Ist es möglich, in der Pflege die komplette „Ganzheit“ des Menschen zu erfassen?
Die Pflegekräfte haben sich zu sehr in die sogenannte „biomedizinische Denkweise“ der Mediziner hineindrängen lassen. Hier wird der Patient ähnlich wie eine Maschine wahrgenommen. Es wird nach dem Prinzip: Krankheit-Therapie-Genesung gedacht und gehandelt. Wie man allerdings die vorhandene Gesundheit erhält, oder inwieweit Familie, Herkunft, finanzieller Stand, Kultur und so weiter eine Rolle spielen, darüber wird hierbei nur selten nachgedacht.
Um aber den aktuellen Entwicklungen und dabei auch vor allem den vielen Patienten gerecht zu werden, wäre es in meinen Augen wichtig, pflegerisch zu einer ganzheitlichen Betrachtung des Patienten zu kommen. Das heißt den einzelnen Patienten mit all seinen Problemen, seinem gesamten sozialen Umfeld und seinem Erleben wahrzunehmen. Dies ist auch schon immer die Grundlage der Palliativmedizin gewesen.
Doch ist es in der heutigen Zeit überhaupt durchführbar, auf der Basis des Conditional Reasoning und den Grundlagen der Systemtheorie zu pflegen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Hintergründe der Themenwahl
1.2. Fragestellungen
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Erklärung und nähere Ausführung wichtiger Begriffe
2.1. Clinical Reasoning
2.2. Conditional Reasoning
2.3. Grundsätze der Systemtheorie
2.3.1. Allgemein
2.3.2. Das System selbst
2.3.3. Weitere systemtheoretische Begriffe
2.3.4. Wie funktioniert ein System?
2.3.5. Das Systemdenken in der Medizin
2.4. Pflege
2.4.1. Allgemein
2.4.2. Die Entwicklung der Pflege
2.4.3. Haupteinflussfaktoren auf die Pflege
2.4.4. Die Entwicklung der Pflege zum Beruf
2.4.5. Die Pflegetheorien
3. Aktuelle Problematik
3.1. Demographische Entwicklung
3.2. Rahmenbedingungen der Pflegeberufe
3.3. Wandel der Krankheitscharakteristik
4. Das Conditional Reasoning und die Grundsätze der Systemtheorie als Basis pflegerischen Handelns
4.1. Pflegeanamnese
4.1.1. Das biologische System
4.1.2. Das psychische System
4.1.3 Das soziale System
4.2. Pflegeziele
4.3. Pflegerische Wahrnehmung
4.3.1. Beobachtung
4.3.2. Kommunikation
4.4. multiprofessionelle Pflege
4.5. Der Pflegeprozess
4.6. Weitere Voraussetzungen für die Durchführung des Pflegeprozesses
4.6.1. Risikofaktoren
4.6.2. Alternative Behandlungsmethoden
4.7. Prospektives und Retrospektives Denken
5. Kasuistik
5.1. Chronische Erkrankung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern pflegerisches Handeln durch die Integration von Conditional Reasoning und systemtheoretischen Ansätzen ganzheitlicher und patientenorientierter gestaltet werden kann, um den Herausforderungen des modernen Gesundheitswesens zu begegnen.
- Grundlagen des Clinical Reasoning und Conditional Reasoning
- Systemtheoretische Prinzipien nach Niklas Luhmann
- Ganzheitliche Pflegeanamnese (biologisch, psychisch, sozial)
- Bedeutung der multiprofessionellen Zusammenarbeit
Auszug aus dem Buch
4.1. Pflegeanamnese
Anhand der vorherigen Graphik lässt sich die Vielfalt der Dinge erkennen, die vom nun Pflegepersonal beachtet werden muss, wenn es nach den Grundsätzen der Systemtheorie und dem Conditional Reasoning handeln möchte.
Wie auch in der Erklärung zur Graphik schon genannt, gilt es für das Pflegepersonal das bio-psycho-soziale Model, sowie die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Patienten zu beobachten.
Nachfolgend die einzelnen Aspekte, die vom Pflegepersonal erfasst werden können, bzw. für die Erkrankung des Patienten eine Rolle spielen oder spielten, und somit einen Einfluss auf die pflegerische Entscheidungsfindung und Handlung haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der persönlichen Motivation der Autorin sowie Definition der Fragestellung und des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Erklärung und nähere Ausführung wichtiger Begriffe: Definition und theoretische Herleitung der Konzepte Clinical Reasoning, Conditional Reasoning, Systemtheorie sowie der Rolle und Entwicklung der professionellen Pflege.
3. Aktuelle Problematik: Analyse der Herausforderungen im Pflegesektor, insbesondere demografischer Wandel, Arbeitsbedingungen und veränderte Krankheitsbilder.
4. Das Conditional Reasoning und die Grundsätze der Systemtheorie als Basis pflegerischen Handelns: Detaillierte Darstellung der praktischen Umsetzung einer ganzheitlichen Patientenbetrachtung unter Einbeziehung des Pflegeprozesses und multiprofessioneller Zusammenarbeit.
5. Kasuistik: Anwendung der erarbeiteten theoretischen Konzepte an einem praktischen Fallbeispiel eines Patienten mit chronischer Erkrankung.
Schlüsselwörter
Conditional Reasoning, Systemtheorie, ganzheitliche Pflege, Clinical Reasoning, Pflegeprozess, Patientenorientierung, multiprofessionelle Zusammenarbeit, Gesundheitswesen, Pflegenotstand, Lebensqualität, Systemdenken, Pflegeanamnese, Biopsychosoziales Modell, Automatisierung, Pflegeberatung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Pflegekräfte ihre Handlungspraxis verbessern können, indem sie Konzepte des Conditional Reasoning und der Systemtheorie nutzen, um den Patienten ganzheitlich zu erfassen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf dem "Clinical Reasoning" (insbesondere Conditional Reasoning), der systemtheoretischen Betrachtungsweise nach Luhmann sowie der Anwendung dieser Ansätze im professionellen Pflegealltag.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Pflegepersonal einen theoretischen Rahmen zu bieten, um den aktuellen Herausforderungen im Gesundheitssystem durch eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten zu begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literatur- und Internetrecherche, die sie mit eigenen beruflichen Erfahrungen verbindet und durch eine Kasuistik (Fallbeispiel) veranschaulicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Erfassung von biologischen, psychischen und sozialen Faktoren im Rahmen der Pflegeanamnese sowie der konkreten Anwendung dieser Informationen im Pflegeprozess.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Conditional Reasoning, Systemtheorie, ganzheitliche Pflege, multiprofessionelle Zusammenarbeit und die Optimierung der Pflegequalität.
Wie unterscheidet sich die systemische Sichtweise von der biomedizinischen?
Während die biomedizinische Sichtweise den Patienten oft rein mechanistisch auf Krankheit und Symptome reduziert, betrachtet die systemische Sichtweise den Menschen in seiner Gesamtheit inklusive seines sozialen Umfelds und seiner Lebensgeschichte.
Welche Rolle spielt das "multiprofessionelle Team" in dieser Arbeit?
Die Arbeit betont, dass eine ganzheitliche Betreuung nur möglich ist, wenn Experten verschiedener Disziplinen zusammenarbeiten, um den "blinden Fleck" einzelner Professionen durch Austausch zu minimieren.
Was zeigt die Fallstudie (Kasuistik) über Herrn B.?
Das Fallbeispiel verdeutlicht, wie eine umfassende Anamnese, die auch psychische und soziale Lebensumstände einbezieht, zu einer besseren Blutzuckereinstellung und letztlich einer höheren Lebensqualität bei Diabetes mellitus führt.
Warum ist "prospektives Denken" für Pflegekräfte so wichtig?
Es ermöglicht eine Zukunftsvision für den Patienten, die über das rein reaktive Handeln hinausgeht und gemeinsam mit dem Patienten realistische, langfristige Therapieziele definiert.
- Arbeit zitieren
- Kerstin Neumann (Autor:in), 2013, Zufriedenheit von Pflegern und Patienten. Conditional Reasoning und die Grundsätze der Systemtheorie als Basis des pflegerischen Handelns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303050