedenen Motive aufgezeigt, die Betroffene dazu bringen, sich selbst zu verletzen. Einen großen Bereich nehmen dann die interpersonalen und intrapersonalen Funktionen von Selbstverletzendem Verhalten ein, die den LeserInnen die Tatsache näher bringen sollen, dass auch selbstschädigende Verhaltensweisen zur Bewältigung bestimmter Situationen herangezogen werden und trotz destruktiver Anteile als entlastend empfunden werden können. Das Kapitel schließt mit verschiedenen Aspekten, wie z.B. der Symbolik, der Geschlechtsspezifität oder dem Suchtcharakter von selbstverletzendem Verhalten ab. Im dritten Kapitel werden verschiedene Theorien dargestellt, die Erklärungsansätze bieten sollen, warum und wie es zu Selbstverletzendem Verhalten bei jugendlichen Mädchen kommen kann. Das vierte Kapitel soll Aufschluss darüber geben, wie im Alltag der Sozialen Arbeit mit Betroffenen von Selbstverletzendem Verhalten umgegangen werden kann bzw. soll und welche speziellen Aufgaben SozialarbeiterInnen dabei zukommen. Den Abschluss dieser Arbeit bildet ein Resümee über die Auseinandersetzung mit der dargestellten Thematik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Begrifflichkeit von Selbstverletzendem Verhalten

2. Phänomenologie des Selbstverletzenden Verhaltens

2.1 Diagnostische Zuordnung

2.2 Formen von Selbstverletzendem Verhalten

2.2.1 Offenes Selbstverletzendes Verhalten

2.2.2 Heimliches bzw. artifizielles Selbstverletzendes Verhalten

2.2.3 Erweiterte artifizielle Erkrankungen als spezifische Formen von Selbstverletzendem Verhalten

2.2.3.1 Münchhausen-Syndrom

2.2.3.2 Münchhausen by – proxy – Syndrom

2.3 Selbstverletzendes Verhalten als Traumafolge

2.3.1 Selbstwert und Körperbild

2.3.2 Selbstverletzendes Verhalten nach psychischer und / oder physischer Misshandlung

2.3.3 Selbstverletzendes Verhalten nach sexuellem Missbrauch

2.4 Motive für Selbstverletzendes Verhalten

2.5 Psychodynamische Funktionen von Selbstverletzendem Verhalten

2.5.1 Intrapersonale Funktionen

2.5.1.1 Selbstverletzendes Verhalten als Selbstfürsorge und Ressource

2.5.1.2 Selbstverletzendes Verhalten als Ventil

2.5.1.3 Selbstverletzendes Verhalten als Antidepressivum

2.5.1.4 Selbstverletzendes Verhalten als Antidissoziativum

2.5.1.5 Selbstverletzendes Verhalten als Suizidprophylaxe

2.5.1.6 Selbstverletzendes Verhalten als narzisstisches Regulativ

2.5.2 Interpersonale Funktionen

2.5.2.1 Selbstverletzendes Verhalten als präverbaler Appell

2.5.2.2 Selbstverletzendes Verhalten als Einleitung einer projektiven Identifizierung

2.5.2.3 Selbstverletzendes Verhalten als selbstkontrollierte Handlung

2.5.2.4 Selbstverletzendes Verhalten als Flucht vor sozialen Anforderungen

2.6 Betroffene Körperstellen und Häufigkeit von Selbstverletzendem Verhalten

2.7 Symbolik von Selbstverletzendem Verhalten

2.7.1 Blut

2.7.2 Haut

2.7.3 Wundversorgung

2.7.4 Schmerzempfinden und Gefühlswahrnehmung

2.7.5 Spannungsbogen

2.8 Geschlechtsspezifität bei Selbstverletzendem Verhalten

2.9 Suchtcharakter von Selbstverletzendem Verhalten

3. Erklärungsansätze für Selbstverletzendes Verhalten als mögliche Bewältigungsstrategie

3.1 Pubertät und Adoleszenz aus entwicklungspsychologischer Sicht

3.2 Beeinflussende Faktoren auf Selbstverletzendes Verhalten aus feministischer Sicht

3.2.1 Geschlechtsspezifischer Umgang mit Aggression im Rahmen der Sozialisation

3.2.2 Mutter-Tochter-Beziehung

3.3 Erklärungsansatz nach der Bindungstheorie

3.4 Erklärungsansatz nach den Aggressionstheorien

3.4.1 Die Triebtheorie

3.4.2 Die Frustrations-Aggressionstheorie

3.4.3 Die Lerntheorie

3.5 Der Körper als Übergangsobjekt bzw. die Objektbeziehung

4. Umgang mit Selbstverletzendem Verhalten im Alltag der Sozialen Arbeit

4.1 Handlungsorte

4.2 Aufgaben im professionellen Umgang mit Selbstverletzendem Verhalten

4.2.1 Aufbau einer tragfähigen Beziehung und Begleitung der Betroffenen

4.2.2 Ressourcenerschließung und Hilfe bei der Alltagsbewältigung

4.2.3 Auf- und Ausbau sozialer Netzwerke

4.2.4 Arbeit mit Angehörigen

4.2.5 Fort- und Weiterbildungen für SozialpädagogInnen

4.2.6 Öffentlichkeitsarbeit

4.3 Therapiemöglichkeiten

4.3.1 Psychoanalytisch orientierte Therapie

4.3.2 Physiotherapie

4.3.3 Gestalttherapie

4.4 Ausblick

5. Resümee

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des selbstverletzenden Verhaltens (SVV) bei jugendlichen Mädchen, um zu klären, inwiefern dieses Verhalten als individuelle Bewältigungsstrategie für traumatische Erfahrungen fungieren kann und welche Aufgaben sich daraus für die Soziale Arbeit ergeben.

  • Phänomenologie und diagnostische Einordnung von SVV
  • Zusammenhang zwischen traumatischen Kindheitserfahrungen und Selbstschädigung
  • Psychodynamische Funktionen von SVV (z.B. Spannungsregulation, Selbstfürsorge)
  • Sozialpädagogische Handlungsoptionen und therapeutische Ansätze

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Offenes Selbstverletzendes Verhalten (SVV)

Unter offener Selbstverletzung, in der Dermatologie auch als Para-Artefakte bezeichnet, werden die Formen von SVV verstanden, die bewusst herbeigeführt werden und dies, nach Eckhardt (1994, S.10) ...“meist in Zuständen innerer Leere, Anspannung, Verzweiflung und Depression.“ Derartige Verhaltensweisen können in sehr unterschiedlichen Phänomenen zum Ausdruck kommen.

Koch und Resch (in: Subkowski 2002, S.163) nennen die häufigsten Arten: Schneiden, Verbrennen und Verbrühen, Stechen, Kratzen der Haut, Öffnen verheilender Wunden und Aufbeißen der Mundschleimhaut, Exzessives Nägelkauen und Nagelbettreißen, Verätzen der Haut mit Chemikalien, Einnahme geringer (nicht tödlicher Mengen) giftiger Substanzen, Ausreißen der Körperbehaarung, Schlagen bis hin zu Blutergüssen und Knochenbrüchen, Abschnüren einzelner Körperteile, um deren Durchblutung zu behindern, Blut ablassen, Körperfremde Substanzen injizieren, Metallische Gegenstände schlucken.

Eckhardt (in: Egle u.a. 1997, S.259) ergänzt die Definition dieser offenen Erkrankung mit dem Aspekt, dass derartige Verletzungen zunächst ohne suizidale Absicht geschehen und dass sie häufig sucht- bzw. zwanghaften Charakter haben und die autoaggressiven Impulse somit von den Betroffenen nur bedingt kontrolliert werden können. Im Gegensatz zu artifiziellen Erkrankungen, bei denen die Betroffenen die Selbstbeteiligung an der Verursachung der Verletzungen vehement leugnen, stehen in der Regel Betroffene, die sich offen selbst verletzen zu dieser Handlung, was z.B. bei der Erstversorgung der Wunden deutlich werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begrifflichkeit von Selbstverletzendem Verhalten: Dieses Kapitel definiert SVV als bewusste, nicht emotional belastete Bezeichnung, um Stigmatisierungen durch abwertende Begriffe zu vermeiden.

2. Phänomenologie des Selbstverletzenden Verhaltens: Es werden die Erscheinungsformen, trauma-relevante Hintergründe, psychodynamische Funktionen sowie die Symbolik und Suchtcharakteristik von SVV detailliert analysiert.

3. Erklärungsansätze für Selbstverletzendes Verhalten als mögliche Bewältigungsstrategie: Hier werden theoretische Ansätze aus der Entwicklungspsychologie, Feminismus, Bindungstheorie und Aggressionsforschung zur Erklärung von SVV herangezogen.

4. Umgang mit Selbstverletzendem Verhalten im Alltag der Sozialen Arbeit: Das Kapitel erläutert professionelle Anforderungen, Netzwerkarbeit, pädagogische Unterstützungsmöglichkeiten und therapeutische Zugänge für die Soziale Arbeit.

5. Resümee: Ein abschließender Rückblick auf die Auseinandersetzung mit dem Thema, der die Bedeutung von Sensibilität und Ressourcenorientierung in der pädagogischen Begleitung unterstreicht.

Schlüsselwörter

Selbstverletzendes Verhalten, SVV, Mädchen, Adoleszenz, Traumafolgen, Soziale Arbeit, Psychodynamik, Körperbild, Selbstfürsorge, Bindungstheorie, Aggressionsforschung, Resilienz, Bewältigungsstrategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des selbstverletzenden Verhaltens bei jugendlichen Mädchen und untersucht, warum diese Form der Selbstschädigung als eine (wenn auch destruktive) Bewältigungsstrategie genutzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Phänomenologie des Verhaltens, der Zusammenhang mit traumatischen Erfahrungen, die psychodynamischen Hintergründe sowie die Möglichkeiten und Grenzen professioneller Sozialer Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass SVV kein bloßer Suizidversuch ist, sondern oft eine Funktion zur Affektregulation oder Identitätssicherung erfüllt, um darauf basierend pädagogische Handlungsoptionen zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse der vorhandenen Fachliteratur aus den Bereichen Psychologie, Soziologie und Sozialpädagogik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den Formen von SVV und deren psychodynamischen Funktionen insbesondere die traumatischen Ursachen, die Rolle der weiblichen Sozialisation sowie theoretische Erklärungsmodelle wie die Bindungstheorie diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Selbstverletzendes Verhalten, Trauma, Bewältigungsstrategie, Identitätsbildung, Soziale Arbeit und Affektregulation.

Warum ist die Arbeit speziell auf jugendliche Mädchen fokussiert?

Der Fokus liegt auf Mädchen, da SVV bei diesem Geschlecht besonders häufig auftritt und der Beginn dieser Verhaltensweise oft eng mit dem Eintritt in die Pubertät und spezifischen geschlechterrollenbedingten Sozialisationsprozessen verknüpft ist.

Welche Rolle spielt die Bindungstheorie in diesem Zusammenhang?

Die Bindungstheorie dient dazu, SVV als Ersatzhandlung für mangelnde oder traumatisierte frühe Bindungserfahrungen zu verstehen, bei der der eigene Körper zu einem sicher verfügbaren „Übergangsobjekt“ wird.

Excerpt out of 81 pages  - scroll top

Details

Title
Selbstverletzendes Verhalten - eine Bewältigungsstrategie?
College
Catholic University of Applied Sciences München
Grade
sehr gut
Author
Cornelia Fetzer (Author)
Publication Year
2004
Pages
81
Catalog Number
V30280
ISBN (eBook)
9783638315715
Language
German
Tags
Selbstverletzendes Verhalten Bewältigungsstrategie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelia Fetzer (Author), 2004, Selbstverletzendes Verhalten - eine Bewältigungsstrategie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30280
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  81  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint