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Das Nibelungenlied und die mittelhochdeutsche Heldenepik

Lernzusammenfassung

Titel: Das Nibelungenlied und die mittelhochdeutsche Heldenepik

Zusammenfassung , 2008 , 24 Seiten

Autor:in: Rebecca Schwarz (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Lernzusammenfassung befasste sich unter kultur- und gattungsgeschichtlichem Zugriff mit den Entstehungsbedingungen, Formen und Stoffen heroischer Dichtung im deutschen Mittelalter. Andere europäische Literaturen wurden vergleichend berücksichtigt. Einen zentralen Platz nahm als prototypischer Text das um 1200 in der Gegend um Passau entstandene 'Nibelungenlied' ein. Daneben wurden auch frühere Zeugnisse wie das althochdeutsche 'Hildebrandslied' und Beispiele nachnibelungischer Heldenepik mit Stoffen wie Kudrun, Dietrich von Bern oder Ortnit und Wolfdietrich behandelt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Die Heldensage

1.2 'Oral Poetry'

2. Das Nibelungenlied als mündlicher Epos? Eine Analyse der 1. Strophe (A, C)

1.3 Heldendichtung im Frühmittelalter: Zeugnisse und Hypothesen

1.4 Das Hildebrandslied

1.5 Die Kohärenz mhd. Heldenepik und ihr Status als heroische Dichtungen

1.6 Gattungsmerkmale der Heldenepik im Kontext höfischer Dichtung um 1200

II. Begründung einer neuen Gattung: Nibelungenlied (um 1200)

Teil 1: Sifrit

a. Jungsifrit, Sifrits Werbung um Kriemhilt (av. 1-5)

b. Werbung um Brünhild (av. 6-11)

c. Sifrits Ermordung (av. 12-18)

Teil 2: Burgundenuntergang

a. Etzels Werbung um Kriemhild (av. 20-23)

b. Zug der Nibelungen ins Hunnenland (av. 24-27)

2.1 Entstehungszeit und -ort

2.2.1 Historische Anknüpfungspunkte und Quellen

2.2.2 Nibelungische Stoffgeschichte: die nordischen Quellen

2.2.3 Leistungen und Grenzen des NL-Dichters

2.3 Die Überlieferung

2.3.2 Fassungen und Fassungsunterschiede

2.3.3 Handschriftenverhältnisse und die (sinnlose) Frage nach dem 'Original'

2.4 Einzelaspekte der Gestaltung, Themen und Schwerpunkte der Handlung

2.4.2 Nonverbale Kommunikation, Raumregie, Macht der Zeichen: Das Beispiel des Königinnenstreits

2.4.4 Figurenentwürfe und heroische Tragik: Das Beispiel Rüdigers von Bechelaren

2.4.5 Die Omnipräsenz der Katastrophe: Vorausdeutungen – Träume – Prophezeiungen - Warnungen

2.5 Das Nibelungenlied und die höfische Dichtung um 1220: Höfisches Ideal gegen zeitlose Skepsis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das Nibelungenlied als bedeutendes Werk der mittelalterlichen Heldenepik und untersucht dessen komplexe Entstehungsgeschichte, stoffliche Quellen sowie die tragische Struktur der Handlung im Kontrast zu höfischen Idealen.

  • Stoffgeschichte und mündliche Überlieferung des Nibelungenlieds
  • Vergleich der nordischen und kontinentalen Quellenlage
  • Strukturanalyse der handschriftlichen Fassungen und deren Differenzen
  • Untersuchung der heroischen Tragik und nonverbaler Kommunikationsformen
  • Einordnung des Epos in den Kontext der höfischen Dichtung um 1200

Auszug aus dem Buch

2.4.2 Nonverbale Kommunikation, Raumregie, Macht der Zeichen: Das Beispiel des Königinnenstreits

Die Szenen werden in einen fast bühnenartigen Raum eingebettet.

1. Stufe: Harmlos als Spiel im Spiel. Es findet ein ritterliches Turnier statt, bei dem die Königinnen nebeneinander sitzen. Als Gunther und Siegfried eingreifen loben sie ihre Männer und vergleichen sie auch. Kriemhilt stellt ihren eigenen Mann heraus, dem alle Reiche Untertan sein sollte. Brünhild lobt daraufhin ihren Mann. Doch sie möchte nun wissen, wie es um Siegfried steht. Entworfen ist hier eine doppelte Bühne: Das Turnier auf der ersten Bühne und zugleich die zweite Bühne mit Krimehilt und Brünhild. Man beobachtet die Beobachter.

2. Stufe: Steigerung und Eskalation. Schildert das Treffen der Königinnen am Wormser Münster. Die nonverbale Kommunikation gipfelt in Krimehilts Vortritt im Münster. Sie behauptet ihre Vorrang nicht nur im Wortstreit sondern macht ihn in aller Öffentlichkeit sichtbar. Der Streit steigert sich in extreme Gefühlsausbrüche. In der Kirche verdaut man das ganze und es schaukelt sich weiter hoch. Nach der Kirche geht der Streit in eine neue Runde und eskaliert weiter. Brünhild zeigt nun mit Gürtel und Ring, dass Brünhild ihre Jungfrauenschaft nicht an ihren Mann verloren habe. Stoffe und Reichtümer spielen hier wieder eine Rolle. Brünhild weint, klagt trauert und zieht sich zurück. Das hat eine narrative Funktion, das Geschehen wird vergegenwärtigt, es soll gezeigt werden was passiert.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Heldensage: Einführung in die Grundlagen und Mechanismen der Sagenbildung, wie Reduktion, Assimilation und Synchronisation.

1.2 'Oral Poetry': Definition der mündlichen Dichtung und deren Kennzeichen wie Parataxe und das Fehlen schriftlicher Fixierung.

2. Das Nibelungenlied als mündlicher Epos? Eine Analyse der 1. Strophe (A, C): Untersuchung der ersten Strophe hinsichtlich ihrer mündlichen Elemente und der Spannungsfelder zwischen alt und neu.

1.3 Heldendichtung im Frühmittelalter: Zeugnisse und Hypothesen: Erläuterung der Quellenproblematik durch Überlieferungsverluste und Rekonstruktionsversuche der heldischen Stoffe.

1.4 Das Hildebrandslied: Analyse des ältesten deutschen Heldenliedes, seiner metrischen Struktur und der tragischen familiären Konfliktlage.

1.5 Die Kohärenz mhd. Heldenepik und ihr Status als heroische Dichtungen: Einordnung der verschiedenen Stoffkreise wie Siegfried, Kudrun und Dietrich in den Gattungsbegriff der Heldenepik.

1.6 Gattungsmerkmale der Heldenepik im Kontext höfischer Dichtung um 1200: Gegenüberstellung von höfischem Epos und Roman hinsichtlich ihrer Welt- und Menschenbilder.

II. Begründung einer neuen Gattung: Nibelungenlied (um 1200): Gliederung des Nibelungenlieds in Sifrit-Teil und Burgundenuntergang sowie detaillierte Inhaltsangabe der Aventiuren.

2.1 Entstehungszeit und -ort: Methoden der Datierung mittelalterlicher Texte mittels Indizien wie Handschriften und intertextuellen Bezügen.

2.2.1 Historische Anknüpfungspunkte und Quellen: Erörterung der Frage, inwieweit der Nibelungenstoff auf historischen Ereignissen der Merowinger- oder Burgundenzeit basiert.

2.2.2 Nibelungische Stoffgeschichte: die nordischen Quellen: Vorstellung skandinavischer Quellen wie Lieder-Edda, Völsungasaga und Thidreksaga als Vergleichsfolie zum Nibelungenlied.

2.2.3 Leistungen und Grenzen des NL-Dichters: Bewertung der literarischen Leistung bei der Integration archaischer Stoffe in die höfische Kultur sowie der verbleibenden Brüche.

2.3 Die Überlieferung: Überblick über die handschriftliche Überlieferungssituation des Nibelungenlieds mit 34 erhaltenen Zeugnissen.

2.3.2 Fassungen und Fassungsunterschiede: Analyse der Unterschiede zwischen den Fassungen A, B und C, insbesondere hinsichtlich der Höfisierung in Fassung C.

2.3.3 Handschriftenverhältnisse und die (sinnlose) Frage nach dem 'Original': Methodische Abkehr von der Suche nach einem Urtext zugunsten der Eigenständigkeit jeder Fassung.

2.4 Einzelaspekte der Gestaltung, Themen und Schwerpunkte der Handlung: Untersuchung der epischen Exposition und der Darstellung der Hauptcharaktere.

2.4.2 Nonverbale Kommunikation, Raumregie, Macht der Zeichen: Das Beispiel des Königinnenstreits: Analyse der bühnenartigen Inszenierung des zentralen Konflikts zwischen Kriemhilt und Brünhild.

2.4.4 Figurenentwürfe und heroische Tragik: Das Beispiel Rüdigers von Bechelaren: Darstellung der Figur Rüdiger als Prototyp für unausweichliche heroische Tragik durch Loyalitätskonflikte.

2.4.5 Die Omnipräsenz der Katastrophe: Vorausdeutungen – Träume – Prophezeiungen - Warnungen: Untersuchung der erzählerischen Strategien zur Ankündigung des unvermeidlichen Untergangs.

2.5 Das Nibelungenlied und die höfische Dichtung um 1220: Höfisches Ideal gegen zeitlose Skepsis: Schlussbetrachtung zur Einordnung des Nibelungenlieds als tragisches Gegenbild zur höfischen Kultur.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Heldenepik, Hildebrandslied, Stoffgeschichte, Höfische Dichtung, Siegfried, Kriemhild, Überlieferung, Tragik, Edda, Handschriften, Mündlichkeit, Rache, Burgunden, Mittelalter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse des Nibelungenlieds, wobei sowohl die historische Genese und Quellenlage als auch die literarische Gestaltung und Rezeption im Kontext der mittelalterlichen Kultur beleuchtet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die heldenepische Tradition, der Übergang von mündlicher zur schriftlichen Überlieferung, die Rolle von Fassungsunterschieden in Handschriften und die Darstellung tragischer Konflikte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Nibelungenlied als Werk zu verstehen, das den heroischen, heidnischen Kern in eine höfische Struktur überführt, wobei die Tragik und die menschliche Skepsis des Dichters gegenüber höfischen Idealen im Zentrum stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein literaturwissenschaftlicher und philologischer Ansatz gewählt, der Quellenanalysen (z.B. Vergleich mit der Edda), Handschriftenvergleiche und strukturelle Werkinterpretationen kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt detailliert die Handlungsstruktur, die Entstehungsgeschichte, die Bedeutung der nordischen Quellen sowie spezifische gestalterische Elemente wie Vorausdeutungen und nonverbale Kommunikation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Nibelungenlied, Heldenepik, Stoffgeschichte, höfische Dichtung, Überlieferungsgeschichte, heroische Tragik und Quellenvergleich.

Warum ist das Hildebrandslied für die Analyse so bedeutsam?

Das Hildebrandslied dient als wichtiges Vergleichsobjekt für die früheste deutsche Heldendichtung und verdeutlicht die heidnisch-germanische Tragik, die im Nibelungenlied später in einem höfischeren Gewand neu inszeniert wird.

Wie unterscheidet sich die nordische Tradition vom Nibelungenlied?

Die nordischen Quellen (Edda, Völsungasaga) zeigen oft eine noch direktere Gewaltdarstellung und andere Namensgebungen (z.B. Gudrun statt Kriemhilt) und betonen teilweise andere Motivkomplexe für die Handlung.

Welche Rolle spielen die Handschriftenfassungen für die Forschung?

Die verschiedenen Fassungen (A, B, C) dokumentieren, wie der Stoff über die Zeit hinweg bearbeitet wurde, insbesondere durch die "Höfisierung" in Fassung C, die auf die Kritik an dem als empörend wahrgenommenen Stoff reagierte.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Nibelungenlied und die mittelhochdeutsche Heldenepik
Untertitel
Lernzusammenfassung
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  (Institut für Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Das "Nibelungenlied" und die mhd. Heldenepik
Autor
Rebecca Schwarz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
24
Katalognummer
V302919
ISBN (eBook)
9783668021297
ISBN (Buch)
9783668021303
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nibelungenlied heldenepik lernzusammenfassung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rebecca Schwarz (Autor:in), 2008, Das Nibelungenlied und die mittelhochdeutsche Heldenepik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302919
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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