Im ersten Teil der Arbeit wird Hochsensibilität allgemein erklärt und im Speziellen werden hochsensible Kinder aus der Sicht der Lehrperson thematisiert, wobei das Erkennen von Hochsensibilität und die Bedürfnisse hochsensibler Kinder im Unterricht im Vordergrund stehen.
Im zweiten Teil wird erörtert, warum Menschen dazu neigen, andere zu kategorisieren („Schubladendenken“) und welche Gefahren dahinter stecken. Das Entstehen und Ändern von Einstellungen und Vorurteilen wird beleuchtet. Es wird der Frage nachgegangen, unter welchen Umständen eine Aufklärung über Hochsensibilität positive Auswirkungen haben sollte und warum sie auch Schwierigkeiten bereiten könnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Begriffs
3. Stand der Forschung
3.1 Geschichtlicher Hintergrund
3.1.1 Temperamentsforschung
3.1.2 Carl Gustav Jung (1875 – 1961)
3.1.3 Iwan Pawlow (1849 - 1936)
3.1.4 Alice Miller (1923 – 2010)
3.1.5 Jerome Kagan (geb. 1929)
3.2 Aktuelle Forschungen
3.2.1 Elaine Aron
3.2.2 Lena Blumentritt (geb. 1984)
3.3 Fazit
4. Leitfragen
5. Darstellung des Phänomens
5.1 Arbeit des Zentralnervensystems
5.1.1 Wahrnehmung im Gehirn
5.1.2 Verhaltensaktivierungs- und Verhaltenshemmsystem
5.1.3 Einteilung von Menschen nach der Reizverarbeitung im Gehirn
5.2 Entstehen von Hochsensibilität
5.3 Persönlichkeitsmerkmale von HSM
5.3.1 Sinneswahrnehmungen
5.3.2 Überreizbarkeit
5.3.3 Schüchternheit
5.3.4 Introversion versus Extraversion
5.3.5 Innenwelt, Intuition
6. Hochsensible Kinder in der Grundschule
6.1 Gründe für eine besonderen Umgang mit hochsensiblen
6.2 Diagnose von Hochsensibilität bei Kindern
6.3 Wesenszüge von hochsensiblen Kindern
6.4 Bedürfnisse hochsensibler Kinder und Strategien für den
6.4.1 Hilfreiche Maßnahmen um den Lernerfolg hochsensibler Kinder zu erhöhen
6.4.2 Hochsensible Kinder im sozialen Kontext der Klasse
6.5 Hochsensibilität und Hochbegabung
6.6 Hochsensibilität und ADS
7. Einstellungen und Vorurteile im Bezug auf Hochsensibilität
7.1 Gründe für Vorurteile, Einstellungen und Stereotype
7.2 Erwartungen und ihr Einfluss auf unsere Wahrnehmung
7.3 Einstellungen, Entstehung und Veränderung
7.3.1 Entstehen von Einstellungen
7.3.2 Änderung von negativen Einstellungen
7.4 Gesellschaft und Hochsensibilität
7.5 Förderliche Aufklärungsarbeit
7.5.1 Eltern
7.5.2 Hochsensible Kinder
7.5.3 Klasse
7.5.4 Kollegen
8. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Hochsensibilität im Kontext der Grundschule mit dem Ziel, Strategien für Lehrkräfte zu entwickeln, um hochsensible Kinder angemessen zu unterstützen und eine Stigmatisierung durch falsche Kategorisierung zu vermeiden.
- Neurobiologische Grundlagen der Reizverarbeitung
- Persönlichkeitsmerkmale hochsensibler Menschen
- Pädagogische Maßnahmen zur Förderung von Lernerfolg
- Umgang mit Vorurteilen, Einstellungen und Stereotypen
- Soziale Integration und Beziehungsgestaltung in der Klasse
Auszug aus dem Buch
5.1.2 Verhaltensaktivierungs- und Verhaltenshemmsystem
„Eine Reihe von Wissenschaftlern glaubt, dass es im Gehirn zwei Systeme gibt und dass das das (sic!) Verhältnis beider zueinander eng mit Sensibilität verknüpft ist.“ (Nelson, o. E. zit. n. Aron E. N., 2013, S. 61). Das Verhaltensaktivierungssystem sorgt dafür, dass wir uns auf die Dinge zubewegen und wissbegierig, unerschrocken und impulsiv handeln. Die Aktivierung von äußerem Verhalten hemmt inneres Verhalten und umgekehrt (vgl. Trappmann-Korr, 2010, S. 111). Das Verhaltenshemmsystem bewirkt, dass wir vorsichtig, wachsam und aufmerksam sind. Es nimmt Reize wahr und vergleicht sie mit früheren Erlebnissen (vgl. Aron E. N., 2013, S. 61-62). Aron plädiert auch dafür, dass die negativ besetzte Bezeichnung „Verhaltenshemmsystem“ durch „Achtsamkeitssystem“ ersetzt wird.
Trappmann-Korr (2010, S. 113-114) unterscheidet darauf basierend zwei Gruppen von Menschen: Menschen mit größerem Anteil des Verhaltensaktivierungssystems bezeichnet sie als „Handler“ und Menschen mit einem größeren Anteil des Verhaltenshemmsystems als „Denker“. Hochsensible Menschen gehören zum größten Teil in die Gruppe der Denker. Ihre Reizoffenheit verstärkt diese Verhaltenstendenz noch.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz der Hochsensibilität im wissenschaftlichen Diskurs und definiert das Ziel der Arbeit, Strategien für den pädagogischen Umgang zu finden.
2. Definition des Begriffs: Dieses Kapitel klärt die unterschiedlichen Terminologien und entscheidet sich für den Begriff „Hochsensibilität“ als gängige Bezeichnung für eine hohe sensorische Verarbeitungssensitivität.
3. Stand der Forschung: Es werden geschichtliche Hintergründe der Temperamentsforschung sowie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse von Forschern wie Elaine Aron und Lena Blumentritt zusammengetragen.
4. Leitfragen: Die Leitfragen fokussieren auf Möglichkeiten für Lehrkräfte zur Unterstützung hochsensibler Kinder sowie auf die Entstehung von Einstellungen und Vorurteilen gegenüber dem Phänomen.
5. Darstellung des Phänomens: Ein tiefer Einblick in die neurobiologische Reizverarbeitung, das Entstehen von Hochsensibilität und spezifische Persönlichkeitsmerkmale hochsensibler Menschen.
6. Hochsensible Kinder in der Grundschule: Ein zentrales Kapitel über praktische Strategien für den Unterricht, Diagnosemöglichkeiten, den Umgang mit Fehlerkorrektur sowie soziale Aspekte wie Freundschaftsgestaltung.
7. Einstellungen und Vorurteile im Bezug auf Hochsensibilität: Untersuchung der Mechanismen der Einstellungsbildung, der Auswirkungen von Stereotypen und der Bedeutung von Aufklärungsarbeit in Schule und Gesellschaft.
8. Resümee: Eine abschließende kritische Reflexion der eigenen Forschungsergebnisse und des Erkenntnisgewinns im Hinblick auf einen wertschätzenden Umgang mit allen Kindern.
Schlüsselwörter
Hochsensibilität, Grundschule, Reizverarbeitung, Pädagogik, Temperament, Verhaltenshemmsystem, Einstellungsänderung, Stigmatisierung, Achtsamkeitssystem, Lehrerrolle, soziale Kompetenz, Selbstwertgefühl, Inklusion, Neurobiologie, Vorurteile
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Hochsensibilität bei Kindern in der Grundschule und untersucht, wie Lehrkräfte diese Kinder optimal fördern können, ohne sie durch vorschnelle Etikettierung zu stigmatisieren.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit deckt ein breites Spektrum ab: von neurobiologischen Grundlagen der Reizverarbeitung über die Besonderheiten hochsensibler Persönlichkeitsmerkmale bis hin zu sozialpsychologischen Aspekten wie der Entstehung von Vorurteilen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften fundierte Strategien für den Schulalltag an die Hand zu geben, damit hochsensible Kinder erfolgreich am Unterricht teilnehmen können, während gleichzeitig das Umfeld für deren Bedürfnisse sensibilisiert wird.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich primär auf eine tiefgehende Literaturrecherche wissenschaftlicher Publikationen (insbesondere Arbeiten von Elaine Aron) sowie ergänzend auf populärwissenschaftliche Quellen und eigene Erfahrungen aus der Schulpraxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben einer theoretischen Einordnung des Phänomens praktische Handlungsansätze für den Unterricht diskutiert, inklusive Tipps für die Leistungsbeurteilung, die Klassenführung und die Aufklärungsarbeit mit Eltern und Kollegen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Hochsensibilität, Grundschule, Reizverarbeitung, pädagogische Strategien, Einstellungsbildung, soziale Integration und wertschätzender Umgang.
Welche Rolle spielt die „passive Selbststeuerung“ bei hochsensiblen Kindern?
Die Autorin identifiziert eine Gruppe von Kindern mit passiver Selbststeuerung, die sich der Situation nicht entziehen können und daher ein hohes Risiko für Überstimulation tragen, weshalb sie besonders achtsame Unterstützung durch Lehrkräfte benötigen.
Warum warnt die Autorin vor dem „Schubladendenken“ in der Aufklärungsarbeit?
Die Arbeit warnt, dass eine Aufklärung über Hochsensibilität nicht dazu führen darf, Kinder als „Objekte“ von Genen oder Hormonen zu betrachten, da dies die individuelle Einzigartigkeit verkennt und die Eigenverantwortung mindert.
- Arbeit zitieren
- Elisabeth Furtner (Autor:in), 2014, Hochsensibilität. Eine weitere Schubladisierung oder Hilfe zum besseren Verständnis von Kindern in der Grundschule?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303572