Der wilde Westen der USA. Los Angeles, Las Vegas, San Francisco und die Nationalparks


2015-07-20, 180 Seiten (ca.), 9783668018259
PDF, ePUB und MOBI
Originalausgabe

Leseprobe

Inhalt

Ein kurzer Überblick

Startvorbereitungen

Los Angeles

Palm Springs

Grand Canyon

Lake Powell

Bryce Canyon

Zion National Park

Hoover Dam

Las Vegas

Death Valley

Nächtliche Abenteuer auf dem Weg nach Visalia

Yosemite Nationalpark

San Francisco

Zurück nach Los Angeles

Reisefazit

Ein kurzer Überblick

Nachdem wir während unseres ersten Amerika-Urlaubs den Osten der USA bereist haben, wollten wir dieses Mal den Wilden Westen der Vereinigten Staaten von Amerika erkunden. Auch hier gibt es mit Los Angeles, Las Vegas und San Francisco große Metropolen, die auf unserem Reiseplan stehen. Besonders reizvoll ist für uns aber die Natur mit ihren vielen Canyons, Wüsten, Flüssen, Gebirgen und Landschaften. Wir werden daher einen Großteil unserer Reisezeit in den zahlreichen Nationalparks verbringen. Unsere Rundreise wird im Vergleich zum Osten der USA etwas anders ablaufen. Wir sind beim letzten Mal von einer Großstadt zur nächsten gereist und haben vor Ort die verschiedensten Ausflüge gemacht. Auf dieser Reise werden wir Tag für Tag unsere Rundreise-Route abfahren und unterschiedlich lange an den jeweiligen Orten verweilen. Mal übernachten wir in einer Großstadt, mal an einem Highway in einem Motel oder in einer Hütte in einem Nationalpark. Auf dieser Reise ist der Weg unser Ziel.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.openstreetmap.de und Mitwirkende

Startvorbereitungen

Das Reisezie

Dass unser neues Reiseziel der Westen der USA wird, wussten wir schnell. Ein paar Highlights, die wir auf jeden Fall besuchen wollten, standen schon auf unserer Liste. Nun mussten wir noch eine interessante Reiseroute zusammenstellen sowie die Flüge, den Mietwagen und die Hotels buchen.

Um alles Interessante und Wichtige sehen zu können, mussten wir jeden Tag hunderte Kilometer zurücklegen und immer dort übernachten, wo die jeweilige Tageseetappe ihr Ende fand. Aber auch diese Art zu reisen hat für uns einen besonderen Reiz, denn neben unserem täglichen Routenziel war jeden Tag aufs Neue auch der Weg dahin sehenswert.

Wie haben wir unsere Reiseroute erstellt? Im Buchhandel haben wir uns eine große, detailreiche Karte vom Westen der USA besorgt und haben diese auf einer kleinen Korkwand befestigt. In den kommenden Wochen haben wir mit unterschiedlich farbigen Stecknadeln viele Sehenswürdigkeiten, mögliche Ausflugsziele, unsere Wunschziele und Reiseideen auf der Karte markiert. Rote Stecknadeln markierten Top-Ziele, die wir auf jeden Fall sehen wollten, für alle anderen Punkte nutzten wir weiße Stecknadeln. Später haben wir damit begonnen uns mit der zu bereisenden Region näher zu beschäftigen. Wir haben im Internet recherchiert, in Reiseführern gelesen und mit Freunden gesprochen, die bereits vor Ort waren. Anhand der roten Nadeln konnten wir bereits die grobe Routenplanung erkennen. Dann ging aber die eigentliche Arbeit erst los, denn wir mussten uns entscheiden welche der weißen Stecknadeln wir weglassen und welche wir zu einer roten Stecknadel umändern. Nach und nach entschieden wir über jedes einzelne Schicksal der weißen Stecknadeln. Am Ende gab es nur noch rote Stecknadeln auf unserer Karte.

Etliche Nadeln konnten wir bei der Routenplanung leider nicht berücksichtigen. Zum Beispiel mussten wir San Diego weglassen, denn die Stadt ist von unserer geplanten Reiseroute einfach zu weit entfernt. Auch einige Nationalparks mussten wir auslassen, selbst wenn sie sogar an unserer Reiseroute gelegen waren, denn der Besuch eines Nationalparks ist immer sehr zeitintensiv. Und wenn ein Nationalpark einem anderen Nationalpark zu sehr ähnelt, dann haben wir uns nur für einen der beiden entschieden. So ist das leider! Schließlich haben wir nur eine gewisse Zeit und ein gewisses Budget. Trotz alledem haben wir eine umfangreiche Route mit einer Gesamtstrecke von ungefähr 2.800 Kilometern zusammengestellt, die wir in wenigen Wochen bewältigen wollen.

Wenn Sie in einem Reisebüro eine Pauschalreise buchen und diese mit zusätzlichen Reisepaketen erweitern, dann müssen Sie davon ausgehen, dass in der Reiseroute Punkte enthalten sind, die Sie selbst vielleicht gar nicht gebucht hätten. Oft sind auch die Wegstrecken deutlich kürzer gewählt als ein guter Autofahrer an einem Tag eigentlich fahren könnte. Auch die Wahl der Unterkünfte wird von Reiseveranstaltern oft aus Kostengründen anders zusammengestellt.

Für einen besseren Vergleich haben wir uns damals von einem Reisebüro eine vergleichbare Rundreise mit Pauschalangeboten erstellen lassen, die in etwa unserer Reiseroute entspricht. Neben den oben genannten "Nachteilen", sind wir zu einem verblüffenden Ergebnis gekommen. Die Pauschalreise war ungefähr 30% teurer als die Reisekosten unserer individuell geplanten Rundreise. Anders ausgedrückt: Das Reisebüro hat uns für das zur Verfügung stehende Reisebudget gut ein Drittel weniger Reisezeit angeboten. Es macht also durchaus Sinn, sich die Zeit zu nehmen und eine so große Reise vorab genau zu planen.

Ein paar Reise Tipps vorweg

Alternative Reiseplanung

Wie bereits geschrieben, haben wir weit vor Beginn unserer Reise die Flüge sowie den Mietwagen gebucht, die Reiseroute festgelegt und die entsprechenden Hotels reserviert. Wir konnten dadurch während der Reise unsere "Perlenkette" an Zielpunkten bequem abfahren und mussten uns keine Gedanken mehr über Unterkünfte oder der Zeitplanung mit Blick auf den Rückflug machen.

Wenn Sie allerdings noch gar nicht wissen, an welchem Ort Sie wie lange gern sein möchten, dann können Sie die Reiseplanung auch etwas offener gestalten.

Dazu erstellen Sie sich eine grobe Reiseroute und suchen sich in jedem Ort zwei bis drei in Frage kommende Unterkünfte heraus. Diese werden allerdings noch nicht gebucht. Erst wenn es an einem Routenpunkt absehbar ist, dass Sie demnächst weiterreisen wollen, buchen Sie online oder per Telefon kurzfristig die Unterkunft im nächsten Ort. Falls eine Unterkunft keine freien Zimmer haben sollte, haben Sie ja mehrere alternative Unterkünfte herausgesucht. Am neuen Routenpunkt angekommen, entscheiden Sie sich wieder für die nächste Unterkunft erst dann, wenn Sie tatsächlich weiterreisen möchten. Bei dieser Art zu reisen haben Sie jegliche Freiheit vor Ort. Sie können solange bleiben wie Sie möchten und sind nicht an einen Zeitplan gebunden, entscheidend ist hier nur der Rückflugtermin.

Falls Sie sich hierfür ein Flexi-Ticket buchen, können Sie dieses Flugticket bequem auf einen anderen Tag umbuchen. So sind die zur Verfügung stehende Zeit und die Höhe des Reisebudgets Ihre einzigen Grenzen. Denn wer die Unterkünfte kurzfristig und erst vor Ort bucht, der muss von deutlich höheren Zimmerpreisen ausgehen. Auch die flexibleren Flugtickets sind deutlich teurer. Alternativ kann die Reiseroute auch mit einem Wohnmobil zurückgelegt werden. Zu den Vorteilen und Nachteilen schreiben wir etwas später mehr, nach unserer Ankunft in Los Angeles.

Google Street View gibt einen guten Vorgeschmack

Wer sich bei der Auswahl der Routenpunkte schwer tut, der sollte gegebenenfalls Google Street View zur Hilfe nehmen, denn in Amerika sind die Straßenbilder des Google Kartendienstes deutlich umfangreicher als in Deutschland. Sie können zum Beispiel von Deutschland aus bereits durch den Joshua Tree Nationalpark fahren, das Grand Canyon Village besuchen oder durch die steilen Straßen von San Francisco navigieren. Sie haben dadurch die Möglichkeit sich vorab bereits ein Bild von der Gegend vor Ort zu machen und zu entscheiden ob Sie dahin wollen oder vielleicht auch nicht.

Entfernungen nicht unterschätzen

Bei den täglichen Reiserouten sollten Sie die Entfernungen nicht unterschätzen. In Amerika wird alles in Meilen angegeben, dadurch verlängert sich eine Wegstrecke um den Faktor 1,6 wenn Sie die Strecke in Kilometern abfahren wollen. Zudem sind die Geschwindigkeits-begrenzungen in den USA nicht wirklich hoch angesetzt. Mehr als 120 km/h darf nirgends gefahren werden. Gerade auf den unendlich langen Highways kommt es Ihnen so vor als wenn Sie durch eine Fußgängerzone schleichen würden. Wenn Sie sich dann noch 500 Kilometer an einem Tag vorgenommen haben, dann wird der Tag nie enden wollen und Ihr Sitzfleisch wird es Ihnen nur schwer verzeihen. Wer dann noch an schönen Punkten aussteigen und die Landschaft genießen will, der verliert schnell die Lust aufs Weiterfahren.

Informationen zu Unterkünften

Nach den Veröffentlichungen unserer bisherigen Reisebücher (Kanada und USA Osten), haben wir einige Rückmeldungen von Lesern erhalten. Diese wollten gern wissen warum wir keine Details oder Tipps zu unseren Unterkünften angeben. Die Fragen sind natürlich berechtigt, denn wir haben bisher immer bewusst auf derartige Informationen verzichtet. Bereits bei der Arbeit an unserem ersten Reisebuch stellten wir uns selbst die Frage, ob wir zum Thema Unterkünfte etwas schreiben sollten.

Da die Auswahl für eine Unterkunft meist nach ganz eigenen und subjektiven Kriterien erfolgt, haben wir entschieden nicht näher darauf einzugehen. Zudem ist es auch wenig hilfreich für einen Leser, wenn wir vor Jahren im XYZ Hotel in San Francisco waren und es für seine Sauberkeit und das Preis-Leistungsverhältnis gelobt haben. Heute aber gehört das Hotel einer anderen Hotelkette an und es ist nichts positives mehr an dem Hotel zu finden. Des Weiteren steht jedem Reisenden ein anderes Reisebudget zur Verfügung. Was bringt es Lesern des Buches, wenn der Autor nur in 5-Sterne-Hotels absteigt, in den billigsten Motels direkt am Highway wohnt oder von einem Campingplatz zum nächsten fährt? Wir sind der Meinung, dass die Entscheidung für eine Unterkunft jeder für sich treffen muss. Dabei behilflich sein können Bewertungsportale im Internet. Wir nutzen zum Beispiel sehr gern die umfangreichen Bewertungen von holidaycheck.de.

Die richtige Reisezeit

Wir haben uns für diese Reise wieder den Spätsommer ausgesucht. Wichtig war uns in erster Linie, dass wir außerhalb der Hauptsaison in den USA verweilen konnten, denn in Reiseführern haben wir von überfüllten Nationalparks und überlaufenen Sehenswürdigkeiten während dieser Zeit gelesen. Wettertechnisch können Sie, bis auf ganz wenige Wetterextreme, im Westen der USA nicht viel falsch machen. Während unserer Rundreise waren wir direkt am Meer sowie in Wüsten und im Gebirge unterwegs. Im Hochsommer kann es in den höher gelegenen Regionen sehr angenehm sein, in den Wüsten oder am Meer kann es allerdings brütend heiß werden. Im Winter dagegen ist es am Meer sehr angenehm, dafür sind viele Nationalparks aufgrund extremer Kälte und viel Schnee nicht besuchbar. Die Mischung macht es daher interessant. Nicht zu heiß und nicht zu kalt. Aus unserer Sicht eignet sich daher das Frühjahr oder der Spätsommer am besten für eine Reise in den Wilden Westen der USA. Trotz unseres gewählten Reisezeitraums durften wir einige Wetterextreme erleben, aber lesen Sie dazu später mehr.

Liste mit hilfreichen Dingen

Bevor die Reise nun auch hier im Buch beginnt, möchten wir Ihnen an dieser Stelle noch ein paar nützliche Reiseutensilien empfehlen. Später im Buch werden wir auf die einzelnen Dinge näher eingehen. Uns haben diese Dinge auf der Reise sehr geholfen. Teilweise mussten wir sie sogar vor Ort besorgen, da wir von Deutschland aus schlicht nicht daran gedacht haben, so etwas brauchen zu müssen:

Oropax, Eiskratzer, Türschlossenteiser, kleine Fotoausrüstung, kleines Kamerastativ, Fernglas, ausreichend Brillenputztücher, Waterbag, gute Kletter- bzw. Wanderschuhe, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, div. iPad- und iPhone-Apps, Kopfhörer, Ladekabel für den Zigarettenanzünder im Auto für Telefon und iPad.

Los Angeles

Anreise

Nach den Erfahrungen unserer bisherigen zwei Reisen auf den amerikanischen Kontinent, war es uns wichtig, dass wir nach dem langen Kontinentalflug nicht erneut umsteigen und weiterfliegen müssen. Daher haben wir uns für einen kurzen Flugtransfer nach Frankfurt entschieden, um von dort direkt nach Los Angeles weiter zu fliegen. Allein dieser Flug dauerte fast 12 Stunden und danach hätten wir sicherlich keine Lust mehr gehabt, mehrere Stunden auf einen Weiterflug zu warten. Dieser hätte dann ja auch noch mal eine gewisse Flugzeit gedauert. Aufgrund des von uns gewählten Flugmodells, haben wir insgesamt ungefähr 200 Euro pro Person mehr zahlen müssen als mit alternativen Flugpreisangeboten. Pro Person und Strecke (jeweils hin und zurück) entspricht dies einem Aufschlag von 50 Euro. Diese Mehrkosten waren es uns aber wert, gute dreieinhalb Stunden Reisezeit pro Flugstrecke zu sparen.

Von München nach Frankfurt

Als wir am Münchner Airport direkt nach Los Angeles (über Frankfurt) eingecheckt wurden, staunten wir nicht schlecht über die Flugzeiten. Startzeitpunkt in Frankfurt sollte 10:15 sein und landen würden wir bereits um 13:00 in Los Angeles. Das geht ja ratz-fatz heutzutage, da soll sich doch mal einer beschweren. Scheinbar gab es in den letzten Jahren so viele neue Innovationen und technische Errungenschaften, dass Menschen mittlerweile schneller mit dem Flugzeug an Amerikas Westküste sind, als mit dem ICE von München nach Berlin. Auch wenn eine solche Reisezeit phänomenal wäre, hat sie doch eine simple Erklärung, denn der Zeitunterschied zwischen Frankfurt und Los Angeles beträgt 9 Stunden. Wenn die Frankfurter zu Abend essen, sitzen die Kalifornier noch am Frühstückstisch.

Der kurze Transfer von München nach Frankfurt verging wie im Flug und auch der einstündige Aufenthalt im Terminal war nicht langweilig. Wir waren nur kurz in der Flughafenapotheke, um Oropax für den langen Flug nach Los Angeles zu kaufen. Im Flieger nach Frankfurt haben wir erst gemerkt, dass wir unsere daheim vergessen hatten. Auf unseren bisherigen Langstreckenflügen nach Amerika und Asien haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich das Fluggeräusch durch die Ohrstöpsel deutlich minimieren lässt und wir am Ende nach dem langen Flug deutlich entspannter ankommen.

Knappes Boarding und Pech mit dem Lesestoff

Nach dem Besuch in der Apotheke mussten wir uns schon beeilen, denn das Boarding für den Langstreckenflug war bereits fast beendet. Woher wir das wussten? Wir geben zu, es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn unser Name im Flughafenterminal über Lautsprecher ausgerufen wird. Das kannten wir so auch noch nicht und die Blicke der im Flugzeug wartenden Passagiere taten ihr Übriges. Ja mei, was soll’s, wir fliegen schließlich nach Hollywood, da will jeder im Rampenlicht stehen. Aber die ganze Hektik war unnötig, denn selbst nach unserem Einstieg, stand der Flieger noch ganze 40 Minuten ohne sich zu bewegen am Gate. Der Start erfolgte mit Verspätung und das lag garantiert nicht an uns.

Wer unsere bisherigen Reisen in den vorangegangenen Büchern verfolgt hat, wird wissen wie wichtig es ist, im Flugzeug ausreichend Lesematerial dabeizuhaben. Trotz unseres iPad, was voll mit jeglichen Medien war, wollten wir auch aktuelle Magazine und Zeitungen in physischer Form lesen. Das machen wir in der heutigen Zeit einfach viel zu selten. Alles ist nur noch digital ausgerichtet und so lange es noch altmodische Zeitungen gibt, sollten wir sie auch gelegentlich mal lesen.

In der Vergangenheit hatten wir immer etwas Pech, was die Organisation von frischem und deutschsprachigem Lesestoff angeht. Dieses Mal hatten wir, mit Blick auf das Gewicht unseres Reisegepäcks, ein Buch mit dabei und die restlichen Zeitungen und Zeitschriften wollten wir uns im Flughafen oder im Flugzeug besorgen. In München gab es nur Tageszeitungen welche wir bereits auf dem Zubringerflug ausgelesen hatten. In Frankfurt mussten wir ja wie berichtet in die Apotheke und hatten daher keine Zeit mehr für den Zeitungskiosk. Beim Einstieg in das Flugzeug sahen wir auch keine Auslagen mit jeglichen Zeitschriften für die Passagiere. Verwundert nahmen wir daher unsere Plätze ganz hinten rechts im Flugzeug ein.

An Bord des großen Jets mit insgesamt 10 Sitzen je Reihe (3-4-3) war es noch etwas unruhig. Einige, wahrscheinlich auch Zuspätkommer, waren mit dem Einrichten ihres Sitzplatzes beschäftigt. Wir hatten etwas mehr Platz auf unseren Plätzen, denn wir haben uns beim frühen online einchecken bereits für Sitzplätze im hinteren Bereich des Flugzeugs entschieden. Da das Flugzeug dort schmaler ist, gibt es links und rechts an den Fenstern keine Sitzplätze in Dreierreihen sondern nur noch Zweierreihen. Dies ist ein ungemeiner Vorteil für Reisende, die etwas mehr Privatsphäre haben wollen und nicht gern auf den Dreier- und Vierersitzen Platz nehmen wollen.

Die Crew des Kabinenpersonals war sichtlich älter, als wir das auf anderen Flügen innerhalb Europas gewohnt waren. Für uns als Passagiere war dies sehr positiv, denn die Damen und Herren wirkten erfahrener, ruhiger, deutlich netter und zuvorkommender als jüngere Kollegen. Das hat uns auf diesem Flug sehr gefallen. Wir haben daher gleich das Gespräch gesucht und fragten, ob für diesen Flug den Fluggästen Zeitschriften zur Verfügung stehen würden. Die freundliche Kabinenchefin sagte uns dann, dass die Crew nach dem Start durch die Reihen geht und eine Menge Lesestoff verteilen würde. Super, in dieser Art war uns das zwar auch neu, aber solange das Endergebnis stimmt und jeder was zu lesen bekommt, sind wir auch zufrieden.

Nach dem Start dauerte es nicht lang und die Stewardessen gingen mit einem kleinen Wagen bestückt mit vielen Zeitungen und Zeitschriften durch die Gänge, begonnen haben sie hinten links im Flugzeug. Treue Leser unserer Reisebücher ahnen bereits was passierte. Zuerst gingen die beiden Damen den linken Gang bis zur vorderen Spitze des Flugzeuges. Dann wechselten sie auf den rechten Gang und kamen schleichend auf uns zu. Als sie bereits am Anfang unseres Abschnittes waren, sahen wir bereits wie die Stewardessen immer wieder den Kopf schüttelten. Es lag nämlich so gut wie nichts mehr auf dem Wagen, aus dem wir hätten auswählen können. Schlussendlich waren wir als letzte an der Reihe und wurden gar nicht mehr gefragt, was wir gern haben wollen. Es hätte auch blöd ausgesehen, wenn uns die Stewardess einen leeren Wagen angeboten hätte. Verärgert darüber, dass wir nicht zum Zuge gekommen waren, stellten wir uns auf einen faden Flug ein, denn auch das Entertainment -System, was in der Rückenlehne des Vordersitzes integriert war, bot außer ein paar englischsprachigen Filmen, simplen Spielen und der geografischen Karte unseres Fluges nicht viel Abwechslung.

Während wir auf der Karte unsere Flugroute verfolgten, fragten wir uns, wie es sein kann, dass in all den Jahren die Animation und grafischen Elemente der Flugroutenpräsentation nie verändert bzw. verbessert wurden. Bis heute werden immer noch mittels einfachster weißer Schrift auf blauem Hintergrund die aktuelle Fluggeschwindigkeit, die Höhenangabe sowie die Zeit am Zielflughafen angezeigt. Statt des in Europa üblichen 24-Stunden-Zeitformats, gab es nur Zeitangaben mit AM oder PM. Auch die Landkarten sehen derart altbacken aus, dass wir diese Art der Berieselung während des Fluges sofort wieder ausgeschaltet haben. Vielen Passagieren gefällt das aber scheinbar, denn sonst würden sie nicht stundenlang auf diese blaue Grafik glotzen, als wenn es nichts Interessanteres geben würde. In unseren folgenden Büchern werden wir gern berichten, falls sich an dieser Stelle mal etwas Innovatives in der Flugzeugwelt getan hat.

Am Ende hatte unser Kopfschütteln wegen der nostalgischen Animation auch etwas Positives gebracht. Eine Stewardess, die im hinteren Bereich tätig war, fragte uns, ob alles in Ordnung sei. Nach einer kurzen ironischen Bemerkung zur Mega-Animation machte meine Frau ihrem Unmut über die Verteilung der Zeitschriften Luft. Mit dem Verständnis, dass uns entgegen gebracht wurde, hatten wir nicht gerechnet. Die Dame versprach sich darum zu kümmern und uns etwas zu organisieren. Sie ging nach hinten, telefonierte kurz und wartete. Kurz darauf kam ein männlicher Steward mit leicht angegrauten Haaren und gab ihr einen kleinen unscheinbaren Beutel. Wem auch immer nun sein Lesematerial fehlen würde, wir hielten jetzt zufrieden sechs unterschiedliche Magazine in unseren Händen. Der Flug war also gerettet und versprach, abwechslungsreich zu werden.

Als unser Flugzeug den Landeanflug auf den Los Angeles International Airport einleitete, konnten wir anfangs kaum etwas aus unserem Fenster heraus sehen. Obwohl es sonnig war, lag eine dicke Dunstglocke dicht über der Stadt. Beeindruckend war zudem die riesige Größe von Los Angeles. Eine gefühlte Ewigkeit waren wir im Landeanflug über dem Stadtgebiet. Selbst als das Flugzeug eine Kurve flog, sahen wir bis zum Horizont nur Häuser. Im Vergleich zu anderen amerikanischen Großstädten, hat Los Angeles einen eher kleinen Anteil an Wolkenkratzern. Zum Teil liegt das auch daran, dass Los Angeles aus über 100 kleineren Städten zusammengewachsen ist und immer noch weiter wächst.

Ankunft in Kalifornien

Planmäßig landeten wir auf dem Los Angeles International Airport. Bis zu unserem Hotel war es dieses Mal nur ein Katzensprung, denn wir haben uns für ein Hotel entschieden, das in direkter Nähe zum Airport liegt. Zuvor mussten wir uns allerdings im riesigen Flughafen-Terminal zurechtfinden und geduldig auf die Einreise-Kontrollen warten, denn viele Touristen versammelten sich vor den Schaltern der Einreisebehörde. Als wir endlich an der Reihe waren, mussten wir den Grund unserer Reise angeben, unsere Pässe wurden geprüft und unsere Fingerabdrücke wurden eingescannt. Das obligatorische Foto war da nur noch Nebensache. Es war für uns kein schönes Gefühl, so empfangen zu werden. Aber unter dem Deckmantel der allumfassenden Terrorabwehr war dies legitim und wir hatten ja auch keine andere Wahl.

Nachdem wir unser Reisegepäck geholt hatten, standen wir vor dem Terminal. Es war brütend heiß, trocken und die Luft fühlte sich staubig an. Keine 2 Minuten später waren wir bereits wieder zurück im klimatisierten Terminal. Es war für uns schlicht nicht auszuhalten im Freien. Das lag sicher auch daran, dass wir einen langen, angenehmen und klimatisierten Flug hinter uns hatten und in Europa solche trockenen und heißen Tage eher selten sind. Nur gut, dass unser Hotel in der Nähe lag.

Ein kostenloser Shuttlebus vom Hotel sorgte für den Transfer der Hotelgäste. Um zur Haltestelle zu gelangen, sind wir soweit es ging, innerhalb des Terminals gelaufen. Und obwohl wir neben unserem Handgepäck noch zwei schwere Koffer dabei hatten, sind wir wie zwei Gazellen in den klimatisierten Bus gesprungen. Nur nicht zu lange draußen aufhalten war unsere Devise. Während wir auf weitere ankommende Fluggäste warteten, machten wir uns erste Gedanken, wie wir diesen Urlaub überleben sollten. Werden wir uns nur innerhalb klimatisierter Zonen aufhalten können?

Nach wenigen Minuten Fahrt waren wir bereits in unserem Hotel. Wie immer baten wir um ein Zimmer in den höher gelegenen Etagen, um eine schöne Aussicht zubekommen. Soweit so gut. Leider war die Aussicht auf ein trüb gelbes Los Angeles alles andere als erquicklich. Der Blick aus unserem Fenster förderte nichts Schönes zu Tage.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Blick aus unserem Hotelzimmer.

Wir blickten auf Industriehallen, Baracken und unendlich viele kleine Häuserblocks. Immerhin konnten wir den Flugzeugen bei der Landung zuschauen.

Das war sie also, die schmutzigste und gefährlichste Stadt Amerikas. Los Angeles, eine riesige Stadt, die in den letzten Jahrzehnten wie ein Geschwür aus vielen kleineren Städten entstanden ist. Einen einheitlichen und sinnvollen Städtebau vermissten wir hier an allen Ecken und Enden. Der Begriff Ghetto bekommt für deutsche Touristen erstmals ein Bild. Der Ausblick war Grund genug, die Vorhänge in unserem Hotelzimmer zuzuziehen.

Total überrascht waren wir von Los Angeles aber nicht. Wir wussten bereits vor unserer Reise, dass Los Angeles wenig Highlights bietet und richteten uns entsprechen darauf ein. Wir nutzten die Location, aufgrund der günstigeren Flugpreise, als Start für unsere Rundreise. Die Wahl auf das Flughafenhotel fiel auch nicht grundlos, denn von hier aus waren unsere geplanten Ausflüge in Los Angeles am einfachsten zu erreichen und direkt neben dem Hotel lagen sämtliche Stationen der Autovermietungen.

Bevor wir begannen, Los Angeles zu erkunden, packten wir einen Teil unserer Koffer aus und erfrischten uns mit einer kühlen Dusche. Als nächstes erkundeten wir das klimatisierte Hotel. Es war groß und hatte einen gehobenen Standard. In der Lobby schauten wir nach den Terminen, an denen unser Reiseleiter vor Ort vorbeikommen würde. Denn von ihm würden wir entsprechende Voucher bekommen. Mit diesen Gutscheinen ist das Frühstück in unseren gebuchten Hotels inklusive. Warum ein derartig umständlicher Aufwand vom Reiseanbieter gewählt wurde, hat sich uns leider nicht erschlossen, denn die Voucher für die Hotelzimmer wurden uns bereits in Deutschland zugeschickt. Wie dem auch sei, morgen Vormittag wird der Reiseleiter da sein und spätestens ab dann werden wir unsere Reise starten können - ohne hungern zu müssen.

Mietwagenstress

Plan. Als nächstes mussten wir raus in die sengende Hitze und 100 Meter zur Autovermietung laufen. Es war zwar immer noch heiß, aber nicht mehr ganz so drückend wie am Airport direkt nach der Landung. Vielleicht haben wir uns bereits an das Klima gewöhnt. Geht das so schnell? Zeigen würde sich das spätestens morgen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Qual der Wahl bei unserem Autovermieter

Vor der Reise mussten wir uns überlegen, ob wir mit einem Wohnmobil oder einem Mietwagen reisen wollen. Der Unterschied sollte Ihnen klar sein. Mit einem Wohnmobil brauchen Sie keine Unterkünfte buchen und können somit Stoppen wann und wo Sie wollen. Dafür, dass Sie Ihre Unterkunft dabei haben kommen Sie oftmals nicht schnell genug voran, müssen in der Regel Campingplätze anfahren und die Stellplätze dann auch bezahlen.

In der Autovermietung angekommen, waren wir etwas überfordert. Wir standen in einer riesigen Schalterhalle in der etliche Kunden in Schlangen auf ihre Fahrzeuge warteten. Als wir endlich an der Reihe waren, gingen wir davon aus, unseren in Deutschland gebuchten Wagen in Empfang nehmen zu können. Leider wurde die Übergabe zu einem längeren Verkaufsgespräch. Uns wurden etliche Upgrades in alle möglichen höheren Fahrzeugklassen angeboten. So schnell wie uns hier die Klassen und Preisaufschläge genannt wurden, konnten wir gar nicht überlegen, ob es eventuell Sinn machen würde. Dazu kamen dann noch etliche Zubehörabfragen wie Karten, Navigations-geräte, Kindersitze und viele andere Dinge, die wir alle nicht gebrauchen konnten. Wir waren uns aber sicher, wenn die Dame uns die ganzen Optionen nicht wasserfallartig herunter geleiert hätte, wäre ihr vielleicht der ein oder andere Verkauf gelungen.

In dem nicht enden wollenden Mietwagen-Übergabegespräch kam die Dame dann irgendwann auch auf unseren Mietwagen zu sprechen. Das freute uns, da wir dachten jetzt endlich gleich fertig zu sein. Sie prüfte unsere aus Deutschland mitgebrachten Unterlagen und gab sie uns wieder. Neben einem Stempel hat sie noch die Nummer 4 draufgekritzelt. Wir schreiben deswegen gekritzelt, da wir erst später von einem Mitarbeiter gesagt bekommen haben, dass der gekritzelte Fleck auf unseren Papieren eine 4 darstellen soll. Und eben diese Ziffer war sehr wichtig. Eben hatten wir noch das lange Gespräch beenden wollen und nun standen wir bereits wieder außerhalb der Schlange mit noch mehr Papier in der Hand. Was uns fehlte, war der Wagenschlüssel sowie das Fahrzeug oder zumindest eine verständliche Erklärung. Die blieb wohl aus, da wir keine Zusatzoption gebucht hatten. Im Niedriglohnland Amerika bedeutet dies wahrscheinlich weniger Lohn für die Angestellte.

Wir sind zum Ausgang gegangen und kamen hier schnell mit anderen Touristen ins Gespräch, denen es offensichtlich ähnlich ergangen war wie uns. Zusammen sprachen wir auf dem Parkplatz einen Mitarbeiter der Reinigungskräfte an. Er zeigte uns den Weg zum hinteren Teil des Areals. Dort angekommen fanden wir unzählige Fahrzeuge vor. Unwissend wie es nun weiter ging, fragten wir den nächsten umherlaufenden Menschen. Dieser sagte nur: Nehmen sie sich einfach einen den sie wollen. Mit diesen Worten war er auch schon wieder weg. Da standen wir nun und wussten nicht wie wir das einordnen sollten. Es vergingen wieder einige Minuten. Wir schauten uns einige Fahrzeuge an und suchten dann jemanden, der uns besser helfen konnte. Dieser jemand brachte gerade ein frisch gewaschenes Fahrzeug und stellte es ab. Er erklärte uns ausführlich wie das hier funktioniert.

Wenn Sie bereits eine Buchung haben, gehen Sie an den Schalter um sich anzumelden und um gegebenenfalls noch Zubehör und Optionen zu bestellen. Dann gehen Sie einfach zu den Parkplätzen der Fahrzeuge die Sie laut Kategorie gebucht haben. Bei uns war das die Nummer 4. Hier suchen Sie sich aus ungefähr 20 Fahrzeugen der Kategorie 4 das Wunschfahrzeug aus, steigen ein, nehmen den Schlüssel aus dem Handschuhfach und fahren einfach los. Mehr war nicht zu tun.

Schade, dass uns das die Dame in dieser einfachen Form nicht hatte erklären können. Wir haben auch jetzt erst verstanden, warum sie uns nicht sagen konnte, was für ein Modell wir bekommen würden, denn es gab je Kategorie etliche unterschiedliche Fahrzeuge. Jetzt wo wir anhand der Nummern sehen konnten, was für Fahrzeuge in der anderen Kategorie zur Auswahl standen, wollten wir von uns aus über ein Upgrade verhandeln.

Wir gingen also wieder zurück ins Büro und in die nicht mehr ganz so lange Warteschlange. Bei einer anderen Mitarbeiterin fragen wir gleich nach einem Upgrade auf die Kategorie 6. Unsere Bitte wurde prompt erledigt und gegen einen wirklich nur geringen Aufpreis durften wir jetzt ein Fahrzeug aus Kategorie 6 auswählen. Wir entschieden uns für einen Chrysler 300 der innen sehr viel Platz und eine umfangreiche Ausstattung hatte. Unter anderem eine Sitzheizung, bei der wir zu diesem Zeitpunkt nicht geglaubt hätten, dass wir sie später noch brauchen werden. Selbst die Mittelarmlehne war so groß, dass unser iPad und unsere Telefone komplett darin verschwanden.

Die Entgegennahme des Mietwagens war am Ende gar nicht so schwer! Der Mitarbeiter muss einfach nur daran denken, dass es eventuell Touristen geben könnte, die nicht tagtäglich hier arbeiten und ihren Ablauf kennen.

Tipps für die Buchung eines Mietwagens

Bei einer späteren Recherche im Internet haben wir bei unserem Mietwagenanbieter festgestellt, dass unser Upgrade deutlich teurer gewesen wäre, wenn wir gleich von Deutschland aus ein Fahrzeug aus der Kategorie 6 gebucht hätten. Wer sich nicht zwingend auf einen bestimmten Mietwagen festlegen muss, der kann immer darauf spekulieren durch ein günstigeres Upgrade vor Ort ein Fahrzeug einer höheren Kategorie zu bekommen. Grundsätzlich erzielen Sie günstigere Mietpreise durch einen Preisvergleich im Internet und Buchung von Deutschland aus. Zusatzoptionen wie ein Navigationsgerät können Sie sich in der Regel sparen, wenn Sie ein Smartphone haben. Es ist deutlich günstiger sich eine Navigations-App für die USA zu kaufen, als sich ein Navigationsgerät für mehrere Wochen auszuleihen. Wir haben uns für die App von Navigon entschieden, die es einige Wochen vor unserer Reise sogar im Angebot gegeben hat. Die Fahrt mit einer Papierkarte kam für uns nicht in Frage, da sich das Kartenmaterial in Amerika deutlich von den in Deutschland gewohnten Karten abweicht und wir die Bequemlichkeit eines Routenplaners in deutscher Sprache nicht missen wollten.

Bei Buchung des Mietwagens im Internet sowie bei Übergabe des Mietwagens vor Ort sollten sämtliche Unterlagen genau geprüft werden. Hinsichtlich diverser Punkte kann es sonst später Probleme geben. Dies betrifft vor allem die zu fahrenden Freikilometer, erlaubte Zweitfahrer sowie die Betankung. Es wäre nicht das erste Mal, dass Touristen nicht wussten, dass sie den Mietwagen leer hätten wieder abgeben können und ihn aus Unwissenheit wie gewohnt vollgetankt haben.

Zur optional wählbaren Vollkaskoversicherung haben wir unsere eigene Meinung. Wir zahlen lieber einen etwas höheren Betrag für die Versicherung des Wagens und nehmen dafür eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung. Sollte am Fahrzeug ein Schaden entstanden sein, wird die Autovermietung den Schaden vor Ort immer dramatisieren und die Schadenshöhe größer schätzen und die maximale Selbstbeteiligung einfach auf der Kreditkarte belasten. Der Tourist, der in Kürze wieder daheim ist, wird nie erfahren ob der Schaden überhaupt so teuer war, ob das Unternehmen nicht einfach selbst durch Smartrepair kostengünstig den Schaden repariert hat oder ob der Schaden überhaupt hätte bezahlt werden müssen. Am Ende ist der Mietwagenverleiher in der besseren Position als wir und kassiert die Selbstbeteiligung ohne dass ein Versicherungsschaden entstanden ist. Diesem Problem gehen wir durch eine Versicherung ohne Selbstbeteiligung aus dem Weg. Wer durch offenes Gelände fahren will, sollte über eine zusätzliche Versicherungsoption für Glas und Reifenschäden nachdenken. Diese Schäden entstehen schnell durch Steinschläge und oder spitze Wurzeln im Boden und sind meistens mit der normalen Versicherung abgedeckt. Zuletzt noch ein Tipp an Mitglieder eines Automobilclubs. Besorgen Sie sich bei Ihrem Automobilclub eine kostenlose Zusatzkarte für den amerikanischen Automobilclub AAA. Damit haben Sie dann vor Ort während des Urlaubs auch den gewohnten Pannenschutz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Unser Mietwagen: Ein Chrysler 300

Fürs erste waren wir nun glücklich endlich unseren Mietwagen für die nächsten Wochen bekommen zu haben und wir waren bereits wieder völlig ausgelaugt, denn die Hitze und der Stress taten ihr Übriges. Urlaub stellten wir uns anders vor, aber das konnte in den kommenden Tagen und Wochen nur besser werden. Unsere erste Amtshandlung mit dem neuen Auto bestand nun darin, ein paar Mal quer rund um das Flughafengelände zu fahren. Wir wollten das Auto kennenlernen sowie den Verkehr einschätzen. Zurück im Hotel bereiteten wir uns auf den Abend vor, den wir in Santa Monica verbringen wollten. Wir haben uns umgezogen, unser Navigationsgerät im iPhone programmiert und anhand unserer ToDo-Liste geschaut, was wir vor Ort machen wollten.

Santa Monica Beach

Santa Monica liegt mit 25 Minuten Fahrzeit in direkter Nachbarschaft zum Airport. Allein die Straßennamen auf der 15 Kilometer langen Strecke machten bereits Lust aufs Ankommen. Vom Flughafengelände aus fuhren wir auf den Lincoln Boulevard. Dann ging es weiter auf der Pacific Avenue bis zur Ocean Avenue. Vorbei am Yachthafen Marina del Rey und dem Santa Monica Pier, parkten wir in einem Parkhaus an der Ecke Broadway und 3rd Street. Hier lag das Zentrum des Stadtviertels.

Zu Fuß sind wir runter zum Strand gegangen. Überraschender Weise erwartete uns kein Sand, sondern eine riesige Betonfläche mit Platz für hunderte Fahrzeuge. Wir ließen uns nicht beirren und liefen weiter, direkt bis auf das Santa Monica Pier, was wir bereits aus etlichen Filmen und Serien kannten. Endlich angekommen haben wir uns auf eine Bank gesetzt und die Aussicht auf das Meer genossen. Mit einem Eis in der Hand spürten wir den leichten Wind und lauschten dem Wellengang. So fühlte sich Urlaub an und wir freuten uns nun riesig auf die kommenden Tage und Wochen. Als wir Richtung Norden blickten, dort wo die Felsen bis ans Ufer reichten, dachten wir daran wie es wohl sein würde, wenn wir am Ende unseres Urlaubes von dort wieder nach Los Angeles zurückkehren.

Der Pier

Das Santa Monica Pier selbst wirkt etwas betagt und surreal. Denn mitten auf einem Pier im Meer gibt es Karussells, Straßenhändler und viele kleine Kioske und Buden. Aber genau dafür ist das Santa Monica Pier bekannt. Es gibt auf dem Pier ein Aquarium, welches wir aus Zeitgründen nicht besucht haben. Als wir am Strand spazieren gegangen sind, fiel uns auf, wie breit der Strand ist – es müssen mindestens 200-300 Meter gewesen sein. Wie gesagt, breit, nicht lang. Parallel zum Ufer gab es am anderen Ende des Strandes einen zweispurigen Sportweg, auf dem die gesamten Strandabschnitte abgefahren oder -gelaufen werden konnten. Hier tummelten sich etliche Sportbegeisterte. Sei es Skater, Radler sowie Jogger – alle genossen die Dämmerung und den Sonnenuntergang. Wir fühlten uns hier sehr wohl, vor allem da nun auch die Temperaturen wieder normale Bereiche angenommen hatten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Santa Monica Pier

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Sandstrand ist extrem breit angelegt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auf dem Sportweg kann man kilometerlang am Strand entlangfahren oder -laufen.

Wir liefen die Straße Broadway bis zur 3rd Street hoch. Rechter Hand gibt es das große Kaufhaus Nordstrom mit vielen Geschäften. In der anderen Richtung, in der 3rd Street, begann die Fußgängerzone „Santa Monica Promenade“. Hier pulsierte bis spät abends das Leben. Es gibt hier Kinos, Restaurants, Straßenkünstler, Open Air Musik und etliche Geschäfte. Mit shoppen, essen und flanieren haben wir den Abend verbracht. Zu unserem Auto hatten wir es nicht weit, denn praktischer Weise haben wir direkt im angeschlossenen Parkhaus bei Nordstrom geparkt. Bis auf die Mietwagenabholung waren wir mit dem heutigen Urlaubsauftakt rundum zufrieden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine der vielen größeren Shoppingmalls

Eine Tour durch die Stadt der Enge

Unser erster richtiger Tag in Los Angeles stand unter dem Motto „Überblick verschaffen“. Zuerst galt unsere ganze Aufmerksamkeit dem umfangreichen Frühstücksbüffet. Hier erwartete uns alles, was wir uns zum Frühstück vorstellen konnten. Ob umfangreiches Obst, vielfältige Eierspeisen, internationale Brotauswahl oder warme Speisen. Wir wussten auf Anhieb nicht, was hier hätte fehlen können. Über die Kosten für dieses pompöse Frühstück mussten wir uns keine Gedanken machen, denn laut Reiseveranstalter war das Frühstück in unseren gebuchten Hotels inklusive. Die dafür notwendigen Voucher erhalten wir allerdings erst morgen. Nachdem wir dies dem Kellner erklärt haben, schrieb er unser Frühstück erstmal auf die Zimmerrechnung. Das waren stattliche 30 US-Dollar je Person!

Ärgerlich war nur der Umstand, dass wir bis zum nächsten Vormittag auf die Reiseleiterin warten mussten. Sie kommt scheinbar nur alle paar Tage in diesem Hotel vorbei und hatte vergessen, die Gutscheine an der Rezeption für uns zu hinterlegen. Per Email hat sie uns aber bereits ein Treffen um 10:00 bestätigt.

Mulholland Drive und die Nobelviertel

Mit vollem Magen konnten wir bei der Hitze nichts anderes machen, als mit unserem klimatisierten Auto durch die Gegend fahren. Gut, dass wir das auch so im Vorfeld geplant hatten. Als erster Tagespunkt stand der Mulholland Drive auf unserer Liste – eine Straße, die auf den Hügeln von Los Angeles entlangführt. Das schwierigste an der ganzen Sache war, vom Hotel zum Mulholland Drive zu gelangen. Denn in Los Angeles herrscht scheinbar immer Rush Hour. Dies liegt mitunter auch daran, dass es hier kein vernünftiges und an die Größe der Stadt angepasstes Nahverkehrssystem gibt.

Es gibt zwar von allem etwas, aber durch das Zusammenwachsen der vielen Städte, gibt es keinen sinnvollen und zusammenhängenden öffentlichen Nahverkehr. Der Großteil der Stadt wird mit Bussen bedient. Als Touristen stehen für uns die Punkte Sicherheit und Zeit im Vordergrund. Daher kam außer unserem Mietwagen keine andere Methode der Fortbewegung in L.A. in Frage. Unsere Route verlief über den Stadtteil Westwood, durch Bel-Air, den Mulholland Drive entlang und über die Hollywood Hills zum Hollywood Boulevard.

Auf dem Mulholland Drive sind wir an vielen großen Villen vorbeigefahren. Da die Straße oberhalb der Stadt entlang führt, haben wir an einigen ausgeschilderten Viewpoints angehalten. Von hier aus hatten wir einen schönen Blick auf das im Smog liegende Los Angeles und wir konnten die gigantischen Dimensionen der Stadt gut erahnen. Los Angeles ist einfach riesig und erstreckt sich wie ein Meer von Häusern bis zum Horizont. Wir konnten die Aufteilung der Wohngebiete sowie die überall langführenden Stadthighways gut erkennen. Auch wenn Sie eine Kamera unbedingt dabei haben sollten, können Sie mit einem Fernglas von hier oben aus deutlich mehr sehen.

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Blick vom Mulholland Drive auf die Universal Studios

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Aufgrund des starken Smogs kann man die Skyline am Horizont nur erahnen.

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Der berühmte Hollywood-Schriftzug

Hollywood Boulevard

Nach unserer Übersichtsfahrt ging es wieder runter in die Stadt. Ziel war der legendäre Hollywood Boulevard, das Herz der Filmstadt Hollywoods. Hier gibt es viele Kinos, die Oscarverleihung findet einmal im Jahr statt und die Touristen können über die 2.500 Sterne des Walk of Fame laufen. Studenten laufen als Star Wars-Doubles oder als verkleidete Charaktere aus bekannten Hollywood Filmen herum und Touristen können sich für wenige Dollar mit ihnen fotografieren lassen. Wem ein Stern mit dem Namen eines Stars nicht ausreicht, der sollte zum Grauman’s Chinese Theatre gehen. Hier haben mehr als 200 Persönlichkeiten aus der Filmindustrie ihre Hand- und Fußabdrücke im Beton vor dem Kino hinterlassen. Wer auf der Suche nach filmträchtigen Souvenirs ist, findet hier eine Menge Stores, die jeden möglichen Krempel verkaufen. Es ist ganz nett hier am Hollywood Boulevard, aber ehrlicherweise müssen wir auch sagen, dass es nichts Besonderes ist.

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Es gibt hier auch historische Kinos.

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Im Kodak Theater findet die alljährliche Oscar-Verleihung statt.

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Neben vielen unbekannten Namen auf dem Walk of Fame
war Tom Hanks einer der bekanntesten für uns.

Farmers Market

Am frühen Nachmittag sind wir zur Stärkung und zum Ausruhen zum Farmers Market gefahren, der nur wenige Blocks entfernt liegt. Obwohl er im Reiseführer als Geheimtipp beschrieben war, erwarteten uns sehr viele Besucher: http://www.farmersmarketla.com/ So geheim war er dann wohl doch nicht mehr. Aber dass er wie beschrieben ein Highlight ist, können wir bestätigen. Es gibt hier zahlreiche kleine Imbissbuden und Verkaufsstände, die alle möglichen Kulinaritäten verkaufen. Auf dem Gelände gibt es einige Geschäfte und Boutiquen und auf einer kleinen Bühne gab es sogar Live-Musik. Wir haben uns mit Finger Food bestückt und saßen gemütlich auf der Wiese und lauschten der Musik.

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Quirliges Treiben am Farmers Market. Im Zentrum gab es Live-Musik.

Soviel Gemütlichkeit, Idylle und Ruhe haben wir im stressig wirkenden Los Angeles nicht vermutet, denn auf der heutigen Fahrt durch die Stadtteile fiel uns schnell auf, dass Los Angeles keine saubere Stadt ist. Nur punktuell, da wo wir es als Touristen auch erwarteten, war alles sauber und gepflegt. Wir merkten schnell, dass dies nur oberflächlich an den Touristenmagneten der Fall war, das übliche L.A. war schmutzig und stank. Allein schon der starke Verkehr führte unweigerlich zu einer riesigen Dunstglocke über der Stadt. An verschiedensten Stellen, an denen wir vorbei fuhren, wären wir nicht auf die Idee gekommen anzuhalten und auszusteigen. Zu suspekt und offensichtlich unsicher sahen teilweise die Straßenzüge aus. Dies ist wahrscheinlich auch ein Grund, warum die Schönen und Reichen nur in bestimmten Wohngebieten unter sich sind und nicht verteilt in der Stadt wohnen. Allein schon diese Tatsache bestätigte unsere Hotelauswahl am Airport, da wir von hier nur eine geringe Entfernungen nach Santa Monica, Westwood, Bel Air und Beverly Hills zurücklegen mussten.

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So schmutzig sah es an vielen Ecken in L.A. aus.

Zurück im Hotel legten wir eine kleine Pause ein und beobachteten das Treiben am Airport. Wir konnten den Flugzeugen beim Starten und Landen zusehen, das riesige Mietwagenareal überblicken und den Verkehr auf den Zufahrten des Airports beobachten. Unseren Abend wollten wir wieder am Santa Monica Pier verbringen. Auf der Fahrt dorthin haben wir diesmal Halt am Yachthafen Marina del Rey gemacht und uns zu Fuß die vielen schönen Yachten angeschaut. Der Anblick der superteuren Schiffe, das herrlich warme und angenehme Wetter, der Blick aufs Meer und wir mittendrin mit einem Eiskaffee – das ist für uns Urlaub pur.

[...]

Ende der Leseprobe aus 180 Seiten

Details

Titel
Der wilde Westen der USA. Los Angeles, Las Vegas, San Francisco und die Nationalparks
Autoren
Seiten
180
Erscheinungsform
Originalausgabe
Preis (eBook)
5,99 EUR
ISBN (eBook)
9783668018259
Preis (Buch)
21,90 EUR
ISBN (Buch)
9783668548190
Sprache
Deutsch

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Titel: Der wilde Westen der USA.
Los Angeles, Las Vegas, San Francisco und die
Nationalparks


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