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Integration und Desintegration in der Stadt

Title: Integration und Desintegration in der Stadt

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Benjamin Klimaschewski (Author)

Sociology - Habitation and Urban Sociology
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Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit den Phänomenen der Integration und Desintegration in der Stadt. Zu einer Zeit des wirtschaftlichen Wachstums erfüllte die Stadt die Funktion einer Integrationsmaschine, da sie der Ort war, in dem sich der Stadtbewohner durch die funktionale Einbindung vor allem in den Arbeitsmarkt als Teilhaber einer aufwärtsgerichteten Bewegung verstand. Ungleichheiten in den sozialen Lagen führten, was die Schwächsten angeht, nicht zu einem Ausschluß aus der Gesellschaft, sondern waren „Differenzen in der Einheit“ (Häußermann 1998, S. 158), die nicht als endgültig und unabänderlich wahrgenommen wurden. An der Schwelle zum 21. Jahrhundert hat sich das Bild verändert. Ein v.a. ökonomischer Wandel hat Konflikte evoziert, die in den Städten überdeutlich werden. Die Stadt ist vom Ort des persönlichen Aufstiegs und des sozialen Miteinander zum Ort des Kampfes um die materielle Existenz, der politischen Ohnmacht und der mangelhaften sozialen Einbindung geworden. Diese Arbeit versucht zum einen darzustellen, welche Formen der Integration eine Stadt leisten kann, zum anderen und vor allem aber befaßt sie sich mit den Gründen und den Folgen von desintegrativen Vorgängen, die eine Entwicklung forcieren, die aus der Stadt als Integrationsmaschine einen Ort der Bedrohung, Unfreiheit und Ausgrenzung werden läßt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formen der Integration

2.1 politisch-rechtliche Integration

2.2 ökonomische Integration

2.3 kulturell-normative Integration

3. Was verhindert Integration ?

3.1 kommunalpolitisch

3.2 ökonomisch

4. Konsequenzen von Desintegration

4.1 Segregation

4.2 Degeneration des öffentlichen Raumes

4.3 politischer Partikularismus

5. Als Fazit: Ist die Stadt (noch) eine Integrationsmaschine ?

6. Literaturliste

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Stadt als sogenannte „Integrationsmaschine“ im Kontext ökonomischer und gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Ziel ist es, sowohl die Mechanismen städtischer Integration als auch die Ursachen und Folgen zunehmender Desintegrationserscheinungen zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, inwiefern die Stadt heute noch in der Lage ist, ihre Bewohner sozial einzubinden.

  • Formen und Bedingungen politisch-rechtlicher, ökonomischer und kulturell-normativer Integration.
  • Die Auswirkungen von kommunalpolitischen Entscheidungen und globalen ökonomischen Zwängen auf die städtische Integrationsleistung.
  • Phänomene der Desintegration, insbesondere Segregation, Degeneration des öffentlichen Raums und politischer Partikularismus.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem Wandel der Stadt vom Ort des sozialen Aufstiegs hin zu einem Raum der Ausgrenzung und Bedrohung.

Auszug aus dem Buch

4.2 Degeneration des öffentlichen Raums

Die Existenz von öffentlichen Räumen, in denen sich Stadtbewohner „frei und unbeobachtet“ bewegen und begegnen können ist ein Merkmal einer lebenswerten Stadt.

Der öffentliche Raum in einer Stadt ist gekennzeichnet dadurch, daß er von jedem Stadtbewohner zu gleicher Zeit und zu unterschiedlichen Zwecken betreten werden kann. Im idealtypischen Falle gewähren offene Systeme in diesen Räumen eine partiale Integration, d.h. Menschen begegnen sich in ihnen unter Einhaltung formaler Regeln des Umgangs mit einer „distanziert anerkennender Gleichgültigkeit“, unterliegen weder einer umfassenden sozialen Kontrolle, noch dem Zwang spontane Bindungen irgendeiner Art einzugehen (Bahrdt 1961, S. 87). Ist dieser freie Raum durch Inbesitznahme eines abhängigen Akteurs oder einer auf bestimmte Ziele ausgerichteten Gruppe nicht mehr im Besitz der Allgemeinheit, so reduziert sich seine integrative Funktion in der Art, daß er seinen neutralen Charakter verliert und von nun an einen in bestimmter Weise gefärbten Einfluß auf seine Besucher ausübt.

Eine Aneignung öffentlicher Räume geschieht meistens symbolisch, kann aber auch baulich oder ordnungspolitisch fortgesetzt werden. In der stadtsoziologischen Debatte besteht weitgehende Einigkeit darüber, daß öffentliche Räume zunehmend degeneriert werden. Jüngste Entwicklungen deuten darauf hin, daß öffentliche Räume wie Parks, das Umfeld von Haltestellen des ÖPNV oder bestimmte Wohngebiete immer öfter als Angst- und Gefahrenräume empfunden werden (Göschel 1998). Die Angst basiert in der Regel auf der Existenz von Fremdem und fremden Lebensstilen, auf all jenem, was sich nonkonform zur dominierenden Lebensform verhält. Dieser Empfindung folgt eine symbolische Aneignung dieses Raumes, die ein Weiterbestehen des vermeintlich Bedrohlichen nicht mehr zuläßt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der städtischen Integrationsleistung und den Wandel der Stadt von einer „Integrationsmaschine“ hin zu einem Ort der Desintegration.

2. Formen der Integration: Darstellung der drei Säulen politisch-rechtlicher, ökonomischer sowie kulturell-normativer Integrationsmechanismen in der Stadt.

3. Was verhindert Integration ?: Analyse der kommunalpolitischen und ökonomischen Hindernisse, die eine gelungene städtische Integration zunehmend untergraben.

4. Konsequenzen von Desintegration: Untersuchung der Folgen mangelnder Integration, insbesondere durch Segregation, den Verlust öffentlicher Räume und politische Partikularisierung.

5. Als Fazit: Ist die Stadt (noch) eine Integrationsmaschine ?: Kritische Bilanz zur aktuellen Fähigkeit der postindustriellen Stadt, gesellschaftliche Inklusion zu leisten.

6. Literaturliste: Auflistung der im Text verwendeten Quellen und weiterführender Literatur.

Schlüsselwörter

Stadtentwicklung, Integration, Desintegration, Integrationsmaschine, Segregation, öffentlicher Raum, Kommunalpolitik, soziale Ungleichheit, Partizipation, Stadtgesellschaft, ökonomischer Wandel, Wohlfahrtsstaat, Ausgrenzung, Stigmatisierung, Stadtbürger.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Stadt als Integrationsinstanz für ihre Bewohner und analysiert den Prozess, in dem diese Funktion durch strukturelle Veränderungen in der Gesellschaft zunehmend gefährdet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die verschiedenen Dimensionen von Integration (politisch, ökonomisch, kulturell), die Faktoren, die diese verhindern, sowie die daraus resultierenden negativen Konsequenzen für den städtischen Zusammenhalt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum sich die Stadt von einer „Integrationsmaschine“ hin zu einem Ort entwickeln kann, der durch Bedrohung und Ausgrenzung geprägt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse stadtsoziologischer Ansätze, um aktuelle stadtpolitische und gesellschaftliche Phänomene in den Kontext der Integrationsforschung einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Integrationsformen, die Identifikation von Hindernissen durch kommunalpolitische und wirtschaftliche Faktoren sowie die Analyse der negativen Folgen, insbesondere Segregation und die Degeneration des öffentlichen Raums.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Stadtentwicklung, Integrationsmaschine, Segregation, öffentlicher Raum, Partizipation und soziale Ungleichheit.

Wie verändert sich laut Autor die Rolle des Bürgers in der Stadt?

Der Autor argumentiert, dass der „Stadtbürger“ zunehmend hinter den „Staatsbürger“ und das „Wirtschaftssubjekt“ zurücktritt, wodurch informelle und direkte politische Teilhabe an Bedeutung verlieren.

Welche Rolle spielt die Privatisierung für die städtische Integration?

Die Privatisierung, etwa im Bereich des Wohnungsbaus, wird als Rückzug der Kommunalpolitik interpretiert, wodurch wichtige Instrumente zur Vermeidung von Segregation aus der Hand gegeben werden.

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Details

Title
Integration und Desintegration in der Stadt
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,0
Author
Benjamin Klimaschewski (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V30332
ISBN (eBook)
9783638316156
Language
German
Tags
Integration Desintegration Stadt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Klimaschewski (Author), 2004, Integration und Desintegration in der Stadt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30332
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