Eine Politik der Machtbalance. Der Friedensvertrag zwischen Rom und Karthago

Aus Sicht des Siegers am Ende des Zweiten Punischen Krieges


Hausarbeit (Hauptseminar), 1996

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B.
I. Die Ausgangslage des Siegers
II. Der Friedensvertrag
1. Die wichtigsten Quellen
2. Der Inhalt des Vertrages
3. Ein milder Friede?

C. Der Friedensvertrag mit Karthago als Grundstein einer Politik der Machtbalance

Quellen

Literatur

A. Einleitung

Als der römische Senat im Frühjahr 201 v. Chr. die Friedensbedingungen bestätigte[1], die der Feldherr Publius Cornelius Scipio den Karthagern auferlegt hatte, war der Ausgang des Zweiten Punischen Krieges perfekt. Besiegelt war damit das Ende der karthagischen Großmacht wie auch der Durchbruch der Stadt am Tiber zur Vorherrschaft im westlichen Mittelmeerraum. In einem mehr als fünfzehnjährigen Krieg war es Rom schließlich gelungen, einen für unüberwindlich gehaltenen Feldherrn zu zermürben, um ihm zuletzt - wenn auch unter ungleichen Bedingungen - die entscheidende Niederlage beizubringen. Daß Rom niemals wieder einer solchen Bedrohung ausgesetzt werden durfte, wird im Jahre 202 zu einer vordringlichen Maxime römischer Politik geworden sein.

Die folgende Arbeit befaßt sich mit den Friedensbedingungen, die der siegreiche Scipio der karthagischen Verhandlungsdelegation diktierte. Als die einstige libysche Großmacht nach der Schlacht von Zama am Boden lag, boten sich der römischen Politik verschiedene Möglichkeiten, diese Lage zum eigenen Vorteil zu nutzen. Scipio, dem die Verhandlungsführung oblag, sollte sich für eine Politik des karthagisch-numidischen Kräftegleichgewichts in Nordafrika - bei entscheidenden Vorteilen für Numidien - und der Sicherheit für Rom bei minimalem eigenem Aufwand entscheiden. Der Schlußabschnitt des Hauptteils wird den Weg erläutern, den der Heerführer beschritt.

Zuvor umreißt die Arbeit die Ausgangslage Roms nach jahrelangem Krieg, beschreibt anschließend die wichtigsten Quellen für den Friedensvertrag, um schließlich auf den Vertragsinhalt selbst einzugehen. Daß dieser von den Quellen bisweilen unterschiedlich überliefert wird, mag eher in den Vorlagen der Historiker begründet liegen, als daß er auf deren latente Absichten und Färbungen zurückginge. Da solche Tendenzen aber sehr wohl auf die Schilderung des Umfeldes wirken, wie sie von den Geschichtsschreibern verfaßt ist, sollen die Zu- und Abneigungen der drei Historiker Polybius, Livius und Appian kurz zur Sprache kommen.

B.

I. D ie Ausgangslage des Siegers

Mehr als fünfzehn Jahre Krieg waren vorüber - Jahre unausgesetzter Präsenz des Feldherrn Hannibal auf der italischen Halbinsel. Die Verwüstungen und Plünderungen, die dauernde Unsicherheit sollten einen starken Einfluß auf die römische Außenpolitik der kommenden Jahrzehnte ausüben.[2]

Dank der relativ kurzen Anwesenheit karthagischer Truppen hatte Nordwestitalien die Feindseligkeiten halbwegs glimpflich überstanden.[3] Im Süden aber hatte sich Hannibal lange Zeit festgesetzt. Die Todesopfer unter der dortigen Bevölkerung zählten nach Zehntausenden. Zwar bestand Hoffnung, daß sich die Landwirtschaft bald wieder erholen würde; von verheerender Wirkung war indes der Raubbau an den Wäldern, der zu starker Bodenerosion geführt hatte. Die Landbevölkerung war vor der karthagischen Armee in die befestigten Städte geflohen. Dies und die lange Abwesenheit der zum Kriegsdienst verpflichteten Bauern hatten die kleinen Höfe weithin veröden lassen. Großgrundbesitz breitete sich aus.[4]

Viele Römer hatten ihre Zuflucht bei der Religion gesucht, was auch von Staats wegen gefördert worden war. Der Bau von Tempeln gehörte genauso dazu wie etwa die Verehrung neuer Gottheiten, aber auch das Wiederaufgreifen archaischer Riten.[5]

Trotz aller Anstrengungen war es Hannibal nicht gelungen, eines seiner vordringlichen Kriegsziele[6] zu erreichen: Rom sah sein Bundesgenossensystem 201 fester gefügt als vor dem Kriege. Die karthagische Bedrohung hatte wohl bisweilen zum Abfall geführt.[7] Roms Hartnäckigkeit gegenüber dem Todfeind jedoch und wohl auch der gemeinsame Dienst der Soldaten in den Legionen hatten das System im ganzen umso fester zusammengeschweißt. Manche Stadt war erst auf Druck einheimischer prokarthagischer Kräfte zu Hannibal übergetreten.[8] Auch die Hoffnung, sein zweites Kriegsziel zu erreichen - die Verbindung über ein vom Bündnispartner Makedonien beherrschtes Meer nach Karthago[9] - hatte Hannibal spätestens mit dem römisch-makedonischen Frieden des Jahres 205 begraben müssen.

Roms Vormachtstellung in Italien war 201 wieder gefestigt. Energische Maßnahmen hatten die abtrünnigen Bundesgenossen zur Räson gebracht; und selbst gegen loyale Partner, die allein bei der Stellung von Truppenkontingenten säumig gewesen waren, hatte Rom harte Sanktionen verhängt.[10]

Auch im Machtgefüge der römischen Innenpolitik hatte der Krieg seine Spuren hinterlassen. Elementare Prinzipien der Vergabe höherer Ämter hatten sich im Kampf gegen Hannibal sehr schnell als nachteilig herausgestellt. So hatte man noch im Kriege die Konsequenz gezogen und mit der mehrfachen Wahl einundderselben Person zum Konsul gegen die Verbote der Iteration und Kontinuität[11] gleich auf einmal verstoßen.[12] Der Senat hatte im politischen Entscheidungsprozeß spürbar an Gewicht gewonnen. Von herausragender Bedeutung aber war, daß mit Publius Cornelius Scipio ein Mann in die Zentrale der Macht aufgestiegen war, dessen Laufbahn sich deutlich vom Hergebrachten unterschied.[13]

Sich im langen Militärdienst bewährt zu haben, galt von alters her als Grundvoraussetzung einer erfolgreichen Karriere im römischen Magistrat. Mochte Scipios Laufbahn auch nicht von allzulanger Dauer sein - ungeachtet dessen, daß er den zehnjährigen Militärdienst nicht geleistet hatte, war ihm in den letzten Kriegsjahren ein geradezu kometenhafter Aufstieg gelungen. Seine überragenden Qualitäten als Heerführer glichen den Mangel an Erfahrung in den Legionen mühelos aus.[14]

Dennoch war seine Stellung in Rom keineswegs unangefochten. Schon einige Jahre vor Kriegsende hatten sich Scipio und seine Anhänger einer Opposition gegenübergesehen, die ihre politischen Pläne allein auf Italien ausrichtete. Mit den Fabiern an der Spitze trat diese Parteiung gegen ein Ausgreifen römischer Truppen in Feindesland ein und wollte sich damit begnügen, Hannibal von der italischen Halbinsel zu vertreiben. Scipio allerdings hielt ein lediglich aus Italien herausgedrängtes Karthago für eine immerwährende Gefahr. Der einzige Weg zur Sicherheit Roms mochte für ihn darin bestehen, den Gegner in einem direkten Angriff energisch in die Schranken zu weisen.[15]

Scipios Anhängern war es denn auch gelungen, sich im alljährlichen Machtkampf um die Ämter gegen die Fabier zu behaupten, zumal sich letztere durch Zwist untereinander schwächten. Als der Feldherr die Karthager im Jahre 203 zu einem Friedensgesuch zu bewegen vermochte, sahen sich seine Parteigänger noch weiter gestärkt.

Doch nun erhob sich auch eine gestärkte Opposition mit der Forderung, das bereits am Boden liegende Karthago vollends niederzukämpfen. Nur mühsam konnten sich Scipios Anhänger durchsetzen. Den Fabiern hatten sich weitere einflußreiche Familien angeschlossen, die gerade unter den Senatoren starken Rückhalt genossen. Zu groß scheint deren Argwohn gegenüber dem "Emporkömmling" Scipio, der sich in hohem Maße auf die Volksversammlung stützte, gewesen zu sein. Mochte Scipio spätestens ab 202 als der Bezwinger Hannibals enorme Popularität genießen, wurde sein Durchsetzungsvermögen in der römischen Staatsspitze doch immer wieder auf die Probe gestellt.[16]

Die Beweggründe, die sein Friedensdiktat von 202 bestimmten, lassen sich nicht mit letzter Sicherheit erhellen. Offensichtlich aber galt es, zunächst räumliche Distanz zum Kriegsgegner zu schaffen, indem man ihn vom europäischen Festland und auch von den Mittelmeerinseln endgültig verdrängte. Hinzu trat die Forderung nach unangefochtener maritimer Überlegenheit Roms gegenüber Karthago - das bedeutete die weitgehende Auslieferung der karthagischen Kriegsflotte. Und schließlich sollten die ständige Kontrolle des Unterlegenen durch Verbündete Roms sowie die Verpflichtung, Geiseln zu stellen und Kontributionen zu zahlen, Rom vor künftigen Angriffen der libyschen Stadt schützen.[17] Zu sehr hatte sich in den vorangegangenen Jahrzenten erwiesen, welch gewaltige Kraft Karthago beim Ausbau seines Machtbereichs zu entfalten vermochte.[18]

Gerade das exponierte Spanien verlangte nach entschlossener Absicherung. Wohl besaß Rom dazu anfangs kein rechtes Konzept.[19] Doch war die an Bodenschätzen reiche iberische Halbinsel von zu hohem strategischem Wert, als daß ihre Aufgabe vertretbar gewesen wäre. Eine friedliche Koexistenz Roms und der Karthager auf dem europäischen Festland, wie sie noch vor 218 durchaus möglich gewesen war[20], schien nach dem Hannibalkrieg ausgeschlossen.

Zu einem entscheidenden Faktor in Scipios Friedenskonzept wurde schließlich das numidische Reich unter seinem Herrscher Massinissa. Diesem war es zwar 203 gelungen, an die Macht zu gelangen, er sah sich aber fortwährenden Anfeindungen durch numidische Stammesfürsten ausgesetzt. Diese relativ starken innenpolitischen Gegner konnten sich obendrein karthagischer Unterstützung sicher sein. Damit sollte für Rom ein steter Balanceakt beginnen, denn ebenso wie ein übermütiger Massinissa allzuleicht neue Kämpfe der römischen Verbündeten mit Karthago provozieren konnte, hätte eine empfindliche Schwächung des Numidenherrschers womöglich den Wegfall des entscheidenden afrikanischen Partners zur Folge gehabt.[21]

II. Der Friedensvertrag

1. Die wichtigsten Quellen

Jede Beschäftigung mit den römisch-karthagischen Kriegen hat mit dem Problem zu kämpfen, daß die überlieferte Historiographie aus der Feder romfreundlicher Schriftsteller stammt.[22]

a) Polybios von Megalopolis

An erster Stelle steht der griechische Politiker Polybios, der als Hipparch des achäischen Bundes im Verlaufe des Dritten Makedonischen Krieges, der Illoyalität bezichtigt, nach Rom kam, dort Anschluß an höchste Kreise gewann[23] und eine vierzigbändige Weltgeschichte der Jahre 246 bis 144 verfaßte. Sie wandte sich vornehmlich an die Politiker seiner Zeit, denen Polybios auf diese Weise Anleitungen und Fingerzeige zu vermitteln hoffte. Seine Geschichte sollte darlegen, mit welchen Schritten und auf welche Weise Rom zum Herrn der Welt[24] geworden sei. Polybios war um seriöse Darstellung in klarer, nüchterner Sprache bemüht und setzte sich damit bewußt von Landsleuten ab, die in ihren Werken mit rhetorischen und dramatischen Ausschmückungen nicht gespart hatten.[25] Mit dem Sieg über Hannibal, so sah es der achäische Historiker, habe Rom einen bedeutenden Schritt auf dem Wege zur Weltherrschaft getan. Damit mochte er dem Irrtum erliegen, die Geschehnisse zu sehr von ihrem Endpunkt aus zu betrachten.[26]

Völlige Neutralität bezüglich der Punischen Kriege war nicht von ihm zu erwarten, zumal er die Endphase des römisch-karthagischen Konflikts aus der Nähe miterlebte; dem Numiderfürsten Massinissa wird er noch persönlich begegnet sein. Roms Gegner Hasdrubal und Syphax stellte Polybios nicht eben als tollkühn dar[27], ein Überfall auf römische Gesandte zur Zeit des Waffenstillstandes verleiht Karthago den Anstrich von Heimtücke[28]. Scipio Africanus hingegen erscheint zumeist als geschickter Taktiker und Verhandler[29], als großmütig gegenüber karthagischen Gesandten und Spähern[30], als diszipliniert und beherrscht[31], als gerechter Richter eines am Wiederaufflammen des Krieges schuldigen Karthago[32] - als der Retter Roms im Zweiten Punischen Krieg[33]. Mehr noch als seine militärischen Fahigkeiten hätten die Gegner sein Verhandlungsgeschick gefürchtet.[34] Daneben war es wohl auch unerläßlich, Scipios Autorität gegenüber seinem Heer zu betonen[35] - denn schließlich war sein Gegenspieler ein Feldherr, dessen Soldaten lange Jahre in Feindesland ausgehalten hatten, ohne ernsthaft zu meutern. Daß Polybios dabei seine Hochachtung nicht auf alle römischen Soldaten ausdehnte, beweist immerhin seine Schilderung brutaler Vergehen an der galatischen Zivilbevölkerung[36] - dennoch muß er im ganzen als romfreundlicher Beobachter gelten.[37]

[...]


[1] Liv. XXX, 43.

[2] Vgl. R.M. Errington, The Dawn of Empire. Rome's Rise to World Power, Ithaca 1972, S. 124.

[3] Vgl. Arnold J. Toynbee, Hannibal's Legacy. The Hannibalic War's Effects on Roman Life. Bd. II: Rome and her Neighbours after Hannibal's Exit, London 1965, S. 10.

[4] Vgl. Errington, a.a.O., S. 125; Theodor Mommsen, Römische Geschichte, ND Essen o.J., S. 292; Hermann Bengtson, Grundriß der römischen Geschichte mit Quellenkunde, Bd. I: Republik und Kaiserzeit bis 284 n. Chr., München 31982 (HdAW Abt. 3, Teil 5), S. 112. Bengtson hält Toynbees, a.a.O., Befund mancherorts für "übertrieben". - Zur Finanzierung des Krieges: Thomas Pekáry, Die Wirtschaft der griechisch-römischen Antike, Wiesbaden 1976, S. 82/83. Die währungs- und wirtschaftlichen Probleme beschreibt Heinz Bellen, Grundzüge der römischen Geschichte, Teil 1: Von der Königszeit bis zum Übergang der Republik in den Prinzipat, Darmstadt 1994, S. 64/65.

[5] Hinweise bei Liv. XXII 9, 10; XXII 10, 2 u. 10; XXX 17, 6 u. 38, 8-9. - Vgl. Bengtson, a.a.O., S. 109, 113/114.

[6] Polyb. III 77, 6.

[7] Liv. XXII 61, 11.

[8] Zum Zustand des römischen Bundesgenossensystems im Krieg gegen Hannibal vgl. Errington, a.a.O., S. 127; Bengtson, a.a.O., S. 107, 112; Franz Miltner, Wesen und Gesetz römischer und karthagischer Kriegführung, in: Joseph Vogt (Hg.), Rom und Karthago. Ein Gemeinschaftswerk, Leipzig 1943, S. 203-261; hier: S. 237-239.

[9] Vgl. Miltner, a.a.O., S. 223.

[10] Liv. XXIX 15, 6. - Vgl. zu den Disziplinarmaßnahmen gegen Bundesgenossen ferner: Errington, a.a.O., S. 126; Toynbee, a.a.O., S. 109, 115-121.

[11] Vgl. Jochen Bleicken, Die Verfassung der Römischen Republik. Grundlagen und Entwicklung, Paderborn u.a. 61993 - künftig zitiert: "Verfassung" - , S. 80/81.

[12] Etwa im Falle des Q. Fabius Maximus: Liv. XXIII 31, 9 u. 14. - Vgl. auch Bengtson, a.a.O., S. 112.

[13] Die innenpolitischen Verschiebungen werden unterschiedlich beurteilt: Sieht Errington, a.a.O., S. 127/128, den Senat zu einer herausragenden Position in der Außen- und Finanzpolitik gelangen, so steht für Bengtson, a.a.O., S. 112, der Aufstieg einzelner Persönlichkeiten aus dem Ritterstand zu bislang ungeahnter Macht im Vordergrund.

[14] Vgl. zu Scipios ungewöhnlicher Karriere: William V. Harris, War and Imperialism in republican Rome 327-70 B.C., Oxford 1979, S. 12, 17, 27, 30-32, sowie Karl Christ, Hannibal und Scipio Africanus, in: Kurt Fassmann u.a. (Hg.), Die Großen der Weltgeschichte. Eine Enzyklopädie, München 1971, S. 771-783; wiederabgedruckt in: Karl Christ, Römische Geschichte und Wissenschaftsgeschichte, Bd. I: Römische Republik und Augusteischer Principat, Darmstadt 1982, S. 1-15 - künftig zitiert hiernach: "Hannibal und Scipio"; hier: S. 11-13.

[15] So Howard H. Scullard, Roman Politics 220-150 B.C., Oxford 1951, S. 75/76. - In vielerlei Hinsicht läßt sich über die Motive Scipios zum Aufbruch nach Afrika nur spekulieren: so auch, ob es etwa die Aussicht auf Kriegsbeute war, die für die Römer generell von großem Reiz war, vgl. Harris, a.a.O., S. 76-79. - Wilhelm Hoffmann, Die römische Politik des zweiten Jahrhunderts und das Ende Karthagos, in: Historia 9 (1960), S. 309-344; wiederabgedruckt in: Richard Klein (Hg.), Das Staatsdenken der Römer, Darmstadt 1980 (Wege der Forschung 46), S. 178-230 - künftig zitiert hiernach: "Römische Politik" - ; hier: S. 191, kann den Quellen bis weit ins zweite Jahrhundert hinein "noch nichts von einem Nationalhaß gegen Karthago" entnehmen.

[16] Die innerrömischen Auseinandersetzungen schildert Scullard, a.a.O., S. 76-83.

[17] Diese Prinzipien faßt Hoffmann, Römische Politik, S. 191/192, zusammen.

[18] Die Bedeutung dieser Überlegung für die römische Politik betont Wilhelm Hoffmann, Karthagos Kampf um die Vorherrschaft im Mittelmeer, in: ANRW I, 1, S. 341-363 - künftig zitiert: "Karthagos Kampf"; hier: S. 358.

[19] Vgl. Toynbee, a.a.O., S. 7 sowie Scullard, a.a.O., S. 90.

[20] Christ, Hannibal und Scipio, S. 4-6, betrachtet das barkidische Engagement bis in die Zeit Hannibals hinein als nicht gegen Rom gerichtet und untermauert dies u.a. mit dem Hinweis, ein aggressiver Barkidenstaat hätte den Galliereinfall in Italien 225 keinesfalls ungenutzt verstreichen lassen. Die Frage läßt sich kaum entscheiden, zumal nicht einmal darüber Einigkeit besteht, ob Rom mit einem Einfall karthagischer Truppen über die Alpen überhaupt rechnen mußte. - Zu recht betont Christ allerdings, daß Hannibals Schwur, den Römern niemals Freund - und nicht etwa ausdrücklich Feind - zu sein (Polyb. III 11, 7), vielfach überbewertet wird.

[21] Noch im Kriege hatte Hannibal auf die Unterstützung numidischer Territorialfürsten zählen können: Polyb. XV 3, 5-7. - Zur Rolle Massinissas im römischen Konzept vgl. Hoffmann, Römische Politik, S. 206/207, sowie Hoffmann, Karthagos Kampf, S. 360. Umgekehrt gab es auch in Karthago eine wenn auch kleine, so doch Massinissa wohlgesonnene Parteiung: App. Lib. 68, 304 u. 70, 316.

[22] Vgl. Walter Ameling, Das Problem des karthagischen Staates, in: HZ 257 (1993), S. 109-131 - künftig zitiert: "Problem"; hier: S. 112/113. - Zu den Quellen im allgemeinen vgl. Bengtson, a.a.O., S. 97/98.

[23] Polyb. XXXII 9.

[24] Polyb. III 3, 9.

[25] Heftig kritisiert Polybios in XII 25 a bis 28 a manche seiner schreibenden Kollegen. - Zu seiner Arbeitsweise auch Konrat Ziegler, Art. Polybios, in: KlP 4, 1972, Sp. 983-991, hier: Sp. 988/989. Harris, a.a.O., S. 7, geht davon aus, daß sich Polybios eingedenk der Tatsache, daß sich Senatsdebatten kaum von Außenstehenden rekonstruieren ließen, mit einer Erkundung der "substance of some senatorial debates" begnügt habe.

[26] So die Kritik von Dieter Flach, Der sogenannte römische Imperialismus, in: HZ 222 (1976), S. 1-42 - künftig zitiert: "Sog. römischer Imperialismus"; hier: S. 1-3.

[27] Polyb. XIV 5, 5-7 bescheinigt Hasdrubal, beim römischen Überfall auf das numidisch-karthagische Heerlager nur an seine eigene Sicherheit gedacht zu haben, während Polyb. XIV 8, 14 die ungefährdete Heimkehr Syphax' nach der Schlacht auf den Großen Feldern schildert, die er dem Opfer der Keltiberer zu verdanken habe.

[28] Polyb. XV 2. - Die Authentizität dieser Angabe bezweifelt Hermann Tränkle, Livius und Polybios, Basel-Stuttgart 1977, S. 236-238: Polybios' Darstellung basiere hier (wie auch die des Livius) auf einem unbekannten karthagofeindlichen Schreiber. - Bengtson, a.a.O., S. 111, hält die Schilderung hingegen für glaubhaft und führt sie auf Angaben scipionischer Berater gegenüber Polybios zurück.

[29] Polyb. XIV 1, 13 beschreibt das Einschleusen römischer Experten ins karthagische Lager, Polyb. XIV 2 die hinhaltende Verhandlungstaktik Scipios.

[30] Polyb. XV 4, 7-9 betont die milde Behandlung der karthagischen Delegation durch Scipio ungeachtet eines angeblichen karthagischen Überfalls auf einen römischen Gesandten.

[31] Polyb. X 19, 3-7.

[32] So im Verlauf der letzten Verhandlungen vor der Schlacht von Zama: Polyb. XV 8, 9-12.

[33] Polyb. XVI 23, 1-4.

[34] Polyb. XI 24 a, 4.

[35] Dies tut Polybios ausführlich in XI 25 u. 28-30, wo er eine souveräne Niederschlagung der Meuterei in Spanien schildert.

[36] Polyb. XXI 38.

[37] Zu Polybios vgl. im übrigen: Jochen Bleicken, Geschichte der Römischen Republik, München 31988 (Oldenbourg Grundriß der Geschichte 2) - künftig zitiert: "Geschichte" - , S. 226; Karl Christ, Römische Geschichte. Einführung, Quellenkunde, Biographie, Darmstadt 31980 (Die Altertumswissenschaft) - künftig zitiert: "Römische Geschichte" - , S. 47/48; Dieter Flach, Einführung in die römische Geschichtsschreibung, Darmstadt 21992 (Die Altertumswissenschaft) - künftig zitiert: "Einführung" - , S. 52-54.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Eine Politik der Machtbalance. Der Friedensvertrag zwischen Rom und Karthago
Untertitel
Aus Sicht des Siegers am Ende des Zweiten Punischen Krieges
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Altertumskunde)
Veranstaltung
Hauptseminar "Rom und Karthago"
Note
1,3
Autor
Jahr
1996
Seiten
22
Katalognummer
V303214
ISBN (eBook)
9783668015562
ISBN (Buch)
9783668015579
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rom, Karthago, Hannibal, Scipio, Punische Kriege, Zweiter Punischer Krieg, Römisches Reich, Numidien, Zama
Arbeit zitieren
Michael Kuhlmann (Autor), 1996, Eine Politik der Machtbalance. Der Friedensvertrag zwischen Rom und Karthago, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303214

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