"Nachdenken über Christa T.". Literatur und Politik in der DDR und die Auswirkungen auf Christa Wolfs Roman


Seminararbeit, 2015
10 Seiten, Note: 4,00

Leseprobe

Inhalt:

1. Über Christa Wolf

2. Literatur und Politik in der DDR

3. Über das Werk Nachdenken über Christa T.

4. Frauenproblematik im Roman Nachdenken über Christa T.

5. Literatur

1. Über Christa Wolf

Christa Wolf wurde 1929 in Landsberg an der Warthe geboren und starb 2011 in Berlin. Sie kommt aus dem Kleinbürgertum. Ihr Vater besaß in Landsberg ein kleines Geschäft. Ihre Kindheit war von den Schrecken des Nationalsozialismus und des Krieges sehr geprägt. Im Januar 1945 muss ihre Familie mit den großen Flüchtlingstrecks Richtung Westen ziehen. Christa Wolf war dann nur 16 Jahre alt und das Verlassen der Heimat, Elend, Gewalt und Tod waren sehr schlimm für ihre Kindheit.

Sie besucht die Oberschule und 1949 – im Gründungsjahr der DDR – macht sie das Abitur und tritt in die SED ein, deren Mitglied sie bis zu ihrem Austritt im Juni 1989 blieb. Nach Kriegsende war sie als Schreibkraft eines Bürgermeisters eingestellt. Während ihrer Studienzeit heiratet sie den Essayisten Gerhard Wolf und sie hatten zwei Töchter.

In Jena und Leipzig studierte sie von 1949 bis 1953 Germanistik. Seit den 50er Jahren war sie mit Anna Seghers befreundet und schätzt ihre politisch standfeste, psychologisch motivierte Erzählweise, und orientiert sich an ihrer Theorie der literarischen Produktion, in der die aktive Rolle des Autors sehr wichtig ist.

In den 50er Jahren ist Christa Wolf als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Schriftstellerverband tätig und ihre erste eigene literarische Arbeit ist die Moskauer Novelle (1961).

1959, als die Partei die Künstler auffordert, in Fabriken und landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften eine Arbeitsstelle zu finden, arbeitet Christa Wolf als Lektorin des Mitteldeutschen Verlags. Die Erfahrungen, die sie im Betriebsalltag gewinnt, erarbeitet sie in einer Geschichte, in der die Themen der Liebe und des Mauerbaus 1961 verbunden werden. Der geteilte Himmel (1963) ist der erste Roman, der als spezifische DDR-Prosa weltweit Anerkennung findet. Dieser Text verbindet die moralische Bewertung gesellschaftlicher Verhaltensweisen mit einer psychologischen Differenzierung.

Als 1968 ihr zweiter Roman Nachdenken über Christa T. erscheint, wurde er in der DDR weitgehend abgelehnt und stößt auf Befremden. In diesem Roman rekonstruiert die Autorin das Leben einer verstorbenen Freundin und versucht das alles im Erinnern zu bewahren. Dem Text ist ein Satz Johannes R. Bechers vorangestellt: „Was ist das: Dieses Zu-sich-selber-Kommen des Menschen?“ „Das Erinnern selbst wird auf seinen Sinn hin befragt und motiviert. Die Beziehungen zwischen der Verstorbenen und der Ich-Erzählerfigur bilden den Anhaltspunkt. Die Nachdenkende und ihre Rolle erfordern ebensolche Aufmerksamkeit wie die Person, über die nachgedacht werden soll.“[1]

Der nächste Roman ist Kindheitsmuster und er erscheint 1976. Auf mehreren stilistisch unterschiedenen Erzählebenen rekonstruiert sie ihre Kindheit im Nationalsozialismus und stellt dar, wie sich die damals eingeübten Erziehungsmuster im Verhalten der jetzt erwachsenen Person reflektieren.

Durch die Ausbürgerung Wolf Biermanns wird das Jahr 1976 in der DDR zum kulturellen und kulturpolitischen Einschnitt. Christa Wolf gehört zu den ersten Unterzeichnern einer Protestpetition, welche die Partei bald ausnützt, missliebige Künstler und Schriftsteller zu reglementieren.[2]

Sie befasst sich auch mit dem Werk und Leben der Karoline von Günderrode und 1979 gibt sie unter dem Titel Der Schatten eines Traumes Günderrodes Schriften heraus. Der Autorin geht es vor allem um die Bedingungen einer weiblichen Existenz als Künstlerin und Intellektuelle, die sie an der Günderrode reflektiert. Auch in ihrer Frankfurter Poetikvorlesung 1982 beschäftigt sie sich mit der Frage nach einem spezifisch weiblichen Weltbild und einer weiblichen Ästhetik, inspiriert von feministischen Theorien, die seit Mitte der 70er Jahre infrage kommen.

Mit ihrer Erzählung Kassandra hat sich Christa Wolf in die aktuelle Diskussion um Frieden eingemischt und diese Thematik mit der Situation einer Frau verbunden, die von der patriarchalischen Gesellschaft unterdrückt wird.

Ihr persönlicher Blick ist deutlich profiliert: fast immer hat sie die Perspektive einer Frau am Rand des Todes beschrieben, aus der heraus die Gesellschaft betrachtet wird.

Die wichtigsten Werke von Christa Wolf sind: Moskauer Novelle (1961); Der geteilte Himmel (1963), Nachdenken über Christa T. (1968), Till Eulenspiegel (1973), Kindheitsmuster (1976), Kein Ort. Nirgends (1976), Neue Lebensansichten eines Katers, (1981), Kassandra. Erzählung (1983), Medea. Stimmen (1996), Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud (2010), 11. August. Erzählung (2012).

„Ihre Erzählungen und Romane werden von Essays und Vorlesungen flankiert in denen die Autorin ihre Stoffsuche rekonstruiert und Beweggründe artikuliert, die Thema und Schreibweise betreffen:“[3] Lesen und Schreiben. Aufsätze, Gespräche, Essays (1979); Kassandra. Vier Vorlesungen (1983); Ins Ungebundene geht eine Sehnsucht. Gesprächsraum Romantik (1985); Die Dimension des Autors. Essays und Aufsätze (1986); Christa Wolfs Medea. Voraussetzungen zu einem Text (1998) und andere. Das literarische Werk Wolfs ist mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt worden:

[...]


[1] Hörnigk: 133

[2] Metzler Autoren Lexikon: 862

[3] Metzler Lexikon DDR Literatur: 367

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
"Nachdenken über Christa T.". Literatur und Politik in der DDR und die Auswirkungen auf Christa Wolfs Roman
Hochschule
Sveučilište u Zagrebu
Note
4,00
Autor
Jahr
2015
Seiten
10
Katalognummer
V303514
ISBN (eBook)
9783668020429
ISBN (Buch)
9783668020436
Dateigröße
392 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nachdenken, christa, literatur, politik, auswirkungen, wolfs, roman
Arbeit zitieren
Martina Orsag (Autor), 2015, "Nachdenken über Christa T.". Literatur und Politik in der DDR und die Auswirkungen auf Christa Wolfs Roman, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303514

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