Die Gestalt der Jenny Treibel und ihrer Gegenspielerin Corinna Schmidt bei Theodor Fontane in zwei Literaturverfilmungen


Hausarbeit, 2012

44 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Fontane und die Bourgeoisie

Frau Jenny Treibel - zwei Verfilmungen

Frau Jenny Treibel – ein Film von Walter Jens (Drehbuch) und Franz Josef Wild (Regie), Bayerischer Rundfunk 1982
Frau Jenny Treibel oder Corinna Schmidt – ein Film von Arthur Pohl (Drehbuch und Regie), DEFA 1951

Darstellung der Hauptfiguren: das Handeln und die Entwicklung der Jenny und der Corinna

Die Darstellung der Jenny und der Corinna: Herkunft, Charakter, Erscheinung und soziale Stellung
Charakter und Herkunft: Jenny
Charakter und Herkunft: Corinna
Handel und Wandel bei Jenny und Corinna
Jenny als Mater Familias
Jenny und Corinna
Corinna und Leopold
Corinna und Marcell

Zusammenfassung

Literatur

Einführung

Viele Werke Theodor Fontanes sind verfilmt worden, einige sogar verschiedene Male. Die Thematik in den Romanen Fontanes, vor allem dann, wenn es sich um die Entwicklung der Charaktere oder um typische gesellschaftliche oder zeitbezogene Verwicklungen handelt, hat im Laufe der Zeit viele Regisseure zu filmischen Interpretationen und Neuinterpretationen angeregt.

In dieser Arbeit werden zwei Literaturverfilmungen zu dem Roman Frau Jenny Treibel, oder: ‘Wo sich Herz zum Herzen find’t’ von Theodor Fontane[1] mit einander verglichen, wobei die Charaktere, Entwicklungen und Handlungen der Hauptpersonen, in diesem Falle Jenny Treibel und Corinna Schmidt, im Zusammenhang mit der Norm des Besitz- und Bildungsbürgertums einerseits und der gesellschaftlichen Lage zur damaligen Zeit und zur Zeit der Verfilmungen andrerseits näher betrachtet und analysiert werden.

Dabei sind vor allem die unterschiedlichen Interpretationen der jeweiligen Regisseure und Drehbuchautoren interessant: während der eine Film 1951 in der DDR gedreht worden ist, und die Hinzufügung Frei nach Theodor Fontane im Titel trägt, ist der andere Film, 1982 im Auftrag des Bayerischen Rundfunks inszeniert, im westlichen Teil Deutschlands entstanden. Die Thematik im DDR-Film wird, wie schon der Untertitel Frei nach Theodor Fontane vermuten lässt, auf andere Weise als in dem späteren BRD-Film herangegangen. In dieser Arbeit wird der Effekt der unterschiedlichen Darstellung der gesellschaftlichen Lage auf das Handeln und auf die Entwicklung der Hauptpersonen betrachtet. Es wird ein Versuch gemacht, die Frage, ob und in wiefern einerseits Jenny Treibel in ihrem Charakter und in ihren Handlungen authentisch ist, oder sich nur als ein Exponent der herrschenden Gesellschaftsnorm zeigt, und andrerseits in wiefern Corinna Schmidt sich dieser (etwaigen) Norm fügt oder sich zu einer selbständigen Person entwickelt, zu beantworten.

Zuerst wird in einer kurzen Übersicht verdeutlicht, zu welchem Zweck Fontane diesen Roman nach eigener Ansicht geschrieben hat. Hinzu werden die Meinungen einiger Literaturkritiker bezogen.

Danach folgt eine kurze Allgemeinimpression der beiden in dieser Arbeit zu vergleichenden Filme, in der Thema, Hintergrund und zeithistorische Aspekte im gegenseitigen Vergleich und im Vergleich zu der literarischen Vorlage erörtert werden.

Der darauffolgende Vergleich der Hauptgestalten Jenny und Corinna in den beiden Filmen ist ein Versuch, eine Antwort auf die dieser Arbeit zugrunde liegende Frage:

In wiefern unterscheiden sich Charakter, Handlung und Entwicklung der Frau Jenny Treibel und Corinna Schmidt in den Literaturverfilmungen der Regisseure und Drehbuchautoren Arthur Pohl (Frau Jenny Treibel oder Corinna Schmidt, DEFA 1951) einerseits und Walter Jens/Josef Wildt (Frau Jenny Treibel, Bayerischer Rundfunk 1982) andrerseits?

zu geben.

In der Zusammenfassung werden schließlich die Schlussfolgerungen, die aus dem Vergleich der Hauptgestalten in den beiden Filmen gemacht werden können, erläutert.

Fontane und die Bourgeoisie

Mit seinem Roman Frau Jenny Treibel oder ‘Wo sich Herz zum Herzen find’t’ hat Theodor Fontane 1892 ein Bild des Besitz- und Bildungsbürgertums der damaligen Zeit skizziert.

Die gleichnamige Hauptgestalt in Frau Jenny Treibel ist “der Typus einer Bourgeoise”[2], oder gar “ein Musterstück von einer Bourgeoise”[3], wie sie von ihrem Jugendfreund und Professor Wilibald Schmidt genannt wird, mit der Fontane seine Meinung über die Lebensart der Neureichen, der Industriellen, der Exponenten des Besitzbürgertums seiner Zeit dem breiten Publikum vermittelte.

Fontane lebte in einer Zeit, in der das Bürgertum die Gesellschaft prägte. Der schwindende Einfluss des Adels in Macht und Ansehen, zum Großteil auch zur Folge der aufkommenden Industrien und der neuen Machtsposition einer sich bildenden Gesellschaftsschicht, die sich aus Besitzbürgern und Bildungsbürgern zusammensetzte, verlangte eine ganz neue Gesellschaftsstruktur.

Vor allem den Besitzbürgern fiel es nicht leicht, sich eine passende gesellschaftliche Rolle anzumessen. Sie konnten sich in ihrer gesellschaftlichen Position, mit der sie sich von anderen Bevölkerungsschichten als Elite zu unterscheiden suchten, nur dem Vorbild des Adels, die bis dann einzige Schicht, die sich traditionsgemäß zur Elite rechnen konnte, anhaften[4]. Die Bildungsbürger konnten ihren sozialen Status durch nichterbliche Titel, wie z.B. Professor, Doktor, Studienrat, Geheimrat, etc.) erhöhen[5].

In ihrer Suche nach einer stabilen gesellschaftlichen Position war es demnach nur eine logische Konsequenz, dass die Besitzbüger einerseits in bezug auf gesellschaftliche Stellung, Positionierung und äußerlichen Glanz dem Vorbild des Adels folgte, so auch in der Verhaltensweise des Adels, und sich andrerseits dem Bildungsbürgertum nicht unterordneten, indem sie sich auch ihre eigenen Titel (wie z.B. Kommerzienrat, Baurat, etc.) aneigneten[6]. Es war gerade eben diese Gesellschaft, die mit ihrer Durchsichtigkeit und Oberflächlichkeit Fontane dazu brachte, sich mit dem Thema Besitz- und Bildungsbürgertum auseinanderzusetzen. In seiner ‘Berliner Reihe’ schrieb er zu diesem Zweck den Roman Frau Jenny Treibel oder ‘Wo sich Herz zum Herzen find’t’.

Nachdem er die erste Fassung des Romans fertiggestellt hatte, schrieb Fontane seinem Sohn Theo im Mai 1888:

Zweck der Geschichte: das Hohle, Phrasenhafte, Lügnerische, Hochmütige, Hartherzige des Bourgeoisstandpunkts zu zeigen, der von Schiller spricht und Gerson meint.[7]

Um diesem Zweck gerecht zu werden, zeigte Fontane anhand der Gestalt der Frau Jenny Treibel, wie der Inbegriff einer Bourgeoisdame sich seiner Meinung nach präsentierte, und welche Ansichten und Handlungen zu jemandem in dieser gesellschaftlichen Position gehörten. Indem Fontane sich zu Beginn des Romans auf die Herkunft seiner Titelgestalt richtete, fügte er ein Element der ‘Neureiche’ hinzu, wodurch das Bourgeoishafte im Verhalten Jennys zusätzlich betont wurde[8].

In dem Roman ist die Titelgestalt Jenny Treibel eine geborene Hannchen Bürstenbinder. Ihr Vater war ein Kolonialwarenhändler mit einem Geschäft in der Adlerstraße, und ihre Mutter war – laut Aussagen über sie – immer bestrebt, für ihre Jenny ‘etwas Besseres’ zu erlangen, wie Wilibald Schmidt erzählt[9]:

Ach, ihre Mutter, die gute Frau Bürstenbinder, die das Püppchen drüben im Apfelsinenladen immer so hübsch herauszuputzen wusste, sie hat in ihrer Weiberklugheit

damals ganz richtig gerechnet. Nun ist das Püppchen eine Kommerzienrätin und kann sich alles gönnen (…).’

Schon im Kindesalter wird Jenny sich demnach ihres Standes bewusst, und zudem auch ihrer Möglichkeiten sich diesbezüglich zu verbessern. Jenny wächst somit mit der Überzeugung, dass Reichtum und gesellschaftliche Position zum höchst Erreichbaren im Leben gehören, auf. Durch ihre Heirat mit Treibel macht sie einen sozialen Aufstieg von Kleinbürgerin (oder Bildungsbürgerin, wenn sie ihrem Jugendfreund Schmidt treu geblieben wäre), zur Besitzbürgerin[10], was sich – trotz ihrer Versuche, sich als eine Dame, die dem Höheren und Poetischen huldigt, zu präsentieren – in ihrem Verhalten äußert[11]. Ihr Hang zur Bildung ist jedoch lediglich als eine “sentimentale Farce”[12] zu verstehen. Sie ist, nach Kafitz[13], “eine Verkörperung bourgeoiser Geldsackgesinnung, die sich hinter einer Aura sentimentaler Schwärmerei verbirgt”.

Bei den Filminterpretationen ist dieser “Typus der Bourgeoise”, wie Fontane ihn darstellte, als Beispiel für die Gestaltung der Rolle der Hauptperson benutzt worden. Auch die anderen Rollen sind nach Möglichkeit im Sinne der literarischen Vorlage besetzt worden. Wie sich aus den Notizen Fontanes herausstellt, hatte er zum Manuskript einen Entwurf der Personagen gemacht[14]:

‘Kommerzienrat Treibler, Berlinerblaufabrik. Guter Mann, ganz Geschäft, etwas nüchtern, aber reell, eigentlich besser als seine Frau u. viel klüger. Köpenickerstraße… Ecke der Ofengasse. Sehr elegante Wohnung. Nach hinten zu die Fabrikgebäude. Mann von 60.

Kommerzienrätin Treibler (Jenny), geb. Bürstenbinder. Frau von 55. Kaufmannstochter aus der Adlerstraße.

Otto Treibler, Mann von 32, gut, wie der Alte; Geschäftsmann; Handlung mit Fernambuk- und Campecheholz. Wohnt am entgegengesetzten Ende der Köpenickerstraße, dicht am Schlesischen Tor.

Ludmilla Treibler, geb. Sandman, Bremenserin, vorgeblich von englischer Abstammung, 27, hübsch, hanseatisch, international, antiberlinisch, etwas vornehmtuerisch, geldstolz.

Leopold Treibler, jüngerer Bruder von Otto, bei Otto als Buchhalter im Geschäft. 25 Jahr alt. Guter Kerl, aber schwach und ganz abhängig von der Mutter. Anbeter von Frl. Schmidt. Wohnt im elterlichen Hause, ist aber beim Bruder im Geschäft. ‘Bei den Eltern erholte er sich von dem Bruder und bei dem Bruder von seinen Eltern.’

Professor Dr. Willibald Schmidt, Oberlehrer am Gymnasium [darüber: Ordinarius in Obersekunda] (Kölnisches). Guter Grieche, Archäologe, Schliemann, Mykenä. Zugleich: deutsche Literatur; Romantiker. Für Griechenland und deutsche Romantik (Gotik etc.) gleich eingenommen. Prächtiger Kerl. Seit 12 Jahren Witwer. Original. Alter Freund und Liebhaber von Jenny Bürstenbinder, jetzt Kommerzienrätin Treibler. 60 Jahr. Wohnt in der Adlerstraße, gegenüber dem Hause, drin das Bürstenbindersche Geschäft war.

Corinna Schmidt, des Professors Tochter. Einziges Kind. 23 Jahr. Pikant, frei, klug, Vaters Tochter. Pendelt zwischen Leopold Tr. und Marcell Wedderkopp hin und her.

Frau Schmolke, Haushälterin (eigentlich Köchin), kurze Zeit an einen Schutzmann verheiratet, dann, nach dem Tode von Prof. Schmidts Frau, als Pflegerin etc. ins Schmidtsche Haus gekommen. Gute Person.

Dr. Marcell Wedderkopp, literaturgeschichts- und Geopgraphielehrer an einer höheren Mädchenschule. 28 Jahr alt. Reizender junger Kerl; Anbeter von Corinna. Wohnt in Raules Hof. ‘

In diesem Entwurf wurde die Gestalt der Kommerzienrätin nicht weitgehend beschrieben. In einer eheren Entwurfsfassung schrieb Fontane[15]:

‘Die Kommerzienrätin. Gutmütig, aber dumm, unbedeutend, ehrgeizig, menschenfreundlich, solang es nichts kostete oder keine großen Weiterungen hatte. Sie gab, aber sie scheute doch die Berührung mit der Armut. Armut war etwas, das man ängstlich vermeiden müsse, Armut war wohl zur Unterstützung da, aber nicht zur Berührung, zur Betätigung chistlicher Nächstenliebe, aber nicht zu Heranziehung und Freundschaft.’

Anhand zuzüglicher Informationen, die im Laufe, vor allem aber zu Anfang des Romans erteilt werden, vervollständigen sich allmählich die Charaktermerkmale der Personagen, die für den Handlungsablauf wichtig sind. In der ersten Szene, die den Besuch der Kommerzienrätin an Corinna (in der Adlerstraße) beschreibt, wird über Jenny Treibel folgendes gesagt:

(..) mit Geschmack und Sorglichkeit gekleideten und trotz ihrer hohen

fünfzig noch sehr gut aussehenden Dame…(…)[16]

und

(…) so schnell ihre Korpulenz es zuließ, (…)[17]

Da Fontane mit seiner Hauptperson einen gewissen “Typus” darstellen will[18], wird die Gestalt der Frau Jenny Treibel schon zu Anfang von verschiedenen Blickpunkten aus beschrieben; zuerst in der äußerlichen Erscheinung, wie der Autor sie darstellt, ferner in den Dialogen, durch Meinungen, in Handlungen und in Aussprachen der Hauptperson selbst. Zu Anfang geben Aussagen von Personen in der direkten Umgebung Information über den Charakter der Jenny, wie z.B. die des Wilibald Schmidt, ihr früherer Anbeter:

“(…) Eigentlich ist meine Freundin Jenny noch gerade so wie vor vierzig Jahren, wo sie die kastanienbraunen Locken schüttelte. Das Sentimentale liebte sie schon damals, aber doch immer unter Bevorzugung von Courmachen und Schlagsahne. Jetzt ist sie nun rundlich geworden und beinah gebildet, oder doch, was man so gebildet zu nennen pflegt, (…).[19]

Fontane beschränkt sich in der Darstellung eines Typus der Bourgeoisdame nicht nur auf das Verhalten dieser Person in der Außenwelt; anhand der Art und Weise, wie er Jenny als Ehefrau und Mutter präsentiert, kann man konkludieren, dass er zu dem Typus im Familienzusammenhang auch gewisse Ansichten hatte. Dies zeigt sich unter anderem in der Szene, in der Leopold seiner Mutter von seiner Verlobung erzählt[20]: während Jenny sich fieberhaft Namen von möglichen Heiratskandidatinnen, die nicht zur Familie Munk gehören, durch den Kopf gehen lässt, fasst Leopold sich zusammen und sagt ihr, er habe sich mit Corinna verlobt. Die Reaktion Jennys ist anfangs ein zur Ohnmacht neigendes Schwanken, von dem sie sich jedoch sehr bald erholt und Leopold eingehend zu verstehen gibt, dass eine Heirat ausgeschlossen sei. Ihr Sohn hat sich aus ihrer Perspektive zweifach schuldig gemacht: erstens hat er seine Mutter nicht zuvor von seinem Vorhaben in Kenntnis gestellt, oder gar sie um ihre Meinung gebeten, und zweitens hat er sich für Corinna entschieden, die standesgemäß zwar keinen hierarchisch niedrigeren Rang als er selber hat, jedoch ohne Besitz von der Bourgeoisie niedriger eingestuft wird.

Jenny vergisst ihre eigene Herkunft, und ebenfalls die Tatsache, dass Corinna einer befreundeten Familie angehört. Ihr Verhalten zeigt deutlich, dass von Zuneigung nur dann die Rede sein kann, wenn Bildungsbürger sich nützlich machen können: als Entourage bei einem Diner beispielsweise, als künstlerisches Intermezzo bei einer Abendpartie, oder als Inbegriff der geistlichen Entwicklung, bzw. künstlerischen Seele. Bildungsbürger sind Werkzeuge der Besitzbürger; von Gleichrangigkeit ist aus der Sicht der Besitzbürger keine Rede[21].

Die Frage, ob es Fontane gelungen ist, seine Kritik an die Bourgeoisgesellschaft einem breiten Publikum zu erteilen, kann gemäß den Äußerungen der Literaturkritiker seiner Zeit bejaht werden.[22]

Interessant ist die Frage, inwiefern die Filme, die hier analysiert werden, sich mit dem Thema der Gesellschaftskritik in bezug auf das Besitzbürgertum, wie Fontane dieses beschrieben hat, auseinandersetzen.

Frau Jenny Treibel - zwei Verfilmungen

Frau Jenny Treibel – ein Film von Walter Jens (Drehbuch) und Franz Josef Wild (Regie), Bayerischer Rundfunk 1982

In diesem Film gleichen sich Handlungsablauf und Dialoge genauestens der literarischen Vorlage, von dem Ende abgesehen: zwar wird jeweils eine Hochzeit gefeiert, nur bei Fontane heiratet Corinna ihren Marcell, während im Film Leopold und Hildegard heiraten, und Corinna sich nicht für Marcell, sondern für ein Studium entscheidet.

In der Rollenverteilung halten Jens und Wild sich im Hinblick auf die Gestalt der Jenny Treibel nicht an die literarische Vorlage, indem sie für die Darstellung der Titelgestalt Maria Schell, die mit ihrer schlanken Gestalt und ihrem freundlichen Gemüt eine eher sympathische Jenny darstellt, engagieren.

Corinna Schmidt (Dietlinde Turban) kann ohne jeglichen Zweifel mit der von Fontane beschriebenen Professorentochter verglichen werden.

Die Atmosphäre im Film ist stets ruhig, vornehm, erhaben. Die Straßen sind sauber, die Häuser gepflegt, die Entourage ist ordentlich. Die romantische Musik, die jeweils bei den Reitausflügen Leopolds und auch bei dem Ausflug auf dem Lande zwischen den Zweigesprächen (und zeitweise während der Gespräche) gespielt wird, betont eben diese melancholische Atmosphäre, die einerseits die Selbstverständlichkeit des Bourgeoislebens und die Unmöglichkeit, den Zwängen der Norm dieser Gesellschaft zu entfliehen, und andrerseits die Wehmut nach vergangenen Zeiten widerspiegelt.

An den Gestalten und ihren Charaktermerkmalen haben Wild und Jens im Vergleich zu Fontanes Roman nichts oder nur kaum etwas geändert. Obwohl die Titelgestalt ihrer äußerlichen Erscheinung nach nicht ganz mit den Angaben Fontanes übereinstimmt (sie ist z.B. nicht “korpulent”), ist sie dennoch als Typus einer Bourgeoise, wie Fontane diesen beschreibt, sehr glaubwürdig: in ihrem Verhalten präsentiert sie sich als eine Neureiche, die sich ihrem früheren Stand entrissen hat, jedoch alte Zeiten und die Feinheiten des Bildungsbürgertums, nämlich Kunst und Poesie, zu schätzen weiß. Ihres heutigen Standes ist sie sich eindringlich bewusst, und lässt keine Chance, sich als reiche und gesellschaftlich hochstehende Dame zu zeigen, ungemüht.

In diesem Film handelt es sich um Werte des Besitz- und Bildungsbürgertums, die miteinander verglichen werden, wobei in den Handlungen die Werte, die dem Besitzbürgertum eine gewisse negative Konnotation geben, besonders hervorgehoben werden: bei Jenny handelt es sich, trotz ihrer Zuwendung zum ‘Höheren’ zum Großteil um Gesellschaft und Macht.

Der Wertekontrast findet sich im Film erstens in der Sanftheit Leopolds, dessen Gemüt sich eher für das Höhere eignet als das der Mutter Jenny: Leopold hat einen ruhigen, friedvollen Charakter; ist jedoch auch ängstlich und hat Schwierigkeiten, sich mit Konflikten auseinanderzusetzen und Entscheidungen zu treffen[23]. Zweitens ist ein Kontrast in dem Vergleich von Jenny mit Corinna erkennbar: letztere fixiert sich zwar zuerst auf Reichtum und gesellschaftliche Positionierung, kann sich jedoch charaktermäßig nicht ihren eigenen Prinzipien und Werten entziehen[24].

Jenny wird als einflussreiche und mächtige Person dargestellt – sie scheint jeden, vor allem Verwandte, im Griff zu haben. Ihrem Handeln wird nichts in den Weg gelegt – kein einziger Gegenspieler widersetzt sich der Machenschaften der Kommerzienrätin. Wilibald Schmidt, ihr guter Freund, bekritisiert sie nur wenn sie nicht in der Nähe ist. Helene äußert ihre Kritik an Jenny nur Otto gegenüber – wenn sich herausstellt, dass sie damit nichts erreicht, ergreift sie, sobald diese sich zeigt, die Chance zu einer Gegenoffensive: indem sie die Seite Jennys wählt in der Empörung um die Verlobung von Leopold und Corinna, benutzt sie eine ganz eigene Strategie ihr Ziel, nämlich eine Einladung des Treibelschen Hauses an ihre Schwester Hildegard, zu erreichen. Otto und Leopold widerstreben sich ihrer Mutter niemals. Otto hat es darin leichter; er ist verheiratet und hat eine gute gesellschaftliche Position. Leopold dagegen wohnt noch im Elternhaus, und steht unter ständiger Kontrolle seiner Mutter, die sich sogar auf die Bestellung einer oder zwei Tassen Kaffee in einem Restaurant hinwegstreckt[25].

Treibel, ihr Gatte, lässt sie gewähren; er greift nur dann ein, wenn sie sich zu sehr von Arroganz mitschleppen lässt, z.B. in der Szene, in der Jenny sich über die Verlobung Leopolds mit Corinna empört[26]. Jedoch auch er kann sich nicht der Macht seiner Frau entziehen – es gelingt ihm nicht, die Verbindung Leopolds mit Hildegard zu verhindern, trotz der Tatsache, dass Leopold sichtbar unglücklich ist.

Wie sehr sich der Einfluss Jennys gelten lässt, zeigt die Szene, in der Leopold und Hildegard sich verloben[27]: mit dieser Szene weichen Jens und Wild von der literarischen Vorlage ab: in dem Roman Fontanes heiraten Corinna und Marcell, und ist die Kommerzienrätin sogar, wenn auch kurz, beim Fest anwesend. Die Hochzeit von Leopold und Hildegard ist von Jenny geplant und arrangiert worden – nicht, weil sie unbedingt das Beste für Leopold will (obgleich sie vielleicht sogar davon überzeugt ist, dass dies für Leopold der beste Schritt in seinem Leben sei) – sondern weil sie ihren Willen durchsetzen will: Corinna kann nicht die Gattin Leopolds werden: das entscheidet sie, und kein anderer, auch wenn die Gäste kopfschüttelnd den armen Leopold bemitleiden, der “kaputt fürs Leben” ist, so Krola[28].

Corinna ist die einzige, die sich letztendlich dieser Macht entziehen kann: sie muss zwar mit ansehen, dass Leopold in eine von ihm unerwünschte Heirat hineinmanipuliert wird, sie selber hat sich jedoch Jenny gegenüber als selbständige und unabhängige Frau positioniert und trifft ihre eigene Wahl.

Nimmt man das Wertesystem des Besitz- und Bildungsbürgertums als Ausgangspunkt, so kann man hier konkludieren, dass der Einfluss der Besitzbürger über den der Bildungsbürger herausragt: trotz der Tatsache, dass Corinna sich für ein Studium entscheidet und sich somit in ihrer Emanzipation entwickelt, ist sie nicht die einzige Siegerin: auch Jenny erreicht, was sie will. Bei Fontane sind die Besitzbürger im Nachteil: Corinna heiratet ihren Marcell, und was mit Leopold geschieht, bleibt – obwohl der Leser sich ein Ende ausdenken kann - ungewiss.

Frau Jenny Treibel oder Corinna Schmidt – ein Film von Arthur Pohl (Drehbuch und Regie), DEFA 1951

Die Anfangsszene zeigt bereits, dass dieser Film zwar Fontanes Roman als Vorlage hat, jedoch, wie im Untertitel erwähnt, Frei nach dem Roman Fontanes gedreht worden ist.

Während in dem Film von Jens/Wild und in der literarischen Vorlage in der Anfangsszene die Herkunft Jennys betont wird, richtet der Film von Arthur Pohl sich auf die Missstände in der Gesellschaft, vor allem in Arbeiterkreisen: die Straßen sind voller Arbeitslose, die sich darum bemühen, entweder eine Arbeitsstelle zu bekommen oder aber auch nur mit kleineren Dienstleistungen eine oder zwei Mark zu verdienen.

Wenn Jenny Treibel (hier gespielt von Trude Hesterberg) in ihrem Landauer die Adlerstraße besucht, beachtet sie die Arbeiter nicht; sie unterhält sich mit ihrer Gesellschafterin Fräulein Honig über belangloses, wie zum Beispiel über den Effekt einiger Getränke auf den Magen.

Während des ganzen Filmes, der in schwarz-weiß gedreht worden ist, wird jegliche Ruhe verstört von Aktion, Unruhe, Arbeiteraufständen, Bewegung, usw. Es gibt nie eine leere Straße, von Vornehmlichkeit ist keine Rede, es herrscht eine brühende Atmosphäre. Dass der Film dazu dient, Unterschiede zwischen Kapitalismus und Sozialismus zu verdeutlichen, zeigt sich sowohl in der Inszenierung als auch im Handeln der Hauptgestalten.

Pohl hat zum Zweck der Bewusstmachung der Missstände unter Arbeitern und Arbeitslosen dem Film Szenen zugefügt, die nicht im Roman Fontanes vorhanden sind. Er bietet der Arbeiterschicht eine Bühne, indem er fokussiert auf die fast unmenschliche Lage dieser Bevölkerungsgruppe. Die Anfangsszene ist dafür ein Beispiel, jedoch auch die Szene in der Fabrik Treibels, in der gezeigt wird, unter welchen Umständen die Arbeiter ihr Geld verdienen müssen.

Eine prominentere Rolle als bei Fontane und im Film von Jens/Wild hat hier Marcell Wedderkopp: er ist ein Befürworter der Rechte der Unterschicht. Er setzt sogar seine Karriere unter Druck, indem er als Korrespondent für eine sozialistische Zeitung arbeitet. Er ist höflich und betrachtet alle Anstandsnormen, jedoch zögert er nicht, sich beim Diner im Hause Treibels über Kinderarbeit zu empören.

Die Macht der Jenny in diesem Film ist eher ein scheinbarer Griff auf Situationen, Personen und Handlungen als eine tatsächliche Herrschaft. Im Endeffekt ist Jenny die Verliererin, und Corinna (Ingrid Rentsch) diejenige, die sich in ihrer Entwicklung zur erwachsenen Frau meistert.

Bei Pohls Interpretation von Machtverhältnissen wird nicht die herrschende Macht der Bourgeoisie, sondern die nachlassende Herrschaft der Industriellen zugunsten der niedrigeren sozialen Klasse hervorgehoben.

Das Bildungsbürgertum wird nicht als Kontrast zum Besitzbürgertum als Ziel des Filmthemas eingesetzt, sondern als Unterstützung im Kampf der Arbeiterklasse um soziale Rechte benutzt: indem gebildete Leute sich für die Rechte der Arbeiter und Arbeitslose einsetzen, könnte man diesem Tatbestand eine gewisse moralische Richtigkeit zudichten – wer richtig nachdenkt, und zudem die Kapazität, also die Autorität zum Nachdenken hat (es handelt sich um Professoren, Autoren, u.ä.) kann nicht anders als zu dem Schluss kommen, dass die Bourgeoisie ihrer Macht und Herrschaft enthoben werden soll. Das Ende des Films betont eben diese Schlussfolgerung: wenn Corinna sich von Marcell verabschiedet hat, begleiten die Freunde Marcells sie zum Ausgang des Bahnhofs. Corinna will sich von den Freunden verabschieden, wird jedoch freundlich unterbrochen:

‘Aber wir wollen doch mit Ihnen gehen. Wir haben doch den gleichen Weg.’

Pohl zeigt hiermit auch den Wert der Kameradschaft im Sinne der Brüderschaft und die Tatsache, dass man im Kampf für Gerechtigkeit den wahren Freunden begegnet und Einsamkeit kein Thema mehr ist.

Darstellung der Hauptfiguren: das Handeln und die Entwicklung der Jenny und der Corinna

Die Darstellung der Jenny und der Corinna: Herkunft, Charakter, Erscheinung und soziale Stellung

Charakter und Herkunft: Jenny

Wie wichtig die Tatsache, dass die Hauptperson in den Filmen und in der literarischen Vorlage aus kleineren Verhältnissen stammt, ist, zeigt jeweils die Anfangsszene: nicht die Treibelsche Villa ist Schauplatz der Handlung, sondern die Adlerstraße, wo Jenny aufgewachsen ist[29]. In den beiden Filmen sehen die jeweiligen Anfangsszenen folgendermaßen aus:

Szene: Adlerstraße/Besuch Jenny an Corinna Film: Jens/Wild, BR 1982

Die Adlerstraße wird dargestellt als eine ruhige, säuberliche Straße mit Bäumen und gepflegten Häusern. Frau Jenny Treibel fährt in Begleitung ihrer Gesellschafterin Fräulein Honig im Landauer vor das Haus ihres Jugendfreundes Wilibald Schmidt. Sie besucht dessen Tochter Corinna, zwecks einer Einladung zur Abendpartie im Hause Treibel. Bei ihrer Ankunft erkennt sie, vor der Tür stehend, einen Küchengeruch, der sie zum Lächeln bringt, und zu sichselbst sagen lässt: ‘Also kleine Wäsche…’

Während des Besuchs schwärmt sie Corinna gegenüber, die sich Reichtum und Luxus ersehnt, von den früheren ‘kleinen Verhältnissen’, die ihr nach ihrem Sagen mehr Glück und Erfüllung gegeben hätten als ihr heutiges Leben als Kommerzienrätin.

Der Ton ist offen und freundlich; Jenny ist in ihrem Verhalten Corinna gegenüber die ‘mütterliche Freundin’, wie sie sichselbst gerne sieht.

Über die Vergangenheit wird keineswegs abwertend oder verhüllend gesprochen; Jenny erwähnt ihre Jugend als eine Phase in ihrem Leben, die es nunmal gegeben hat, und an die sie schöne Erinnerungen hat.

Szene: Adlerstraße/Besuch Jenny an Corinna Film: Pohl, Defa 1951

In diesem Film ist die Adlerstraße keineswegs ruhig, freundlich und leer: eine Ansammlung Arbeitsloser bevölkert die gesamte Straße. Man bemüht sich – wenn schon keine Stellen vorhanden sind – darum, Gelegenheitsarbeit zu erlangen, damit die Familie ernährt werden kann. In dieser Szene werden die gesellschaftliche Lage der Arbeiterschicht, die Machenschaften der Industriellen und Kapitalisten und die Aussichtslosigkeit der Arbeitslosen in Dialogen und Handlungen dargestellt: Arbeitslose, die auf dem Treppenaufgang zu einem Wohnhaus sitzen, werden verscheucht, man warnt sich gegenseitig vor zahlungsunwilligen Arbeitgebern und beklagt sich über die Ausbeutung der Unterschicht.

Frau Jenny Treibel fährt im Landauer, begleitet von der Gesellschafterin Fräulein Honig, vor das Haus ihres Jugendfreundes Schmidt, ohne die Arbeitslose auch nur zu beachten. Zweck ihres Besuchs ist auch hier die Einladung Corinnas zur Abendpartie im Hause Treibel.

Nachdem Jenny aus dem Landauer ausgestiegen ist und zur Tür hereintritt, kommt ihr ein bekannter Geruch entgegen. Schmolke, die ihr die Tür geöffnet hat, fragt sie:

‘Kleine Wäsche?’ Indem Schmolke bejahend nickt, sagt sie: ‘Man riecht’s.’ Von Freundlichkeit keine Spur; sie guckt grimmig und abwertend.

Während des Besuchs spricht sie Corinna gegenüber, die von Stand und Reichtum schwärmt, warnend und relativierend von den ‘kleinen Verhältnissen’ und meint, das Geld sei eine Last.

Jedoch die Art und Weise, wie sie von den kleinen Verhältnissen spricht, zeigt einen Widerspruch: obwohl sie pflichtgemäß Corinna vor Idealisierung warnen will, ist ihr deutlich abzusehen, dass sie sich herablassend äußert über die ihr einstig so vertrauten ‘kleinen Verhältnissen’ .

Beide Szenen vermitteln nicht nur Information über die Herkunft Jenny Treibels, sondern geben auch einen Einblick in Jennys Verhalten zu ihrer Vergangenheit. In der erstgenannten obigen Szene spricht Jenny eher mit Wehmut von ihrer Jugendzeit; sie erinnert sich an die täglichen Geschehnisse und an den Rhythmus der Woche.

Sie verleugnet ihre Herkunft nicht, sondern bringt diese in Zusammenhang mit der sich ihr angedichteten poetischen Natur, die sie nach eigenem Sagen als junges Mädchen schon gehabt habe, und die in ihrer Freundschaft zu Corinnas Vater Wilibald Schmidt auch zur Blüte gekommen wäre, jedoch durch ihre Heirat mit Treibel ins Verdrängnis gekommen sei. Die Selbstverständlichkeit aber, mit der sie sich in all ihrem Reichtum präsentiert, verrät eine ganz andere Einstellung.

In dem Film von Arthur Pohl kommt Jenny Treibel erst nach der Arbeiterszene in der Adlerstraße an. Sie beachtet die Arbeiter nicht; sie macht lediglich Andeutungen über die Vergangenheit, indem sie zu ihrer Begleiterin, Fräulein Honig, sagt:

Das waren noch Zeiten.’

Die freundliche Wehmut, die bei der Jenny in dem Film von Jens/Wild betont wird, fehlt hier: der Jenny in dem Film von Pohl ist anzusehen, dass Erinnerungen an die Vergangenheit sie nicht freudig stimmen, sondern eher eine Ablenkung von dem heutigen Dasein oder vielleicht gar eine Last sind, wie z.B. die in der oben erwähnten Frage nach ‘kleine Wäsche?’ zeigt.

Jenny ist distanziert, auch Corinna gegenüber. Wo die Jenny in dem Film von Jens/Wild Corinna mit offenen Armen begrüßt, sich fast leichtfüßig durch das Haus bewegt, unterhaltsam ist und Gespräche in aller Freundlichkeit führt, bewegt die Jenny bei Pohl sich statisch und stattlich, hält ihre Arme am Körper geklemmt und bekommt durch die Positionierung von Kamera und Beleuchtung, wodurch eben diese Haltung betont wird, eine zusätzlich herrische Ausstrahlung. Ihr Gesichtsausdruck ist streng, ihr Kinn stets hervorgehoben und ihr Rücken stramm und steif.

In der Diskussion über Reichtum versus ‘kleine Verhältnisse’ ist die Jenny bei Jens/Wild eine freundliche Gesprächspartnerin, die ihrem Gegenüber aus Erfahrung spricht, ohne sie als Gesprächsteilnehmerin abzuwerten. Die Jenny bei Pohl ist belehrend; sie lässt weder Freundschaftlichkeiten noch Zweifel an hierarchischer Position zu.

Beispielhaft für diesen Unterschied ist die jeweilige Bemerkung Jennys zu der Salonausstattung Corinnas. Bei Jens/Wild wird diese folgendermaßen gemacht:

Liebe Corinna, wie nett du dies alles zu machen verstehst und wie hübsch es doch bei euch

ist, so kühl und so frisch; und die schönen Hyazinthen. Mit den Apfelsinen verträgt es sich

freilich nicht recht, aber das tut nichts, es sieht so gut aus…(..).’

Jenny ist hier wieder eine wahre ‘mütterliche Freundin’; sie kommentiert zwar, jedoch auf sehr freundliche Weise, und ohne Corinna zu verletzen oder einzuschüchtern.

Die Jenny bei Pohl sagt nur:

‘Wie nett du es hier hast Corinna, mit den Hyazinthen. Nur mit den Apfelsinen verträgt es sich nicht.’

[...]


[1] Fontane, Th.: Frau Jenny Treibel oder ‘Wo sich Herz zum Herzen find’t’, Stuttgart 2008 (Durchgesehene Ausgabe 2004), Reclam Verlag

[2] Fontane, S. 86

[3] Ebd., S. 16

[4] Grawe & Nürnberger, S. 615

[5] Brettschneider, S. 3

[6] Ebd., S. 3

[7] Fontane: Werke, Schriften und Briefe, IV/3, S. 601, zitiert nach Schäfer, S. 8

[8] Wruck, S. 188, 189: Wruck spricht hier von einer doppelten Exposion, die erst in die Wohnung Schmidts und danach in die Villa Treibel führt. Fontane beginnt mit einem Besuch in der Vergangenheit.

[9] Fontane, S. 16

[10] Wruck, S. 190

[11] Wruck, S. 194: Wruck nennt Jenny hier den ‚Inbegriff eines Parvenus‘

[12] Wruck, S. 190

[13] Kafitz, S. 74

[14] Erler, S. 522, 524, zitiert nach Wagner, S. 68, 69

[15] Erler, S. 519, zitiert nach Wagner, S. 68

[16] Fontane, S. 7

[17] Ebd., S. 7

[18] s. Anm. 2, S. 4

[19] Fontane, S. 16

[20] Ebd, S. 154-157

[21] Grawe & Nürnberger, S. 615

[22] Einige Beispiele aus der Rezeptionsgeschichte begründen dies (Wagner, S. 72-78):

‘Das Leben und Treiben gewisser Bourgeoiskreise in Berlin hat sich Fontane im neuesten Erzeugnisse seiner

Muse, man könnte fast sagen, zur Zielscheibe seiner humoristisch-satirischen Behandlung gewählt (..)’

(H. Fechner: Neue Romane und Novellen. In: Die Schlesische Zeitung. 1892. Nr. 85)

‘Dieser neueste Roman Theodor Fontanes aus der Serie moderner Berliner Sittenschilderungen, zuerst in der

‘Deutschen Rundschau’ abgedruckt, erfreute sich schon damals eines bedeutenden Erfolges. (..) ‘

(Hannoverscher Courier. 1. Dezember 1892)

‘ ‘Frau Jenny Treibel’ von Theodor Fontane (…) ist eine Charakter- und Gesellschaftsstudie ersten Ranges.

(…)’

(Königsberger Hartungsche Zeitung. 6. Dezember 1892)

‘Eine mild-ironische Weltbetrachtung, das gereifte Resultat eines wohlgeführten Lebens, liegt (…) über dem

ganzen Buch als Abglanz echter Lebensweisheit. (…)’

(Max Haese: Noch einmal der alte Fontane. In: Das Magazin für Literatur 61 (1892). S. 809 ff.

[23] Vgl. hierzu Kap. 4.2.1 und 4.2.3

[24] Vgl. hierzu Kap. 4.2.2, 4.2.3 und 4.2.4

[25] s. S. 26

[26] s. S. 20

[27] s. S. 27

[28] s. S. 27

[29] s. Anm. 8 S. 4

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Titel
Die Gestalt der Jenny Treibel und ihrer Gegenspielerin Corinna Schmidt bei Theodor Fontane in zwei Literaturverfilmungen
Hochschule
Rijksuniversiteit Groningen  (Faculteit Letteren)
Veranstaltung
Masterkurs
Note
1
Autor
Jahr
2012
Seiten
44
Katalognummer
V303334
ISBN (eBook)
9783668017542
ISBN (Buch)
9783668017559
Dateigröße
725 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fontane, Jenny Treibel, Corinna Schmidt, Besitzbürgertum, Bildungsbürgertum, Arthur Pohl, Walter Jens, Franz Josef Wild, Theodor, Literaturverfilmung, Charaktervergleich, Defa, Bayerischer Rundfunk, Maria Schell, Dietlinde Turban, Sozialismus, DDR
Arbeit zitieren
Leonie Wagenaar (Autor), 2012, Die Gestalt der Jenny Treibel und ihrer Gegenspielerin Corinna Schmidt bei Theodor Fontane in zwei Literaturverfilmungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303334

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