kitaFLEX. Praxisleitfaden für die Entwicklung von Zentren für bedarfsgerecht-flexible Öffnungszeiten (ZbfÖ)


Projektarbeit, 2015

188 Seiten


Leseprobe

INHALT UND AUFBAU des Praxisleitfadens

Inhalt / Grußworte

Grußwort Institut für Sozialforschung und berufliche Weiterbildung gGmbH
Grußwort Fachbeirat kitaFLEX

WEGWEISER: „Komm‘ mit, ich zeige dir, …

… wie der Praxisleitfaden aufgebaut ist
… welche Etappenziele erreicht werden können (Checkliste)
… wo Vorreiter in M-V zu finden sind

HERAUSFORDERUNG: Forum für Praxisfragen

Annäherung an einen (neuen) Begriff
Praxisfrage 1: Was sind bedarfsgerecht-flexible Öffnungszeiten?

Gesetzliche Rahmenbedingungen im Überblick
Praxisfrage 2: Welche gesetzlichen Grundlagen sind zu beachten?

Bedarfe als Herausforderung und Chance
Praxisfrage 3: Welche Öffnungszeiten können Eltern aktuell nutzen?
Praxisfrage 4: Wie lassen sich Bedarfe erkennen und systematisch entwickeln?
Praxisfrage 5: Wie kann das eigene Angebot überprüft werden?

Gemeinsam für die Idee einstehen
Praxisfrage 6: Wie gelingt es, alle Beteiligten für die Idee zu begeistern und die Motivation ständig aufrechtzuerhalten?

UMSETZUNG: Handlungsoptionen zum kreativen Nachahmen

Praxisfrage 7: Welche konkreten Schritte führen zu bedarfsgerecht-flexiblen Öffnungszeiten in der eigenen Einrichtung?
Praxisfrage 8: Welche Synergien können sich durch die Zusammenarbeit mit Kindertagespflegepersonen ergeben?
Praxisfrage 9: Welche Möglichkeiten bestehen für die Kooperation mit Unternehmen?
Praxisfrage 10: Welche Flexibilitätsmodelle sind aus anderen Bundesländern bekannt?

CHANCE: Forum für Praxisfragen

Zu guter Letzt – Unsere Schlussbetrachtungen für Sie
Ausgewählte Umsetzungsmodelle

Praxishilfen für Sie

Quellen / Impressum

Literaturverzeichnis
Bestellformular für Lieferung im Ordnerformat
Impressum

Grußwort Institut für Sozialforschung und berufliche Weiterbildung gGmbH

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

möchten Sie als Mutter oder Vater, als Oma oder Opa oder auch als naher Angehöriger Ihre Kleinsten bereits um 05:00 Uhr in die KITA bringen oder an manchen Tagen erst um 20:00 Uhr abholen? Möchten Sie, dass Ihre Kinder sogar eine Übernachtbetreuung in Anspruch nehmen müssen? - Es braucht nur ein kurzes Zögern, um dann instinktiv zu antworten: „Nein, das möchte ich eigentlich nicht!“ So wie Ihnen geht es vielen Familien…

Dennoch gibt es Bedingungen, die Eltern eine andere Entscheidung abverlangen: der Wunsch, den eigenen Lebensunterhalt zu sichern; das Bedürfnis, mit einem oder mehreren Kindern auch berufliche Erfüllung zu finden; Arbeitsfelder, die keine geregelten Arbeitszeiten zulassen; Partnerinnen und Partner, die außerhalb arbeiten und deshalb für eine Unterstützung nicht in Frage kommen; Erziehungsverantwortung, die man allein trägt…

Diese und viele andere Gründe sind es, die in den zurückliegenden Jahren zu gesetzlich legitimierten Veränderungen in der Kindertagesförderung geführt haben. Mit der Flexibilisierung von Öffnungszeiten haben Kindertagesstätten auf konkrete Bedarfe von Eltern reagiert und dadurch zu einer Entlastung von Familien und Unternehmen beigetragen.

Zugleich haben Träger und Einrichtungen damit ein Feld beschritten, das in der gesamten Gesellschaft hoch emotional diskutiert wird. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht der Aushandlungsprozess zwischen der Sicherung des Kindeswohls und den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Berechtigt sind dabei die Fragen nach den Grenzen und langfristigen Wirkungen der Flexibilisierung auf die gesunde Entwicklung unserer Kinder, nach politischen Rahmenbedingungen, die das System Familie braucht. Und noch längst sind nicht alle Schätze gehoben, die eine familienfreundliche Unternehmenspolitik zur Lösung des Spannungsfeldes beitragen könnte.

Angesichts der Komplexität des Themas gibt es auf all‘ diese Fragen keine einfachen Antworten, aber es lohnt sich, auf Lösungsansätze im Land zu schauen, diese weiterzuentwickeln und zur kreativen Nachahmung zu empfehlen. Dieser Aufgabe sind wir mit dem vorliegenden Praxisleitfaden „Flexibel miteinander fördern“ gern nachgekommen.

Als Macherinnen wünschen wir uns deshalb, dass Sie sich durch die inhaltlichen Beiträge angesprochen fühlen, Unterstützung für Ihre tägliche Arbeit finden und uns an Ihren Eindrücken teilhaben lassen.

Herzlichst, Ihre Grit Thiede-Reichel (Geschäftsführerin)

WEGWEISER: Komm‘ mit, ich zeige dir, …

… wie der Praxisleitfaden aufgebaut ist

… mit diesem munteren Willkommensgruß möchten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, an unseren Vorüberlegungen zum Aufbau des Praxisleitfadens teilhaben lassen und Ihnen dadurch eine leichtere Handhabung ermöglichen:

Gewohntes aufgreifen

Aufgrund Ihrer Erfahrungen mit dem Ihnen zunehmend mehr vertrauten Arbeitsinstrument „Bildungskonzeption für 0- bis 10-jährige Kinder in Mecklenburg-Vorpommern“[1] haben wir uns entschieden, den Praxisleitfaden ebenso in einem Ordner aufzubereiten. Dieser bietet zudem die Möglichkeit, unkompliziert und schnell mit geplanten Aktualisierungs-, Nachund Ergänzungslieferungen zu arbeiten. Darüber hinaus können Sie Ihre eigenen Gedanken, Prozesse oder auch interessante Fachtexte zusätzlich einordnen.

Orientierungshilfen

Der Inhalt des Praxisleitfadens gliedert sich in die Rubriken: Wegweiser – Herausforderung – Umsetzung – Chance und Hilfe.

Checkliste

Innerhalb der Rubrik „Wegweiser“ finden Sie neben dem Inhaltsverzeichnis eine Checkliste, die Ihnen zunächst einen Gesamtüberblick über die im Handbuch aufbereiteten Praxisfragen vermittelt. Diese Checkliste können Sie zugleich als Wegbegleiter für eigene Veränderungsprozesse in Ihrer Einrichtung nutzen.

Ausgewählte Vorreiter in M-V

Parallel dazu lernen Sie acht Kindertageseinrichtungen aus Mecklenburg- Vorpommern kennen, die sich aufgrund eigener Praxiserfahrungen im Rahmen des Projektes an Interviews, Vor-Ort-Besuchen und erfahrungsgeleiteten Workshops beteiligt haben.

Interaktivität

Innerhalb der Rubriken „Herausforderung“ und „Umsetzung“ laden wir Sie zu einem „Forum für Praxisfragen“ ein. Inhaltlich orientieren wir uns dabei an Fragen, die uns in der Praxis immer wieder begegnet sind. Methodisch ist es uns wichtig, Ihnen Raum zu geben für die eigene Auseinandersetzung mit dem Thema und die Reflexion Ihrer Arbeitserfahrungen. Aus diesem Grund haben wir in einigen Texten interaktive Mitmachfragen platziert.

Beteiligung

Eine Zusammenführung unserer Arbeitsergebnisse anhand von strategischen Empfehlungen finden Sie unter der Rubrik „Chance“. Hierbei sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass sich einzelne dieser Empfehlungen zeitnah und ohne großen Aufwand umsetzen lassen. Einige andere Schlussbetrachtungen werden dagegen nur durch ein klares politisches Bekenntnis und die Beteiligung unterschiedlicher Akteure auf Landes- und kommunaler Ebene sowie unter Einbindung von Eltern und Unternehmen umsetzbar sein. Schauen Sie doch am besten gleich, wie Sie sich einbringen können!

Hilfen für die Praxis

Ihre Arbeit unterstützen sollen die unter „Hilfe“ aufbereiteten Praxishilfen. Hier finden Sie Fragebögen, Checklisten, Übersichten usw., die als Anregung für Ihre Praxis dienen und die Sie bedarfsweise auf Ihre Besonderheiten anpassen können.

Mutmacher

Manche dieser Praxishilfen sind ziemlich umfangreich und erfordern eine dezidierte Auseinandersetzung. Wir möchten Sie deshalb ermuntern, zunächst auch kleine Schritte damit zu gehen und diese dann sukzessive auszubauen.

Mehrwert

Einzelne Dokumente sind großformatig aufbereitet. Das bietet Ihnen die Chance, diese auch für andere Zwecke, wie z. B. zum Präsentieren und Entwickeln weiterer Ideen, einzusetzen.

Offenheit

Sie werden feststellen, dass wir innerhalb des Praxisleitfadens nicht mit Seitenzahlen arbeiten. Diese Form haben wir deshalb gewählt, um bei den avisierten Aktualisierungs- und Ergänzungslieferungen ein unproblematisches Austauschen und Hinzufügen einzelner Seiten zu gewährleisten. Als Orientierungshilfe dienen deshalb entsprechende farbliche Zuordnungen.

Unterstützung

Wenn Sie an weiteren Materialien interessiert sind, benutzen Sie gern das als Anlage beigefügte Bestellformular. Selbstverständlich sind wir auch über alle anderen angegebenen Kontaktwege für Sie erreichbar.

Nun lassen Sie sich mitnehmen von den lebendigen, farbenfrohen Kinderfiguren in die Welt der bedarfsgerecht-flexiblen Kindertagesförderung. Nicht alle Fragen werden dabei eine abschließende Antwort finden. Verstehen Sie deshalb unseren Praxisleitfaden als ein Angebot zur kreativen Auseinandersetzung, zum Weiterentwickeln und zum Formulieren neuer Fragestellungen. Wir wünschen Ihnen dabei viel Freude!

… welche Etappenziele erreicht werden können

Checkliste: Etappenziele, die vor Ihnen liegen

[Dies ist eine Leseprobe. Grafiken sind nicht enthalten.]

… wo Vorreiter in M-V zu finden sind

„Glühwürmchen“ – „Gewächshaus“ – „Spielhaus Kunterbunt“ – „Lütt Matten“ – „Morgenstern“ – „Schatzinsel“ – „A.S. Makarenko“ – „Heringsdorfer Ostseeknirpse“

[Dies ist eine Leseprobe. Grafiken sind nicht enthalten.]

HERAUSFORDERUNG: Forum für Praxisfragen

Annäherung an einen (neuen) Begriff

Praxisfrage 1: Was sind bedarfsgerecht-flexible Öffnungszeiten?

… Eine Frage, mit der Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen sich mit Sicherheit in den letzten Jahren nicht nur einmal beschäftigt haben. Ist es Ihnen gelungen, eine eindeutige Antwort darauf zu finden? Wenn ja, wie sieht diese aus?

Praxisrelevanz?

Ihre Begriffsbestimmung

Warum diese Fragen?

… Natürlich haben auch wir die Frage nach einer Begriffsbestimmung an den Anfang unserer Arbeit gestellt – und dachten zunächst, alles sei relativ einfach, „reine Formsache“, denn in den zurückliegenden Jahren haben sich vielfältige Termini für die Auswirkungen der sich verändernden Arbeitswelt auf die Kindertagesförderung etabliert. Unser Ziel war es deshalb, den Begriffs-Dschungel zu entwirren und ein einheitliches, für unser Bundesland allgemeingültiges Begriffsverständnis als Diskussions- und Handlungsgrundlage für Praktikerinnen und Praktiker zu entwickeln.

Aktueller Sprachgebrauch

Sprachlich unterscheiden wir seit mehreren Jahren die gesetzlich verankerte „Mindestöffnungszeit“ von der sogenannten „Regelöffnungszeit“ und kombinieren diese Bezeichnungen mit „erweitert“, „verlängert“ oder auch „zusätzlich“; vielfach wird auch von „Randzeiten“ gesprochen.

„Ist doch egal, wie man dazu sagt!“, mögen Sie dabei denken.

„Vom Prinzip her schon“, - wenn diese Begriffe nicht implizieren könnten, dass die Förderungszeiten vor und nach der Mindestöffnungszeit eine Art „Sonderleistung“ des Trägers und der Einrichtung darstellten. Auf den begründeten Förderungsbedarf von Familien einzugehen, bedeutet jedoch, die Vorgaben des Gesetzgebers zu erfüllen. Diese bestimmen ausdrücklich:

1. „den Eltern dabei [zu] helfen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können.“ (§ 22 Abs. 2 SGB VIII)

2. „das Angebot … pädagogisch und organisatorisch an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien [zu] orientieren.“ (§ 22 a Abs. 3 SGB VIII)

3. „die Lebenssituation … des einzelnen Kindes … [zu] berücksichtigen.“ (§ 22 Abs. 3 SGB VIII i. V. m. § 4 KiföG M-V)

Zur weiteren Einordnung regelt § 4 Abs. 2 KiföG M-V, dass Kinder eine ganztägige Förderung in einer Kindertagesstätte oder in Kindertagespflege beanspruchen, „wenn dies zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie notwendig ist..., [wobei] die Ganztagsförderung ... einen Betreuungsumfang von 50 Stunden wöchentlich“ umfasst. Mit der in § 4 Abs. 3 festgelegten täglichen Verweildauer des Kindes in der Kindertageseinrichtung von maximal zehn Stunden macht der Gesetzgeber zugleich eine Aussage zur Mindestöffnungszeit der Kindertageseinrichtung bei einer Ganztagsbetreuung. Diese beträgt mindestens zehn Stunden.

Vor dem Hintergrund berufsbedingt flexibler Beginn- und Abholzeiten für Kinder in Ganztagsbetreuung, aber auch in zeitlich variabler Halbtags- und Teilzeitförderung ergeben sich zwangsläufig längere Öffnungszeiten in der Einrichtung. Diese betragen demnach mehr als zehn Stunden am Tag, sodass die Debatte um die sogenannten „Randzeiten“ von Kindertageseinrichtungen aus Sicht des Autorinnen-Teams eine nicht mehr zeitgemäße ist. Vielmehr sollte sich auch sprachlich der eigentliche Bedarf von Familien in der Fachterminologie wiederfinden und die Antworten darauf zur Ausgestaltung vielfältig, passgenau und immer das Wohl des Kindes berücksichtigend sein.

Insofern muss es heute darum gehen, die gesamte Spannbreite von erwerbsbedingten Förderungszeiten für Kinder als bedarfsgerecht anzuerkennen und eher deren qualitative Ausgestaltung in den Mittelpunkt der fachlichen Weiterentwicklung zu stellen.

Paradigmenwechsel

[Dies ist eine Leseprobe. Grafiken sind nicht enthalten.]

Arbeitsdefinition

Angesichts dieser Entwicklung hat das Institut für Sozialforschung und berufliche Weiterbildung gGmbH eine Arbeitsdefinition für den Begriff „bedarfsgerecht-flexible Förderungszeiten“ erarbeitet. Diese berücksichtigt sowohl den Aspekt einer Förderung innerhalb als auch außerhalb der vom Gesetzgeber festgelegten Mindestöffnungszeit, wobei der Begriff der Förderung gleichermaßen die Erziehung, Bildung und Betreuung eines Kindes gemäß § 22 Abs. 3 SGB VIII meint.

[...]


[1] Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Hrsg.): Bildungskonzeption für 0- bis 10-jährige Kinder in Mecklenburg-Vorpommern. Zur Arbeit in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege. Schwerin, Stand: 2011

Ende der Leseprobe aus 188 Seiten

Details

Titel
kitaFLEX. Praxisleitfaden für die Entwicklung von Zentren für bedarfsgerecht-flexible Öffnungszeiten (ZbfÖ)
Autor
Jahr
2015
Seiten
188
Katalognummer
V303585
ISBN (eBook)
9783668026285
ISBN (Buch)
9783668026292
Dateigröße
32177 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Flexible Kindertagesbetreuung, Flexible Kindertagespflege, Praxisleitfaden, Leitfaden für Erzieher, Arbeitshilfe für Erzieher, Kooperation, Kindertagesstätte, Kindertagespflege, randzeitenbetreuung, öffnungszeiten, mindestöffnungszeit, KiföG, SGB XIII, Kooperation Unternehmen Kindertageseinrichtung, Kinderbetreuung, kita, leitfaden, erzieher, kindertagesförderung, kindergarten, verlängerte öffnungszeiten, flexible öffnungzeiten
Arbeit zitieren
ISBW gGmbH (Autor), 2015, kitaFLEX. Praxisleitfaden für die Entwicklung von Zentren für bedarfsgerecht-flexible Öffnungszeiten (ZbfÖ), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303585

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