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"Brüder, in eins nun die Hände". SPD und KPD auf dem Weg zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands 1945/46

Título: "Brüder, in eins nun die Hände". SPD und KPD auf dem Weg zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands 1945/46

Trabajo , 1997 , 35 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Michael Kuhlmann (Autor)

Historia de Alemania - Posguerra, Guerra Fría
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"Damals habe ich die große Hoffnung gehabt, [...] die militante Kampfbereitschaft der Kommunisten würde sich mit den demokratischen Traditionen und demokratischen Umgangsformen der Sozialdemokraten zu einer neuen, besseren Linkspartei zusammenfassen. Damals, da ich viele Dinge nicht kannte, war ich optimistisch und habe mich damals dafür eingesetzt, aber schon sehr bald erkannt, daß meine Hoffnungen eine Illusion waren."

Gemeinsam mit einigen Hundert sozialdemokratischer und kommunistischer Delegierter hatte sich der junge Kommunist Wolfgang Leonhard am 21. April 1946 im Berliner Admiralspalast eingefunden, um einen entscheidenden Schritt ostdeutscher Nachkriegsgeschichte zu vollziehen: die Vereinigung von KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Drei Jahrzehnte nach Ausbruch des Zwistes in der Sozialdemokratischen Partei schien die verhängnisvolle Spaltung endlich überwunden - wenn auch nur in einem Teil Deutschlands. Begleitet von großen Hoffnungen, aber auch von tiefer Besorgnis begann die SED ihre politische Arbeit, deren Resultate nicht nur den Idealisten Leonhard sehr bald enttäuschen sollten.

"Wat, schon wieder 'ne Partei? Ick hab noch von der vorigen die Neese voll!" Wer wie dieser Berliner in der Nachkriegswelt des Frühsommers 1945 Tag für Tag ums Überleben kämpfen mußte, zeigte für Parteigründungen wie diejenige der KPD kaum Interesse. Das politische Leben, das sich trotz Not und Kriegszerstörungen, trotz aller Überlebenssorgen bereits im Deutschland der ersten Nachkriegsmonate wieder entfaltete, beschränkte sich auf kleinere Kreise, war gleichwohl von hoher Intensität.

Die Arbeit befaßt sich mit der Politik von SPD und KPD in der Sowjetischen Besatzungszone, die elf Monate nach Kriegsende zur Verschmelzung beider Parteien führte. Wiewohl kaum umfassend zu beantworten, drängen sich doch immer wieder die Fragen auf, ob die KPD 1945/46 wirklich eine parlamentarische Demokratie anstrebte und ob der Akt von Ostern 1946 seitens der SPD ein freiwilliger Schritt war.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II.

1. FRÜHSOMMER 1945: PLURALISTISCHE DEMOKRATIE IN DER SBZ?

2. DAS PROGRAMMATISCHE RÜCKGRAT DER KPD: ANTON ACKERMANN UND DER "BESONDERE DEUTSCHE WEG ZUM SOZIALISMUS"

3. SOMMER 1945: DIE SPD DRÄNGT AUF VEREINIGUNG

4. HERBST 1945: DIE EINHEITSKAMPAGNE DER KPD BEGINNT

5. WENNIGSEN: DIE SPD IN OST UND WEST

6. DIE BEMÜHUNGEN DER KPD FRUCHTEN: DIE ERSTE "SECHZIGER-KONFERENZ"

7. "DREIßIG JAHRE BRUDERKAMPF FINDEN IN diesem AUGENBLICK IHR ENDE": DER PARTEITAG VOM 21./22. APRIL 1946

III. "DA WAR EINE ECHTE BEGEISTERUNG..."

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den politischen Prozess der Verschmelzung von SPD und KPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in der sowjetischen Besatzungszone zwischen 1945 und 1946. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob dieser Prozess auf einer freiwilligen Entscheidung der SPD-Basis basierte oder ob es sich um eine durch kommunistischen Druck und sowjetische Einflussnahme erzwungene Vereinigung handelte.

  • Politische Strategien der KPD zur Übernahme der Vorherrschaft.
  • Die Rolle der sowjetischen Besatzungsmacht bei der Parteienbildung.
  • Widerstand innerhalb der SPD gegen die Einheitspläne.
  • Ideologische Grundlagen, wie der "besondere deutsche Weg zum Sozialismus".
  • Einfluss der Demografie und Mitgliederentwicklung auf das Handeln der Parteispitzen.

Auszug aus dem Buch

I. Einleitung

"Damals habe ich die große Hoffnung gehabt, [...] die militante Kampfbereitschaft der Kommunisten würde sich mit den demokratischen Traditionen und demokratischen Umgangsformen der Sozialdemokraten zu einer neuen, besseren Linkspartei zusammenfassen. Damals, da ich viele Dinge nicht kannte, war ich optimistisch und habe mich damals dafür eingesetzt, aber schon sehr bald erkannt, daß meine Hoffnungen eine Illusion waren."1

Gemeinsam mit einigen Hundert sozialdemokratischer und kommunistischer Delegierter hatte sich der junge Kommunist Wolfgang Leonhard am 21. April 1946 im Berliner Admiralspalast eingefunden, um einen entscheidenden Schritt ostdeutscher Nachkriegsgeschichte zu vollziehen: die Vereinigung von KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Drei Jahrzehnte nach Ausbruch des Zwistes in der Sozialdemokratischen Partei schien die verhängnisvolle Spaltung endlich überwunden - wenn auch nur in einem Teil Deutschlands. Begleitet von großen Hoffnungen, aber auch von tiefer Besorgnis begann die SED ihre politische Arbeit, deren Resultate nicht nur den Idealisten Leonhard sehr bald enttäuschen sollten.

"Wat, schon wieder 'ne Partei? Ich hab' noch von der vorigen die Neese voll!"2 Wer wie diese Berliner in der Nachkriegswelt des Frühsommers 1945 Tag für Tag ums Überleben kämpfen mußte, zeigte für Parteigründungen wie diejenige der KPD kaum Interesse. Das politische Leben, das sich trotz Not und Kriegszerstörungen, trotz aller Überlebenssorgen bereits im Deutschland der ersten Nachkriegsmonate wieder entfaltete, beschränkte sich auf kleinere Kreise, war gleichwohl von hoher Intensität. Die folgende Arbeit befaßt sich mit der Politik von SPD und KPD in der Sowjetischen Besatzungszone, die elf Monate nach Kriegsende zur Verschmelzung beider Parteien führte. Wiewohl kaum umfassend zu beantworten, drängen sich doch immer wieder die Fragen auf, ob die KPD 1945/46 wirklich eine parlamentarische Demokratie anstrebte, ob der Akt von Ostern 1946 seitens der SPD ein freiwilliger Schritt war.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der SED-Gründung und Darstellung des Zieles der Arbeit, die Hintergründe der Verschmelzung zu analysieren.

1. FRÜHSOMMER 1945: PLURALISTISCHE DEMOKRATIE IN DER SBZ?: Untersuchung der frühen Phase nach Kriegsende und des KPD-Aufbaus unter sowjetischer Führung.

2. DAS PROGRAMMATISCHE RÜCKGRAT DER KPD: ANTON ACKERMANN UND DER "BESONDERE DEUTSCHE WEG ZUM SOZIALISMUS": Analyse der theoretischen Begründung der KPD für einen eigenständigen, scheinbar friedlichen Weg zum Sozialismus.

3. SOMMER 1945: DIE SPD DRÄNGT AUF VEREINIGUNG: Darstellung der anfänglichen Bestrebungen der SPD nach einer Einigung mit der KPD und der daraus resultierenden Konflikte.

4. HERBST 1945: DIE EINHEITSKAMPAGNE DER KPD BEGINNT: Analyse der taktischen Kursänderung der KPD zur Forcierung der Zwangsvereinigung aufgrund schwindender Wählerchancen.

5. WENNIGSEN: DIE SPD IN OST UND WEST: Betrachtung der inneren Zerrissenheit der SPD zwischen den westdeutschen Zonen und der sowjetisch besetzten Zone.

6. DIE BEMÜHUNGEN DER KPD FRUCHTEN: DIE ERSTE "SECHZIGER-KONFERENZ": Beschreibung des zentralen Manipulationsaktes der KPD zur Unterwanderung der SPD-Basis.

7. "DREIßIG JAHRE BRUDERKAMPF FINDEN IN diesem AUGENBLICK IHR ENDE": DER PARTEITAG VOM 21./22. APRIL 1946: Analyse des Vereinigungsparteitages und der finalen Konstituierung der SED.

III. "DA WAR EINE ECHTE BEGEISTERUNG...": Abschlussbetrachtung der Atmosphäre und der tatsächlichen Machtverhältnisse bei der SED-Gründung.

Schlüsselwörter

SED-Gründung, KPD, SPD, Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, Sowjetische Besatzungszone, Anton Ackermann, Walter Ulbricht, Otto Grotewohl, Vereinigung, Zwangsehe, Antifaschismus, Parteienbildung, Nachkriegsgeschichte, Wolfgang Leonhard, Besatzungsmacht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Entstehungsprozess der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) zwischen 1945 und 1946 in der sowjetischen Besatzungszone.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Machtstreben der KPD, die strategische Unterwanderung der SPD, der Einfluss der sowjetischen Besatzungsmacht und die ideologische Rechtfertigung des Zusammenschlusses.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, inwieweit die Vereinigung von KPD und SPD ein freiwilliger Zusammenschluss oder das Ergebnis politischer Zwangsmaßnahmen war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente und fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt chronologisch die Phasen der Annäherung, die Taktiken beider Parteien, die Sechziger-Konferenzen sowie den Vereinigungsparteitag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind u.a. SED-Gründung, Zwangsehe, Parteienbildung, Nachkriegsgeschichte und die Rolle der sowjetischen Besatzungszone.

Was bedeutete der "besondere deutsche Weg zum Sozialismus" für die KPD?

Es war ein theoretisches Konzept von Anton Ackermann, das suggerierte, der Sozialismus könne in Deutschland auf einem friedlicheren, parlamentarisch abgestützten Weg erreicht werden, um die Akzeptanz bei Sozialdemokraten zu erhöhen.

Wie wichtig war der Einfluss von Walter Ulbricht bei der Parteienfusion?

Ulbricht war die treibende Kraft, die im Sinne Moskaus agierte und die KPD-Strategie so steuerte, dass trotz demokratischer Fassade die faktische Kontrolle bei der KPD-Führung verblieb.

Warum lehnte Kurt Schumacher in den Westzonen die Fusion ab?

Schumacher erkannte früh, dass eine sozialdemokratische Partei unter kommunistischer Führung in Wahrheit eine kommunistische Partei wäre, und wollte die Unabhängigkeit der SPD bewahren.

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Detalles

Título
"Brüder, in eins nun die Hände". SPD und KPD auf dem Weg zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands 1945/46
Universidad
University of Münster  (Historisches Seminar)
Curso
Hauptseminar "Die ‚Deutsche Frage’ als ein Thema der Geschichtslehrbücher der BRD und der DDR 1949-1989"
Calificación
1,0
Autor
Michael Kuhlmann (Autor)
Año de publicación
1997
Páginas
35
No. de catálogo
V303212
ISBN (Ebook)
9783668019768
ISBN (Libro)
9783668019775
Idioma
Alemán
Etiqueta
SED SPD KPD DDR SBZ Walter Ulbricht Wilhelm Pieck Otto Grotewohl Kurt Schumacher SMAD Kalter Krieg Deutsche Teilung Deutsche Demokratische Republik Wolfgang Leonhard Ost-West-Konflikt Sowjetische Besatzungszone
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Michael Kuhlmann (Autor), 1997, "Brüder, in eins nun die Hände". SPD und KPD auf dem Weg zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands 1945/46, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303212
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Extracto de  35  Páginas
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