Neptunbrunnen der Renaissance in Deutschland und Italien. Die Darstellung der Sagen und Mythen um Poseidons Gefolge


Referat (Ausarbeitung), 2014
16 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Neptun/Poseidon

3. Neptunbrunnen in Nürnberg

4. Neptunbrunnen in Bologna

5. Neptunbrunnen in Dresden

6. Neptunbrunnen in Florenz

7. Zusammenfassung

8. Quellen

9. Bildnachweis

Abbildungsverzeichnis

1. Neptunbrunnen in Nürnberg

2. Triton mit Hippokampoi 1

3. Triton mit Hippokampoi 2

4. Nereide o. Najade 1

5. Nereide o. Najade 2

6. Putte mit Delphin

7. Putte mit Drachen

8. Putte mit Seelöwe

9. Kleiner Triton mit Muschelhorn

10. Neptunbrunnen in Bologna

11. Laktierende Nereide

12. Putten mit Delphinen

13. Mittelgruppe Neptunbrunnen in Dresden

14. Amphritite und Nereide

15. Zephyros und Triton

16. Vase des Neptunbrunnens

17. Neptunbrunnen in Florenz

18. Gesicht des Neptun (Cosimo I)

19. Alter Triton

20. Junger Triton

21. Nereide

22. Satyr

23. Faun

1. Einleitung

Poseidon/Neptun ist der Gott des Meeres. Er ist der Sohn des Kronos und der Rhea sowie der Bruder der Hestia, Demeter, Hera sowie des Hades und Zeus. Mit seinem Dreizack beherrscht er die wogenden Wassermassen, aber er wird auch der Erderschütterer und Pferdebändiger genannt. Zu seinem Gefolge gehören Geschöpfe des Meeres, darunter Tritonen, Nereiden und Seeungeheuer, aber auch die Tiere des Meeres, wie Delphine, Seelöwen und Hippokampi. Durch seinen ungestümen Charakter, der die größten Mächte in kürzester Zeit entfesseln kann, aber auch mit einem Blick wieder den Frieden bringen kann, ist er für die Menschen ein Symbol der Macht, des Friedens und wurde vor allem von Seefahrern besänftigend angebetet. Darum fand er in vielen künstlerischen Darstellungen hohe Beachtung, besonders naheliegend sind jedoch Brunnendarstellungen, auf Grund der Nähe zum Element. In dieser Teilverschriftlichung des Refrats zum Thema: „Neptun/Poseidon und sein Gefolge vorgestellt anhand von vier monumentalen Brunnen des Barock und der Renaissance aus Deutschland und Italien“, soll gezeigt werden, welche mythologischen Persönlichkeiten zu Poseidons Gefolge gehören und ihre Sagen und Mythen in einen Zusammenhang gebracht werden. Dies soll anhand der Betrachtung von vier monumentalen Brunnenanlagen geschehen. Dafür wurden die zwei italienischen Brunnen in Florenz und Bologna, sowie die zwei deutschen Brunnen in Dresden und Nürnberg ausgewählt. Zur verwendeten Literatur zählt hauptsächlich Herbert Jennings Roses: „Griechische Mythologie“, Otto Seemanns: „Mythologie der Griechen und Römer“ und Angelo Walthers: „Von Göttern, Nymphen und Heroen. Die Mythen der Antike in der bildenden Kunst“

2. Neptun/Poseidon

Am Anfang war das Chaos, aus diesem entstanden Gaia (die Erde), Eros (die Liebe), Tartaros (die Unterwelt), Erebos (die Finsternis) und Nyx (die Nacht). Aus der Erde wurden Pontos (das Meer) und Uranos (der Himmel) geboren. Dann „vermählte sich die Erde mit dem Himmel und brachte den Okeanos mit seinen tiefen Strudeln hervor, ferner Koios, Krios, Hyperion, Iapetos, Theia, Rhea, Themis, Mnemosyne, die goldbekränzte Phoib und die liebliche Tethys. Als letzter nach diesen, wurde der starke Kronos geboren.“[1] Dies sind die 12 Titanen, außerdem wurden noch 3 Kyklopen und 3 Hundertarmige geboren. Kronos und Rhea gebaren dann Hestia, Demeter, Hera, Hades, Poseidon und Zeus. Es wurde Kronos verkündet, dass seine Kinder ihn überwältigen würden, weshalb er sie verschlang. „Als Rhea aber ihr jüngstes Kind, Zeus, gebar verbarg sie es und gab seinem Vater stattdessen einen in Windeln gewickelten Stein.“[2] So wurde es Zeus ermöglich aufzuwachsen und schließlich seinen Vater zu besiegen und seine Geschwister zu retten. Durch diese Tat hat sich Zeus die Herrschaft erkämpft. Poseidon fällt das Herrschaftsgebiet des Meeres zu und Hades das der Unterwelt. „Poseidon verdankt also die Herrschaft über das Meer und die Meeresgötter seinem Bruder und ist ihm deshalb unterthänig. Sein gewöhnlicher Aufenthalt ist nicht der Olymos, sondern die Tiefe des Meeres, wo er in der Nähe der Insel Aegae (...) einen goldenen Palast bewohnt.“[3] Eine andere Sage besagt, dass die Herrschaftsbereiche unter den Brüdern ausgelost wurden. Poseidon erscheint meist auf seinem Wagen mit seinen beiden Wunderrossen mit goldener Mähne, die Rosse Xantos und Balios, die er Achills Vater Peleus als Hochzeitsgabe schenkte. Zu Zeiten Homers ist die Wagenfahrt eine adlige Form. Poseidons Natur liegt im Grunde zwischen der von Zeus und Hades. Neben Zeus ist Poseidon dunkel und länger mit Tierformen verbunden, doch ist er nicht so dunkel wie Hades, der die Unterwelt beherrscht und den Gegensatz zu Zeus darstellt. Darum eignet sich der Herrschaftsbereich des Meeres für Poseidon wohl am besten. Das Zeichen seiner Macht ist der Dreizack. „Ungestüm und gewaltthätig ist er wie das Element, das er vertritt. Wenn er mit seinem Dreizack, dem Abzeichen seiner Herrscherwürde, in das Meer stößt, so erheben sich die Wogen mit Ungestüm, zerschmettern die Schiffe und überfluten weithin das Land. Ebenso vermag er Erdbeben zu erregen, Felsen zu stürzen und Inseln aus der Tiefe sich erheben zu lassen. Aber es genügt auf der andern Seite auch ein Wort oder Blick von ihm, um den wildesten Sturm zum Schweigen zu bringen.[4] Zu seinen kennzeichnenden Tieren gehören Pferde und Delphine. Ebenso wie Zeus, hat auch Poseidon unzählige Liebesaffären, doch im Gegensatz zu Zeus Söhnen sind Poseidons oft Ungeheuer, so zum Beispiel der einäugige Riese Polyphemos. So entstanden beispielsweise auch die bekannten Wunderrosse Areion und Pegasus. Areion entstand, als Demeter auf der Suche nach ihrer Tochter Persephone war und Poseidon sie dann mit seinem Liebesverlangen verfolgte. Sie verwandelte sich in eine Stute und versteckte sich unter anderen Pferden. Poseidon jedoch durchschaute dies und verwandelte sich in einen Hengst, vereinigte sich mit ihr und sie gebar Areion. Pegasus entstand aus der Verbindung Poseidons mit Medusa, als diese von Perseus enthauptet wurde, war sie schwanger und Pegasus entsprang aus ihrem Rumpf. Poseidons Gemahlin ist Amphritite. Gaia und Pontos zeugten die Kinder Eurybia, Nereus, Thaumas, Phorkys und Keto. Die Titanen Okeanos und Thetys zeugten 3000 Okeaniden darunter Doris. Nereus und Doris zeugten dann 50 Nereiden, darunter Thetis die Mutter des Achilleus und Amphritide. Amphritide und Poseidon zeugten die Töchter Benthesikyme und Rhode sowie den Sohn Triton. Triton tritt mal in der Einzahl und mal in der Mehrzahl auf, erlebt zusammen mit Poseidon und Amphritite im Palast am Boden des Meeres. Er ist halb Fisch und halb Mensch und trägt meist ein Muschelhorn. „Amphritrite wurde von ihrem Gebieter Poseidon selbst zur Gemahlin begehrt. Sie floh vor ihm zu Atlas, dem Sohn des Titanen Iapenos und Bruder des Prometheus, der von Zeus verurteilt worden war, den Himmel auf seinen Schultern zu tragen. Ein kluger Delphin, das Poseidon heilige Tier und von ihm als Kundschafter ausgesandt, spürte Amphritite auf und bewog sie zur Rückkehr und zur Unterredung mit Poseidon. Dieser konnte sie schließlich doch zur Frau gewinnen, und sie gebar ihm den Triton, der von den Hüften an fischleibig war und das Muschelhorn und wie sein Vater die dreizackige Harpune mit sich führte. Mit einem stattlichen Gefolge von Nereiden und Tritonen fuhr Amphritite im Muschelwagen triumphierend über das Meer.“[5] Neben Triton oder auch Tritonen zählen auch die Nereiden zu Poseidons Gefolgen nicht zu verwechseln mit den Okeaniden, mit denen sie oft gleichgesetzt werden. Nereiden sind Nymphen des Meeres und stammen von Doris und Nereus ab, während die Okeaniden von Okeanos und Thetys abstammen.

3. Neptunbrunnen in Nürnberg

Das Original dieser größten barocken Brunnenanlage nördlich der Alpen wurde 1660 von Georg Schweigger und Christoph Ritter entworfen und bis 1668 von Wolfgang Hieronymus Herold gegossen. Nach dem 30jährigen Krieg, sollte dieser Brunnen ein Symbol des Friedens sein. Durch hohe Verschuldungen der Stadt, musste der Brunnen 1797 an Zar Paul I verkauft werden, ohne dass er jemals in Betrieb genommen wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurden von dem Brunnen Abdrücke gefertigt und ab 1902 stand der Neptunbrunnen dann im Hauptpark. Da der Stifter Ludwig Gerngros Jude war, wurde der Brunnen 1934 mit der Begründung, dass er die Reichsparteitage behindere, von den Nationalsozialisten entfernt. Das Original, durch die Wehrmacht erbeutet, befand sich wieder in Nürnberg. Heute steht der restaurierte Abguss des Neptunbrunnens im Nürnberger Stadtpark.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Neptunbrunnen in Nürnberg

Poseidon/Neptun hat hier auf diesem Brunnen eine sehr friedliche Haltung. Diese könnte man interpretieren als geglättete Wogen, zumal dieser Brunnen ein Friedenssymbol sein soll. Poseidon als Gott des Meeres steht oben auf und überblickt alles, während sich sein Gefolge um ihn herum sammelt. Dazu gehören zum Beispiel zwei Tritonen, die auf Hippokampoi reiten. Hippokampoi sind Meereswesen, deren Gestalt halb Pferd und halb Fisch sind.

[...]


[1] Rose, Herbert Jennings: Griechische Mythologie. München: Beck 1955 S.14

[2] Rose, Herbert Jennings: Griechische Mythologie. München: Beck 1955 S.38

[3] E.A. Seemann S. 135

[4] Seemann, Otto: Mythologie der Griechen und Römer. 4. Aufl. Leipzig: E. A. Seemann 1895 S.135

[5] Walther, Angelo: Von Göttern, Nymphen und Heroen. Die Mythen der Antike in der bildenden Kunst. Leipzig: Leipzig 1993 S.13/14

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Neptunbrunnen der Renaissance in Deutschland und Italien. Die Darstellung der Sagen und Mythen um Poseidons Gefolge
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Ikonografie – Antike Götter und Mythen
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V303264
ISBN (eBook)
9783668031739
ISBN (Buch)
9783668031746
Dateigröße
1239 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neptun, Poseidon, Barock, Renaissance, Brunnen, Ikonografie, Antike, Götter, Mythen, Deutschland, Italien, Monumente, Gefolge
Arbeit zitieren
Luise Seemann (Autor), 2014, Neptunbrunnen der Renaissance in Deutschland und Italien. Die Darstellung der Sagen und Mythen um Poseidons Gefolge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303264

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