Bei der Lieferantenbewertung, als Bestandteil des Lieferantenmanagements, kann das Vorgehen in den Prozessschritten Sammeln, Gewinnen, Auswählen, Aufbereiten und Beurteilen von Informationen über einen direkten Lieferanten einer Unternehmung aufgeteilt und dargestellt werden. Das Vorlieferantenmanagement beinhaltet die Vorlieferantenbewertung, bei der nicht nur die direkten Lieferanten aus der Supply Chain betrachtet und bewertet werden, sondern auch auf die vorgelagerten Lieferanten eingewirkt werden soll.
„Zahlreiche Beispiele haben gezeigt, dass auch Vorlieferanten, mit denen das abnehmende Unternehmen keinen direkten Kontakt hat, einen großen finanziellen und imagebezogenen Schaden verursachen können.“
Als Beispiel kann hier das Unternehmen Audi AG genannt werden, bei denen Bestandslücken zu 90% von Vorlieferanten verursacht wurden, zu denen keine direkte Beziehung besteht. Bei der Vorlieferantenbewertung soll überprüft werden, in welchem Maße Vorlieferanten geforderte Anforderungen an Produkt und Leistung erfüllen, die Stärken und Schwächen der Leistungen von Unterlieferanten dargestellt werden und rechtzeitig auf Probleme und Risiken hingewiesen sowie beseitig werden.
Ziele der Vorlieferantenbewertung, die u.a. das zuvor genannte Problem der Audi AG behandeln könnten, sind neben der andauernden Verbesserung der Lieferantenqualität und Steuerung, Entwicklung und Pflege der Lieferantenbeziehungen, auch die Minimierung des Gesamtkostenaufwandes und den Anschaffungspreisen, sowie die Sicherung der Versorgung. Ein weiteres Ziel ist die Objektivierung und Optimierung der Lieferantenauswahl.
Es soll in dieser Ausarbeitung Methoden zur Lieferantenbewertung vorgestellt und eine Überlegung zur Anwendung oder Adaption dieser für eine Vorlieferantenbewertung angestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Struktur
2 Lieferantenbewertung
3 Lieferantenbewertung anhand des numerischen Instruments Punktebewertungsverfahren mit Höchstpunktzahlmethode
4 Vorlieferantenbewertung
5 Kernaktivitäten und Beschreibung generischer Prozess
6 Management-Taktiken
7 Fazit und Grenzen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung und Anwendung von Methoden zur Lieferantenbewertung sowie die Ableitung von Strategien für das Management von Vorlieferanten. Die Arbeit stellt verschiedene quantitative und qualitative Instrumente vor und prüft deren Übertragbarkeit auf die komplexen Strukturen von Supply Chains, um Risiken zu minimieren und die Lieferantenbeziehungen zu optimieren.
- Grundlagen und Definitionen des Lieferantenmanagements
- Methoden der Lieferantenbewertung (quantitativ und qualitativ)
- Herausforderungen der Vorlieferantenbewertung
- Analyse von Einflussarten und Management-Taktiken
- Prozessobjekte, Prozessinputs und Lieferantenkategorisierung
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Bei der Lieferantenbewertung, als Bestandteil des Lieferantenmanagement, kann das Vorgehen in den Prozessschritten Sammeln, Gewinnen, Auswählen, Aufbereiten und Beurteilen von Informationen über einen direkten Lieferanten einer Unternehmung aufgeteilt und dargestellt werden. Das Vorlieferantenmanagement beinhaltet die Vorlieferantenbewertung, bei der nicht nur die direkten Lieferanten aus der Supply Chain betrachtet und bewertet werden, sondern auch auf die vorgelagerten Lieferanten eingewirkt werden soll.
Ziele der Vorlieferantenbewertung, die u.a. das zuvor genannte Problem der Audi AG behandeln könnten, sind neben der andauernden Verbesserung der Lieferantenqualität und Steuerung, Entwicklung und Pflege der Lieferantenbeziehungen, auch die Minimierung des Gesamtkostenaufwandes und den Anschaffungspreisen, sowie die Sicherung der Versorgung. Ein weiteres Ziel ist die Objektivierung und Optimierung der Lieferantenauswahl.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Relevanz einer systematischen Lieferantenbewertung zur Risikominimierung und stellt die Struktur der Ausarbeitung vor.
2 Lieferantenbewertung: Hier werden die Grundlagen und Ziele der Lieferantenbewertung definiert sowie die Notwendigkeit von objektiven Bewertungskriterien hervorgehoben.
3 Lieferantenbewertung anhand des numerischen Instruments Punktebewertungsverfahren mit Höchstpunktzahlmethode: Das Kapitel erläutert einen sechsstufigen Prozess zur Klassifizierung und systematischen Bewertung von Lieferanten.
4 Vorlieferantenbewertung: Es wird untersucht, wie Unternehmen auch Einfluss auf Lieferanten der zweiten oder weiteren Stufen nehmen können.
5 Kernaktivitäten und Beschreibung generischer Prozess: Eine detaillierte Aufarbeitung quantitativer und qualitativer Instrumente zur Lieferantenbeurteilung erfolgt hier.
6 Management-Taktiken: Die verschiedenen Einflussarten (Neglect, Hope, Pass over, Delegate, Collaborate) auf Lieferantenbeziehungen werden systematisiert.
7 Fazit und Grenzen: Zusammenfassung der Ergebnisse unter Berücksichtigung von Branchenkompatibilität und den praktischen Grenzen der Bewertungsmethoden.
Schlüsselwörter
Lieferantenbewertung, Vorlieferantenmanagement, Supply Chain Management, Punktebewertungsverfahren, Beschaffung, Lieferantenbeziehung, Qualitätssicherung, Quantitative Instrumente, Qualitative Instrumente, Risikoanalyse, Prozessoptimierung, Kostenanalyse, Einkaufsstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Methoden und Strategien zur Bewertung von Lieferanten, mit einem besonderen Fokus auf die Herausforderungen bei der Bewertung von Vorlieferanten innerhalb einer Supply Chain.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen das Lieferantenmanagement, die Anwendung mathematischer Bewertungsmodelle sowie die strategische Steuerung vorgelagerter Lieferantenstufen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Methoden zur Lieferantenbewertung vorzustellen und zu prüfen, inwieweit diese für das Management von Vorlieferanten adaptiert werden können, um Risiken zu reduzieren und Kosten zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse bestehender Bewertungsinstrumente (quantitativ und qualitativ) sowie die systematische Zuordnung von Management-Taktiken auf diese Instrumente.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der Bewertungsmethoden, die Differenzierung zwischen direkten Lieferanten und Vorlieferanten sowie die Analyse von Einflussarten auf die Lieferkette.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Lieferantenbewertung, Vorlieferantenmanagement, Supply Chain, Punktebewertungsverfahren und Beschaffungsstrategie.
Was unterscheidet die "Hoffnung"-Taktik von der "Delegieren"-Taktik?
Bei der Taktik "Hoffnung" wirkt das zentrale Unternehmen auf den direkten Lieferanten ein, in der Hoffnung, dass dieser von sich aus auf den Unterlieferanten wirkt. Beim "Delegieren" hingegen wird die Anforderung zur Bewertung aktiv entlang der Kette nach unten weitergegeben.
Warum sind quantitative Methoden bei Vorlieferanten oft schwer einsetzbar?
Der Aufwand für eine direkte Datenerhebung durch das zentrale Unternehmen über mehrere Lieferantenstufen hinweg ist oft unverhältnismäßig hoch und erfordert zudem eine Kooperationsbereitschaft, die nicht immer gegeben ist.
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- Kai Pohl (Author), 2015, Planung und Organisation von Supply Chains. Vorlieferantenbewertung, Management-Taktiken und Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302975