Latein einfach erklärt: Grammatik


Fachbuch, 2015
101 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Die Wortarten

Die Deklination

A-Deklination

O-Deklination

U-Deklination

E-Deklination

I-Deklination

Konsonantische Deklination

Mischdeklination

Ablativ

Personalpronomina

Reflexivpronomina

Possessivpronomina

Relativpronomen

Demonstrativpronomina

Interrogativpronomina

Indefinitpronomina

Partizip Perfekt Passiv (PPP)

Partizip Präsens Aktiv (PPA)

Partizip Futur Aktiv (PFA)

Participium Coniunctum

Ablativus Absolutus

Die Konjugation

Infinitive

Modus

Indikativ Präsens

Indikativ Imperfekt

Indikativ Perfekt

Indikativ Plusquamperfekt

Indikativ Futur

Indikativ Futur II

Konjunktiv Präsens

Konjunktiv Imperfekt

Konjunktiv Perfekt

Konjunktiv Plusquamperfekt

Imperativ

Irreguläres Verb: VELLE (NOLLE, MALLE)

Irreguläres Verb: IRE

Irreguläres Verb: ESSE

Irreguläres Verb: POSSE Deponentien

Präpositionen und Adverbiale

Consecutio Temporum UT-Sätze

Adjektive und Adjektivsteigerung

Steigerung irregulärer Adjektive

Gerundium

Gerundivum

Dativus Possessivus

Doppelter Akkusativ

Akkusativ mit Infinitiv (AcI)

Nominativ mit Infinitiv (NcI)

Überblick Deklinationen und Geschlechtsregeln

Kopiervorlage: Deklinationstabellen zum Ausfüllen

Kopiervorlage: Konjugationstabellen zum Ausfüllen

Kopiervorlage: Vokabeln aus dem Wörterbuch

Vorwort

Die „Latein einfach erklärt“-Reihe liegt nun endlich als Print-Ausgabe vor, nachdem sie jahrelang digital im Netz großen Erfolg und Zuspruch bei Schülern und Studenten erzielen konnte. In einer verständlichen Sprache versucht der Autor, die Grundbasis der lateinischen Grammatik, wie Deklinationen, Zeitenbildung oder Satzkonstruktionen, auf über hundert Seiten anschaulich zu erklären, mit hoffentlich nützlichen Tipps abzurunden und somit das knifflige Latein begreiflich zu vermitteln.

Das vorliegende Werk versteht sich als ergänzendes Nachschlagewerk, als zusätzliche begleitende Hilfe, um in anderen Worten den gewünschten Sachverhalt nochmals erklärt zu bekommen. Zwar wird auch diese Grammatik hier diverse Fachtermini nicht umgehen oder alle Sachbereiche aufgreifen können, jedoch dient sie sicherlich als gute Lernstütze für Anfänger oder als Erinnerungsstütze für Fortgeschrittene. Sollte sich trotz sorgfältiger Überarbeitung ein kleiner Fehler eingeschlichen haben, so sollte dies verzeihend mit einen Augenzwinkern abgetan werden. Im Schlussteil finden sich einige vom Autor ausgearbeitete Leertabellen, welche als Kopiervorlagen für ein selbstständiges Weiterlernen herangezogen werden können.

Die digitale Version, bei welcher die einzelnen Grammatik-Artikel nur umständlich auf einer externen Plattform miteinander verlinkt waren, wurden überarbeitet, vernetzt und zusammengeführt. Insbesondere wurden nun auch bewusst Ergänzungen und Vergleiche zur deutschen Grammatik miteinbezogen. Der Autor hat schlussendlich den vielen Wünschen nachgegeben und sich entschlossen, die digitale Version auf der Seite des Drittanbieters offline zu nehmen und die alleinige Publikation dem GRIN-Verlag anzuvertrauen.

Et nunc…. Legite!

Die Wortarten

Wortarten trennen den deutschen Wortschatz in Gruppen. Man unterscheidet zwei große Einheiten: flektierbare (beugbare, veränderbare) und nicht flektierbare (unbeugbare, nicht veränderbare) Wörter. Die Flexion (lat. flectere - biegen, beugen) gliedert sich in Deklination und Konjugation. Dabei werden nur Verben konjugiert, alle anderen veränderbaren Wörter werden dekliniert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Deklination

Deklination bedeutet das Setzen eines Wortes in die Fälle (Kasus) und die Bestimmung nach Zahl (Numerus) und Geschlecht (Genus).

Die drei Merkmale einer Deklination nach KNG: Kasus:

1. Fall Nominativ (lat. nominare - (be)nennen) wer oder was?
2. Fall Genitiv (lat. genus - Abstammung) wessen?
3. Fall Dativ (lat. dare - geben) wem?
4. Fall Akkusativ (lat. accusare - anklagen) wen oder was?

Sonderfall Latein: Vokativ (lat. vocare - rufen) Anredefall

Sonderfall Latein: Ablativ (lat. auferre - wegtragen) womit? wodurch?

Numerus:

Singular/Einzahl (Sg.) Plural/Mehrzahl (Pl.) Genus:

maskulin/männlich (m) feminin/weiblich (f/w) neutral/sächlich (n) Dekliniert werden:

- Nomen/Substantiv (Hauptwort: z.B. Kind)
- Artikel

bestimmte Artikel: der, die, das

unbestimmte Artikel: ein, eine, eines

- Pronomen (Fürwort)

Personalpronomen (ich, du , er/sie/es, wir, ihr, sie) Reflexivpronomen (mich, dich, dir, sich...)

Demonstrativpronomen (der,die,das/dieser,diese,dieses/derjenige...)

Possessivpronomen (mein, dein, sein, ihr, unser, euer, ihr)

Interrogativpronomen (wer?, was?, welcher? welche? welches?) Relativpronomen (der,die,das/welcher,welche,welches) Indefinitpronomen (jemand, niemand, jedermann...)

- Numerale (Zahlwörter)

- Adjektiv (Eigenschaftswort: Komparation in Positiv, Komparativ und Superlativ

Im Lateinischen unterscheiden wir je nach Wortstamm und Endung fünf große Deklinationsklassen, wobei die „3. Deklinationsklasse“ in drei Teile aufgegliedert werden kann.

1. A-Deklination
2. O-Deklination
3. U-Deklination
4. E-Deklination
5. 3. Deklination:
a) Konsonantenstämme
b) Mischstämme
c) I-Stämme

A-Deklination

Die Substantiva der A-Deklination enden im Nominativ Singular auf -a und sind daher zumeist weiblich (feminin). Ausnahmen sind z.B. nauta (der Seemann), pirata (der Seeräuber), agricola (der Bauer) oder poeta (der Dichter), welche ihr natürliches Geschlecht (Sexus) mit sich tragen und daher als männlich (maskulin) gewertet werden. Für die Art der Deklination ändert sich hierbei nichts. Das Geschlecht wird dann wichtig, falls die Angleichung an ein passendes Adjektiv erfolgen muss (KNG-Regel). So heißt es korrekt:

amica laeta - die glückliche Freundin

oder

nauta laetus - der glückliche Seemann (natürliches Geschlecht) Die Bildung der einzelnen Fälle

Jeder einzelne Fall hat eine bestimmte Endung, welche an den Wortstamm angehängt wird. Leider teilen sich manche Fälle dieselbe Endung, sodass die korrekte Übersetzung nur durch eine genaue grammatikalische Analyse des Satzes erfolgen kann. Es ergibt sich folgendes Schema für die A-Deklination:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Übersetzung der einzelnen Fälle

Im Normalfall werden die einzelnen Fälle wie im Deutschen wiedergegeben. Ausnahmen können sich unter Umständen durch besondere Konstruktionen ergeben, wie z.B. durch einen „Dativus Possessivus“ oder einen „Accusativus cum Infinitivo“. Ungewohnt sind die beiden neuen Fälle des Ablativs und des Vokativs. Während der Vokativ benutzt wird, um eine Person in einer direkten Rede anzusprechen (Anredefall), kann der Ablativ für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Die Grundfragen jedoch, mit denen man zumeist gut durch einen Text kommt, lauten „womit?“ und „wodurch?“.

z.B. Cornelia amicam gratia laudat. - Cornelia lobt die Freundin mit Dank.

Wir sehen, dass Cornelia und gratia auf -a enden. Der Form nach können beide entweder Nominativ oder Ablativ Singular sein. Der Vokativ Singular hingegen scheidet aus, da es sich nicht um eine direkte Rede handelt, in der jemand angesprochen wird. Das Subjekt steht stets im Nominativ und übt eine Handlung aus. Da der Dank sicherlich nicht lobt, kann nur Cornelia das Subjekt des Satzes stellen. Den Akkusativ erkennen wir schnell an der Endung -am: die Freundin. Gratia kann folglich nur als Ablativ auf die Frage womit? oder wodurch? interpretiert werden. Aus unseren Schlussfolgerungen ergibt sich daher folgende Übersetzung: Cornelia (wer oder was?) lobt die Freundin (wen oder was?) mit Dank (womit oder wodurch?). Zu beachten ist, dass es auch für den Genitiv, Dativ und Ablativ weitere Übersetzungsvarianten gibt, welche an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden.

O-Deklination

Die Substantiva der O-Deklination enden im Nominativ Singular auf -us /bzw. -(e)r (männlich) oder auf -um (sächlich). Ausnahmen bilden Orts-, Länder- oder Inselnamen auf -us, welche ihr natürliches Geschlecht mit sich tragen und daher als weiblich gewertet werden. Für die Art der Deklination ändert sich hierbei nichts. Weitere Ausnahmen bilden humus (weiblich, der Boden) oder vulgus (sächlich, das einfache Volk).

Die Bildung der einzelnen Fälle

Jeder Kasus hat eine bestimmte Endung, welche an den Wortstamm angehängt wird. Leider teilen sich manche Fälle dieselbe oder eine ähnliche Endung, sodass die richtige Übersetzung nur durch eine genaue grammatikalische Beobachtung des Satzes erfolgen kann.

Wir unterteilen die O-Deklination nach ihren Endungen im Nominativ in drei Gruppen, aus denen sich folgendes Deklinationsschema ergibt:

Substantiva auf -us (männlich)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Man beachte, dass der Vokativ Singular dieser Gruppe auch auf -i enden kann, falls das betreffende Substantivum im Nominativ auf -ius endet (Gaius => Gai oder Marius => Mari).

Substantiva auf -(e)r (männlich)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Substantiva auf -um (sächlich)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein wichtiger Grundsatz für alle Substantiva im Neutrum besagt, dass Nominativ und Akkusativ - egal ob Singular oder Plural - immer gleich gebildet werden. Außerdem endet der Nominativ Plural (und folglich auch der Akkusativ Plural) immer auf -a!

Die Übersetzung der einzelnen Fälle

Im einfachsten Fall werden die Fälle wie im Deutschen wiedergegeben. Ausnahmen könnten sich unter Umständen durch besondere Konstruktionen, wie z.B. durch einen „Dativus Possessivus“ oder einen „Accusativus cum Infinitivo“, ergeben. Gewöhnungsbedürftig sind die beiden neuen Fälle des Ablativs und des Vokativs. Während der Vokativ benutzt wird, um eine Person in einer direkten Rede anzusprechen (Anredefall), kann der Ablativ für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Die Grundfragen jedoch, mit denen man zumeist gut durch einen Text kommt, lauten „womit?“ und „wodurch?“.

z.B. Marcus inimicum gladio necat. - Marcus tötet den Feind mit einem Schwert.

Das Subjekt steht stets im Nominativ und übt eine Handlung aus, daher kann nur Marcus das Subejkt stellen. Den Akkusativ erkennen wir schnell an der Endung -um: den Feind. Gladio kann der Form nach ein Dativ oder Ablativ Singular sein. Da jedoch ein Dativ in diesem Satz überhaupt keinen Sinn ergibt, bleibt nur der Ablativ auf die Frage „womit“ oder „wodurch?“ übrig. Aus unseren Schlussfolgerungen ergibt sich daher folgende Übersetzung:

Marcus (wer oder was?) tötet den Freund (wen oder was?) mit einem Schwert (womit oder wodurch?).

Zu beachten ist, dass es für den Genitiv, Dativ und Ablativ weitere Übersetzungsvarianten gibt, welche an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden.

U-Deklination

Die männlichen Substantiva der U-Deklination enden im Nominativ Singular auf -us, die sächlichen Hauptwörter hingegen oder auf -u. Ausnahmen bilden z. B. manus (f), Idus (f) oder domus (f). Für die Art der Deklination ändert sich hierbei aber nichts.

Die Bildung der einzelnen Fälle

Jeder einzelne Fall hat eine charakteristische Endung, welche an den Wortstamm angehängt wird. Leider teilen sich gerade in der U-Deklination viele Fälle dieselbe Endung, sodass die korrekte Übersetzung nur durch eine genaue grammatikalische Analyse der Satzeinheit erfolgen kann.

Wir unterteilen die U-Deklination nach ihren Nominativendungen und Geschlechtern in zwei Gruppen, aus denen sich folgendes Deklinationschema ergibt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Substantiva auf -us (männlich)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Substantiva auf -u (sächlich)

Ein wichtiger Grundsatz für alle Neutra besagt, dass Nom. und Akk. - egal ob Sg./Pl. - immer identisch gebildet werden müssen. Auch endet der Nom. Pl. (und folglich auch der Akk. Pl.) immer auf -a!

Die Übersetzung der einzelnen Fälle

Die einzelnen Fälle werden grundsätzlich wie im Deutschen wiedergegeben. Ausnahmen können sich unter Umständen durch besondere Umschreibungen oder Konstruktionen, wie z.B. durch einen „Dativus Possessivus“ oder einen „Accusativus cum Infinitivo“, ergeben. Ungewohnt sind die beiden neuen Fälle des Ablativs und des Vokativs. Während der Vokativ benutzt wird, um eine Person (meist in einer direkten Rede) anzusprechen (Anredefall), kann der Ablativ für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Die Grundfragen jedoch, mit denen man zumeist gut durch einen Text kommt, lauten „womit?“ und „wodurch?“.

z.B. Marcus metum Romanorum sentit. - Marcus fühlt die Angst der Römer.

Das Subjekt steht stets im Nominativ und übt eine Handlung aus, daher kann nur Marcus das Subjekt stellen. Da sentire zumeist einen Akkusativ verlangt, könnte nur metum diesen stellen. Aus unseren Schlussfolgerungen ergibt sich daher folgende Übersetzung:

Marcus (wer oder was?) fühlt die Angst (wen oder was?) der Römer (wessen?).

Zu beachten ist, dass es für den Genitiv, Dativ und Ablativ weitere Übersetzungsvarianten gibt, welche an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden.

E-Deklination

Die Vertreter dieser Klasse sind hauptsächlich weiblich, also feminin. Ausnahmen bilden dies,ei (m, der Tag) und meridies,ei (m, der Mittag / der Süden). Bezüglich der Art der Deklination oder Fallendung ändert sich hierbei aber nichts. Nur bezüglich der Adjektivanpassung nach KNG (Kasus, Numerus, Genus) sollte eine Einheit herrschen.

Die Bildung der einzelnen Fälle

Die charakteristische Fallendung wird an den Wortstamm angehängt. Jedoch ist auch bei der E-Deklination zu beachten, dass einige Fälle dieselbe Endung mit sich führen. Daher muss man bei der Übersetzung sehr aufmerksam sein und analytisches Denken im Bereich der Grammatik anwenden, um den Satz dennoch richtig zu übersetzen. Der Plural wird nur bei wenigen Substantiva verwendet (hauptsächlich bei dies und res).

Es ergibt sich folgendes Deklinationschema:

Die Übersetzung der einzelnen Fälle

Im Normalfall werden die einzelnen Fälle wie im Deutschen wiedergegeben. Ausnahmen können sich unter Umständen durch besondere Konstruktionen, wie z.B. durch einen „Dativus Possessivus“ oder einen „Accusativus cum Infinitivo“, ergeben. Ungewohnt sind die beiden neuen Fälle des Ablativs und des Vokativs. Während der Vokativ benutzt wird, um eine Person in einer direkten Rede anzusprechen (Anredefall), kann der Ablativ für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Die Grundfragen jedoch, mit denen man zumeist gut durch einen Text kommt, lauten „womit?“, „wann?“ und „wodurch?“.

z. B. Quas res Romulus vidit. - Romulus sah diese Sachen.

Der Nominativ und folglich auch das Subjekt des Satzes ist schnell erkannt: Romulus. Das Prädikat vidit fordert ein Akkusativobjekt, welches durch das quas angedeutet ist. Quas steht hier am Satzanfang, daher liegt es nahe, einen relativen Satzanschluss mit der demonstrativen Übersetzung des Relativpronomens "qui, quae, quod" zu vermuten. Das Bezugswort von quas muss res sein, da es die Form eines Akkusativs Plural inne hat. Der Nominativ Singular und Plural sowie die Vokativformen scheiden aus. Aus unseren Schlussfolgerungen ergibt sich folgende Übersetzung: Romulus (wer oder was?) sah diese Sachen (wen oder was?). Zu beachten ist, dass es für den Genitiv, Dativ und Ablativ weitere Übersetzungsvarianten gibt, welche an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden.

I-Deklination

Wir unterscheiden in der I-Deklination hauptsächlich Feminina und Neutra. Weiblich sind gleichsilbige Substantiva, welche die Endungen -is/-is im Nominativ und im Genitiv führen:

z.B. turris, is - der Turm; navis,is - das Schiff; sitis,is - der Durst

Auch die Kraft (vis) zählt dazu. Jedoch sind bei diesem Substantiv im Singular nur die Formen des Nominativs (vis), Akkusativs (vim) und Ablativs (vi) üblich. Im Plural (vires,-ium) sind alle Kasus üblich, es ändert sich aber die Bedeutung zu Truppen/Streitkräfte.

Sächlich sind die (zumeist ungleichsilbigen) Substantiva mit folgenden Endungen im Nominativ und Genitiv:

-al,alis z.B. animal,animalis - das Tier
-e,is z.B. mare,maris - das Meer
-ar,aris z.B. par, paris - das Gleiche

Aber auch in dieser Gruppe treffen wir auf Substantiva, welche ein natürliches Geschlecht (Sexus) mit sich bringen. Dies ändert bei der Art der Deklination nichts, wird aber bei der passenden Angleichung eines Adjektivs nach dem Prinzip der KNG-Regel nach Kasus, Numerus und Genus wichtig.

So sind Flüsse männlich, z.B. Tiberis,is (m) - der Tiber Die Bildung der einzelnen Fälle

Die Fälle werden wie bei anderen Deklinationsklassen anhand bestimmter Endungen gebildet, welche an den Wortstamm angeklebt werden. Dabei muss man unbedingt beachten, dass sich manche Fälle der Form nach untereinander nicht unterscheiden. Durch die Unterscheidung der zwei großen Hauptgruppen der weiblichen und der sächlichen Substantiva entstehen folgende Schemata:

Feminina

Neutra

Ein wichtiger Grundsatz für alle Neutra besagt, dass Nominativ und Akkusativ - egal ob Singular oder Plural - immer identisch gebildet werden müssen. Auch endet der Nominativ Plural (und folglich auch der Akkusativ Plural) immer auf -a (bei der I-Deklination auf -ia).

Die Übersetzung der einzelnen Fälle

Generell werden die lateinischen Fälle wie im Deutschen wiedergegeben. Ausnahmen können sich unter Umständen durch besondere Satzkonstruktionen, wie z.B. durch einen „Dativus Possessivus“, einen „Accusativus cum Infinitivo“ oder durch einen „Ablativus Absolutus“ ergeben. Ungewohnt sind die beiden neuen Fälle des Ablativs und des Vokativs. Während der Vokativ benutzt wird, um eine Person in einer direkten Rede anzusprechen (Anredefall), kann der Ablativ für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Die Grundfragen jedoch, mit denen man zumeist gut durch einen Text kommt, lauten „womit?“ und „wodurch?“. Ein Beispielsatz für die I-Deklination:

Romani animalia vi in mare traxerunt. - Die Römer zogen die Tiere mit Kraft in das Meer.

Der grammatikalischen Form nach können Romani und animalia das Subjekt stellen. Da es in diesem Fall jedoch wahrscheinlicher ist, dass die Römer etwas ziehen, wird animalia sicherlich ein Akkusativ Plural sein. Der Vokativ scheidet aus, da niemand angesprochen wird. In antwortet mit Akkusativ auf die Frage „wohin?“ (Akkusativ der Richtung/Accusativus directionis). Vi ist eindeutig als Ablativ Singular von vis identifizierbar. Aus unseren Schlussfolgerungen ergibt sich folgende Übersetzung: Die Römer (wer oder was?) zogen mit Kraft (womit?) die Tiere (wen oder was?) ins Meer (wohin?).

Zu beachten ist, dass es für den Genitiv, Dativ und Ablativ weitere Übersetzungsvarianten gibt, welche an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden.

Konsonantische Deklination

In dieser Gruppe finden wir alle drei Geschlechter (Genera). Ausgehend von den jeweiligen Endungen im Nominativ und Genitiv, können wir -mit einigen Ausnahmen -folgende Gruppierungen vornehmen:

Männlich sind die Substantiva mit den Endungen...

-os, oris z.B. mos, moris - die Sitte, der Brauch
-or, oris z.B. amor, amoris - die Liebe
-es, itis z.B. limes, limitis - der Rain, Grenzrain
-l, lis z.B. sol, solis - die Sonne

Weiblich sind die Substantiva mit den Endungen...

-o, onis z.B. occupatio, occupationis - die Besetzung
-o, inis z.B. origo, originis - der Ursprung
-as, atis z.B. aetas, aetatis - das Alter, Lebensalter
-es, etis z.B. quies, quietis - die Ruhe
-us, udis z.B. laus, laudis - das Lob
-us, utis z.B. senectus, senectutis - das hohe Alter
-x, gis z.B. lex, legis - das Gesetz
-x, cis z.B. lux, lucis - das Licht
-bs, bis z.B. plebs, plebis - das niedere Volk Sächlich sind die Substantiva mit den Endungen...
-us, eris z.B. genus, generis - das Geschlecht
-men, minis z.B. lumen, luminis - das Leuchten
-us, oris z.B. corpus, corporis - der Körper

Wiederholend sei an dieser Stelle nochmals gesagt, dass es aber äußerst viele Ausnahmen gibt. So sind zum Beispiel alle Bäume im Lateinischen weiblich, da sich nach römischer Vorstellung verschiedene Nymphen auf diesen ansässig gemacht haben. Man beachte das Prinzip des natürlichen Geschlechts (Sexus).

Die Bildung der einzelnen Fälle

Jeder einzelne Kasus besitzt eine typische Endung. Dabei kann es vorkommen, dass sich einige Fälle dieselbe Endung teilen. Folglich muss bei der Übersetzungsarbeit gründlich gearbeitet und ein analytisches Denken eingesetzt werden. Hier nun eine Übersicht der Fallbildung anhand einzelner Vertreter aus den verschiedenen Genera:

Maskulina

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Feminina

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Neutra

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein wichtiger Grundsatz für alle sächlichen Nomina besagt, dass Nominativ und Akkusativ - egal ob Singular oder Plural - immer identisch gebildet werden. Zudem endet der Nominativ Plural (und folglich auch der Akkusativ Plural) immer auf -a!

Die Übersetzung der einzelnen Fälle

Die lateinischen Fälle werden wie im Deutschen wiedergegeben, bzw. übersetzt. Einzelne Ausnahmen können sich durch besondere Satzkonstruktionen, wie z.B. durch einen „Dativus Possessivus“, „Ablativus Absolutus“ oder einen „Accusativus cum Infinitivo“, ergeben. Dem Deutschen fremd sind die beiden neuen Fälle des Ablativs und des Vokativs. Während der Vokativ benutzt wird, um eine Person in einer direkten Rede anzusprechen (Anredefall), kann der Ablativ für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Die Grundfragen jedoch, mit denen man zumeist gut durch einen Text kommt, lauten „womit?“ und „wodurch?“.

Mischdeklination

Zu der Mischdeklination gehören gleichsilbige Substantiva, welche im Nominativ und im Genitiv auf -is enden (z.B. navis, navis), sowie Substantiva, deren Wortstamm auf zwei oder mehrere Konsonanten endet (z.B. urbs, urbis). Man unterscheidet - unter einigen Ausnahmen - Feminina, Neutra und Substantiva mit einem maskulinen natürlichen Geschlecht (Sexus):

Feminina sind

...gleichsilbige Substantiva auf -is, is z.B. navis, navis - das Schiff

...gleichsilbige Substantiva auf -es, is z.B. caedes, caedis - der Totschlag ...ungleichsilbige Substantiva auf -s

(mit mehreren Konsonanten an der Wortwurzel)

Neutra sind

... lac, lactis - die Milch

… cor, cordis - das Herz

Maskulina sind

... Substantiva mit einem natürlichen Geschlecht,

Die Bildung der einzelnen Fälle

z.B. urbs, urbis - die Stadt

z.B. civis, civis - der Bürger

Die Mischdeklination bedient sich im Singular der Endungen der Konsonantenstämme, im Plural der Endungen der i-Stämme. Leider teilen sich auch hier in der Mischdeklination viele Fälle dieselbe Endung, sodass die korrekte Übersetzung nur durch eine genaue grammatikalische Analyse des Satzes erfolgen kann. Hier nun zwei Beispiele:

weiblich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

sächlich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein wichtiger Grundsatz für alle sächlichen Substantiva besagt, dass Nominativ und Akkusativ - egal ob Singular oder Plural - immer identisch gebildet werden. Zudem endet der Nominativ Plural (und folglich auch der Akkusativ Plural) immer auf -a!

Ablativ

Der wohl schwierigste Fall im Lateinischen ist der Ablativ. Für ihn gibt es äußerst viele semantische Funktionen (Aufgaben) und Sinnrichtungen. Um eine korrekte Übersetzung zu gewährleisten, müssen die Grundbedeutungen zumindest ansatzweise bekannt sein.

Erst nachdem man ein Nomen als Ablativ identifiziert hat, kann man in einem weiteren Schritt über seine Funktion nachdenken. Der „Ablativus Absolutus“ benötigt mehr Raum für Erklärungen und wird daher separat in einem späteren Kapitel besprochen.

Bildung eines Ablativs

Je nach Deklinationsklasse erkennt und bildet man eine Ablativform mit festgesetzten Endungen, die jedoch oft identisch mit den Auslauten eines Dativs sind. Daher ist größte Vorsicht geboten! In der folgenden Übersicht werden neben der betreffenden Deklinationsklasse die Kasusendungen des Ablativs im Singular und im Plural angegeben:

1. A-Deklination: -a, -is
2. O-Deklination: -o, -is
3. Konsonantenstämme: -e, -ibus
4. i-Stämme: -i, -ibus
5. Mischstämme: -e, -ibus
6. U-Deklination: -u, -ibus
7. E-Deklination: -e, -ebus

Oft - aber nicht immer - erkennt man den Ablativ im Satz an gewissen Präpositionen. So verlangen z.B. cum (mit), sine (ohne), a/ab (von) e/ex (aus), pro (für), de (über) oder prae (vor) immer den Ablativ (siehe Kapitel „Präpositionen“). Jedoch gibt es auch Präpositionen, welche je nach Fragestellung den Ablativ oder den Akkusativ verlangen können (z. B. in oder sub).

Übersetzung eines Ablativs

Je nach Kontext und Sinnrichtung wird der Ablativ auf verschiedene Arten übersetzt. Die Grundfragen, welche man sich aber in erster Linie stellen soll, lautet „womit?“ oder „wodurch?“. In den meisten Fällen kommt man damit, mit dem Ablativus instrumentalis, sofort auf die korrekte Lösung. Weitere Funktionen sind:

Ablativus modi (Ablativ der Art und Weise). Er antwortet in der Regel auf die Frage "wie?" und steht zumeist mit der Präposition cum. Ohne Präposition drückt er eine Art und Weise aus.

Beispiele: cum cura legere - mit Sorge lesen, ea condicione - unter/mit dieser Bedingung. Ablativus pretii (Ablativ des Preises und des Wertes). Meistens verwendet mit den Verben emere und vendere drückt er einen effektiven Wert aus.

Beispiele: minimo emere - sehr billig kaufen, parvo vendere - um einen kleinen Preis (billig) verkaufen.

Ablativus qualitatis (Ablativ der Beschaffenheit). Er beschreibt eine äußerliche Art, welcher jedoch vergänglich ist oder sein kann.

Beispiel: puella pulchra forma - ein Mädchen von hübscher Gestalt.

Eine Beschaffenheit kann ebenfalls mit dem Genitiv ausgedrückt werden, dem Genitivus qualitatis:

Beispiel: puer novem annorum - ein Junge von neun Jahren

Ablativus limitationis (Ablativ der Eingrenzung). Ein allgemeiner Sachverhalt wird durch diesen Ablativ näher eingegrenzt.

Beispiel: servum diligentia punire - den Sklaven mit Sorgfalt bestrafen

Ablativus mensurae (Ablativ des Maßes). Der inhaltliche Unterschied zwischen zwei Personen oder Dingen und das Maß einer Distanz, sei es räumlich oder zeitlich, wird mit dem Ablativ des Maßes ausgedrückt.

Beispiele: multo post - viel später, consules multo superare - die Konsuln um vieles übertreffen. Ablativus causae (Ablativ des Grundes). Er begründet einen Zustand oder Vorgang.

Beispiele: doloribus adductus - von Schmerzen veranlasst, discordia occidere - aus Uneinigkeit töten.

Ablativus separativus/separationis (Ablativ der Trennung). Wird eine tatsächliche oder übertragene Distanz geschaffen, wird der Trennungsablativ verwendet.

Beispiele: curis vacare - frei sein von Sorgen, servos laboribus liberare - die Sklaven von den Mühen befreien.

Ablativus loci (Ablativ des Ortes). Auf die Frage "wo?" steht der Ablativ. Nicht zu verwechseln ist diese Funktion mit dem Akkusativ der Richtung, dem accusativus directionis auf die Frage "wohin?".

Beispiel: tota Roma - in ganz Rom. Dieser reine Ablativ steht nur bei Städten und kleineren Inseln. er ist nicht mit dem Lokativ zu verwechseln!

Ablativus temporis (Ablativ der Zeit). Auch hier darf die Konstruktion nicht mit dem Akkusativ der Zeit (accusativus temporis - Frage: „wie lange?“) verwechselt werden. Der Ablativ der Zeit antwortet punktuell auf die Frage "wann?".

Beispiel: prima hora - zur ersten Morgenstund

Personalpronomina

Das Personalpronomen (persönliches Pronomen) bezeichnet stellvertretend Personen oder Sachen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Formen des Personalpronomens in der 3. Person Singular und Plural stellen ebenfalls ein Demonstrativpronomen. Daher sind diese Formen, insbesondere wenn sie KNG mit einem Bezugswort stehen demonstrativ mit „dieser, diese, dieses“ (wie hic, haec, hoc) zu übersetzen!

z.B. Eum hominem video. Diesen Menschen sehe ich.

[...]

Ende der Leseprobe aus 101 Seiten

Details

Titel
Latein einfach erklärt: Grammatik
Autor
Jahr
2015
Seiten
101
Katalognummer
V303682
ISBN (eBook)
9783668024823
ISBN (Buch)
9783668024830
Dateigröße
6809 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Latein, Grammatik, Latinum, Deklination, Konjugation, AcI, NcI, PC, Participium Coniunctum, Ablativus Absolutus, PPP, PPA, PFA, Gerundium, Gerundivum
Arbeit zitieren
Markus Rinner (Autor), 2015, Latein einfach erklärt: Grammatik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303682

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