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Bairisch als Variation des Deutschen. Herkunft, Verbreitung und Merkmale

Titel: Bairisch als Variation des Deutschen.
Herkunft, Verbreitung und Merkmale

Seminararbeit , 2011 , 32 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sophie Thümmrich (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dass die Bayern in der Regel besonders stolz auf ihren Dialekt sind, ist allgemein bekannt.
Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte sieht Bairisch sogar als eigenständige Sprache und somit als Regionalsprache, die durch die UNESCO als schützenswert eingestuft wurde, an.

Auch Ludwig Zehetner weist auf die Besonderheit in Bezug auf die soziale Akzeptanz des Bairischen hin.
1966 ergab eine Umfrage, dass 71 % der Bürger des Freistaates Bayern im Stande sind ihren Dialekt zu sprechen.
Der Bundesdurchschnitt lag im Gegensatz dazu bei 57 %. Außerdem wurde festgestellt, dass die Bayern in der Familienumgebung, auf Arbeit und mit Freunden häufiger Dialekt benutzen als in anderen Orten Deutschlands.

Diese besondere Varietät der deutschen Sprache ist Inhalt dieser Arbeit.
Es wird ein Forschungsüberblick über das Bairische gegeben.
Dazu wird zunächst der Begriff Bairisch näher beleuchtet. Anschließend wird aufgezeigt, in welchen Gebieten die Mundart gesprochen wird und wie sich gliedert.
Im zweiten Teil der Arbeit liegt der Fokus auf den Besonderheiten des Bairischen in den Bereichen Phonetik, Grammatik und Lexik.

Mithilfe der Auswertung der Forschungsliteratur unter Einbezug zahlreicher Beispiele soll ein Einblick in den Dialekt gewonnen werden.
Dabei steht vor allem Bayern im Vordergrund, Österreich wird weniger berücksichtigt.
Auch auf die historische Sprachentwicklung wird nicht näher eingegangen. Am Ende werden die Ergebnisse in einer Abschlussbetrachtung zusammengetragen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff „Bairisch“ und Herkunft

3. Verbreitungsgebiet

4. Binnengliederung

5. Merkmale des Bairischen

5.1 Phonetik

5.2 Grammatik

5.2.1 Morphologie

5.2.2 Syntax

5.2.3 Lexik

6. Abschlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Forschungsüberblick über das Bairische als Varietät des Deutschen zu geben. Dabei werden der Begriff, die geografische Verbreitung sowie die innere Gliederung beleuchtet, bevor der Fokus auf die spezifischen phonetischen, grammatischen und lexikalischen Merkmale des Dialekts gerichtet wird, um dessen linguistische Eigenheiten aufzuzeigen.

  • Forschungsstand zur bairischen Dialektlandschaft
  • Geografische Verteilung und Binnengliederung (Nord-, Mittel-, Südbairisch)
  • Phonetische Besonderheiten: Diphthongierung und Konsonantenschwächung
  • Grammatische Strukturen in Morphologie und Syntax
  • Lexikalische Besonderheiten und Wochentagsbezeichnungen

Auszug aus dem Buch

5.1 Phonetik

Die im Mittelalter beginnende neuhochdeutsche Diphthongierung nahm ihren Ursprung im Bairischen. Die mittelhochdeutschen Vokale [î], [iu] und [û] wurden zu den Diphthongen [ei], [eu] und [au]:23 Aus mîn wurde mein, aus liut wurde Leute und aus hûs wurde Haus.

Im bairischen Dialekt wurden zudem folgende weiter Vokale diphthongiert:

der Vokal [ô] wurde zu [ou], [oa], [eo] rot wird roud, road, reod;

der Vokal [â] wurde zu [ou] Straße wird Schdrouss;

der Vokal [ê] wurde zu [ei] Schnee wird Schnęi, böse wird bęis;

der Vokal [ei] wurde zu [oa], [oi] heiß wird hoas, Leiter wird Loadda/ Lǫidda.24

Die neuhochdeutsche Monophthongierung betraf die Diphthonge [ie], [üe] und [uo], die zu [i], [ü] und [u] monophthongiert wurden. Aus liep wurde lieb, aus müede wurde müde und aus bruoder wurde Bruder. Im Bairischen wurden die Diphtonge als [ia], [ua], [ei] und [ou] beibehalten: aus bruoder wird das bairische Bruada.25

Typisch für das Bairische ist außerdem das überhelle à, der aus dem mittelhochdeutschen Sekundärumlaut [æ] hervorgeht. Zum Beispiel wird das Wort zäh als zaach, Schere als Schar und Männlein als Màndl ausgesprochen.26

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Bairische als stolze Regionalsprache vor und skizziert den Aufbau sowie die Zielsetzung der Arbeit, einen Überblick über Forschungsliteratur und sprachliche Merkmale zu geben.

2. Zum Begriff „Bairisch“ und Herkunft: Dieses Kapitel klärt die Schreibweise von Bairisch gegenüber bayerisch und erörtert die umstrittene Herkunft der Baiern als westgermanischer Stamm.

3. Verbreitungsgebiet: Das Kapitel definiert den bairischen Dialektraum und diskutiert die geografische Ausdehnung sowie den Einfluss von Urbanisierung auf den Dialektrückgang.

4. Binnengliederung: Hier werden die drei Hauptunterdialekte Nord-, Mittel- und Südbairisch unterschieden und deren historischer Ursprung sowie spezifische Merkmale kurz beschrieben.

5. Merkmale des Bairischen: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die linguistischen Eigenheiten des Dialekts, unterteilt in Phonetik, Grammatik und Lexik.

5.1 Phonetik: Dieser Abschnitt behandelt die spezifischen Lautwandelprozesse des Bairischen, darunter Diphthongierung, Monophthongierung sowie Konsonantenreduktionen.

5.2 Grammatik: Dieser Teil befasst sich mit morphologischen und syntaktischen Besonderheiten, wie etwa der Diminutivbildung, der Verbflexion und der doppelten Verneinung.

5.2.1 Morphologie: Dieser Abschnitt erläutert die Besonderheiten der Wortbildung, insbesondere die Diminutivformen und die Pluralbildung im Bairischen.

5.2.2 Syntax: Hier wird der Satzbau des Bairischen untersucht, der sich durch Parataxe und eine spezifische Handhabung der Verneinung von der Standardsprache unterscheidet.

5.2.3 Lexik: Dieser Teil beschreibt charakteristische Kennwörter, Personalpronomen und die regional variierenden Bezeichnungen der Wochentage.

6. Abschlussbetrachtung: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur Vielfalt des Bairischen, seinen phonetischen und grammatischen Besonderheiten sowie seiner Abgrenzung zur Standardsprache zusammen.

Schlüsselwörter

Bairisch, Dialekt, Sprachwissenschaft, Phonetik, Grammatik, Lexik, Nordbairisch, Mittelbairisch, Südbairisch, Diphthongierung, Konsonantenschwächung, Morphologie, Syntax, Mundart, Dialektgeografie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Bairische als eigenständige Varietät des Deutschen und bietet einen umfassenden Überblick über seine sprachwissenschaftlichen Charakteristika.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die historische Einordnung, das geografische Verbreitungsgebiet, die dialektale Binnengliederung sowie eine detaillierte linguistische Analyse der Phonetik, Grammatik und Lexik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, anhand vorhandener Forschungsliteratur einen fundierten Einblick in das Sprachsystem des Bairischen zu geben und aufzuzeigen, warum es sich als Varietät vom Standarddeutschen unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der bestehende Dialektbeschreibungen und sprachatlasbasierte Karten ausgewertet und zusammengeführt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung phonetischer Prozesse (wie Lautwandel), grammatischer Strukturen (wie Diminutiv- und Verbbildung) sowie die Analyse lexikalischer Besonderheiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Bairisch, Dialektologie, Phonetik, Konsonantenschwächung, sowie die Unterteilung in Nord-, Mittel- und Südbairisch.

Was unterscheidet das Mittelbairische in Bezug auf Konsonanten?

Das Mittelbairische zeichnet sich durch eine besonders ausgeprägte Konsonantenschwächung und eine Liquidenvokalisierung aus, die bei der Aussprache von l und r auftritt.

Wie unterscheidet sich die bairische Verneinung von der Standardsprache?

Im Gegensatz zur Standardsprache, wo eine doppelte Verneinung oft eine Bejahung ergibt, bleibt die doppelte Verneinung im Bairischen semantisch eine einfache Verneinung.

Welche Rolle spielt die Zeitform bei der Erzählung im Bairischen?

Das einfache Präteritum wird im Bairischen kaum verwendet; stattdessen kommt das Perfekt zum Einsatz, was auch für die Wiedergabe von Plusquamperfekt-Sachverhalten in Form eines gedoppelten Perfekts gilt.

Was sind „gestürzte Zwielaute“?

Dies ist ein Begriff für die spezifische Diphthongierung im Nordbairischen, bei der sich die mittelhochdeutschen Diphthonge anders als im Mittel- und Südbairischen entwickeln.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bairisch als Variation des Deutschen. Herkunft, Verbreitung und Merkmale
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Seminar Regionale Varietäten
Note
1,3
Autor
Sophie Thümmrich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
32
Katalognummer
V303489
ISBN (eBook)
9783668032385
ISBN (Buch)
9783668032392
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bairisch Variation Dialekt Mundart Regiolekt Deutsch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sophie Thümmrich (Autor:in), 2011, Bairisch als Variation des Deutschen. Herkunft, Verbreitung und Merkmale, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303489
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Leseprobe aus  32  Seiten
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