Verhaltensbezogene Einflussfaktoren auf Unfälle in Snowparks


Masterarbeit, 2014

99 Seiten, Note: 47 von 48 möglichen Punkten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Tabellen-, Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis

Vorwort

1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und Fragestellungen
1.2 Ziele und Zielgruppen
1.3 Vorgehen

2 Präventionstheoretische Einordnung
2.1 Systemtheoretische Ansätze
2.2 Begriff Prävention
2.3 Begriff Risiko
2.4 Begriff Einflussfaktoren
2.5 Begriffe Verhaltens- und Verhältnisprävention

3 Problemstellung Unfälle in Snowparks
3.1 Begriffe Snowpark und Schneesport
3.2 Begriff Unfall
3.3 Unfalldatenanalyse

4 Literaturbezogene Einflussfaktorenanalyse
4.1 Vorgehen und Eingrenzung
4.2 Ergebnisse aus der Literatur
4.3 Risikoverhalten von Jugendlichen
4.4 Ableitung von Faktoren aus Verhaltensregeln

5 Experten- und Expertinnenbefragungen
5.1 Methodisches Vorgehen
5.2 Ergebnisse der Befragungen

6 Klassifizierung und Gewichtung der Einflussfaktoren
6.1 Klassifizierung der Einflussfaktoren
6.2 Gewichtung der Einflussfaktoren

7 Diskussion und Empfehlungen
7.1 Diskussion der Einflussfaktoren
7.2 Diskussion der Verhaltens- und Verhältnisprävention in Snowparks
7.3 Diskussion der Verhaltensregeln in Snowparks
7.4 Ableitung von Empfehlungen

8 Rückblick und Ausblick

9 Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang A: Interview-Leitfaden

Anhang B: Tonaufnahmen der Interviews auf DVD/CD

Anhang C: Zusammenfassendes Interview-Protokoll

Anhang D: Gewichtung der Einflussfaktoren

Abstract

Die vorliegende Master-Arbeit zeigt auf, welche verhaltensbezogenen Einflussfaktoren auf Schneesportunfälle in Snowparks wirken, wie die Faktoren gewichtet werden können und welche Empfehlungen sich daraus ableiten lassen. Gemäss einer Unfalldatenanalyse ereignen sich jährlich 7.4 Prozent aller Schneesportunfälle in Snowparks (Giannina Bianchi & Steffen Niemann, 2013, S. 10). Dies entspricht in etwa 4‘800 Unfällen.

Als Theoriebezug wurde eine präventionstheoretische Basis nach Martin Hafen (2013) mit Klärungen von Begriffen wie Prävention, Risiko, Einflussfaktoren sowie Verhaltens- und Verhältnisprävention aufgestellt. Durch eine literaturbezogene Einflussfaktorenanalyse sowie Experten- und Expertinnenbefragungen hat der Autor 25 Risiko- und Schutzfaktoren zusammengetragen und sie anschliessend nach ihrem Einfluss auf Unfälle gewichtet.

Die wichtigsten Risikofaktoren aus der Literatur und aus den Befragungen sind: zu langsame oder zu schnelle Geschwindigkeit über Elemente in Snowparks, geringe technische Fahrfertigkeiten und Landung in Rücklage sowie die Überforderung durch Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Die Empfehlungen für Präventionsmassnahmen stärken Schutzfaktoren und schwächen Risikofaktoren mit den Methoden Empowerment, Ressourcenorientierung, Partizipation und Kooperation.

Die untersuchten Einflussfaktoren, deren Gewichtung und die ausgearbeiteten Empfehlungen können Snowparkbetreiber/innen, Präventionsfachleute und Schneesportlehrende bei der Ausarbeitung von Massnahmen in der Verhaltensprävention unterstützen. Zudem finden interessierte Schneesportler/innen Hinweise für sicheres Verhalten in Snowparks.

Tabellen-, Abbildungs- und Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Anteil der Verletzten nach Unfallort (Bianchi & Niemann, 2013, S. 10)

Tabelle 2: Anteil der Verletzten nach Hergang (Bianchi & Niemann, 2013, S. 10)

Tabelle 3: Anteil Verletzte im Snowpark nach Unfallhergang (Bianchi, 2014)

Tabelle 4: Anteil Verletzte im Snowpark nach Alter (Bianchi, 2014)

Tabelle 5: Auswahl der Experten/Expertinnen

Tabelle 6: Klassifizierung der Einflussfaktoren

Tabelle 7: Punkteverteilung für die Gewichtung

Tabelle 8: Skala der Gewichtung

Tabelle 9: Gewichtung der Risikofaktoren

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Begrifflichkeit der Prävention nach Hafen (2013, S. 111)

Abbildung 2: Snowpark Davos Jakobshorn (Foto: S. Aegerter)

Abbildung 3: Risikokompetenz als kognitiver, emotional-motivationaler

Informationsverarbeitungsprozess nach Walter (2014, S. 7)

Abbildung 4: Elemente eines Sprung-Elements nach Weiler (2013, S. 23)

Abbildung 5: Snowpark-Tafel (Weiler, 2013, S. 21)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorwort

Bei der Wahl eines geeigneten Themas für die Master-Arbeit habe ich nach einem Praxisbezug zu meiner Arbeit bei der Suva in der Abteilung Präventionsangebote im Bereich Freizeitsicherheit gesucht. In meiner Rolle als Leiter einer Schneesportkampagne bin ich für verschiedene Projekte und Kooperationen verantwortlich.

Schneesport in Snowparks bietet eine Möglichkeit, Herausforderungen in der Freizeit anzunehmen, sie mit eigenen Voraussetzungen in Einklang zu bringen und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Mit der vorliegenden Master-Arbeit möchte ich im Sinne der Unfallprävention einen Beitrag dazu leisten, dass Ski- oder Snowboardfahren in Snowparks mit mehr Sicherheit ausgeübt werden kann.

Gerne bedanke ich mich an dieser Stelle bei allen Personen, die mich im Bezug zur vorliegenden Master-Arbeit in irgendeiner Form unterstützt haben. Herzlichen Dank an Edith Müller Loretz und Beat Arnet, die mir von Arbeitgeberseite die berufsbegleitende Weiterbildung ermöglicht haben. Vielen Dank an Martin Hafen und Gian-Claudio Gentile, die mich im Rahmen des MAS-Programms für Prävention und Gesundheitsförderung an der Hochschule Luzern bei der Erstellung der Disposition begleitet haben. Grossen Dank an Adrian Fischer für die wertvollen Fachgespräche und Rückmeldungen zum Interview-Leitfaden. Besten Dank an die Experten/Expertinnen für die Bereitschaft ihr Erfahrungswissen in spannenden Interviews zu teilen. Ich bedanke mich auch herzlich bei Giannina Bianchi für die Unterstützung mit statistischen Unterlagen, Hinweisen zur Fachliteratur und für das Gegenlesen. Herzlichsten Dank an meine Frau Sophie Aegerter-Deiss für das grosse Verständnis meiner zeitlichen Belastung und die private Unterstützung.

1 Einleitung

1.1 Ausgangslage und Fragestellungen

In einem Snowpark werden nach Marc Weiler (2013, S. 11) vorwiegend die Sportarten Freestyle-Snowboarden und Freestyle-Skifahren auf künstlich hergestellten Elementen aus Schnee oder anderen Materialien ausgeübt.

Gemäss Hochrechnungen der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung verletzen sich im Durchschnitt jährlich über 65'000 Schweizer Schneesportler/innen in Skigebieten (Steffen Niemann, Yvonne Achermann Stürmer, Giannina Bianchi, Stefanie Fahrni & Regula Hayoz, 2014, S. 36). Die meisten Schneesportunfälle ereignen sich mit 81.8 Prozent auf der Piste. Der Unfallort Snowpark steht beim Schneesport an zweiter Stelle mit einem Anteil von 7.4 Prozent (Bianchi & Niemann, 2013, S. 10). Dies entspricht in etwa 4‘800 Unfällen. In einer Unfall-, Risiko- und Interventionsanalyse schreibt die bfu dem Risikofaktor "mangelhafte Verhältnisse und falsches Verhalten in Snowparks" eine hohe Relevanz im Unfallgeschehen zu (Giannina Bianchi & Othmar Brügger, 2012, S. 134).

Im Bereich der Verhältnisse in und um Snowparks wurde mit einem von der bfu erstellten und von Seilbahnen Schweiz anerkannten Leitfaden für Planung, Bau und Betrieb von Snowparks bereits einiges für die Unfallprävention getan (Weiler, 2013).

Auf der Grundlage eines Modells zum Risikoverhalten im Sport von Adrian Fischer, Markus Lamprecht & Hanspeter Stamm (2006) entwickelte die Schweizerische Unfallversicherung Suva 2008 ein Selbsttestinstrument für Ski- und Snowboardfahrende. Aufgrund der Unfallzahlen in Snowparks besteht nun Bedarf, diesen Selbsttest mit Fragen und Präventionstipps zum Verhalten in Snowparks zu ergänzen (Fischer, Lamprecht, & Stamm, 2013, S. 18).

Insgesamt besteht Bedarf an Wissen über das Verhalten von Ski- und Snowboardfahrenden, das zu Unfällen führt oder vor Unfällen schützt. Dabei erscheint eine Auseinandersetzung mit verhaltensbezogenen Risiko- und Schutzfaktoren in Bezug auf Unfälle von Schneesportler/innen in Snowparks sinnvoll, um zukünftige Präventionsmassnahmen auf ein präventionstheoretisch begründetes Fundament zu stellen. Aus diesem Grund soll durch diese Master-Arbeit folgende Hauptfragestellung beantwortet werden:

Welche verhaltensbezogenen Risiko- und Schutzfaktoren beeinflussen Unfälle von Schneesportler/innen in Snowparks?

Um in der Praxis mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen möglichst effiziente Präventionsarbeit zu leisten, müssen Einflussfaktoren für die Ausarbeitung von Präventionsmassnahmen priorisiert werden (Othmar Brügger, Giannina Bianchi, Fränk Hofer, Monique Walter, Frank Michel, & Christoph Müller, 2012, S. 107).

Aus systemtheoretischer Sicht entsteht für eine objektive Gewichtung von psychischen Einflussfaktoren ein Problem, da Gedanken aufgrund ihrer operativen Geschlossenheit nicht beobachtbar und dadurch nicht berechenbar sind (Hafen, 2013, S. 33). Aufgrund dieses Beispiels können Einflussfaktoren nur subjektiv gewichtet werden. Im Sinne einer Orientierung an der Praxis entstehen daraus folgende Unterfragestellungen:

Wie können die verhaltensbezogenen Einflussfaktoren in Bezug auf Unfälle von Schneesportler/innen in Snowparks gewichtet werden?

Welche Empfehlungen im Hinblick auf die Prävention von Unfällen in Snowparks lassen sich daraus ableiten?

1.2 Ziele und Zielgruppen

Das Ziel dieser Master-Arbeit ist mit Literaturanalysen sowie Experten- und Expertinnenbefragungen die Fragestellungen aus dem vorgehenden Kapitel zu beantworten. Die Erkenntnisse und Empfehlungen dieser Master-Arbeit können die Zielgruppen

- Betreiber/innen von Snowparks
- Präventionsfachleute
- Ausbildungsinstitutionen mit ihren Schneesportlehrenden und Trainer/innen

in ihrer Arbeit mit Schneesportler/innen hinsichtlich der Sicherheit in Snowparks unterstützen. Interessierte Snowparknutzer/innen finden Hinweise, um ihre Eigenverantwortung für unfallpräventives Verhalten in Snowparks wahrzunehmen.

1.3 Vorgehen

Die Einleitung im ersten Kapitel beinhaltet die Klärung der Ausgangslage und der Fragestellung, eine Beschreibung der Ziele und des Vorgehens. Aufgrund der Ausgangslage wird der Fokus auf die Verhaltensprävention mit Blick auf die Personen selbst gelegt. Dadurch erfolgt bewusst eine Abgrenzung zur Verhältnisprävention, bei der versucht wird soziale Systeme (Hafen, 2013, S. 161) oder Strukturen und Rahmenbedingungen zu verändern (Brügger, Bianchi, Hofer, Walter, Michel & Müller, 2012, S. 319, 320).

Im zweiten Kapitel wird eine präventionstheoretische Basis nach Hafen (2013) aufgestellt, auf die im Verlauf dieser Master-Arbeit Bezug genommen wird. Dazu gehört die Erläuterung systemtheoretischer Ansätze, die Klärung von relevanten Begriffen wie Prävention, Risiko, Einflussfaktoren und deren Klassifizierungsebenen sowie Verhaltens- und Verhältnisprävention.

Um anschliessend das Problem der Unfälle in Snowparks zu umschreiben, werden im dritten Kapitel zuerst die Begriffe Snowpark, Schneesport und Unfall geklärt. Mit der folgenden Unfalldatenanalyse wird erfasst, wer sich wie verletzt und wie gross das Problem erscheint. Dazu dient die Statistik der Verletztentransporte im Schneesport der bfu (Bianchi & Niemann, 2013).

Im vierten Kapitel erfolgt eine Literaturrecherche über verhaltensbezogene Risiko- und Schutzfaktoren, die Unfälle von Schneesportler/innen in Snowparks beeinflussen. Zudem wird versucht aufgrund von bestehenden Snowpark-Verhaltensregeln weitere Einflussfaktoren abzuleiten.

Damit auch handlungsorientiertes Wissen in die Master-Arbeit einfliesst, erfolgen im fünften Kapitel qualitative Befragungen von Experten/Expertinnen. Für die Auswahl der Experten und Expertinnen werden Kriterien von Michael Meuser und Ulrike Nagel hinzugezogen (2009, S. 469, 470). Die Leitfaden-Interviews werden gemäss dem SPSS-Prinzip von Cornelia Helfferich vorbereitet (2011, S. 182-187) und die Ergebnisse dargestellt.

Im sechsten Kapitel werden die Ergebnisse aus der Literatur und aus den Befragungen nach physischen, psychischen, sozialen und physikalisch-materiellen Einflussfaktoren zusammengeführt und klassifiziert. Der darauf folgende Versuch einer Gewichtung der Risikofaktoren erfolgt aufgrund der Befunde aus der Literatur und den Ergebnissen aus den Experten/Expertinnen-Interviews.

Die Einflussfaktoren werden im siebten Kapitel mit einem Rückblick auf die Literatur und auf die Experten- und Expertinnenbefragungen diskutiert. Aufgrund der Resultate werden anschliessend Empfehlungen für Präventionsmassnahmen abgeleitet, die zu sicherem Verhalten in Snowparks führen können.

Mit einem Rückblick werden im achten Kapitel die drei Fragestellungen nochmals aufgeführt und jede Frage zusammenfassend beantwortet. Abschliessend folgt ein Ausblick mit Hinweisen auf weitere Forschungsmöglichkeiten.

2 Präventionstheoretische Einordnung

Als theoretische Grundlage bietet sich die Präventionstheorie nach Hafen mit systemtheoretischen Hintergründen an (2013). Die nachfolgend aufgegriffenen präventionstheoretischen Ansätze sollen diese Master-Arbeit darin unterstützen, Einflüsse auf Unfälle in Snowparks zu verstehen und zu unterscheiden. Zudem werden wichtige Begriffe für diese Arbeit aufgegriffen und erläutert.

2.1 Systemtheoretische Ansätze

Es scheint einfach nachvollziehbar, dass bei einem Unfall in einem Snowpark der Körper eines Schneesportlers / einer Schneesportlerin verletzt werden kann. Deshalb ist es sinnvoll, einen Blick auf die Zusammenhänge und auf die Umwelten von körperlichen Systemen zu werfen. Hafen (2013, S. 36) unterscheidet bei seinen systemtheoretischen Ausführungen die verschiedenen Umwelten Körper, Psyche, soziale Systeme (auch bio-psycho-soziale Systeme genannt) und physikalisch-materielle Gegebenheiten.

Die Grundoperation körperlicher Systeme wird mit „Leben“ und biologischen Prozessen beschrieben. Bei den psychischen Systemen bestehen Operationen aus Wahrnehmungen und Gedanken, die von aussen nicht zu beobachten sind. Soziale Systeme operieren durch Verkettungen von Kommunikationen.

Systeme können nicht ausserhalb eigener Grenzen aktiv sein und sind daher operativ geschlossen. Deshalb beziehen sie sich vorwiegend auf sich selbst (autopoietisch). Systeme lassen sich jedoch unter gewissen Umständen durch Fremdreferenz von ihren jeweiligen Umwelten irritieren oder sogar beeinflussen. Als relevante Umwelten gelten die Systeme untereinander (Körper, Psychen, soziale Systeme) und Einflussfaktoren physikalisch-materieller Art. Jedes System hat eigene Möglichkeitsspielräume (Strukturen), mit denen es sich von anderen Systemen unterscheidet. Lernprozesse werden als Strukturveränderungen beschrieben, die durch Fremdreferenz (Umweltbezüge) angeregt werden können (Hafen, 2013, S. 21-37).

2.2 Begriff Prävention

Um den Begriff Prävention zu definieren, setzt Hafen (2013) ihn in Beziehung zur Behandlung (Abbildung 1). Die Prävention setzt sich mit der Verhinderung von Problemen oder Unfällen auseinander, welche noch nicht eingetroffen sind. Dies tut sie über die Erkennung der Ursachen von Problemen und der Veränderung von Einflussfaktoren. Bei der Behandlung werden bereits bestehende Probleme angegangen. Die beiden Tätigkeiten Prävention und Behandlung werden als sich gegenseitig bedingend gesehen, weil die Prävention auch behandelnd und die Behandlung auch präventiv wirkt. Die Früherkennung von Problemen wird als eigene Beobachtungsperspektive (Diagnose) gesehen, als eine Form der Beobachtung von Problemsymptomen (S. 83, 84, 94).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Begrifflichkeit der Prävention nach Hafen (2013, S. 111)

Bei den herkömmlichen Begrifflichkeiten um die Prävention werden verschiedene Terminologien verwendet. Um für die vorliegende Master-Arbeit eine Sprachregelung zu finden, werden nachfolgend diese Begriffe der Prävention, Früherkennung und Behandlung zugeordnet.

Weil auch bei der Primärprävention das zu verhindernde Problem noch nicht aufgetreten ist, werden auch hier Einflussfaktoren definiert und behandelt, was zur Verhinderung eines Problems führen soll. Deshalb wird der Begriff Primärprävention der hier definierten Prävention zugeordnet (Hafen, 2013, S. 103).

Die Sekundärprävention vermischt nach Hafen (2013) Prävention für Risikogruppen und die Erkennung von Anzeichen für das zu verhindernde Problem, also die Früherkennung. Da die Prävention für Risikogruppen eindeutig dem Begriff Prävention zugeordnet werden kann, bleibt noch der Begriff Früherkennung (S. 105, 106).

Die Tertiärprävention wird als Massnahme definiert, die Folgeprobleme eines bereits bestehenden Problems verhindern soll. Es wird demnach ein bestehendes Problem behandelt und gezeigt wie die Behandlung eben auch präventive Aspekte mit sich bringt. Deshalb wird der Begriff Tertiärprävention der Behandlung zugeordnet (Hafen, 2013, S. 106, 107).

Die universelle und selektive Prävention betreffen das Ausmass der Risikoexposition von Zielgruppen, an die präventive Massnahmen gerichtet sind. Die indizierte Prävention richtet sich mit Massnahmen an konkrete Personen, bei denen das Problem bereits aufgetreten ist oder klare Anzeichen des Problems erkannt worden sind (Hafen, 2013, S. 108).

2.3 Begriff Risiko

Im Snowpark Schneesport auszuüben, kann als risikoreich oder gefährlich bezeichnet werden, weil bei Sprüngen immer wieder Unfälle passieren. Niklas Luhmann (1991, S. 30, 31) unterscheidet zwischen Risiko und Gefahr unter der Voraussetzung, dass Unsicherheit auf zukünftige Schäden besteht. Dabei wird das Risiko als Folge einer Entscheidung betrachtet. Eine Gefahr wird als von aussen veranlasst gesehen und auf die Umwelt zugerechnet.

Im Sinne der Prävention sollten Unfälle in Snowparks (Personenschäden) bestmöglich vermieden werden. Am einfachsten könnte dieses Ziel durch eine Vermeidung von Schneesport in Snowparks erreicht werden. Dies würde jedoch die Handlungsmöglichkeiten von Schneesportler/innen zu stark einschränken. Deshalb können nach Luhmann (1991, S. 22) Handlungen zugelassen werden, oder kann etwas riskiert werden, wenn im negativen Fall die Schadenshöhe vertretbar erscheint.

Die Nutzung des Risikobegriffs als Folge einer Entscheidung eignet sich gut für die vorliegende Arbeit, weil sie den Fokus auf das Verhalten von Schneesportler/innen legt und damit zusammenhängende Entscheidungen von Bedeutung sind.

2.4 Begriff Einflussfaktoren

Nach Hafen (2013, S. 126) werden in der systemischen Prävention unter dem Begriff „Einflussfaktoren“ für Krankheiten unterschiedliche Belastungsfaktoren und Schutzfaktoren aufgeführt, welche eine Krankheit eher begünstigen oder verhindern. Die Präventionsarbeit erfolgt über die Bearbeitung dieser Einflussfaktoren, indem Belastungsfaktoren geschwächt oder entfernt werden und Schutzfaktoren gestärkt oder aufgebaut werden (S. 145). Für eine gute Anschlussfähigkeit an die in der Unfallprävention gängigen Begrifflichkeiten werden in dieser Master-Arbeit die Begriffe „Risikofaktor“ im Sinne eines risikoerhöhenden oder auch belastenden Faktors und „Schutzfaktor“ als risikomindernden Faktor verwendet.

Vom Begriff „Risikofaktor“ wird der Begriff „Risikoindikator“ unterschieden. Dazu ein Beispiel aus dem Bereich Snowpark: Der Einflussfaktor „Risikoeinschätzung“ kann in Bezug auf einen potenziellen Unfall risikoerhöhend wirken. Der Risikoindikator „10-19-Jährige“ weist lediglich auf ein Adressenmerkmal hin, bei dem eine erhöhte Anfälligkeit auf das Problem besteht (Hafen, 2013, S. 130). Risikoindikatoren werden in dieser Arbeit bei der Einflussfaktorenanalyse nicht miteinbezogen.

Im Hinblick auf die Einflussfaktorenanalyse über Unfälle in Snowparks können nach Hafen (2013, S. 127) folgende zwei Arten von Schutzfaktoren Erkenntnisse für die Unfallprävention bringen:

- Das Fehlen eines Schutzfaktors führt direkt zu einem Risikofaktor. Beispiel: Das Fehlen von ausreichender körperlicher Beinkraft für Landungen von Sprüngen in Snowparks führt direkt zum Risiko eines Sturzes.
- Das Fehlen eines Schutzfaktors hat nur dann Einfluss, wenn entsprechende Risikofaktoren vorhanden sind.

Beispiel: Der Schutzfaktor „Pausen zur Förderung der Konzentration einplanen“ hat erst dann einen Einfluss, wenn der Risikofaktor „nachlassende Konzentration“ eintrifft.

Risiko- und Schutzfaktoren können für eine gute Übersicht den vier Klassifizierungen Körper, Psyche, soziale Systeme und physikalisch-materielle Umwelten zugeordnet werden. Diese Klassifizierung gibt bei der Ausarbeitung von verhaltensbezogenen Risiko- und Schutzfaktoren einen geeigneten Orientierungsrahmen vor (Hafen, 2013, S. 128). Zum besseren Verständnis wird nachfolgend pro Kategorie ein Beispiel aus dem Bereich Snowparks aufgeführt:

- körperliche Einflussfaktoren (Beispiel: Kraft)
- psychische Einflussfaktoren (Beispiel: Risikoeinschätzung)
- soziale Einflussfaktoren (Beispiel: Gruppenverhalten)
- physikalisch-materielle Einflussfaktoren (Beispiel: Helm tragen)

2.5 Begriffe Verhaltens- und Verhältnisprävention

Um den vielen Präventionsmassnahmen eine Ordnung zu geben, unterscheidet Hafen (2013, S. 161) zwischen verhaltensorientierter und verhältnisorientierter Prävention. Die Verhaltensprävention richtet sich mit ihren Massnahmen direkt an die psychischen Systeme der Menschen, bei denen ein Problem verhindert werden soll. Mit der weiter oben eingeführten systemtheoretischen Sichtweise wird klar, dass das Verhalten der Personen von aussen nicht direkt verändert werden kann. Demnach soll bei der Ausarbeitung von Massnahmen in der Verhaltensprävention beachtet werden, dass die Zielgruppen sich durch Massnahmen im besten Fall hinsichtlich einer Verhaltensänderung selbst irritieren, informieren oder motivieren (S. 166). In der vorliegenden Arbeit wird dieses Wissen für die Diskussion der Ergebnisse aus den bestehenden Verhaltensregeln in Snowparks und bei den Empfehlungen relevant.

Bei der Verhältnisprävention (im Bereich der Gesundheitsförderung wird hierfür auch der Begriff „Settings“ benutzt) geht es um Veränderungen von sozialen oder physikalisch-materiellen Umwelten, die auf ein zukünftiges Problem einwirken können (Hafen, 2013, S. 162). Für eine erfolgreiche Präventionsarbeit ist bei einer Veränderung von sozialen Umwelten (z.B. Organisationen, Betriebe, Vereine, Familien, Gruppen) zu hoffen, dass sich die angesprochenen Menschen hinsichtlich dem gewünschten Ziel irritieren lassen.

Die World Health Organization WHO inkludiert verhaltensbezogene Faktoren im „Setting-Ansatz“ auf folgende Weise: „The place or social context in which people engage in daily activities in which environmental, organizational and personal factors interact to affect health and wellbeing“ (Don Nutbeam, 1998).

In dieser Master-Arbeit werden verhaltensbezogene Risiko- und Schutzfaktoren auf Unfälle in Snowparks zusammengetragen. Mit „verhaltensbezogen“ wird hier gemeint, dass die Einflussfaktoren auf Entscheidungen oder auf das Verhalten der Snowparknutzer/innen zurückgeführt werden können.

Mit der präventionstheoretischen Einordnung und der Klärung von Begriffen wie Prävention, Risiko, Einflussfaktoren sowie Verhaltens- und Verhältnisprävention wurde in diesem Kapitel eine theoretische Grundlage erstellt, auf die im Verlauf dieser Master-Arbeit Bezug genommen wird.

3 Problemstellung Unfälle in Snowparks

Gefolgt von einer Klärung der Begriffe Snowparks, Schneesport und Unfall wird in diesem Kapitel die Unfallsituation in Snowparks dargelegt. Die Unfalldatenanalyse zeigt auf, welchen Anteil die Unfälle in Snowparks im Schneesport allgemein einnehmen und wie diese Unfälle charakterisiert werden.

3.1 Begriffe Snowpark und Schneesport

Snowparks werden während den Wintermonaten in Schneesportgebieten meistens neben den Skipisten erstellt. Ein Snowpark kann aus beliebig vielen Elementen wie Sprünge, Jibs (künstliche Elemente), Half- und Quarterpipes sowie Cross-Strecken bestehen (Abbildung 2). Solche Elemente werden meistens auf einem Parkgelände aneinander gereiht und in ihrer Gesamtheit mit Begriffen wie Parkanlagen, Funparks, Terrainparks oder Snowparks bezeichnet (Weiler, 2013, S. 5-13, 73). Nach Dominic Götz betrieben im Jahr 2011 in der Schweiz 45 Skigebiete eigene Snowparks (2011, S. 7).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Snowpark Davos Jakobshorn (Foto: S. Aegerter)

Swiss Snowsports Association SSSA als Dachverband der Schneesportlehrer/innen, der Schweizer Ski- und Snowboardschulen, sowie der Schneesportverbände und –institutionen fasst unter dem Begriff Schneesport die Sportarten Ski, Snowboard, Skilanglauf und Telemark zusammen (Stephan Müller, 2010, S. 11). Weil im Snowpark das Langlaufen eher selten vorkommt und das Telemarkskifahren dem Skifahren zugeordnet werden kann, wird nachfolgend der Begriff Schneesport für die Sportarten Ski und Snowboard verwendet. Gemäss der Studie Sport Schweiz fahren von der Schweizer Wohnbevölkerung zwischen 15 – 74 Jahren 35.4 Prozent Ski und 5.1 Prozent Snowboard (Markus Lamprecht, Adrian Fischer & Hanspeter Stamm, 2014, S. 19). Dies entspricht in etwa 2‘195‘000 skifahrenden und 316‘000 snowboardenden Personen.

3.2 Begriff Unfall

Im Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ATSG vom 6. Oktober 2000, Art. 4, wird ein Unfall wie folgt beschrieben: „Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.“

3.3 Unfalldatenanalyse

Beim Schneesport verletzen sich im Durchschnitt jährlich über 65'000 Schweizer/innen (Niemann, Achermann Stürmer, Bianchi, Fahrni & Hayoz, 2013, S. 36). Die zwei wichtigsten Quellen für Analysen von Unfalldaten aus dem Schneesport sind: Die Unfallstatistik des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung UVG vom 20.03.1981 (Koordinationsgruppe für die Statistik der Unfallversicherung, 2014) und die Statistik der Verletztentransporte im Schneesport (Bianchi & Niemann, 2013).

Die Mitarbeiterin der Versicherungstechnik der Suva, Rahel Rüetschli, erklärt, dass in der Unfallstatistik UVG keine Daten über Unfälle in Snowparks vorhanden sind, weil der Unfallort Snowpark nicht erfasst wird (E-Mail vom 02.05.2014). In der Statistik der Verletztentransporte wird der Unfallort Snowpark aufgeführt. Die Angaben über Unfälle werden nur in Prozenten angegeben, weil nicht alle Skigebiete ihre Verletztentransporte erfassen. Die Statistik der Verletztentransporte im Schneesport wird hier als Datengrundlage hinzugezogen, weil sie die Unfallsituation in Snowparks am besten beschreibt.

Unfälle in Snowparks

Aus der Statistik der Verletztentransporte (Bianchi & Niemann, 2013, S. 10) geht hervor, dass sich die meisten Schneesportunfälle mit 81.8 Prozent auf der Piste ereignen (Tabelle 1). Der Unfallort Snowpark (Funpark, Boardercross, Halfpipe) steht beim Schneesport an zweiter Stelle mit einem Anteil von 7.4 Prozent, was jährlich über 4‘800 Unfällen von den gesamten 65‘000 Unfällen entspricht. In Snowparks verletzen sich unter allen Skifahrenden 5.2 Prozent, unter allen Snowboardenden 16.0 Prozent.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Anteil der Verletzten nach Unfallort (Bianchi & Niemann, 2013, S. 10)

Sprünge über Elemente oder Bodenwellen werden in Snowparks häufig und auf den Pisten gelegentlich ausgeübt. Wie in Tabelle 2 ersichtlich ist, wird unabhängig vom Unfallort der Unfallhergang „Selbstunfall nach Sprung“ beschrieben. Gemessen an den gesamten Schneesportunfällen verletzt sich dabei ein Anteil von 13.6 Prozent, was jährlich über 8‘800 Schneesportler/innen entspricht. Bei einem Selbstunfall nach einem Sprung verletzen sich 12 Prozent unter den Skifahrenden und 19.8 Prozent unter den Snowboardenden (Bianchi & Niemann, 2013, S. 10). Tabelle 3 zeigt, dass sich in Snowparks 77.2 Prozent aller Verletzungen aufgrund eines Sprungs ereignen.

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Tabelle 2: Anteil der Verletzten nach Hergang (Bianchi & Niemann, 2013, S. 10)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Anteil Verletzte im Snowpark nach Unfallhergang (Bianchi, 2014)

Aus Tabelle 4 ist zu entnehmen, dass 61.2 Prozent der Verletzten zwischen 10-19 Jahre alt sind, gefolgt von 21.1 Prozent, die zwischen 20-29-jährig sind. Bei der Einflussfaktorenanalyse wird im Kapitel 4.3 auf das Risikoverhalten von Jugendlichen Bezug genommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4: Anteil Verletzte im Snowpark nach Alter (Bianchi, 2014)

Studien aus den USA (Alison Brooks, Michael Evans & Frederick Rivara, 2010) und aus Kanada (Claude Goulet, Brent Hagel, Denis Hamel & Gilles Légaré, 2007) zeigen auf, dass Verletzungen von Unfällen in Snowparks generell schwerere Folgen nach sich ziehen als Verletzungen, die auf normalen Pisten geschehen. Als Grundlage beider Untersuchungen wurden mehrere tausend Unfallprotokolle der Pistenrettungsdienste aus den Jahren von 2000 bis 2005 verwendet.

Da sich diese Master-Arbeit mit verhaltensorientierten Einflussfaktoren auf Unfälle in Snowparks auseinandersetzt, wird hier auf eine weiterführende Thematisierung und Darstellung von Verletzungslokalisation und –arten verzichtet. Weil keine Angaben über die Expositionszeit von Snowparknutzer/innen zu finden sind, können weder Vergleiche noch Aussagen zum Unfall- oder Verletzungsrisiko in Snowparks gemacht werden.

Wie in diesem Kapitel gezeigt wurde, ist der Unfallort Snowpark mit seinem Anteil an den gesamten Unfällen im Schneesport relevant. Beim Hergang sind Unfälle nach einem Sprung von besonderem Interesse. Im Hinblick auf die Unfallsituation in Snowparks stellt sich nun die Frage, welche Faktoren diese Unfälle verursachen oder verhindern. Mit der Frage nach Einflussfaktoren setzt sich das nächste Kapitel in Form einer Literaturanalyse auseinander.

4 Literaturbezogene Einflussfaktorenanalyse

In einem ersten Schritt wird das Vorgehen für die Literaturanalyse beschrieben und mit Bezug zur Präventionstheorie eingegrenzt. Anschliessend folgen die Beschreibungen der Resultate aus der Literatur mit Exkursen über das Risikoverhalten von Jugendlichen und Verhaltensregeln in Snowparks. Eine zusammengefasste Darstellung der Einflussfaktoren ist im Kapitel 6.1 in der Tabelle 6 ersichtlich.

4.1 Vorgehen und Eingrenzung

Die Literaturrecherche wird von der Hauptfragestellung dieser Master-Arbeit: „Welche verhaltensbezogenen Risiko- und Schutzfaktoren beeinflussen Unfälle von Schneesportler/innen in Snowparks?“ geleitet. Wie von Martin Kornmeier (2013, S. 60) zur Erklärungsfrage vorgeschlagen, wurde dabei nach Zusammenhängen von Ursachen (hier sind damit die Einflussfaktoren gemeint) und Wirkungen (hier sind damit Unfälle gemeint) gesucht. Einflussfaktoren, die sich auf die Verhältnisse beziehen, werden nur berücksichtigt, wenn zum Verhalten der Schneesportler/innen ein konkreter Zusammenhang besteht (z.B. Einhalten von Regeln oder Tragen von Schutzausrüstung).

Bei der Suche nach Literatur wurden die Stichworte „Snowparks“, „Unfälle“, „Ski“, „Snowboard“, „Risikofaktoren“, „Schutzfaktoren“, „Snowpark-Verhaltensregeln“ in deutscher und englischer Sprache verwendet. Hinweise zu verhaltensbezogenen Einflussfaktoren liessen sich aus der Fachliteratur, aus Studien und aus Verhaltensregeln zusammentragen. Um den aktuellsten Stand des Wissens in die Arbeit einfliessen zu lassen, wurden vorwiegend neue Dokumente berücksichtigt.

Wie wir bei der präventionstheoretischen Einordnung in Kapitel 2 gesehen haben, erfolgt in der Prävention die Verhinderung von Problemen über die Bearbeitung von Einflussfaktoren. Da auch die Einflussfaktoren von deren Einflussfaktoren beeinflusst werden, haben wir es hier mit einem hoch komplexen Prozess zu tun. Aus systemtheoretischer Sichtweise ist eine Nennung von sämtlichen Einflussfaktoren beinahe unmöglich, weil sich die physischen, psychischen, sozialen und physikalisch-materiellen Systeme mit ihren jeweiligen Einflussfaktoren gegenseitig beeinflussen (Hafen, 2013, S. 129). Deshalb hat diese Arbeit keinen Anspruch auf eine komplette Aufführung von allen möglichen Risiko- und Schutzfaktoren.

4.2 Ergebnisse aus der Literatur

Nachfolgend werden die Befunde aus der Literatur zu den verhaltensbezogenen Einflussfaktoren auf Unfälle in Snowparks dargestellt. Verschiedene Quellen werden jeweils zu einem gemeinsamen Faktor zusammengeführt.

Risikoeinschätzung/Risikokompetenz

Im Sicherheitsdossier Unfallforschung Sport führen Bianchi und Brügger (2012) eine schlechte Risikoeinschätzung hauptsächlich auf zwei Gründe zurück: Die fehlende Erfahrung von Schneesportler/innen in Snowparks (S. 143) und die Unterschätzung des möglichen Unfallausmasses im Schneesport allgemein (S. 136).

Beim Einschätzen des eigenen Risikos tritt auch der Begriff der Eigenverantwortung in Erscheinung. Nach Müller (2010, S. 25) besteht die Eigenverantwortlichkeit im Schneesport darin, dass die Sportler/innen selbst die Verantwortung über ihre Entscheidungen tragen müssen. Dabei geht es um die Einschätzung der eigenen Verfassung und des Könnens, sowie um die Einschätzung der Situation im Snowpark. Der Begriff Risiko wird wie nach Luhmann (1991, S. 31) auch hier als Folge einer Entscheidung gesehen.

In ihren Ausführungen zur Risikokompetenz als Konzept der Informationsverarbeitung beschreibt Esther Walter (2014) den Begriff Risikokompetenz als kognitives, emotional-motivationales Konstrukt. Die Risikokompetenz wird als eine Gesamtheit von vielschichtigen inneren Prozessen betrachtet und in verschiedene Teilkompetenzen aufgeteilt: Wahrnehmungs- und Beurteilungskompetenz bilden zusammen das Gefahrenbewusstsein, Entscheidungs- und Handlungskompetenz bilden Selbststeuerungsfähigkeiten (Abbildung 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Risikokompetenz als kognitiver, emotional-motivationaler Informationsverarbeitungsprozess nach Walter (2014, S. 7)

Somit setzt eine Verbesserung der Risikokompetenz bei der Psyche des Menschen an, mit dem Ziel eines kompetenten und unfallpräventiven Umgangs mit Risiken.

Einschätzen der Anforderungen/Besichtigung

Bei ihren Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Schneesport-Risikotests der Suva schlagen Fischer, Lamprecht & Stamm (2013, S. 18) vor, dass die Einschätzung der Elemente in Snowparks über vorgängige Besichtigung und durch Beobachten von anderen Snowparknutzer/innen erfolgen könne.

Die bfu weist darauf hin, dass das Einschätzen der Anforderungen der Elemente in Snowparks für Unerfahrene auf fehlende Schwierigkeitsangaben zurückzuführen ist (Bianchi & Brügger, 2012, S. 143). Louis Carus (2013, S. 97) schlägt vor, dass die Schwierigkeit, der Zustand, die Gefahren und die benötigten Fertigkeiten für jedes einzelne Element im Snowpark an die Nutzer/innen kommuniziert werden sollte. Zudem könnte der Zugang zu speziell gefährlichen Elementen eingeschränkt werden. Auf diese zwei Befunde wird bei der Diskussion im Kapitel 7.2 nochmals Bezug genommen, weil sie auf die Verhältnisprävention hinweisen.

Fitness, körperliche Voraussetzung, Ermüdung

In einer Studie über Fallhöhen bei Sprüngen in Snowparks zeigen Andrew Swedberg und Mont Hubbard (2012, S. 132) auf, dass die Energie für eine Landung über den Körper, das Schneesportgerät oder den Schnee absorbiert werden muss. Je grösser die Sprünge und entsprechenden Energien bei der Landung sind, desto mehr muss über die Bein- und Rückenmuskulatur der Schneesportler/innen absorbiert werden (S. 133).

In ihren Resultaten aus der Unfallforschung im Schneesport allgemein zeigen Bianchi und Brügger (2012, S. 138) auf, dass die physische Kondition (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit), gutes Gleichgewicht und die Reaktionsfähigkeit für die Prävention von Unfällen von grosser Bedeutung sind. Weil bei längerer Ausübung von Schneesport Kraft, Gleichgewicht, Reaktion und Konzentration nachlassen, wird die Ermüdung als relevanter Risikofaktor beschrieben (S. 144).

In einer qualitativen Studie aus Kanada und Österreich mit Experten-/ Expertinnenbefragungen über intrinsische und extrinsische Risikofaktoren im alpinen Skirennsport stehen physische Aspekte im Vordergrund (Jörg Spörri, Josef Kröll, Günter Amesberger, Ollie Blake & Erich Müller, 2012). Die Experten/Expertinnen aus dieser Untersuchung empfinden den Fitnesslevel als beste Prävention von Verletzungen, weil sich somit auch die Reaktionszeit während der Fahrt verkürzt (S. 6).

Eine Befragung aus Spanien zeigt auf, dass auch Snowparknutzer/innen selbst die körperliche Ermüdung und mangelnde Fitness als Gründe für Unfälle in Snowparks betrachten (Carus, 2013, S. 95, 97).

Aufwärmen

Bianchi und Brügger (2012, S. 150) beziehen sich in ihrer Forschungsarbeit auf die wissenschaftliche Literatur, wonach Verletzungen vermieden werden können, wenn vor der sportlichen Aktivität der Körper aufgewärmt und die Psyche auf die bevorstehende Fahrt eingestimmt wird. Auch die Befragung aus Spanien zeigt auf, dass Snowparknutzer/innen fehlendes Aufwärmen als ein Grund für Unfälle betrachten (Carus, 2013, S. 97).

Fahrkönnen, Fahrfertigkeiten, Technik

Geringe Fertigkeiten der Schneesportler/innen in Snowparks erwähnt die bfu als Risikofaktor für Unfälle in Snowparks (Bianchi & Brügger, 2012, S. 143). Auf dieselbe Erkenntnis kommt die Befragung von Schneesportler/innen aus Spanien. Als Schutzfaktor werden obligatorische Sportlektionen für Sprünge und Landungen vorgeschlagen (Carus, 2013, S. 97).

In einer Fall-Kontroll-Studie über Verletzungen in Snowparks aus Kanada wurde jedoch das Gegenteil aufgezeigt: Einsteiger/innen verletzten sich signifikant weniger als fortgeschrittene Fahrer/innen (Kelly Russell et al., 2014, S. 3). Dies steht auch im Gegensatz zu Befunden zum Schneesport auf den Pisten im Allgemeinen, nach dem sich Anfänger/innen häufiger verletzen als Geübte (Bianchi & Brügger, 2012, S. 139). Aus einer Fall-Kontroll-Studie aus Kanada geht hervor, dass sich Könner/innen in Snowparks dafür eher schwerer verletzen als Einsteiger/innen oder Fortgeschrittene (Goulet, Hagel, Hamel & Légaré, 2007, S. 403).

In ihrer Expertise über Skiausrüstung und Knieverletzungen halten Veit Senner, Stefan Lehner, Michaela Nusser und Frank Michel (2014) fest, dass Verletzungen am Kniegelenk beim Skifahren am häufigsten vorkommen (S. 11). Sie untersuchten neue Mechanismen der Bindungsauslösung zu Gunsten der Prävention von Kniegelenksverletzungen, damit sich Skibindungen bei starken Belastungen vor Verletzungseintritt lösen (S. 16, 17). Die noch fehlende „Auslösung bei zentralem Rückwärtssturz und bei Landung auf dem Ski-Ende“ (S. 130) stellt ein Problem dar, weil eine Verlagerung des Körperschwerpunkts nach hinten bei der Landung zu Verletzungen im Kniegelenk führen kann. Diese Erkenntnis ist von Interesse, weil die Auslösebindung bei diesem Unfallhergang an ihre Grenzen stösst. Aus der unfallpräventiven Sicht ist es deshalb wichtig, dass Schneesportler/innen korrekt landen können. Durch das Trainieren von Sprung-Fertigkeiten (Technik) kann auf gute Landungen Einfluss genommen werden.

Im Konzept „Smart-Style“ wird darauf hingewiesen, dass Snowparknutzer/innen beim Fahren im Snowpark nicht in Rücklage geraten sollen (http://www.snowparksafety.org, gefunden am 18.06.2014). In ihrem Lehrmittel „Ski Styler 1.05, Park & Pipe 4 Skiers“ weisen Jörg Roten und Alex Languetin (2014, S. 2) bei den Ausführungen zur Sicherheit darauf hin, dass stets versucht werden soll, das Gleichgewicht im Flug zu halten.

Um bei Sprüngen in Snowparks in der optimalen Landezone (Abbildung 4) zu landen, kann gemäss James McNeil (2011) die Flugweite durch die Art des Absprungs mit den Beinen beeinflusst werden. Demnach führt starkes Abstossen mit den Beinen zu grösserer Flugweite und ein schwächerer Absprung zu geringerer Flugweite (S. 12). Diese technische Fähigkeit kann als Schutzfaktor betrachtet werden, weil dadurch optimalere Landungen in der vorgesehenen Landezone erzeugt werden können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Elemente eines Sprung-Elements nach Weiler (2013, S. 23).

Geschwindigkeit/Absprunggeschwindigkeit

Eine Studie aus den USA befasst sich mit dem Zusammenhang von Geschwindigkeiten und Flugweiten über Sprung-Elemente. Bei den Messungen von Sprüngen geht hervor, dass eine Mindestgeschwindigkeit je nach Grösse des Sprung-Elements erreicht werden muss, damit Schneesportler/innen die Landezone sicher erreichen und so weder zu kurz noch zu weit fliegen. Es konnte jedoch kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit beim Absprung und der erreichten Flugweite aufgezeigt werden. Es wird vermutet, dass auch die Art des Absprungs mit den Beinen die Flugweite beeinflusst. Die Ausrechnungen wurden mit dem Wissen aus der Ballistik, der Lehre der Bewegung geworfener Körper, Bezug vorgenommen (Jasper Shealy, Irving Scher, Lenka Stepan & Erin Harley, 2010, S. 181-183). Aus diesen Resultaten lässt sich ableiten, dass die gewählte Geschwindigkeit sowie die Art des Absprungs einen Einfluss auf die sichere Landung in der Landezone haben können.

In einer weiteren Studie von Mont Hubbard (2008, S. 8) über Landezonenformen und Aufschlaggeschwindigkeiten wird auf die richtige Geschwindigkeit als Einflussfaktor für optimale Landungen hingewiesen. Die falsche Absprunggeschwindigkeit als Risikofaktor erwähnen Andrew Swedberg und Mont Hubbard (2012, S. 133) in einer weiteren Studie über Fallhöhen bei Sprung-Elementen.

Louis Carus (2013, S. 95) zeigt in seiner Studie auf, dass Schneesportler/innen die gefahrene Geschwindigkeit als ein Grund für Unfälle in Snowparks betrachten. Es fehlt jedoch eine Beschreibung über zu schnelle oder zu langsame Tempi.

Gewählte Bewegungsform, Trick

In Lehrunterlagen von Swiss Snowsports betrachten Domenic Dannenberger, Pius Disler, Pierre Pfefferlé, Matthias Plüss, Urs Rüdisühli, Mauro Trerribilini und Riet Campell (2004) das Thema Sicherheit aus der Sicht des Lehrenden sowie des Lernenden. Eine Situation im Schneesport sicher und erfolgreich zu bewältigen, kann durch die Wahl einer einfacheren Bewegungsform geschehen. Der Hinweis „eine einfachere Form wählen“ wird dabei an die Lehrpersonen und die Lernenden gleichzeitig gerichtet (S. 9). Weil in Snowparks die Elemente mit vielen einfachen oder schwierigeren Bewegungsformen gefahren werden können, stellt dieser Hinweis für die Unfallprävention einen Schutzfaktor dar.

Eine Befragung aus Spanien zeigt auf, dass Snowparknutzer/innen die Bewegungsform sowie das Erwerben von neuen Bewegungsformen als Gründe für Unfälle betrachten (Carus, 2013, S. 97).

Einfluss von Alkohol und/oder Drogen

Bianchi und Brügger (2012, S. 146) erachten Alkohol beim Schneesport als Risikofaktor, weil durch den Konsum die Reaktionszeit, das Gleichgewicht, die Konzentration, die Bewegungskoordination, die Risikowahrnehmung und die Selbsteinschätzung beeinträchtigt wird. Der Befragung aus Spanien ist zu entnehmen, dass Snowparknutzer/innen den Einfluss von Alkohol und Drogen als ein Grund für Unfälle betrachten. Als Lösung für dieses Problem schlägt Carus (2013, S. 97) entsprechende Kontrollen im Snowpark vor. Auf diesen Befund wird bei der Diskussion im Kapitel 7.2 nochmals Bezug genommen, weil er auf die Verhältnisprävention hinweist.

Vorgängige Verletzung

In einer Fall-Kontroll-Studie aus Kanada über Verletzungen in Snowparks wurde aufgezeigt, dass die Chance einer erneuten Verletzung für Snowparknutzer/innen mit vorgängiger Verletzungserfahrung signifikant geringer ausfällt (Kelly Russell et al., 2014, S. 3).

Tragen von Helm, Handgelenkschoner und Rückenschutz

In einer Meta-Analyse zeigen Kelly Russell, Josh Christie und Brent Hagel (2010, S. 338) auf, dass durch das Tragen eines Helms im Schneesport das Risiko einer Kopfverletzung um 35 Prozent reduziert wird. Aufgrund ihrer Forschungsergebnissen weisen Bianchi und Brügger (2012, S. 144) darauf hin, dass alle Schneesportler/innen Helme tragen sollen. Die bfu erwähnt, dass ein Schneesporthelm das Risiko einer Verletzung des Schädels reduziert (Othmar Brügger, Giannina Bianchi, David Schulz, Ruppert Kisser & Wim Rogmans, 2010, S. 8).

Ein Handgelenkschoner kann rund jede zweite Verletzung in seinem Schutzbereich verhindern (Kelly Russell, Brent Hagel & Louis Hugo Francescutti, 2007, S. 149). Bianchi und Brügger empfehlen deshalb das Tragen von Handgelenkschoner, unter der Voraussetzung, dass der Schoner das Handgelenk vor Überstreckung schützt und Stösse abdämpft (2012, S. 142). So ist davon auszugehen, dass nicht alle Schoner diesen Anforderungen entsprechen.

Nach Bianchi und Brügger können Rückenprotektoren bedingt vor Prellungen und Frakturen am Rücken schützen oder die Verletzungsschwere am Rücken vermindern (2012, S. 149).

4.3 Risikoverhalten von Jugendlichen

Unter den Verletzten im Snowpark ist gemäss Statistik der Verletztentransporte (Bianchi & Niemann, 2013) die Altersgruppe Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren mit über 60 Prozent am stärksten vertreten (Tabelle 4 in Kapitel 3.3). Aus diesem Grund erscheint es hier sinnvoll, einen Blick auf das allgemeine Risikoverhalten von Jugendlichen zu werfen, um daraus Risiko- und Schutzfaktoren für Snowparknutzer/innen abzuleiten.

Suche nach Stimulation durch ungewohnte Körperlagen und intensive Erlebnisse (Sensation Seeking)

Bei ihren Ausführungen zum Risikosport unter Jugendlichen bringt Astrid Mehr (2007) Risikosport in Verbindung mit der Befriedigung eines Bedürfnisses nach Stimulierung durch ungewohnte Körperlagen und nur beschränkt vorhersehbaren Situationen (zit. in Jürgen Einwanger, 2007, S. 55). Solche und ähnliche Stimulationen werden von Jugendlichen häufig gesucht (S. 56). Sie geniessen dabei Erfolgserlebnisse, die über Wahrnehmung eigener Kompetenzen und Selbstwirksamkeit entstehen (S. 57).

In ihren Persönlichkeitstheorien über jugendliches Risikoverhalten beschreiben Wilibald Ruch und Marvin Zuckerman (2001) das Persönlichkeitsmerkmal Sensation Seeking mit Bedürfnissen nach variierenden sowie intensiven Erlebnissen. Gesundheitliche Einbussen werden bei der Risiko-, Gefahren- und Abenteuersuche im Schneesport bewusst akzeptiert, um als Belohnung Erlebnisse oder Sensationen wahrzunehmen (zit. in Jürgen Raithel, 2004, S. 127-130). Aus der Sicht des gesamten Lebens eines Menschen kann der Risikofaktor Sensation Seeking gleichzeitig auch ein Schutzfaktor sein, weil selbstwertstärkende Erfahrungen und das Lernen von Eigenverantwortung einen Beitrag zur positiven Lebensentwicklung leisten.

Gruppendruck, Einfluss der Bezugsgruppe (Peer Influences)

Eine jüngere amerikanische Studie von Dustin Albert, Jason Chein und Laurence Steinberg (2013) zeigt auf, dass im Gegensatz zu Erwachsenen in der Adoleszenz die Anwesenheit von gleichaltrigen Freunden zu risikoreicheren Entscheidungen führen kann, als wenn keine Bezugsgruppenmitglieder (englischer Ausdruck: Peers) dabei sind. Als Grund dafür wird das Belohnungssystem im Gehirn genannt.

In einer Befragung von Schneesportler/innen zum Risikoverhalten und Gruppendruck wurde die Frage gestellt, ob sie sich herausgefordert fühlen, wenn ein Kollege oder eine Kollegin einen besseren Sprung steht oder die schönere Kurve fährt (Othmar Brügger, Monique Walter & Valdimir Sulc, 2005, S. 50). Unter den 15-19-Jährigen gaben 57 Prozent der Männer und 33 Prozent der Frauen an, dass sie sich herausgefordert fühlen und versuchen noch besser zu sein als die Kollegen/Kolleginnen.

Nach Steinberg (2008, S. 13) erhöht sich das Risikoverhalten in der Pubertät aufgrund von Veränderungen im sozio-emotionalen System des Gehirns. Es zeichnet sich in diesem Alter ein erhöhtes Streben nach Belohnung ab, insbesondere bei der Anwesenheit von Bezugsgruppenmitgliedern. Beim Erwachsenen entwickelt sich das kognitive Kontrollsystem im Gehirn hinsichtlich besserer Möglichkeit zur Selbstregulierung.

Bei ihren Einschätzungen für die Weiterentwicklung des Schneesport-Risikotests der Suva schlagen Fischer, Lamprecht & Stamm (2013, S. 18) vor das Gruppenverhalten von Snowparknutzer/innen und die Selbstdarstellung gegenüber anderen zu thematisieren indem für den Risikotest Fragen und Antworten auf diese Einflussfaktoren entwickelt werden.

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Ende der Leseprobe aus 99 Seiten

Details

Titel
Verhaltensbezogene Einflussfaktoren auf Unfälle in Snowparks
Hochschule
Hochschule Luzern
Note
47 von 48 möglichen Punkten
Autor
Jahr
2014
Seiten
99
Katalognummer
V303559
ISBN (eBook)
9783668017344
ISBN (Buch)
9783668017351
Dateigröße
1394 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Zusammenfassende Beurteilung der Hochschule Luzern: Eine hervorragende Arbeit ohne eigentliche Schwächen. Dem Autor gelingt es, theoretische Grundlagen mit empirischen Befunden und Praxiswissen zusammenzubringen und daraus wertvolle Empfehlungen abzuleiten. Der Aufbau der Arbeit ist ebenso gut gelungen, wie die formale Gestaltung korrekt ist. (Anhang B:„Tonaufnahmen der Interviews auf DVD/CD“ nicht im Lieferumfang enthalten)
Schlagworte
Snowpark, Terrainpark, Unfall, Ski, Snowboard, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Einflussfaktoren, Verhalten, Sicherheit
Arbeit zitieren
Samuli Aegerter (Autor), 2014, Verhaltensbezogene Einflussfaktoren auf Unfälle in Snowparks, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303559

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