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Alternative Geschäftsmodelle im Finanzsektor als Konkurrenz traditioneller Banken

Eine Systematisierung

Title: Alternative Geschäftsmodelle im Finanzsektor als Konkurrenz traditioneller Banken

Master's Thesis , 2014 , 87 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nina Katharina Wolf (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Würde man in der Bankenbranche nach einem „Wort des Jahres“ suchen, so stieße man mit dem Begriff "Geschäftsmodell" schnell auf ein aktuell in der Bankenpresse viel zitiertes Wort. Das von allen Seiten aufkommende Interesse an den Geschäftsmodellen der Banken basiert nicht zuletzt auf der gespannten Haltung der Finanzmarkteilnehmer, wie die traditionellen Finanzhäuser auf den vielseitigen Wandel in der Branche durch Anpassung ihrer Geschäftstätigkeit reagieren.
In nahezu allen Bereichen der klassischen Banktätigkeit haben sich alternative, eigenständige Geschäftsmodelle im Finanzsektor entwickelt, die die traditionellen Institute im Kampf um den Kunden herausfordern. Und auch die verschärfte nationale und europäische Bankenregulierung sowie die Finanzmarktkrise haben traditionelle Banken dazu veranlasst, die Zukunftsfähigkeit ihres Geschäftsmodells zu überdenken.
Der digitale Wandel, wie er schon im Verlagswesen und im Handel zu beobachten war, macht auch vor der Finanzbranche keinen Halt. Zweifelsohne hat sich durch die Entwicklung des Internets ein radikaler Wandel in nahezu allen Bereichen des Finanzalltags vollzogen. So ist das Zahlen mit der Kreditkarte beim Obsthändler auf dem Wochenmarkt per Smartphone-Aufsatz möglich; Kredite können bequem per Mausklick abgeschlossen werden; Beratungsleistungen werden durch die Community erbracht; und auch die Akquirierung von Eigenkapital in kurzer Zeit von einer anonymen Masse für ein Start-up-Unternehmen ist längst keine Zukunftsvision mehr.
“Banking is necessary, banks are not.” Mit diesem Zitat provozierte Bill Gates bereits im Jahre 2000 und sagte dem Finanzsektor aufgrund der Entwicklung des Internets einen radikalen Wandel voraus. Durch die Herausbildung von Online-Finanzdienstleistern, deren Lösungsangebote sich nahtlos in den digitalen Alltag der Kunden integrieren, scheint dieses Zitat aktuelle Brisanz zu erlangen.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die alternativen Geschäftsmodelle dieser Branche systematisch darzustellen und zu überprüfen, ob die traditionellen Bankgeschäfte tatsächlich ohne die Institution Bank als solche abgewickelt werden können. Fraglich ist daher, ob die Herausbildung der neuen Akteure zu einer Verdrängung der Banken, also einer Disintermediation führt, oder ob diese eher eine Inspiration für die Banken von morgen sein können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Ziele der Arbeit

1.2 Gang der Untersuchung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Das Geschäftsmodell

2.1.1 Definition und Funktion von Geschäftsmodellen

2.1.2 Analyserahmen zur Gestaltung von Geschäftsmodellen

2.1.2.1 Market-based View

2.1.2.2 Resource-based View

2.1.3 Elemente von Geschäftsmodellen

2.1.3.1 Selbstverständnis, Rahmenbedingungen und Ressourcen

2.1.3.2 Wertschöpfungsidee

2.1.3.3 Wertschöpfungsarchitektur

2.1.3.4 Wertschöpfungsergebnis

2.2 Funktionen und Charakteristika traditioneller Banken

2.2.1 Banken als Intermediäre

2.2.2 Funktionen und Charakteristika von Banken

3 Entwicklung alternativer Geschäftsmodelle im Finanzsektor

3.1 Herausbildung innovativer alternativer Geschäftsmodelle im Finanzsektor – Ursachen und Konsequenzen

3.1.1 Online-Bezahlsysteme – Wettbewerb für den traditionellen Zahlungsverkehr

3.1.1.1 Das Geschäftsmodell von Online-Bezahlsystemen

3.1.1.2 Chancen und Risiken von Online-Bezahlsystemen im Vergleich zu traditionellen Banken

3.1.2 Peer-to-Peer-Lending – Konkurrenz in der klassischen Kreditvergabe

3.1.2.1 Das Geschäftsmodell von Peer-to-Peer-Lending-Plattformen

3.1.2.2 Chancen und Risiken von Peer-to-Peer-Lending im Vergleich zu traditionellen Banken

3.1.3 Crowdfunding – Wagnisfinanzierung durch den Schwarm

3.1.3.1 Das Geschäftsmodell von Crowdinvesting-Plattformen

3.1.3.2 Chancen und Risiken von Crowdinvesting-Plattformen im Vergleich zu traditionellen Wagniskapitalgebern

3.1.4 Sonstige alternative Modelle – Vermittlung, Verwaltung & Beratung

3.1.4.1 Ausgewähltes Beispiel – Das Geschäftsmodell der Fidor Bank

3.1.4.2 Chancen und Risiken im Vergleich zu traditionellen Banken

3.1.5 Zwischenfazit – Eine systematische Übersicht

3.2 Reaktionsmöglichkeiten und Handlungsoptionen für traditionelle Banken im Umgang mit Wettbewerbern

3.2.1 Kooperation zwischen Banken und Innovatoren

3.2.2 Banken als Innovatoren

4 Fazit

5 Summary

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die systematische Darstellung alternativer Geschäftsmodelle im Finanzsektor sowie die Untersuchung, ob traditionelle Bankgeschäfte ohne die Institution Bank abgewickelt werden können, wobei insbesondere die Konkurrenzsituation zwischen neuen Online-Finanzdienstleistern und etablierten Bankhäusern analysiert wird.

  • Analyse theoretischer Grundlagen von Geschäftsmodellen und deren Komponenten.
  • Untersuchung der Funktionen traditioneller Banken im Finanzsystem.
  • Systematische Einordnung und Bewertung innovativer Finanzdienstleister (Online-Bezahlung, Peer-to-Peer-Lending, Crowdfunding).
  • Diskussion von Chancen, Risiken und Konkurrenzpotenzial für traditionelle Bankinstitute.
  • Evaluierung strategischer Handlungsoptionen für Banken im Umgang mit neuen Wettbewerbern (Kooperation vs. Innovation).

Auszug aus dem Buch

3.1.1.1 Das Geschäftsmodell von Online-Bezahlsystemen

Da es sich bei dem Selbstverständnis um eine unternehmensindividuelle Variable handelt, lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen darüber treffen. Daher werden an dieser Stelle exemplarisch die Selbstverständnisse führender Bezahlsysteme betrachtet.

Die Bezahldienste verstehen sich also als kompetenter Lösungsanbieter für die sichere und komfortable Zahlungsabwicklung im Online-Handel, deren Leitmotiv es ist, dem Kunden durch ihr Lösungsangebot einen Mehrwert gegenüber traditionellen Bezahlmethoden anzubieten.

Zunächst werden die ökonomischen Rahmenbedingungen betrachtet, da sich der Markt für Zahlungsdienste durch einige ökonomische Besonderheiten auszeichnet. Neben den Skalen- und Verbundeffekten ist im Zahlungsverkehr noch die Bedeutung von Netzwerkeffekten und -externalitäten zu nennen. Hierbei steigt der Nutzen eines Geschäftsmodells für den einzelnen Teilnehmer mit der Anzahl der Gesamtteilnehmer. Mit steigender Anzahl wird sich auch die Akzeptanz des Zahlungsdienstes erhöhen und damit der Nutzen für alle Teilnehmer. Der Wert eines Zahlungssystems ergibt sich daher aus der Anzahl von Nutzern sowohl auf Händler- als auch auf Kundenseite.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel in der Bankenbranche durch die Digitalisierung und definiert das Ziel der Arbeit, alternative Geschäftsmodelle zu systematisieren und deren Konkurrenzpotenzial zu bewerten.

2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erarbeitet das theoretische Konstrukt des Geschäftsmodells sowie die Funktionen traditioneller Banken, um eine Basis für die anschließende Analyse der neuen Akteure zu schaffen.

3 Entwicklung alternativer Geschäftsmodelle im Finanzsektor: Hier werden innovative Modelle wie Online-Bezahlsysteme, P2P-Lending und Crowdfunding systematisch analysiert und deren Auswirkungen sowie Reaktionsmöglichkeiten für traditionelle Banken diskutiert.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass neue Anbieter zwar Nischen effizient besetzen, traditionelle Banken jedoch durch Synergien und Kooperationen ihre Marktposition behaupten können.

5 Summary: Das Kapitel bietet eine englischsprachige Zusammenfassung der zentralen Untersuchungsergebnisse der Arbeit.

Schlüsselwörter

Geschäftsmodell, Banken, Finanzsektor, Online-Bezahlsysteme, Peer-to-Peer-Lending, Crowdfunding, Crowdinvesting, Disintermediation, Finanzinnovation, Wettbewerb, Wertschöpfung, Digitaler Wandel, Bankregulierung, Risikomanagement, Intermediäre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel der Finanzbranche durch neue, digitale Geschäftsmodelle und deren Wettbewerbseinfluss auf traditionelle Banken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die theoretischen Grundlagen von Geschäftsmodellen, die Rolle traditioneller Banken sowie die Analyse spezifischer innovativer Sektoren wie Online-Bezahldienste, P2P-Kreditvergabe und Crowdinvesting.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die systematische Einordnung der neuen Akteure und die Klärung der Forschungsfrage, ob traditionelle Bankdienstleistungen durch diese neuen Modelle vollständig substituiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse angewandt, die auf Literaturrecherche und der Anwendung etablierter strategischer Analyserahmen wie dem Market-based View und dem Resource-based View basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Geschäftsmodellen, die Darstellung der Funktionen traditioneller Banken und die detaillierte Untersuchung alternativer Modelle sowie deren Chancen und Risiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Geschäftsmodell, Finanzsektor, Digitaler Wandel, Disintermediation, Peer-to-Peer-Lending, Crowdfunding und Wettbewerb.

Welche Rolle spielt die Fidor Bank als Fallbeispiel?

Die Fidor Bank dient als Beispiel für eine "Web 2.0-Bank", die innovative Geschäftsmodellansätze und Community-Aspekte integriert und sowohl mit Direkt- als auch Filialbanken konkurriert.

Welche Bedeutung haben "Henne-Ei-Probleme" für Online-Bezahlsysteme?

Sie beschreiben die Notwendigkeit, gleichzeitig eine kritische Masse an Händlern und Kunden zu gewinnen, um ein zweiseitiges Marktmodell erfolgreich zu etablieren.

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Details

Title
Alternative Geschäftsmodelle im Finanzsektor als Konkurrenz traditioneller Banken
Subtitle
Eine Systematisierung
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,7
Author
Nina Katharina Wolf (Author)
Publication Year
2014
Pages
87
Catalog Number
V303218
ISBN (eBook)
9783668013551
ISBN (Book)
9783668013568
Language
German
Tags
Geschäftsmodell Banken Fintech Social Banking traditionelles Banking Crowdfunding Peer-to-Peer Lending Online-Bezahlsystem PayPal Fidor Bank
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Katharina Wolf (Author), 2014, Alternative Geschäftsmodelle im Finanzsektor als Konkurrenz traditioneller Banken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303218
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