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Über Henrik Ibsens „Peer Gynt“. Das dramatische Gedicht als modernes Identitätsdrama

Title: Über Henrik Ibsens „Peer Gynt“. Das dramatische Gedicht als modernes Identitätsdrama

Bachelor Thesis , 2014 , 51 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lisa Lindner (Author)

Scandinavian Languages
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Ibsens Werke befassen sich mit einer Bandbreite an unterschiedlichen Thematiken, seine Charaktere gestalten sich facettenreich und vielschichtig.
Der Inhalt und die damit in Zusammenhang stehende Intention seiner Arbeiten wirft bis heute eine Vielzahl an Fragen auf, welchen es einer Antwort bedarf.

Obwohl sich die im zeitlichen Kontext betrachteten Lebensumstände gravierend verändert haben, hat Ibsens Lebenswerk kaum an Popularität verloren.

Ein Drama wie „Peer Gynt“ zeigt auf, dass man dem Werk damals wie heute eine große Popularität und Aktualität abgewinnen kann. Auf den kommenden Seiten soll daher auf alle Facetten des dramatischen Gedichts eingegangen werden – im historischen Kontext des Dramas gesehen, jedoch auch bis in unser Jahrhundert hineinreichend.

Was macht es also aus, dass man den Werken Henrik Ibsens noch immer sowohl Durchschlagskraft auf den modernen Bühnen als auch große Aktualität in den gewählten Thematiken und Fragestellungen abgewinnen kann?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. ÄUSSERE VERHÄLTNISSE UND EINFLÜSSE IM ZEITLICHEN KONTEXT ZUR ENTSTEHUNG VON IBSENS „PEER GYNT“

1. Die Entwicklung des skandinavischen Bürgertums in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

1.1 Der industrielle Aufschwung im 19. Jahrhundert

1.2 Ibsens Kritik am norwegischen Bürgertum und seine damit einhergehende Entwicklung hin zum Realismus

2. Selbstbezug und Selbstreflexion Ibsens im Werk

2.1 Kurze biographische Abhandlung Ibsens

2.2 Biographische Parallelen Ibsens zum fiktiven Charakter Peer Gynt

3. Literarische Vorlage des „Peer Gynt“: Peter Christen Asbjørnsens „Rensdyrjakt ved Rondane“

II. ZWISCHEN WIRKLICHKEITSFLUCHT UND SELBSTERKENNTNIS: DIE FIGUR PEER GYNT ALS ZEITLOSE GESTALT

1. Henrik Ibsen als Dichter im 21. Jahrhundert

1.1 Ibsens Position als gesellschaftlicher Außenseiter des norwegischen Bürgertums im 19. Jahrhundert

1.2 Schauspieler und Zuschauerschaft als Projektionsfläche der Gegenwart

1.3 Ibsens „Existenzielle Dichtung“ – Kampf zwischen Tradition und Erneuerung

2. Peer Gynts Streben nach Freiheit und die Suche nach sich selbst

2.1 Diskrepanz zwischen Sehnsucht und Wirklichkeit

2.2 Peers Freiheitsdrang und Flucht in die Fantasie

2.3 „Vær dig selv – nok!“ – Ein Leitspruch der Unterwelt

3. Symbolische Konstruktionen zur allegorischen Untermalung von Peer Gynts Charaktereigenschaften und seiner inneren Zerrissenheit

3.1 Die Lahmheit der Seele – „Den store Bøjgen“

3.2 Konfrontation mit dem Selbst – Das Irrenhaus

3.3 Peers Kampf um seine Seele am jüngsten Tag

III. DIE GESTALT DER SOLVEJG IM DISKURS ZWISCHEN ROMANTISCHEM IDEAL UND FILMISCHER GEGENWARTSADAPTION

1. Solvejgs Charakter im Gegensatz zu dem Peer Gynts

2. „Peer Gynt“ als romantische Illusion des 19. Jahrhunderts im Zeichen der Erlösung

2.1 Solvejgs Barmherzigkeit als Motiv der Erlösung

2.2 Das Selbst Peer Gynts als ein Produkt der Fantasie

2.3 Ibsens Werk im Zeichen der Romantik

3. Uwe Jansons filmische Adaption – eine vergleichende Analyse

3.1 Wesentliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum Buch

3.2 Realisierung der Gestalt Solvejgs im Film

Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Henrik Ibsens Drama „Peer Gynt“ unter dem Aspekt der Identitätskrise und der Suche nach dem eigenen Ich, um zu ergründen, inwiefern das Werk aus dem 19. Jahrhundert als modernes Identitätsdrama auf das heutige Zeitalter übertragbar ist.

  • Analyse von Ibsens Kritik am norwegischen Bürgertum und dem Übergang zum Realismus.
  • Untersuchung der biographischen Parallelen zwischen Henrik Ibsen und der Figur Peer Gynt.
  • Erörterung der Bedeutung von Freiheit und Selbstverwirklichung im Kontext gesellschaftlicher Erwartungen.
  • Vergleichende Analyse zwischen dem literarischen Original und der modernen filmischen Adaption von Uwe Janson.
  • Darstellung der Rolle Solvejgs als Erlösungsmotiv und romantisches Gegenstück zur Figur des Peer Gynt.

Auszug aus dem Buch

2.2 Biographische Parallelen Ibsens zum fiktiven Charakter Peer Gynt

Trotz Ibsens freiwilliger Stellung, im Exil zu leben und Norwegen nach mehr als 27 Jahren den Rücken zu kehren, war sich der Dichter stets seinen nationalen Wurzeln bewusst. „Die zwei großen Dramen aus Ibsens frühem Schaffen, „Brand“ und „Peer Gynt“, sind von einem Dichter geprägt, der nicht zögerte, Flagge zu zeigen.“ Ibsen verleugnete in seinen Arbeiten weder sein Land, noch seine Herkunft. Auch in dem hier zu betrachtenden Drama „Peer Gynt“ finden sich Spuren seiner eigenen Identität. Während manche Kritiker mit einer großen künstlerischen Freiheit in nahezu allem Denken und Handeln Peers Ibsen selbst sahen, möchte ich in diesem Kapitel jedoch nur die von Ibsen selbst bestätigten, unübersehbaren biographischen Parallelen ansprechen.

Dem Leben beider Personen – Henrik Ibsen und Peer Gynt – liegt eine ähnliche Ausgangssituation vor. Während einige Interpretationen den Peer Gynt als Henrik Ibsen lesen, stellen die beiden Figuren meines Erachtens zwei unterschiedliche Möglichkeiten der Entwicklung dar. Die eindeutigen Übereinstimmungen sind an manchen Stellen nicht zu verleugnen, ich möchte es jedoch in meiner Arbeit vermeiden, dass meine Analyse Peer Gynts als psychoanalytische Deutung Ibsens gewertet werden kann.

Ibsen selbst war sich der vagen Übereinstimmung Peer Gynts mit seinem eigenen Leben durchaus bewusst. In einem Brief schrieb der Dichter:

In Peer Gynt habe ich bei der Schilderung des Lebens im „Haus des reichen John Gynt“ meine eigenen Kindheitsverhältnisse und -erinnerungen als eine Art Modell benutzt. [...] In Åse hat, mit den nötigen Übertreibungen, meine eigene Mutter Modell gestanden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. ÄUSSERE VERHÄLTNISSE UND EINFLÜSSE IM ZEITLICHEN KONTEXT ZUR ENTSTEHUNG VON IBSENS „PEER GYNT“: Dieses Kapitel beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel im 19. Jahrhundert sowie die biographischen und literarischen Hintergründe, die zur Entstehung des Dramas führten.

II. ZWISCHEN WIRKLICHKEITSFLUCHT UND SELBSTERKENNTNIS: DIE FIGUR PEER GYNT ALS ZEITLOSE GESTALT: Hier wird analysiert, warum Peer Gynt als Identitätsfigur auch im 21. Jahrhundert relevant bleibt und wie Ibsen den Kampf zwischen Tradition und Erneuerung thematisiert.

III. DIE GESTALT DER SOLVEJG IM DISKURS ZWISCHEN ROMANTISCHEM IDEAL UND FILMISCHER GEGENWARTSADAPTION: Dieses Kapitel setzt sich mit Solvejgs Charakter auseinander und vergleicht die filmische Neuinterpretation von Uwe Janson mit der ursprünglichen Vorlage.

Schlüsselwörter

Henrik Ibsen, Peer Gynt, Identitätsdrama, Realismus, Romantik, Identitätskrise, Selbstreflexion, Peter Christen Asbjørnsen, Uwe Janson, Solvejg, norwegisches Bürgertum, Existenzielle Dichtung, Charakterstudie, Literaturadaption, Erlösung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Henrik Ibsens „Peer Gynt“ als ein modernes Identitätsdrama, das trotz seines Entstehungszeitpunkts im 19. Jahrhundert universelle Fragen über das Selbst und die Suche nach Identität stellt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Im Zentrum stehen die gesellschaftlichen Einflüsse des norwegischen Bürgertums, Ibsens eigener Selbstbezug im Werk, die Suche nach individueller Freiheit sowie der Kontrast zwischen romantischen Idealen und einer realistischen Lebensauffassung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Aktualität von Peer Gynts Suche nach sich selbst auf das moderne Zeitalter zu projizieren und zu analysieren, inwiefern die Figur als Identitätsprojektion für heutige Generationen fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl historische Kontexte und biographische Bezüge einbezieht als auch eine vergleichende Analyse zwischen dem dramatischen Gedicht und einer filmischen Adaption vornimmt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungskontexte, die psychologische und symbolische Dekonstruktion der Figur Peer Gynt sowie eine detaillierte Gegenüberstellung von Ibsens Text und der filmischen Inszenierung von Uwe Janson.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Identität, Realismus, Romantik, Selbstreflexion, Erlösung, norwegisches Bürgertum, Ibsen, Peer Gynt.

Wie spielt das Verhältnis zwischen Peer und Solvejg eine Rolle für das Verständnis des Dramas?

Solvejg wird als symbolische Instanz der Erlösung und als Hüterin eines idealen Bildes von Peer Gynt interpretiert, was einen starken Kontrast zu Peer Gynts egoistischem Lebensweg bildet.

Wie interpretiert die Arbeit die filmische Adaption von Uwe Janson?

Der Film wird als eine moderne Transponierung gewertet, die Peer Gynt durch das Auslassen einiger mythischer Elemente und eine zeitgemäße Ästhetik näher an eine zeitgenössische Lebenswirklichkeit heranführt.

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Details

Title
Über Henrik Ibsens „Peer Gynt“. Das dramatische Gedicht als modernes Identitätsdrama
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Nordische Philologie)
Course
Bachelorarbeit (Nordistische Literaturwissenschaft)
Grade
1,7
Author
Lisa Lindner (Author)
Publication Year
2014
Pages
51
Catalog Number
V302900
ISBN (eBook)
9783668046818
ISBN (Book)
9783668046825
Language
German
Tags
Henrik Ibsen "Peer Gynt" Gedicht Identitätsdrama Norwegen Drama
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Lindner (Author), 2014, Über Henrik Ibsens „Peer Gynt“. Das dramatische Gedicht als modernes Identitätsdrama, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302900
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