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Eine Politik der Machtbalance. Der Friedensvertrag zwischen Rom und Karthago

Aus Sicht des Siegers am Ende des Zweiten Punischen Krieges

Title: Eine Politik der Machtbalance. Der Friedensvertrag zwischen Rom und Karthago

Term Paper (Advanced seminar) , 1996 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Kuhlmann (Author)

History - Basics
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Diese Arbeit befaßt sich mit den Friedensbedingungen, die der siegreiche Scipio der karthagischen Verhandlungsdelegation diktierte. Als die einstige libysche Großmacht nach der Schlacht von Zama am Boden lag, boten sich der römischen Politik verschiedene Möglichkeiten, diese Lage zum eigenen Vorteil zu nutzen. Scipio, dem die Verhandlungsführung oblag, sollte sich für eine Politik des karthagisch-numidischen Kräftegleichgewichts in Nordafrika - bei entscheidenden Vorteilen für Numidien - und der Sicherheit für Rom bei minimalem eigenem Aufwand entscheiden. Der Schlußabschnitt des Hauptteils wird den Weg erläutern, den der Heerführer beschritt.

Zuvor umreißt die Arbeit die Ausgangslage Roms nach jahrelangem Krieg, beschreibt anschließend die wichtigsten Quellen für den Friedensvertrag, um schließlich auf den Vertragsinhalt selbst einzugehen. Daß dieser von den Quellen bisweilen unterschiedlich überliefert wird, mag eher in den Vorlagen der Historiker begründet liegen, als daß er auf deren latente Absichten und Färbungen zurückginge. Da solche Tendenzen aber sehr wohl auf die Schilderung des Umfeldes wirken, wie sie von den Geschichtsschreibern verfaßt ist, sollen die Zu- und Abneigungen der drei Historiker Polybios, Livius und Appian kurz zur Sprache kommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B.

I. Die Ausgangslage des Siegers

II. Der Friedensvertrag

1. Die wichtigsten Quellen

2. Der Inhalt des Vertrages

3. Ein milder Friede?

C. Der Friedensvertrag mit Karthago als Grundstein einer Politik der Machtbalance

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Friedensbedingungen, die Scipio Africanus nach der Schlacht von Zama im Jahr 202 v. Chr. der karthagischen Delegation diktierte, um die römische Vorherrschaft sowie das Sicherheitsbedürfnis Roms in Nordafrika zu analysieren und als eine Politik der Machtbalance zu deuten.

  • Die Ausgangslage Roms und Karthagos am Ende des Zweiten Punischen Krieges.
  • Die kritische Analyse der antiken Quellen (Polybios, Livius, Appian).
  • Die detaillierte Untersuchung der vertraglichen Bestimmungen und Sanktionen.
  • Die Bewertung von Scipios Friedenskonzept als politisches Instrument.

Auszug aus dem Buch

II. Der Friedensvertrag

Jede Beschäftigung mit den römisch-karthagischen Kriegen hat mit dem Problem zu kämpfen, daß die überlieferte Historiographie aus der Feder romfreundlicher Schriftsteller stammt.22

An erster Stelle steht der griechische Politiker Polybios, der als Hipparch des achäischen Bundes im Verlaufe des Dritten Makedonischen Krieges, der Illoyalität bezichtigt, nach Rom kam, dort Anschluß an höchste Kreise gewann23 und eine vierzigbändige Weltgeschichte der Jahre 246 bis 144 verfaßte. Sie wandte sich vornehmlich an die Politiker seiner Zeit, denen Polybios auf diese Weise Anleitungen und Fingerzeige zu vermitteln hoffte. Seine Geschichte sollte darlegen, mit welchen Schritten und auf welche Weise Rom zum Herrn der Welt24 geworden sei. Polybios war um seriöse Darstellung in klarer, nüchterner Sprache bemüht und setzte sich damit bewußt von Landsleuten ab, die in ihren Werken mit rhetorischen und dramatischen Ausschmückungen nicht gespart hatten.25 Mit dem Sieg über Hannibal, so sah es der achäische Historiker, habe Rom einen bedeutenden Schritt auf dem Wege zur Weltherrschaft getan. Damit mochte er dem Irrtum erliegen, die Geschehnisse zu sehr von ihrem Endpunkt aus zu betrachten.26

Völlige Neutralität bezüglich der Punischen Kriege war nicht von ihm zu erwarten, zumal er die Endphase des römisch-karthagischen Konflikts aus der Nähe miterlebte; dem Numiderfürsten Massinissa wird er noch persönlich begegnet sein. Roms Gegner Hasdrubal und Syphax stellte Polybios nicht eben als tollkühn dar27, ein Überfall auf römische Gesandte zur Zeit des Waffenstillstandes verleiht Karthago den Anstrich von Heimtücke28. Scipio Africanus hingegen erscheint zumeist als geschickter Taktiker und Verhandler29, als großmütig gegenüber karthagischen Gesandten und Spähern30, als diszipliniert und beherrscht31, als gerechter Richter eines am Wiederaufflammen des Krieges schuldigen Karthago32 - als der Retter Roms im Zweiten Punischen Krieg33. Mehr noch als seine militärischen Fahigkeiten hätten die Gegner sein Verhandlungsgeschick gefürchtet.34

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung skizziert den historischen Kontext des Vertragsabschlusses am Ende des Zweiten Punischen Krieges und erläutert die Zielsetzung der Untersuchung.

B.: Dieses Kapitel bildet den strukturellen Rahmen für die Analyse der Ausgangsbedingungen Roms sowie der Quellenlage und der Vertragsinhalte.

I. Die Ausgangslage des Siegers: Hier werden die Auswirkungen des langjährigen Krieges auf das römische Machtgefüge und die innenpolitische sowie militärische Situation Roms analysiert.

II. Der Friedensvertrag: Dieses Kapitel liefert eine kritische Quellenanalyse von Polybios, Livius und Appian und untersucht detailliert die einzelnen Klauseln des Friedensvertrages von 202 v. Chr.

1. Die wichtigsten Quellen: Das Kapitel vergleicht die historiographischen Perspektiven von Polybios, Livius und Appian hinsichtlich ihrer Darstellung der römisch-karthagischen Beziehungen.

2. Der Inhalt des Vertrages: Hier werden die konkreten Bedingungen des Vertrages, wie maritime Einschränkungen, territoriale Fragen und militärische Abrüstung, systematisch aufgearbeitet.

3. Ein milder Friede?: Das Kapitel hinterfragt, ob die Bedingungen des Friedensvertrages als milde anzusehen sind oder vielmehr ein kluges politisches Kalkül zur Machtbalance darstellen.

C. Der Friedensvertrag mit Karthago als Grundstein einer Politik der Machtbalance: Abschließend wird das Handeln Scipios als bewusste Entscheidung für eine Politik der regionalen Stabilität in Nordafrika bewertet, die durch den Partner Numidien abgesichert wurde.

Schlüsselwörter

Zweiter Punischer Krieg, Scipio Africanus, Römische Republik, Karthago, Friedensvertrag, Machtbalance, Massinissa, Polybios, Historiographie, Numidien, Außenpolitik, Machtpolitik, Geiseln, Abrüstung, römische Vorherrschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Friedensvertrag, den Scipio Africanus 202 v. Chr. nach dem Sieg über Hannibal mit Karthago schloss, und analysiert die politischen Beweggründe sowie die konkreten Bedingungen dieses Abkommens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der internen römischen Situation, der Zuverlässigkeit der antiken Quellen, den Details des Friedensdiktats und der strategischen Rolle des numidischen Königs Massinissa als Machtfaktor.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, inwieweit das Friedensdiktat Ausdruck einer bewussten Politik der Machtbalance war, statt nur ein Instrument zur reinen territorialen Unterwerfung Karthagos.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische historische Untersuchung, die antike Berichte (Polybios, Livius, Appian) vergleicht und in den zeitgenössischen politisch-militärischen Kontext einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Ausgangslage Roms, eine eingehende Untersuchung der vertraglichen Klauseln (Flotte, Gebiete, Finanzen) und die Interpretation von Scipios Friedenskonzept.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Begriffe sind der Zweite Punische Krieg, die Politik der Machtbalance, das Verhältnis zu Numidien unter Massinissa und die quellenkritische Auseinandersetzung mit römischen Historikern.

Warum wird das Verhalten Scipios gegenüber Hannibal als bemerkenswert hervorgehoben?

Es ist auffällig, dass Scipio Hannibal persönlich unbehelligt ließ, obwohl dieser als der gefährlichste Gegner Roms galt. Die Arbeit diskutiert dies als Spekulation innerhalb der antiken Überlieferung.

Wie bewertet der Autor die Rolle Massinissas im römischen Konzept?

Massinissa fungierte als "Vollstrecker" römischer Interessen in Nordafrika, was es Rom ermöglichte, ohne dauerhafte eigene Truppenpräsenz eine Kontrolle über das geschwächte Karthago auszuüben.

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Details

Title
Eine Politik der Machtbalance. Der Friedensvertrag zwischen Rom und Karthago
Subtitle
Aus Sicht des Siegers am Ende des Zweiten Punischen Krieges
College
University of Münster  (Institut für Altertumskunde)
Course
Hauptseminar "Rom und Karthago"
Grade
1,3
Author
Michael Kuhlmann (Author)
Publication Year
1996
Pages
22
Catalog Number
V303214
ISBN (eBook)
9783668015562
ISBN (Book)
9783668015579
Language
German
Tags
Rom Karthago Hannibal Scipio Punische Kriege Zweiter Punischer Krieg Römisches Reich Numidien Zama
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Kuhlmann (Author), 1996, Eine Politik der Machtbalance. Der Friedensvertrag zwischen Rom und Karthago, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303214
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