Männer und Frauen. Welche Geschlechtsstereotype werden heute massenmedial vermittelt?


Seminararbeit, 2014
28 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Begriffserklärung
2.1 Massenmedien
2.1.1 Fiktionale Medien und Non-Fiktionale Medien
2.2 Stereotypen von Mann und Frau

3. Die Bedeutung der Medien für die Existenz von Stereotypen

4. Kommunikationswissenschaftliche Geschlechterforschung
4.1 Gleichheits- bzw. Repräsentanzansatz u. (de-)konstruktivistische Ansatz ..
4.2 Neuer Forschungsansatz unter Verbindung der zwei Grundansätze

5. Frauen und Männer in den Medien
5.1 Darstellung der Männer und Frauen in fiktionalen Medien
5.2 Darstellung der Männer und Frauen in non-fiktionalen Medien

6. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Es lässt sich eine Veränderung in den traditionellen Geschlechterrollen und - vorstellungen in Deutschland vermerken. Dies lässt sich in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und Ebenen erkennen. Beispielsweise nimmt die Anzahl der weiblichen Politikerinnen stetig zu und immer mehr Männer nehmen Anspruch der Elternzeit. Zusätzlich wurde auch auf Rechtsebene die Rechte der Vater von unehelichen Kindern gestärkt und das Namensrecht geändert. Diese Veränderungen deuten darauf hin, dass es einen gesellschaftlichen Wandel, eine Ablösung alter Bewusstseinsstrukturen und Verhaltensnormen gegeben haben muss. Diese Entwicklungen schreiten jedoch zögerlich und kaum erkennbar voran, sind aber dennoch vorhanden. Obwohl auf Gesetzesebene viele Diskriminierungen gegenüber den Frauen abgeschafft wurden, ist eine Frau in der Realität dennoch nicht wirklich gleichberechtigt. Es werden immer noch gewisse Klischees den Frauen zugeordnet und durch die mediale Berichterstattung verbreitet wenn nicht sogar erzeugt und gefördert. Im Bereich der Politik gibt es dazu die meisten Untersuchungen. Denn in diesem gab es die meisten Veränderungen, welche im Widerspruch zur gesellschaftlichen Entwicklung stehen. Bis in die 1970er Jahre zeichnete sich die Kenntnisnahme von weiblichen Politikerinnen durch Nichtbeachtung und Geringschätzung aus. Erst in den 1980er Jahren wurden Politikerinnen verstärkt zur Kenntnis genommen und ab der Jahrtausendwende kann man erst von einer sachlichen differenzierten Betrachtung sprechen. Dies liegt vor allem an der aktiven Präsenz und der zusätzlichen medialen Wahrnehmung von Angela Merkel. Dennoch werden Stereotype weiterhin verwendet und haben weiterhin bestand, welches einige Studien belegen können.1 So haben sich in den letzten Jahren die Stereotyoen vervielfacht und es wurden weitere Subtypen differenziert, welche ermöglichen sollen, dass sich jeder Rezipient in den Medien wiederfindet. Es ist die Art und Weise wie die Medien die Geschlechterrollen konstruieren. Denn auf diese Weise werden die Vorstellungen und die Beurteilungen von Frauen und Männern in der Gesellschaft geprägt. Denn die Medien bilden nicht nur die reine Realität ab, sondern interpretieren und konstruieren ebenso ein Bild von Weiblichkeit und Männlichkeit. Jedoch kann man auch davon ausgehen, dass die Medien nur die bereits vorherrschenden Geschlechterrollen reflektieren und ausbauen. In dieser Seminararbeit sollen die heutigen Geschlechterrollen dargestellt und anhand einiger Studien verdeutlicht werden.

2. Definition und Begriffserklärung

Bevor jedoch auf die Stereotypen in den Massenmedien und die aktuellen Forschungen und Ergebnisse eingegangen werden kann, sollte zunächst definiert werden, was unter den Begriffen Massenmedien und Stereotypen allgemein zu verstehen ist.

2.1 Massenmedien

Der Begriff Medien kommt aus dem lateinischen Wort „medium“ und bedeutet soviel wie das Mittlere oder Vermittler. Heute wird es meist als Sammelbegriff für die Kommunikationsmedien verwendet. Einbezogen in den Sammelbegriff werden aber auch die verschiedenen aktuellen Massenmedien. Das Medium versteht sich als Teildisziplinen der Kommunikationswissenschaft und wird mit Hilfe der Sinnesmodalitäten aufgenommen und verarbeitet. Dabei sind taktile, gustatorische, thermale und olfaktorische Kanäle in der interpersonellen Kommunikation sowie visuelle und auditive Kanäle, welche auch in der Massenkommunikation anzutreffen sind, zu unterscheiden. Die Medien der öffentlichen Kommunikation werden als Massenmedien bezeichnet.2 Ausgerichtet werden die Massenmedien nach der Massengesellschaft, welche als homogenes, amorphes und passives Massenpublikum verstanden wird. Dieses Publikum ist dabei den direkten oder indirekten Wirkungen Massenmedien ausgesetzt.3 Die Massenmedien tragen wiederum dazu bei, dass eine Massenkommunikation mittels fiktionaler und non-fiktionaler Medien entstehen kann. Aussagen der Massenmedien werden dabei nicht an einzelne Gruppen oder Personen gerichtet, sondern an eine große Zahl an Rezipienten. Die Massenkommunikation ist also eine Kommunikationsform, bei welcher öffentliche Aussagen technisch verbreitet werden und dabei in direkter oder indirekter Art den Rezipienten vermittelt werden. Indirekte Feedback-Möglichkeiten kann zum Beispiel das Käuferverhalten sein oder die Daten der Medienwirkungsforschung.4

2.1.1 Fiktionale Medien und Non-Fiktionale Medien

In den fiktionalen Darstellungen wird betrachtet, inwieweit sich die Geschlechterrollen in der Werbung in Laufe der letzten Jahre verändert haben. Dabei wird nach einem möglich Zusammenhang zwischen den in der Werbung tätigen Frauen und Männern und den dargestellten Geschlechterrollen gesucht. Fiktionale Darstellungen sind also erdachte Inhalte, die nichts mit der Realität zu tun haben. Beispiele können dafür die Gattungen Print-Medien und Fernsehen sein, wie Werbung, TV- Serien und Fernsehfilme.5 Unter Non-Fiktionalen Inhalten versteht man die abgebildete Realität durch das Medium, wie zum Beispiel Nachrichtensendungen, Berichte, Portraits und Reportagen.6

2.2 Stereotypen von Mann und Frau

Der Begriff Stereotyp ist eine Vorstellung einer Gruppe oder die Vorstellung über eine andere Gruppe von Menschen. Diese Vorstellung beinhaltet beschränkte Merkmale, welche relativ starr und dauerhaft sind. Die Bezeichnung „Stereotyp“ stammt aus der Sozialpsychologie und wurde von Walter Lippmann geprägt. Die Funktion der verschiedenen Typen besteht in der Abgrenzung von zwei verschiedenen Gruppen, den Ingroups und Outgroups. Diese können wiederrum in Untergruppen wie ethische, religiöse oder berufliche Gruppen untergliedert werden. Wie auch ein Modell fungiert ein Stereotyp zur Reduzierung von Komplexität im Alltag. Jedoch ist dies nicht auf die Informationsverarbeitung selbst bezogen sondern auf die reine Beurteilung von Gruppen. Im Gegensatz zu Vorurteilen sind Stereotypen verkürzte Vorstellungen von anderen, hingegen Vorurteile sind negative, unzulässige Einstellungen gegenüber anderen Menschen oder Gruppen.7

Geschlechterstereotype gehören zum Bestand des Alltagswissen und werden bereits im frühkindlichen Alter geprägt. Die Akteure der Prägung sind vor allem Eltern, Lehrerinnen und Lehrer aber auch Medien.8 Das Wissen über charakteristische Merkmale von Frauen und Männern kann auf Grund des geteilten Kulturkreis existieren. Es kann aber auch Stereotypen geben, welche unabhängig vom Kulturkreis, also über die Ländergrenzen hinaus, gleich sind.9

Die Einordnung von wahrgenommenen Menschen geschieht innerhalb von drei Sekunden oder wie man auch sagt: „Auf den ersten Blick“.10 Alfermann vertritt die Meinung, dass bei der ersten Wahrnehmung vorerst erkannt wird ob eine Person männlichen oder weiblichen Geschlechts ist. Erst danach werden Hypothesen zu möglichen Eigenschaften der jeweiligen Personen gruppe aktiviert.11 Der Geschlechterstereotyp bezeichnet die Eigenschaften die den verschiedenen Geschlechtern zugeschrieben wird. Damit wird die Rollenerwartung an das jeweilige Geschlecht nachhaltig geprägt.12

3. Die Bedeutung der Medien für die Existenz von Stereotypen

Die Medien nehmen heute einen sehr großen Stellenwert in der Gesellschaft ein. Ziel eines Mediums ist es einen Rezipienten zum Konsumenten zu machen. Dies erfolgt durch eine gezielte Manipulation durch Kommunikation, welches wiederum durch den Austausch von Informationen und Nachrichten geschieht. Dabei geht das Medium auf die traditionellen Rollenverständnisse der Menschen ein und erzeugt durch das Dargestellte Bild Vorstellungsbilder beziehungsweise Leitbilder aber auch Bedürfnisse und Wünsche. So entstehen zusätzlich Rollen- und Klischeevorstellungen in der heutigen Gesellschaft. Vor allem die fiktionalen Medien werden oft auch als Zerrspiegel der Gesellschaft bezeichnet, da sie alle sozialen Handlungen durch eine „rosa-rote“ Brille zeigen.13 Kriegeskorte stellt jedoch die Hypothese auf, dass die Medien ein „Spiegelbild der Gesellschaft“ seien.14 Schnierer behauptet zusätzlich, dass die Inhalte der Medien „einen indirekten und doch recht genauen Blick auf die Gesellschaft und ihren Wandel werfen“.15 Er sagt weiterhin, dass der Grund dafür der „Defektor der Veränderung der Menschen“ ist. Er verweist ebenfalls auf Schmidt und Spießer für welche die Medien ein Barometer für soziokulturelle Wandlungsprozesse ist.16 Zusätzlich merkt er an, dass nicht vergessen werden darf, wie stark die Medien Werte, Weltbilder und Ideale von Menschen unbewusst beeinflusst.17

Vor allem in den fiktionalen Medien versuchen die Marketingstrategen alle Zielgruppen anzusprechen, was bei der immer größer werdenden Anzahl an Stereotypen immer schwieriger wird. Jedoch ist das Geschlecht ein Merkmal welches alle verbindet. Die Ansprache von Jugendlichen, Minderheiten oder Außenseitern würde sich als viel aufwendiger gestalten und würde wahrscheinlich nicht das gleiche Ziel erreichen. Die Reklame neigt vor allem zu Übertreibungen. So stellt sie die charakteristischen Merkmale eines Stereotyps extrem deutlich dar, sodass jeder sie sofort erkennen kann. So werden viele Bilder verfälscht und sogar als Realität angenommen.18

[...]


1 vgl. Holtz-Bacha (2007), S. 12

2 vgl. Beck, K. (2006), S. 202

3 vgl. Beck, K. (2006), S. 196

4 vgl. Beck, K. (2006), S. 197

5 vgl. Göppel-Klein/ Germelmann (2009), S. 119

6 vgl. Friedrichsen / Göttlich (2003), S. 187

7 vgl. Scheufele (2006), S. 327

8 vgl. Alfermann (1996), S. 24 ff.

9 vgl. Williams/ Best (1990)

10 vgl. Gildemeister (2004), S. 133

11 vgl. Alfermann (1996), S. 9

12 vgl. Ecks (2008), S. 165

13 vgl. Wieser

14 vgl. Kriegeskorte (1998), S. 35

15 Schnierer (1999), S. 220

16 vgl. ebendar, S. 220

17 vgl. ebendar, S. 224

18 vgl. Hastenteufel (1980), S. 69

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Männer und Frauen. Welche Geschlechtsstereotype werden heute massenmedial vermittelt?
Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
28
Katalognummer
V303709
ISBN (eBook)
9783668020757
ISBN (Buch)
9783668020764
Dateigröße
7378 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
männer, frauen, welche, geschlechtsstereotype
Arbeit zitieren
Ann Pepper (Autor), 2014, Männer und Frauen. Welche Geschlechtsstereotype werden heute massenmedial vermittelt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303709

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