Aus Schuhkartons bauen die Schüler "Steinzeit-Museen". Anhand von Bastelbögen gestalten sie eine richtige Steinzeitszene mit Infotafel. Motivierender Einstieg in die Stunde mit Donald Duck. Komplett mit Arbeitsblättern, methodisch-didaktischen Überlegungen (Für und Wider der Produktionsorientierung, kritische Auseinandersetzung mit dem Lehrplan und dem Ondit der "Lerntypentheorie" usw.) und Lernzielen!
Inhaltsübersicht
1. Überlegungen zur Lerngruppe
2. Überlegungen zum Unterrichtsinhalt
3. Überlegungen zur methodischen Gestaltung
4. Lernziele
5. Verlaufsplan
6. Unterrichtsmaterial
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit skizziert einen handlungsorientierten Unterrichtsentwurf für das Fach Geschichte in einer fünften Klasse, dessen primäres Ziel es ist, den Schülern durch den Bau eines „Steinzeittiere-Museums“ einen lebendigen Zugang zur Lebenswelt der Altsteinzeit zu ermöglichen und dabei ihre Auseinandersetzung mit der ökologischen Bedeutung sowie der Nahrungskonkurrenz zwischen Mensch und Tier zu fördern.
- Analyse der spezifischen Lernvoraussetzungen und Disziplinschwierigkeiten der heterogenen Lerngruppe.
- Einbettung des Themas in die curricularen Vorgaben und das chronologische Prinzip des Geschichtsunterrichts.
- Begründung der Handlungsorientierung als Methode zur Steigerung der Lernfreude und zur Differenzierung.
- Vermittlung der ambivalenten Beziehung zwischen Mensch und Tier in der Altsteinzeit als Gefahr und Lebensgrundlage.
Auszug aus dem Buch
3. Überlegungen zur methodischen Gestaltung
Wie der Untertitel der Unterrichtsstunde schon andeutet, folgt die methodische Gestaltung der Stunde dem Prinzip der Handlungsorientierung, wobei „Handlungsorientierung“ hier in einer engeren Bedeutung verstanden und als Synonym zu „Produktionsorientierung“ verwendet werden soll. Die Schüler sollen nämlich in der Erarbeitungsphase dieser und auch noch in der darauffolgenden Stunde einen Schaukasten erstellen, in dem sie Tiere der Steinzeit in einem mutmaßlich steinzeitlichen Szenario darstellen. Dabei müssen sie zwar auch Texte erschließen, um sich wichtige Informationen zu dem Tier, für das sie sich entschieden haben, einzuholen, ein Großteil der Zeit werden sie aber malend und bastelnd verbringen. Eine solche methodische Gestaltung muss begründet werden, soll sie gegen den Aktionismus- und „Basteldidaktik“-Vorwurf gefeit sein.
Zunächst sei auf die Lehrpläne verwiesen, die das Prinzip der Handlungsorientierung explizit fordern und die „praktischen Fähigkeiten“ den emotionalen und intellektuellen nebenordnen und Konkretheit und Anschaulichkeit zu einer Forderung an den Unterricht im allgemeinen erheben. Die obigen Bemerkungen zur Entwicklungspsychologie unterstützen diese Forderung, und die Lehrpläne selbst verweisen darauf. Für die Handlungsorientierung spricht ferner die Überlegung, dass mit den neuen Fächern noch einmal versucht werden soll, bei den oftmals frustrierten Hauptschülern Lernfreude zu wecken. Dazu ist es wichtig, die Schüler gerade zu Anfang vor Überforderung durch zu anspruchsvolle Textarbeit zu schützen. Die Handlungsorientierung in Verbindung mit den zu bearbeitenden Texten scheint auch vor dem Hintergrund der Erkenntnis sinnvoll, dass es einer enormen Vorstellungskraft bedarf, Texten, d. h. schwarzen Buchstaben auf weißem Papier, Farbe und Leben einzuhauchen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Überlegungen zur Lerngruppe: Dieses Kapitel analysiert die heterogene Zusammensetzung der Klasse und die daraus resultierenden disziplinarischen Herausforderungen, die für die Planung der Unterrichtsstunde maßgeblich sind.
2. Überlegungen zum Unterrichtsinhalt: Hier wird die fachliche Einordnung des Themas in den Lehrplan dargelegt und die Bedeutung der steinzeitlichen Tierwelt für den Menschen erläutert.
3. Überlegungen zur methodischen Gestaltung: Dieses Kapitel begründet den Einsatz der Handlungsorientierung und des produktionsorientierten Lernens durch den Bau eines Museum-Schaukastens.
4. Lernziele: Die Lernziele werden hier systematisch in verschiedene Zieldimensionen unterteilt, um den Lernerfolg in dieser spezifischen Stunde greifbar zu machen.
5. Verlaufsplan: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte tabellarische Übersicht des zeitlichen Ablaufs, der Lehrer- und Schüleraktivitäten sowie der eingesetzten Medien.
6. Unterrichtsmaterial: Dieses Kapitel enthält die konkreten Vorlagen und Arbeitsblätter, die im Unterricht zur Anwendung kommen.
Schlüsselwörter
Geschichte, Altsteinzeit, Handlungsorientierung, Produktionsorientierung, Steinzeittiere, Museum, Unterrichtsentwurf, Hauptschule, Didaktik, Lebensgrundlage, Nahrungskonkurrenz, Lehrprobe, Lernvoraussetzungen, Schaukasten, Geschichtsunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für das Fach Geschichte in einer fünften Klasse dar, der sich mit dem Thema „Leben und Überleben in der Altsteinzeit“ befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der steinzeitlichen Tierwelt als Lebensgrundlage, deren Gefahr für den Menschen sowie die methodische Umsetzung durch handlungsorientierte Lernformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Schülern durch den Bau von „Steinzeittiere-Museums-Schaukästen“ eine handelnde Auseinandersetzung mit der Geschichte zu ermöglichen und sie so für die Lebensweise der Menschen in der Altsteinzeit zu motivieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das Prinzip der Handlungsorientierung (im Sinne einer Produktionsorientierung) angewandt, um Textarbeit für die Schüler zugänglicher zu machen und unterschiedliche Begabungstypen anzusprechen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Lerngruppe, die fachlichen Hintergründe, die methodische Begründung, die Lernziele sowie den konkreten Verlaufsplan der Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Handlungsorientierung, Steinzeit, Geschichtsunterricht, Museumspädagogik und Lernmotivation.
Warum spielt die Lerngruppenanalyse eine so wichtige Rolle im Entwurf?
Da die Klasse laut Verfasser sehr heterogen und disziplinarisch gefordert ist, bilden die Voraussetzungen der Schüler das Fundament für alle methodischen Entscheidungen, um Überforderung zu vermeiden.
Wie geht der Autor mit dem Thema „Fiktion“ im Geschichtsunterricht um?
Der Autor nimmt eine gelassene Haltung gegenüber Fiktionen (wie etwa Comics) ein, da er argumentiert, dass auch wissenschaftliche Darstellungen Lücken mit Fantasie füllen müssen und der Comic in diesem Kontext als motivierender Einstieg dient.
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- Marcel Haldenwang (Author), 2004, Wir bauen ein Steinzeittiere-Museum - handlungsorientierte Beschäftigung mit den Tieren der Steinzeit als Lebensgrundlage sowie Gefahr und Nahrungskonkurrenz für den Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30281