Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Comparative Literature

Haben Tiere einen Geist? Anthropologische Differenzen in der Frühen Neuzeit

Die Mensch-Tier-Divergenz am Beispiel von Miguel de Cervantes Saavedras „Das Kolloquium der beiden Hunde“

Title: Haben Tiere einen Geist? Anthropologische Differenzen in der Frühen Neuzeit

Term Paper , 2014 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lisa Lindner (Author)

German Studies - Comparative Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Rolle des Geistes der Tiere wurde in der frühneuzeitlichen Philosophie ein großer Stellenwert zugesprochen.
Die Meinung anerkannter Philosophen wie Michel de Montaigne, René Descartes und David Hume bewegt sich von Montaignes Kritik der Verächter der Tiervernunft über Descartes Ablehnung eines tierischen Geistes zu Humes Verteidigung einer naturalistischen Betrachtungsweise unseres Geistes als einem tierlichen Geist.

Die anthropologische Differenz fragt nach dem Verhältnis zwischen menschlichem Lebens und dem Geist des Tieres.
Das Interesse an der Unterscheidung zwischen Mensch und Tier ist also nicht nur philosophisch, sondern vor allem anthropologisch begründet.

Das philosophisch-anthropologische Interesse am Tier ist eines humaner Selbstverständigung; und ein Schwergewicht innerhalb dieser Selbstverständigung bildet die Philosophie des Geistes.
Dabei ist zwischen der konsequenten Unterscheidung zwischen Mensch und Tier und der Annahme, dass auch der Mensch nur ein Tier ist, zu differenzieren.
Doch sind eben jene Charakteristika wie die menschliche Sprache, das Vermögen der Kommunikation, das Aufbauen einer Existenz oder etwa die Vernunft nicht auch ebenso einfach zu widerlegen? Die Philosophie des Geistes ist der Schlüssel zur anthropologischen Differenz.

Es sind vor allem die kognitiven Fähigkeiten des Menschen, welche die größte Divergenz zulassen und die immer wieder in philosophischen und anthropologischen Forschungsansätzen aufgegriffen werden.

Im Folgenden soll untersucht werden, inwiefern sich die unterschiedlichen philosophischen Ansätze unterscheiden und begründen lassen und welche anthropologische Weltanschauung besonders in der Frühen Neuzeit vertreten war.

Am Beispiel der bereits genannten Philosophen Montaigne und Descartes soll jene Differenzierung sichtbar gemacht und verglichen werden.

Diesen Diskurs verschärfte auch Miguel de Cervantes Saavedras Novelle „Das Kolloquium der beiden Hunde“ von 1613.
Die analytischen Erkenntnisse, welche im ersten Teil primär durch Markus Wilds Studie zur anthropologischen Differenz in der Frühen Neuzeit am Beispiel der drei Philosophen Montaigne, Descartes und Hume gewonnen werden, sollen daher in einem zweiten Teil anschließend anhand Cervantes’ beispielhafter Erzählung ausgewertet und beurteilt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Anthropologische Differenzierungsmethoden im Kontext der Frühen Neuzeit

1. Philosophische Strategien unter Rückbezug auf die Historie

1.1 Differentialismus und Assimilationismus

1.2 Historischer Zugang – Der aristotelische Hintergrund

2. Tendenzen einer anthropologischen Differenz am Beispiel der Philosophen Montaigne und Descartes

2.1 Michel de Montaigne – Das Tier als vernünftiges Wesen

2.2 René Descartes – Das Tier als Maschine

II. Die Mensch-Tier-Divergenz im Kontext von Miguel de Cervantes Saavedras „Das Kolloquium der beiden Hunde“

1. Miguel de Cervantes Saavedras exemplarische Novellen

1.1 Die Novelle Cervantes’ als Exempel

1.3 Das Kolloquium der beiden Hunde

2. Die Frage nach der anthropologischen Differenz in Cervantes „Das Kolloquium der beiden Hunde“

2.1 Selbstreflexion des tierischen Sprachvermögens durch die beiden Hunde Cipión und Berganza

2.2 Der Vernunftbegriff in Kohärenz mit dem Sprachvermögen

2.3 Cervantes’ Novelle im Rückbezug auf Montaignes Philosophie

Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die anthropologische Differenz zwischen Mensch und Tier in der Frühen Neuzeit, wobei sie das theoretische Spannungsfeld zwischen Differentialismus und Assimilationismus analysiert und auf die Novelle „Das Kolloquium der beiden Hunde“ von Miguel de Cervantes Saavedra anwendet, um zu ergründen, inwiefern Cervantes die philosophische Debatte über Vernunft, Sprache und tierisches Bewusstsein literarisch reflektiert.

  • Philosophische Konzepte der Mensch-Tier-Unterscheidung bei Montaigne und Descartes
  • Die Rolle der Sprache als Kriterium für rationale Seele und Vernunft
  • Analyse der Novelle „Das Kolloquium der beiden Hunde“ als literarischer Diskursraum
  • Selbstreflexion tierischen Sprachvermögens und anthropozentrische Vorbehalte
  • Synthese aus philosophischer Theoriebildung und fiktionaler Erzählweise

Auszug aus dem Buch

2.1 Michel de Montaigne – Das Tier als vernünftiges Wesen

Der erste, der einer beispielhaften Betrachtung dienen soll, ist Michel de Montaigne. Dessen philosophischer Ansatz und Verteidigung der Tiervernunft, führte im 16. und 17. Jahrhundert zu einer intellektuellen Diskussion. Das 1580 erschienene Buch Essais war Montaignes einziges Werk. Es besteht aus 107 einzelnen Essays, welche in einem Zeitraum von über 20 Jahren verfasst wurden und hauptsächlich Zitate und Montaignes Kommentare enthalten. Montaigne vertritt in seinem Werk eine breite Anzahl an Deutungsansätzen, weshalb die Fragestellung aufkommen muss, ob man ihn tatsächlich als Philosoph bezeichnen konnte. Einerseits wahrt Montaigne einen Grad an Distanz zur Philosophie, andererseits greift er immer wieder philosophische Ansätze auf. Diese wechselseitige Beziehung zeichnet ihn deshalb als Skeptiker aus.

Denn Skeptiker sind Philosophen, die Schwierigkeiten mit der Philosophie haben, und zwar mit der jeweils dominierenden Form der dogmatischen Philosophie. [...] Der Skeptiker richtet sich sowohl gegen den Wahrheits- als auch gegen den prinzipiengestützten Systemanspruch der Philosophie. Er tut dies, indem er ein für die betreffende Philosophie grundlegendes Prinzip in Zweifel zieht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die frühneuzeitliche Philosophie des Geistes ein und stellt die Relevanz der anthropologischen Differenz zwischen Mensch und Tier sowie die Relevanz von Cervantes' Novelle für diesen Diskurs dar.

I. Anthropologische Differenzierungsmethoden im Kontext der Frühen Neuzeit: Dieses Kapitel erläutert die philosophischen Strömungen des Differentialismus und Assimilationismus und beleuchtet den aristotelischen Hintergrund sowie die gegensätzlichen Ansätze von Montaigne und Descartes zur Tierseele.

II. Die Mensch-Tier-Divergenz im Kontext von Miguel de Cervantes Saavedras „Das Kolloquium der beiden Hunde“: Der zweite Teil überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf Cervantes' Novelle, analysiert die Funktion des Sprachvermögens der Hunde als Reflexionsraum und untersucht die Verbindung zur zeitgenössischen Tierphilosophie.

Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass Cervantes durch die Fiktion der sprechenden Hunde die Grenzen des menschlichen Erkenntnisanspruchs hinterfragt und ein offenes Ende in der Mensch-Tier-Frage belässt.

Schlüsselwörter

Anthropologische Differenz, Frühe Neuzeit, Tierphilosophie, Miguel de Cervantes, Kolloquium der beiden Hunde, Michel de Montaigne, René Descartes, Tiervernunft, Sprachvermögen, Differentialismus, Assimilationismus, Aristoteles, Mensch-Tier-Divergenz, Novellistik, Geist der Tiere.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophische und literarische Debatte über die Unterscheidung zwischen Mensch und Tier während der Frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der philosophischen Tierethik, dem Konzept der Seele und Vernunft sowie der literarischen Umsetzung dieser Themen in Cervantes' Novellistik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Miguel de Cervantes in „Das Kolloquium der beiden Hunde“ die zeitgenössischen philosophischen Diskurse um die anthropologische Differenz aufgreift und reflektiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die philosophische Primärquellen (Montaigne, Descartes) mit einer textnahen Untersuchung der Novelle von Cervantes verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu philosophischen Strategien und eine anschließende detaillierte Analyse der Novelle hinsichtlich der Sprachfähigkeit und Vernunft der Protagonisten-Hunde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind anthropologische Differenz, Tiervernunft, Sprachvermögen, Descartes, Montaigne und die Novelle von Cervantes.

Warum spielt die Hexen-Episode eine wichtige Rolle für die Interpretation?

Die Begegnung mit der Hexe Cañizares wird als zentraler Deutungsansatz für die plötzliche Sprachbegabung der Hunde diskutiert, bleibt jedoch innerhalb der Novelle bewusst im Vagen.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Cipión und Berganza?

Während Berganza als Akteur seine Lebensgeschichte berichtet, fungiert Cipión als reflektierendes Gegenüber, das die anthropologische Differenz theoretisch hinterfragt.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Haben Tiere einen Geist? Anthropologische Differenzen in der Frühen Neuzeit
Subtitle
Die Mensch-Tier-Divergenz am Beispiel von Miguel de Cervantes Saavedras „Das Kolloquium der beiden Hunde“
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Department Germanistik und Komparatistik)
Course
Hauptseminar mit komparatistischen Themen der Literatur vom Mittelalter bis heute (Sprechende Tiere in Literatur und Film)
Grade
1,0
Author
Lisa Lindner (Author)
Publication Year
2014
Pages
24
Catalog Number
V302895
ISBN (eBook)
9783668049871
ISBN (Book)
9783668049888
Language
German
Tags
Tierethik anthropologische Differenz Mensch-Tier-Differenz Miguel de Cervantes Saavedras Das Colloquium der beiden Hunde René Descartes David Hume Michel de Montaigne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Lindner (Author), 2014, Haben Tiere einen Geist? Anthropologische Differenzen in der Frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302895
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint